- Bekenntnisse eines Mittäters
„Der Magier im Kreml“ zeigt Wladimir Putins Aufstieg aus Sicht seines wichtigsten Beraters. Dieser wandelt sich vom Feingeist zum skrupellosen Machtstrategen – und wirft dabei die beunruhigende Frage auf: Wie manipulierbar sind wir selbst?
„Niemand war sicher in der Sowjetunion. Niemand ist sicher in Russland.“ Wadim Baranow muss es wissen. Er war einmal der Chefberater Putins. Mittlerweile ist er ausgestiegen und nennt sich Deserteur. Jahrelang war er Teil des engsten Zirkels um den „Zar“, verhalf ihm zur Macht, prägte Politik und Image der Nation. Desillusioniert, doch mit sich im Reinen, sitzt der Mann mittleren Alters im Jahr 2014 in seiner noblen Datscha und bricht sein Schweigen. Einem amerikanischen Journalisten offenbart er Einblicke in seine erstaunliche Karriere. Draußen liegt Schnee, das Kaminfeuer knistert, der Tee dampft aus den Porzellantassen. Angelehnt an Wladislaw Surkow, der von 1999 bis 2020 als Putins Spindoktor wirkte, dient Baranow als Held dieses fesselnden Politthrillers.
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CICERO ist auf dem Wege, ein Presseerzeugnis analog der DDR zu werden. Es wird zensiert und unterdrückt. Und der Chefredakteur ist ein Vertreter der alten Bonner Republik, nahe den Freien Liberalen. Teufel auch, das ist der Weg, den dieser Staat jetzt geht. Passt alles zusammen, sogar der Kanzler passt, jetzt im Kampfanzug, ein Krieger - allerdings einer, über den sich der Gegner totlachen wird. So spart man Munition. Oh, CICERO wie hasste Dir verändert.
... allein, dass postwendend Ihr Kommentar hier erscheint, passt doch wohl kaum zu einem von Ihnen vermeinten DDR-Organ!
Und wer IMMER nur seine eigene Meinung lesen oder hören will, sollte sich m.E. entsprechende Medien heraussuchen und goutieren.
Ich selber bevorzuge die relative Meinungsvielfalt, sowohl bei Cicero-Artikeln als auch bei den Forumsbeiträgen, denn den Kopf zum Denken und Abwägen haben wir Menschen doch eigentlich selbst, zumindest prinzipiell.
Darin sagte ich, dass der Geist der "Filmkritik" ideologisch" aufgeblasen ist und habe es mit dem NS-Propagandafilm "Jud Süß" verglichen. Und genauso ein hetzerischer Propagandafilm scheint der hier vorgestellte zu sein. Dass CICERO solche Art hier aufmacht, ist von DDR- und NS-Propaganda nicht mehr weit weg. Was die Substanz des Films betrifft, so muss der Durchschnittsuser dies "fressen", denn man bekommt als normaler Sterblicher keine echten Informationen. Ein Propagandafilm a la "Jud Süß" eben. Mein Vergleich ist gar nicht so schlecht. Ich habe es hier in den Foren schon einmal erzählt: Ich kenne Putin persönlich. Nun kann ich daraus natürlich nicht die ihm Film behaupteten Kreml-Intrigen ableiten, aber einen kleinen Eindruck vom Menschen Putin habe ich. Und da ist in diesem Filmchen mit Jude Law so ziemlich alles falsch. Ein Propagandafilm. Die Massen sollen verdummt werden, denn sie können es nicht besser wissen. CICERO werfe ich Schlagseite vor. Man bedient den Mainstream.
Na, das ist ja wohl abartig
Sie können aber schon lesen, Herr Dubbel, oder? Von seinem mittlerweile wohl desertierten (Ex-)Berater und Filmregisseur Wladislaw Surkow ist doch bei Frau Kählers Filmbesprechung die Rede!
... es sich um keinen primitiven Agit-Prop-Film handelt?
Für Herrn da Empoli (und wohl auch für Frau Kähler) ist es keine Frage: Putin ist in seinen Augen der Organisator eines mörderischen Systems, das dem System Adolf Hitlers mindestens ähnlich ist. Die fiktive Gestalt Baranow gleicht einem Helfer Hitlers.
Daher schreibt Kähler: "Für deutsche Zuschauer ist 'Der Magier im Kreml' doppelt spannend, da er einen unkonventionellen Beitrag zu der ewigen Frage leistet, wie ganz normale Menschen Teil eines mörderischen Systems werden können. Die ebenso kluge wie erschreckende Antwort ist: Es braucht nicht viel. Eine instabile Gesellschaft – sei es Weimar, sei es Russland der 90er-Jahre –, Sehnsucht nach Stabilität, die Möglichkeit einer Karriere und jene Portion Opportunismus, die alle Warnsignale übersehen lässt, reichen aus."
Für Kähler ist das tolle an diesem Film die Gleichung Putin=Hitler.
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Konsequenz: Offenbar eine Auftragsarbeit, ein ordinärer Propagandafilm.
Schlimm ist, dass solche BILD-Romantik immer wieder Beifall findet. Und eine Mehrheit in Deutschland glaubt die Grusel-Geschichten von und über Wladimir Putin. Für die ist er tatsächlich ein neuer oder zweiter Hitler. Was natürlich absoluter Nonsens ist. Klar ist aber auch, dass für Russlands Regierung andere Regeln gelten müssen als für ein kleines europäisches Land wie die Schweiz oder auch Deutschland. Nach einer Anekdote soll Stalin zu dem Dichter Lion Feuchtwanger, der in den Dreißigern in der Sowjetunion zu Besuch war, Folgendes gesagt haben (nachdem dieser sich über die großen Plakate und Spruchbänder an den Häusern in Moskau gewundert hatte): "Was glauben Sie, wie laut man rufen muss, um in Wladiwostok gehört zu werden!" Putin ist ein gebildeter und strategisch denkender Mensch, seine größte Enttäuschung hat ihm Angela Merkel bereitet. Aber wer konnte auch ahnen, dass diese Person eine derartig falsche Schlange ist. Mit Merz wird er wohl kaum zusammentreffen, mit Trump eher.
Es ist grundsätzlich falsch, wenn Filme, die politische Gegner politisch diskriminieren wollen, sich unter dem Label "Dokumentarfilm" einen Anschein von Scheinobjektivität erschleichen wollen. Es sind und bleiben gewöhnliche Agit-Prop-Filme wie zu Stalins Zeiten, eben Propaganda-Filme.
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Bei einem italienischen Professor (wie Herrn da Empoli) würde ich übrigens erwarten, dass er vor einer Gleichsetzung eines lebenden ausländischen Politikers mit dem toten Hitler zuerst überprüfen würde, ob die Gleichsetzung mit dem toten Mussolini nicht besser passen würde. (Mussolini liebte z. B. männliche Muskeln und den freien Oberkörper weitaus mehr als Hitler... ). Italien wird heute von einer Ministerpräsidentin regiert, die Mussolini bewundert, vielleicht ist der Autor deshalb vorsichtig?
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Aber wie gesagt: Agit-Prop-Filme sind eben Propaganda, und sonst nichts. Sie finden immer ihre Finanziers.
