- Familie als Spiegel des Systems
Welche zerstörerischen Kräfte totalitäre Regimes im Privaten entwickeln können, zeigt „Die Saat des heiligen Feigenbaums“. Der starke Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Seine Chancen stehen gut.
Es ist ein Novum. Zum ersten Mal in der Geschichte der Oscars ist der deutsche Beitrag für die Kategorie „Bester Internationaler Film“ eine Produktion, die nicht auf Deutsch gedreht wurde – sondern auf Farsi. „Die Saat des heiligen Feigenbaums“, der bereits seit Ende Dezember in den Kinos läuft, erzählt obendrein eine durchweg iranische Geschichte. Regisseur Mohammad Rasoulof und seine Crew stammen aus dem Iran, wo auch der Dreh stattfand. Fertiggestellt wurde der Film aber in Deutschland. Verurteilt zu einer achtjährigen Haftstrafe floh Rasoulof im April vergangenen Jahres aus seiner Heimat. Seitdem lebt er in Hamburg. Er fand einen deutschen Co-Produzenten, die Filmförderung Hamburgs und Schleswig-Holsteins unterstützte ihn. Die Regularien, für Deutschland ins Oscarrennen zu gehen, sind somit erfüllt.
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... Land zu Hilfe, in dem die einheimischen Bäume, die einheimischen Kulturproduktionen längst im grün-woken Agit-Prop-Wind vertrocknet und abgestorben sind?
Ist es nicht seltsam, dass auf fremdem, religiös durchtränktem Kulturboden mehr künstlerische Kreativität heranwächst als in den woken Filmhochschulen und ÖRR-Anstalten unseres Landes?
Erinnert das nicht irgendwie an den Fußball? Muss man schon alle guten Fussballspieler, Schriftsteller und Regisseure importieren?
Ist Deutschland allüberall unfruchtbar geworden und nicht mehr zu eigenen Leistungen fähig?
Nix für ungut, Frau Kaehler.
