- Land der Angst
Der politische Horror-Western „Eddington“ seziert am Beispiel der USA die tief sitzende Paranoia der westlichen Gesellschaft. Joaquin Phoenix gibt den überforderten Sheriff eines Wüstenkaffs, dessen Bewohner der Kulturkampf ins Verderben stürzt.
Frühling 2020 in New Mexico. Die Corona-Pandemie hat auch die fiktive Kleinstadt Eddington fest im Griff. Hier lebt, weitab vom Schuss, Sherriff Joe Cross mit seiner Frau Louise und deren Mutter Dawn. Umgeben von archaischer Wüstenlandschaft verdichtet der Lockdown ihr Miteinander in der häuslichen Keimzelle. Dass sich Dawn für Verschwörungstheorien begeistert, belastet die ohnehin angespannten Beziehungen des Trios. Zwar lehnt Joe die staatlichen Covid-Regeln ab. Das Geschwurbel der Schwiegermutter aber geht ihm zu weit. Joaquin Phoenix spielt diesen modernen Westernhelden anfangs mit verklemmter Contenance. Zu Hause mag er machtlos sein – doch draußen will er etwas gelten. Hinter der müden Fassade schlummern finstere Fantasien.
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