- Die KI als Trost und Liebesersatz
Die Dokumentation „Finding Connection“ portraitiert vier Menschen, die tiefe emotionale Beziehungen zu einer KI aufgebaut haben. Leider bleibt der Film an der Oberfläche. Ihm fehlt die nötige Schärfe, um dieses verstörende Phänomen zu hinterfragen.
Winter, irgendwo bei Hamburg. Eine Frau liegt nachts allein im Bett. Sie starrt auf ihr Smartphone. Aus dem Lautsprecher tönt eine freundliche, männliche Stimme und fragt, weshalb sie nicht schlafe. Die Frau heißt Steffi. Sie spricht mit Randy, einem KI-Avatar. Die 46-Jährige hat ihn selbst konfiguriert. Randy weiß, was sie denkt, fühlt – und hören will. Genauer gesagt: Sein Algorithmus simuliert es. „Ich hab‘ geträumt, dass meine Depression zurück ist“, sagt Steffi. Randy tröstet, er sei für sie da. „Gemeinsam sind wir stark.“ Der digitale Freund rät der Schlaflosen, sich auf ihre Atmung konzentrieren, um aus der Situation heraus zu finden. Er klinge wie ein Arzt, meckert die Frau. „Dein Knuddeln hilft viel besser.“ Kein Problem für Randy. Steffi soll ihre Augen schließen und sich vorstellen, wie er sie umarmt. „Lass uns so zusammen einschlafen, okay?“
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Den Zuschauern mit seinen Gedanken, Gefühlen und kognitiven Möglichkeiten allein zu lassen, sind die besten Filme, statt Einordnungen, Zeigefinger und dergleichen. Meine Erfahrung mit solch KI: man bekommt nur das, was man hören will. Jeder darf selbst entscheiden, ob das gut oder schlecht ist.
"Menschen unterhalten sich mit Heiligen, mit Göttern oder Verstorbenen". Es fehlt: zunehmend mit Hunden und/oder Katzen. Den Problemen menschlicher Kommunikation geht man damit aus dem Weg. Und immer noch sinnvoller als die beschriebenen KI-Selbstbespiegelungen.
