- Ist Flugscham berechtigt?
Ein Flug nach Sizilien führt zu einer grundsätzlichen Frage: Kann man eine klimaschädliche Handlung mit Emissionshandel und Kompensation ethisch rechtfertigen? Die Antwort ist komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint – und am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis: Beides ist vertretbar.
Diese Kolumne entstand am Strand im sonnigen Sizilien. Das wäre nicht berichtenswert, wenn nicht gerade dieser Umstand Anlass des Themas dieser Woche wäre. Denn wir sind mit dem Flugzeug dahingeflogen. Mit dem Auto, hat mir Google vorgerechnet, hätte es mindesten 20 Stunden gedauert. Das schien uns zu lang. In unserer Familie wurde im Vorfeld intensiv diskutiert, ob man denn nicht ein näheres Ziel suchen sollte, damit wir nicht fliegen müssten. Ich habe das – confiteor – beiseitegewischt. Zu Recht? Oder muss man doch „Flugscham“ haben?
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Fast schon albern. Welches "Unrecht " will der Herr den kompensieren. Gibt es einen Paragraphen in der StPO, der fliegen unter Strafe stellt? Wohl kaum.
Fliegen ist ein Transportmittel, um von A nach B zu kommen. Wie Eisenbahnfahren, Autofahren, schwimmen, zu Fuß gehen mit dem Schiff fahren usw. Wie man aus einem wertneutralen mobilitätsthema ein moralisches machen kann - das ist schon sehr speziell und eher die Frage für einen evangelischen Kirchentag neben vulvamalen. Typisch deutsch halt.
Warum einige deutsche meinen, jedes und alles unter dem Aspekt "ihrer " Moral sehen zu müssen, ist mir schleierhaft Moral ist schließlich kein allgemeiner Begriff. Und viel zu oft dienen Begriffe wie "moral" oder " werte" dem Erhalt der Macht oder des Status quo. Im Urlaub will ich mich erholen, klima retten will ich da nicht.
Für mich eine abgehobene, deutsche Diskussion ohne Wert. Jeder soll nach seiner facon selig werden und bekehrt werden möchte ich auch nicht.
Zumal, blickt man auf die Erdgeschichte zurück, es immer Perioden der Erderwärmung gegeben hat, auch in Zeitabständen, in denen es keinen „menschengemachten“ Klimawandel gab, weil schlicht die Spezies Mensch noch nicht da war …..und kein Flugzeug von A nach B flog…..
Und wenn ich lese, in der „Familie diskutiert“ …… wäre dieser Familie der Klimawandel soooo wichtig, sollten sie mit dem „Hintern“ zu Hause bleiben in ihrer letzte moralisch trunkenen Konsequenz ….. Oder nicht ? 😂😂😂
MfG a d Erfurter Republik
Statt fliegen kann er ja durch die Luft fahren, mit einem Ballon oder luftschiff. First World Problem einer kleinen, im öffentlichen Dienst Beschäftigten Oberschicht. Die meisten Menschen freuen (!) sich, einmal im Jahr in den urlaub fliegen zu können, ohne vorher das Transportmittel ausdiskutieren zu müssen.
Ich dürfte bspw nicht mehr reiten ( wäre tatsächlich tierquälerei). 😉
Mir gerade von der Politik eine viel stärker sachorientierte Politik wünschen als das ständige gequatscht um Moral und Werte. Das wäre einmal ein Anfang, um Probleme zu lösen.
Stattdessen erlebt man solche Beiträge aus dem akademischen ivory tower.
Fliegen ist ein Fortbewegungsmittel, nicht mehr, nicht weniger. Wozu sollte man sich schämen?
Dieses moralische gedöns ist offenbar ein speziell deutsches Problem. Wann kommt der nächste Professor und diskutiert, ob 1 +1=2 moralisch korrekt ist?
Der Herr Professor in die USA muss, segeln er dann mit Greta um die wette oder nimmt er ein Schiff?
in welcher der Autor seine Überlegungen zum Thema mMn hier gerade mal OHNE die große grünwoke Klimamoralkeule darlegt... ...
Diese Kolumne wird NICHT die Welt verändern..., genauso wenig wie die (medial völlig überbewertete!) Schülerin Greta mit ihrem legitimen Klimaprotest seinerzeit... ...
Wofür wirbt der Autor explizit? >> Toleranz...!! - also bitte... ... 😉
Hr. Professor gefällt, gerne! Ich freue mich auf meinem Urlaub generell, ohne vorher über die Moral meines Transportmittels zu diskutieren 😉.
Die Klimakeule wird sehr wohl, aber subtil geschwungen. Die Diskussion an sich ist schon in ihrer moralischen Überhöhung grünwoke, wie Sie es ausdrückten.
Man freut sich nicht darüber, dass man schnell und günstig nach Sizilien kommt, sondern man fliegt mit einer, neudeutsch: mental load in den Urlaub, ob das denn überhaupt in Ordnung sei.Man hofft, diesen moralisch schwer bepackten Rucksack durch allerlei staatliche, interventionische Maßnahmen leichter machen zu können, weil man natürlich nicht verzichten will.Aber man ist nun mal in dem, wieder neudeutsch: Narrativ gefangen, dass CO2 ganz böse ist und man mitschuldig am Klimawandel sei.
