Foto: Uma Thurman im gelben Kampfanzug hält ein Katana, angespannt, unscharfer Hintergrund.
Ikonischer Racheengel: Uma Thurman als „Die Braut“ / © Miramax/Studiocanal

Film der Woche: „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ - Kultfilm im Gegenlicht

Nach 22 Jahren bringt Quentin Tarantino den Director’s Cut seines Rache-Epos „Kill Bill“ in die Kinos. Vor dem Hintergrund der Missbrauchsskandale der letzten Jahre und den Vorwürfen der Hauptdarstellerin wirkt der einst für seine Emanzipation gefeierte Film schal und fragwürdig.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

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Bereits nach den ersten drei Filmen galt er als Kultregisseur seiner Generation: Quentin Tarantino. Ohne eine Filmschule besucht zu haben, schrieb und inszenierte er „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“ und „Jackie Brown“. In Nebenrollen wirkte er als Darsteller mit. Wie kaum ein anderer prägte das Multitalent den amerikanischen Independent-Film der Neunzigerjahre und verhalf der Sparte zu erstaunlichen kommerziellen Erfolgen. Zahlreiche Szenen aus „Pulp Fiction“ (1994) brannten sich ins kollektive Cineasten-Gedächtnis ein: Legendär das Comeback von John Travolta als Vincent Vega, der hier seinem Gangsterkollegen (Samuel L. Jackson) erklärt, dass der „Quarter Pounder with Cheese“ in Frankreich „Royale with Cheese“ heißt. Ikonisch der Twist des „Grease“-Darstellers mit Uma Thurman – Tarantinos Muse.

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Klaus Funke | Do., 16. April 2026 - 11:04

warum stellt ihr ihn dann hier vor? Das sind vergeudete Seiten. Frau Kähler. Wie viele Leute werden sich dieses Filmchen anschauen? Weniger als eine Handvoll. Schade um Ihre und um unsere Zeit. Trotzdem Danke.

Ich empfand "Gewalt" in Tarantino Filmen tendenziell "alleinstehend" und stehe damit eventuell so ziemlich alleine da.
Gestört hat es mich nicht in "Inglourious Basterds" und in "Django Unchained", weil ich die Narrative in der Perspektive berechtigt oder jedenfalls nachvollziehbar empfand.
Das ist m.E. im Blick auf die Opfer von Gewalt und von diesen her gesehen im Nachgang befreiend.
Sogesehen würde mich Ihre Meinung zu speziell "Inglourious Basterds" interessieren.
Zudem gibt es kaum einen positiveren Helden als Brad Pitt, aber auch Jamie Foxx!
"Kill Bill" fand ich hingegen verstörend.

aber wohl ganz gut szenisch darstellen und vielleicht, weil seine Mutter eine bei Wiki sogenannte "Halb-Indianerin" war, vom Stamm der Cherokee?
Der "alte weisse Mann" scheint er nicht zu sein, aber die Befreiung der Frau von einem Opferstatus gelingt vielleicht Frauen besser?
In Europa hatten sie ursprünglich keinen?
Im Christentum nur auf Umwegen?
In den USA doch aber eher auch nicht?
Sie waren die mutigen Siedlerfrauen etc.
Das Tragen einer Waffe ist auch Frauen gestattet.
Wie funktionierte also das System "Epstein"?

Meine Frage also, wurden die Frauen oder auch evtl. Männer zu sexuellen Handlungen gezwungen, wurden sie gefangengehalten, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen herbeigelockt??
Sie waren wohl minderjährig?
Wenn man in der Bundesrepublik mit 16 Jahren wählen gehen darf, dann sollte man evtl. sexuellen "Verkehr" spätestens ab 16 Jahren bei Zustimmung straffrei stellen?
Ich kann es nicht wirklich einschätzen in den USA.
Sexualität erniedrigt m.E. nicht per se Frauen oder Männer, sehr wohl aber Grenzüberschreitungen.
Die müssen aber wohl bei Epstein stattgefunden haben.
Bin gespannt, wie der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit be-urteilt wird.

Dominic | Do., 16. April 2026 - 12:08

Man hätte in dieser Rezension viel Kritik üben können, aber die Autorin entschied sich, dies nur aus feministischer Sicht zu tun.

Der Film konnte von Anfang an kein Kultklassiker werden, weil ihm die Leichtigkeit früherer Filme wie RD, PF und JB fehlt und die Ironie weitgehend zur Lächerlichkeit verkommt. Viele Szenen sind schlichtweg zu verstörend und ekelhaft um gute Unterhaltung zu sein. Das Drehbuch ist bis zum Ende unglaubwürdig, wenn bspw. die Tochter ihre Mutter als selbstverständlich ansieht, obwohl sie diese zum ersten Mal sieht.

Es gibt auch herausragende Szenen, wie die Schaffung des Schwertes durch Hattori Hanzo oder den finalen Dialog mit Bill. Der Soundtrack ist passend und schön.

Es fehlt übrigens der für Deutschsprachige wichtige Hinweis, dass der Titel mehrdeutig ist, weil Kill Bill auch Todesliste heißt.

Walter Buehler | Sa., 18. April 2026 - 10:03

... gänzlich darauf verzichten müssen, eine solche Gestalt wie Tarantino als Kultfigur zu feiern??

Dann bräuchten sich nämlich die Fachleute (Kritiker) von ihren damaligen allzu überschäumenden Lobhudeleien der Genies Tarentino und Weinberg nicht so ungelenk distanzieren.

Und wenn sie es ernst meinen würden, dann dürften die Fachleute heute nicht mehr schreiben:

"Ferner verleihen etliche popkulturelle Referenzen und eklektische Soundtracks, die Mixtapes eines Musikliebhabers ähneln, seinen Filmen ihre Einzigartigkeit. Keine Frage: Mit seinem postmodernen Zitate-Kino zählt Tarantino zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte."

Solche moralisch-ästhetischen Verrenkungen fern jeder Logik sind mir völlig unverständlich, liebe Fachleute.

Nix für ungut.