Szenenbild aus „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Inge (Senta Berger), Joachim (Bruno Alexander) und Hermann (Michael Wittenborn) vor der Villa in Nymphenburg / © 2025 Komplizen Film GmbH / Doll Filmproduktion GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH

Film der Woche: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ - Der unsichtbare Vierte

Für die Tragikomödie „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ drehte Regisseur Simon Verhoeven erneut mit seiner Mutter Senta Berger. In der Bestsellerverfilmung spielt sie mit Ironie und Wärme eine schrullige Diva, die ihrem Enkel den Weg ins Leben weist.

Ursula Kähler

Autoreninfo

Ursula Kähler ist promovierte Filmwissenschaftlerin und arbeitete unter anderem am Deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main. Sie veröffentlichte „Der Filmproduzent Ludwig Waldleitner“ (2007) und „Franz Schnyder. Regisseur der Nation“ (2020).

 

So erreichen Sie Ursula Kähler:

Der Alkohol in diesem Haus fließt nicht einfach, er residiert. Als Taktgeber strukturiert er den Alltag des illustren Ehepaars Inge Birkmann (Senta Berger) und Hermann Krings (Michael Wittenborn). Den Herbst ihres Lebens verbringen die ehemalige Schauspielerin und der Philosoph verschanzt in einer prächtigen Villa im Münchner Stadtteil Nymphenburg, geschützt durch schwere Retro-Vorhänge und noch schwerere Gewohnheiten. Nach dem Aufstehen wird mit grünem Schnaps gegurgelt, um zehn Uhr folgt das erste Glas Sekt, mittags der Weißwein, zum Kaffee der Cointreau, und am Abend öffnet sich das Tor zur Unendlichkeit des Rotweins. In dieses konservierte Reich aus bürgerlicher Disziplin und exzessivem Genuss stolpert ein junger Mann, der eigentlich gar nicht hier sein sollte.

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Klaus Funke | Mi., 28. Januar 2026 - 17:27

Warum schleicht sie sich nicht still und leise davon? Warum noch einen Film? Noch dazu einen so bemühten und eitel humorlesen? Tja, der Sohni mit dem berühmten Namen hat der Mama nochmal Leben eingehaucht. Aber vergeblich. Nun ist sie zu allem Unglück auch noch verunglückt und kann der Premiere nicht beiwohnen. So ein Pech. Nein, das ist tatsächlich zu bedauern, kein Spott oder gar Häme. Aber, sie sollte es als Zeichen verstehen. Meinetwegen von Gott. Irgendwann, und erst recht, wenn man 83 ist, sollte man begriffen haben, das Schluss ist. Man sollte dann gehen, wenn die Bilder, die man zurücklässt, noch Freude und Anerkennung auslösen, und nicht Mitleid oder gar Trauer. Das hat sie nun davon, die Senta. Begonnen hat sie mit kleinen Sexfilmchen, war lange die deutsche Sofia Loren, dann Charakterdarstellerin. Aber sie fing an die Welt mit politischen Botschaften zu beglücken, warum merkte sie nicht, dass es reicht, dass man das gar nicht wollte. Aber nein, sie zeigte sich unverdrossen.