Soldat in Uniform sitzt mit Gewehr an der Wand in kargem, grauem Raum
Ein Heer, das sich nicht traut, militärisch zu sein / Salzgeber Medien GmbH

Film der Woche: „Szenario“ - Zeitenwende in der Beamtenarmee

Auf der diesjährigen Berlinale verdient die Dokumentation „Szenario“ besondere Aufmerksamkeit. Sie bietet seltene Einblicke in die Bundeswehr und ihre Übungsstadt „Schnöggersburg“. Die Truppe erscheint zutiefst unmilitärisch und zivil. Das ist sympathisch – aber auch beunruhigend.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

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„Wir sind das Gegenteil von Politik“, so Jury-Präsident Wim Wenders am vergangenen Donnerstag zum Start der 76. Internationalen Filmfestspiele von Berlin. Das war natürlich etwas geflunkert. Denn nicht ohne Grund gilt die Berlinale als das politischste der großen Filmfestivals. Insbesondere in den Sektionen jenseits des Wettbewerbs dominieren in der Regel Themen, die alles bieten, was das politisch engagierte und zumeist links schlagende Herz begehrt: Anti-Rassismus, Queerness, Klimawandel, Postkolonialismus, intersektionale Diskriminierungserfahrung und so weiter. Das ist manchmal interessant, häufig eintönig und bisweilen sogar fragwürdig. Etwa wenn – wie nach der Vorführung einer Doku über eine lesbische Filmkünstlerin – „Free Palestine“-Parolen von einer amerikanischen Regisseurin verlesen werden und der gesamte Kinosaal frenetisch applaudiert.

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