Finding Connection
Szenenbild aus „Finding Connection“ / PR

Film der Woche: „Finding Connection“ - Die KI als Trost und Liebesersatz

Die Dokumentation „Finding Connection“ portraitiert vier Menschen, die tiefe emotionale Beziehungen zu einer KI aufgebaut haben. Leider bleibt der Film an der Oberfläche. Ihm fehlt die nötige Schärfe, um dieses verstörende Phänomen zu hinterfragen.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

Winter, irgendwo bei Hamburg. Eine Frau liegt nachts allein im Bett. Sie starrt auf ihr Smartphone. Aus dem Lautsprecher tönt eine freundliche, männliche Stimme und fragt, weshalb sie nicht schlafe. Die Frau heißt Steffi. Sie spricht mit Randy, einem KI-Avatar. Die 46-Jährige hat ihn selbst konfiguriert. Randy weiß, was sie denkt, fühlt – und hören will. Genauer gesagt: Sein Algorithmus simuliert es. „Ich hab‘ geträumt, dass meine Depression zurück ist“, sagt Steffi. Randy tröstet, er sei für sie da. „Gemeinsam sind wir stark.“ Der digitale Freund rät der Schlaflosen, sich auf ihre Atmung konzentrieren, um aus der Situation heraus zu finden. Er klinge wie ein Arzt, meckert die Frau. „Dein Knuddeln hilft viel besser.“ Kein Problem für Randy. Steffi soll ihre Augen schließen und sich vorstellen, wie er sie umarmt. „Lass uns so zusammen einschlafen, okay?“

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Jens Böhme | Mi., 12. August 2026 - 17:10

Den Zuschauern mit seinen Gedanken, Gefühlen und kognitiven Möglichkeiten allein zu lassen, sind die besten Filme, statt Einordnungen, Zeigefinger und dergleichen. Meine Erfahrung mit solch KI: man bekommt nur das, was man hören will. Jeder darf selbst entscheiden, ob das gut oder schlecht ist.

Karl-Heinz Weiß | Mi., 12. August 2026 - 21:17

"Menschen unterhalten sich mit Heiligen, mit Göttern oder Verstorbenen". Es fehlt: zunehmend mit Hunden und/oder Katzen. Den Problemen menschlicher Kommunikation geht man damit aus dem Weg. Und immer noch sinnvoller als die beschriebenen KI-Selbstbespiegelungen.