Christiana Reali, Claire Chust, Baptiste Lecaplain, Christian Clavier / © David Koskas

Film der Woche: „Voilà, Papa! Der fast perfekte Schwiegersohn“ - Der neurotische Charme der Bourgeoisie

Die französische Komödie „Voilà, Papa! Der fast perfekte Schwiegersohn“ mokiert sich über eine Therapiegesellschaft, die vor lauter Selbstfürsorge die Bodenhaftung verliert. Leider verzettelt sich der amüsant startende Film in Albernheit und Trivialität.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

Er ist ein hoffnungsloser Fall, bezahlt seine Rechnungen nicht und droht regelmäßig mit Suizid: Damien Leroy gehört zu der Sorte Patienten, die der Psychoanalytiker Olivier Béranger nach fünf Jahren erfolgloser Therapie nur noch loswerden will. Gleich zu Beginn von „Voilà, Papa! Der fast perfekte Schwiegersohn“ steht der junge Mann verkrampft auf dem schmalen Sims einer Fassade im vierten Stock. Der Angstschweiß perlt ihm von der Stirn. Die Feuerwehr ist bereits da. Dass er nicht springen wird, ist irgendwie klar. Schaulustige filmen Damien mit ihren Smartphones. Der gestresste Therapeut reicht seine rettende Hand aus dem Fenster und lockt den Patienten zurück in die Praxis. Er habe endlich die Lösung für alle seine Probleme. Kurz danach liegt Damien ein letztes Mal auf der Couch. Die wahre Liebe soll er finden. Erst dann ist Dr. Béranger bereit, ihn weiter zu behandeln.

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