Siri Hustvedt
Siri Hustvedt / © Medea Film Factory / Dschoint Ventschr / Meret Madörin

Film der Woche: „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ - Talentiert, privilegiert, unbeugsam

„Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ ist ein feinsinniges Porträt der erfolgreichen Schriftstellerin. Virtuos zeigt die Dokumentation den Weg einer Frau, die sich ihren Platz in der Literatur an der Seite ihres Mannes Paul Auster erkämpft hat. Hustvedts Privilegien blendet der Film allerdings dezent aus.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

Sie wirken frei, sorglos – und überglücklich. Das Hochzeitsfoto von Siri Hustvedt und Paul Auster stammt aus dem Jahr 1981. Lange bevor die beiden zum intellektuellen Glamour-Paar der New Yorker Literaturszene wurden. Die strahlende Braut trägt eine einfache Bluse mit Rock. Paul Auster lächelt mit seiner typischen jungenhaften Melancholie. Damals, in einem preiswerten Restaurant in Manhattan, mussten die Hochzeitsgäste ihr Essen selbst bezahlen – der Autor und die Studentin hatten schlicht kein Geld. In dieser Szene scheint die Zeit stillzustehen, bevor sie in die Beschleunigung der Weltkarrieren übergeht. Man sieht zwei Menschen, die sich gefunden haben, bevor der Ruhm sie fand.  

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Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 1. April 2026 - 15:10

noch Herrn Auster, was sicher auf mich zurückfällt, aber der Text macht neugierig und ist, wie immer, gut geschrieben.
...und gibt mir Gelegenheit, den einen Punkt zu benennen, den ich Frau Merkel ganz sicher nicht wegnehmen will:
16 Jahre lang Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.
WOW

interessiert, wird sie sicher selbst über den Zusammenhang Autounfall und späteres Zittern nachgedacht haben?
Wenn ich, wie ich Wiki entnehme, aus einem Auto herausgeschnitten werden müßte, wäre ich ein nervliches Wrack.
Für den Fall, dass sie danach behandelt wurde mit "aufputschenden" Nervenmitteln, um diese zu beruhigen, zieht der Körper irgendwann die Reissleine.
Als Laie plädiere ich immer für viel Schlaf und Baldrian, mäßig, aber regelmäßig.
Übrigens eine sehr schöne Frau, das wird sie dann noch schöner machen, wenn ich nicht irre.
Alles Gute