Mann im schwarzen Anzug und Frau im roten Kleid betreten prunkvollen Raum
Heathcliff (Jacob Elordi) und Catherine (Margot Robbie) / © 2026 Warner Bros.

Film der Woche: „Wuthering Heights“ - Barbie im Hochmoor

Die Neuverfilmung von Emily Brontës Roman „Wuthering Heights“ verhunzt den Jahrhundertroman zur banalen Liebesschmonzette. Auf der Strecke bleibt dabei die existentielle Dramatik der Vorlage. Die poppige Ästhetik vermag den dünnen Plot nicht zu retten.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

„Wuthering Heights“ ist eines der dramatischsten und düstersten Meisterwerke der Weltliteratur. Feinsinnig und tragisch. Episch und unerbittlich. Kaum ein anderer Roman entfaltet mit so grausamer Konsequenz die verhängnisvolle Logik, mit der Liebe in Hass umschlagen kann und Leidenschaft in Vernichtungswillen. Und das alles vor der Kulisse der sturmumtosten Anhöhen der Hochmoore von Yorkshire. Nein, „Wuthering Heights“, der einzige Roman von Emily Brontë, ist keine leichte Kost. Schonungslos lotet er die tiefsten Abgründe menschlicher Existenz aus und wirft dabei Fragen auf, die die Grenzen einer bloßen Liebesgeschichte überschreiten.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 11. Februar 2026 - 19:04

"The dark desire" bekommt dort einen anderen Hintergrund als den von Bessons "Dracula" oder eben in Wuthering Heights?
Ich möchte darauf hinweisen, was man für diese Zeit der sehr hohen Kindersterblichkeit evtl. veranschlagen kann, wie aber auch bedingt durch teils abgeschottete Familienverhältnisse.
Johann Sebastian Bach war mit seiner Cousine verheiratet, ebenso Theodor Storm und sehr viele mehr, vielleicht auch, um wie beim Adel das Familienerbe zu schützen?
Ich möchte aber nicht wissen wieviele "Fremde" als "Geschwister" groß wurden.
Nur so ertrage ich z.B. ein Spätwerk von Jane Austen "Mansfield Park".
Nietzsche spielt zwar an auf die Verwobenheit von Bruder und Schwester, ich sehe den Zarathustra aber nur als Gedanken über die unauflösliche Verbindung von Mann und Frau.
Seine Schwester/Camus sah das evtl. anders.
Wie auch immer, der Topos der Geschwister spielt auch eine Rolle in der C-Serie "Love and Speed", deren Umstände mir aber zu jung sind.
Wuthering Heights spielt damit?

Michael Marx | Mi., 11. Februar 2026 - 23:29

Ich bleibe dabei: bei Literaturverfilmungen sollte man - wenn überhaupt - sich den Film anschauen, bevor man das Buch liest, denn man kann bei der umgekehrten Reihenfolge nur enttäuscht werden, ob das nun die "Feuerzangenbowle", "Anna Karenina" oder Jane Austens Romane sind - also gehen wir das Risiko der (wohl absehbaren) Enttäuschung nicht ein!

Stefan Teschner | Do., 12. Februar 2026 - 01:38

Ich muss für diese kleine Albernheit um Entschuldigung bitten, aber spätestens bei der zungenbrecherischen Ortsangabe "Thrushcross Grange" muss ich an die unvergessene Evelyn Hamann denken..