Vielleicht hilft ein Hinweis auf die Flugbegeisterung grüner Spitzenpolitiker, um die mental load zu verringern. Wenn die so gern und viel fliegen, kann es doch nicht so schlimm sein, oder?
Also Schluss mit der Selbstkasteiung, ab in den Urlaub und viel Vergnügen auf Sizilien. Ist heiß und trocken dort, wie immer um diese Jahreszeit!
mehr Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Ansichten geschrieben... ... (solange sie nicht in unsinnige Gesetze gegossen werden... ...) -- nicht jede Kolumne zu Sonntag (und auch nicht jeder Forenbeitrag) hier besitzt 'Weltveränderungspotential'... ... 😉
Letztendlich regelt das alles der Markt..., global sowieso..., und die freie Presse... ('Grüne'-Vielflieger z.B.) >> die 'große Welle Klimascham' ist doch bereits Geschichte..., wie einst '#MeeToo' und das verpflichtende Gendern... ... - einfach cool bleiben. 😎
Klimawandel beiträgt... Glaube ich persönlich aber auch nicht..., und das CO2 ein Klimatreiber ist, rein faktisch, ist wohl auch unumstritten..., schon länger übrigens. Allerdings ist 'der Sizilien-Flug' und auch Ihr Verbrennerauto dabei nicht wirklich maßgeblich..., wie uns immer wieder die Aktivist:innen einreden wollen..., um damitcihre gesellschaftliche Existenz und Relevanz rechtfertigen zu können... ...
Herr Veit ganz so eindeutig ist die Sachlage leider nicht.
Eiskernbohrungen zb. Zeigen es das es zuerst warm wird , dann folgen die Klimagase. Das Co 2 eine Rolle spielt mag sein. Jedoch mit Sicherheit kein alleiniger Klimatreiber.
Man sollte gelassener sein. Aber leider sind die grünen Meinungen und Ansichten schon in Gesetze gegossen, z.B. GEG, und der Markt regelt leider in Deutschland nicht mehr viel, weil Staat und EU alles regeln. Ich gebe zu, das erzeugt eine gewisse Gereiztheit bei mir.
Deutschland...
Bin, wie recht oft, Ihrer Meinung, liebe Frau Sehnert! Die „Klimakeule“ wird schon erhoben. Also, man kann sich ungefähr vorstellen, wo der Herr Professor steht. Meine Güte, so ein Gedöns vor dem Urlaub. Ja, nein, oder vielleicht doch! Mit dieser Ansicht besser zu Hause bleiben und ein reines Gewissen haben. Und die Millionen anderen fliegen lustig weiter, und das ohne schlechtes Gewissen. Aber jedem Tierchen sein Plaisierchen! Nur bitte nicht versuchen (wenn auch subtil), anderen ein schlechtes Gewissen einzureden. Verzicht auf Fliegen alleine rettet die Welt nicht!
Wenn man das Fliegen grundsätzlich für problematisch ansieht, dann sollte nur noch geflogen werden, wenn wirklich lebensnotwendige Güter oder lebensbedrohte Menschen schnell von A nach B transportiert werden müssen. Internationale politische Gespräche also nur noch im virtuellen Raum, keine weiten Urlaubsreisen mehr, keine internationalen Sportveranstaltungen. Also entweder kollektive Flugscham oder gar nicht.
das ist Ihnen klar... ...?
das 'garnicht' in Betracht..., zu Ende gedacht.
Ich schäme mich zur falschen Zeit am falschen Ort geboren zu sein und zu leben. Ich schäme mich, die Natur zu nutzen, um zu existieren. Ich schäme mich, mit vielen Verrückten gleichzeitig den Erdball zu bevölkern. Ich schäme mich, mit solchen Verrückten das Wahlrecht gleichermaßen zu besitzen.
Ich schäme mich für nichts, warum?
P.s.: ich habe ihren Kommentar wohl verstanden!
Ich wundere mich immer wieder darüber zu welch intellektuellen Verrenkungen sich kluge, gebildete Menschen hinreißen lassen um etwas ganz Normales wie einen Urlaubsflug vor sich und der Welt zu rechtfertigen.
Mit der Gründung des Club of Rome 1968, ab 1969 unter Mitwirkung eines ehemaligen Nationalsozialisten, wurde eine ganz merkwürdige Haltung in die Welt getragen:Verzicht sollte die herbeiphantasierten„Grenzen des Wachstums“ausbremsen.Fast alle Prognosen des Clubs sind nie eingetreten(Neuerlich fiel die Organisation durch die steile These auf, der Krieg in der Ukraine würde die ökologische Transformation künftig beschleunigen!).
Verzichten sollten vor allem die Staaten des „globalen Südens“,unter der paternalistischen Maßgabe sie sollten nicht die Fehler des kapitalistischen Westens wiederholen.
Ursache und Folgen des Klimawandels allein und nur auf den CO2Ausstoß zu reduzieren führt wissenschaftlich in die Irre und geradewegs in den wirtschaftlichen Abstieg.Erleben wir ja gerade.
Wie auch zum Kommentar weiter oben 👍👍👍
