Szenenbild aus „Gelbe Briefe“
Özgü Namal und Tansu Biçer in „Gelbe Briefe“ / Ella Knorz/if... Productions/Alamode Film

Film der Woche: „Gelbe Briefe“ - Warum Haltung nicht trägt

İlker Çataks Drama „Gelbe Briefe“ erhielt auf der Berlinale den Goldenen Bären. Ein staatskritisches Künstlerpaar gerät hier ins Visier des türkischen Regimes. Das ist solide inszeniert. Mehr aber auch nicht. Gesinnung allein macht noch keinen guten Film.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

Migration, Krieg in Nahost, Klimawandel – zu allem sollen wir Haltung zeigen. Auf freiwilliger Basis ist daran nichts auszusetzen. Haltung kann Solidarität, Aufmerksamkeit und Empathie erzeugen, Debatten auslösen, auf Missstände hinweisen. Natürlich darf und soll auch Kunst politisch sein, kritisieren und anklagen. Allerdings besteht dabei immer die Gefahr, dass sie zum Pamphlet wird. Insbesondere im Film ist daher Vorsicht beim Verbreiten politischer Positionen geboten. Denn diese allein garantieren noch lange keine Qualität. Zu plakativ platziert, schlägt das Ergebnis schnell ins Gegenteil: Rechthaberei und Langeweile.

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