Ramadan - „Fasten ist kein Selbstzweck“

Jahrelang hat sich keiner dafür interessiert, dass Muslime während des Ramadans von Sonnenauf- bis Untergang fasten müssen. Doch jetzt hat die AfD gefordert, Ärzte und Fahrer dürften in dieser Zeit nicht arbeiten. Ein berechtigter Vorstoß?

Mehrere Muslime der Türkisch-islamischen Gemeinde bekommen am 27.05.2017 in der Mevlana Moschee in Konstanz (Baden-Württemberg) nach Sonnenuntergang Essen geschöpft.
„Wir sollen unser Essen mit anderen teilen, sei es mit Freunden und Verwandten oder Fremden“ / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Bekir Yilmaz, 51, ist Diplom-Kaufmann und war bis 2017 Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Berlin. Er hat jetzt einen Muslimischen Wohlfahrtsverband gegründet, der sich um Notleidende aller Konfessionen kümmert. 

Herr Yilmaz, seit zwölf Tagen ist Ramadan. Sie dürfen erst nach Sonnenuntergang gegen 21 Uhr essen und trinken. Wir haben jetzt 18 Uhr, hängt Ihnen der Magen schon in den Kniekehlen? 
Nein, es geht mir gut, und ich fühle mich fit. Ich glaube, das ist eine Frage der Einstellung. Wenn man es aus Überzeugung macht und mit seinem Glauben dahinter steht, fällt es gar nicht so schwer. Natürlich ist es im Sommer härter, weil die Tage länger sind und es wärmer ist. Gegen zwanzig Uhr gucke ich schon ungeduldig zur Uhr. Nach zehn bis vierzehn Stunden ohne einen Schluck Wasser bin ich ganz schön durstig. Aber tagsüber denke ich gar nicht daran. 

Was bedeutet der Ramadan für Muslime? 
Die Wochen sind eine Zeit der Besinnung. Wir sollen fasten, beten und nach Mekka reisen. Wir sollen unser Essen mit anderen teilen, sei es mit Freunden und Verwandten oder – im sprichwörtlichen Sinn – mit Armen auf der ganzen Welt. Und wir sollen unseren Wohlstand mit ihnen teilen. Es ist Ausdruck des Glaubens, dass man nicht nur für seine Familie Verantwortung trägt, sondern auch für die Gesellschaft. Das gilt natürlich nicht nur für den Ramadan. Aber in dieser Zeit soll man es in seiner Seele spüren. 

Das heißt, man sollte spenden? 
Genau. In Deutschland gibt es nicht so viele Arme, für die man spenden kann. Ich persönlich spende für Arme in der Türkei und in Afrika. In Somalia und in Jemen stehen 400.000 Kinder wegen Unterernährung kurz vor dem Tod. 

Ein paar Euro für das gute Gewissen?
Nein, es ist schon ein bisschen mehr. Es gibt eine gewisse Einkommensgrenze, wenn man die überschritten hat, muss man 2,5 Prozent Prozent seines Vermögens an Bedürftige spenden. 

Ist das das islamische Pendant zur Kirchensteuer der Christen?
Ja, aber jeder zahlt freiwillig. Es gibt keine Institution, die Geld einzieht. 

Sie waren bis vor kurzem Präsident der Türkischen Gemeinde von Berlin. Was glauben Sie, wie viel Prozent der Muslime in Deutschland fasten? 
Es sind ungefähr 60 bis 65 Prozent der türkischen Community ...  

... in allen Altersgruppen? 
Nein, wenn man jung ist, nimmt man das Leben nicht so ernst. Aber je älter man wird, desto mehr Gedanken macht man sich über den Sinn des Lebens und den Tod. Und dann fängt man auch an zu fasten. 

Wann hat das bei Ihnen angefangen?
Schon mit 14. 

Was ist das Härteste?
Es sind gar nicht so sehr der Hunger und der Durst. Man soll auch sein eigenes Verhalten gegenüber anderen reflektieren. Man soll darüber nachdenken, was man in den vergangenen Monaten – Entschuldigung – für einen Mist gebaut hat. Ich bin auch kein Engel. Aber ich würde mir wünschen, dass einige Muslime sich mehr Gedanken darüber machen, was sie dazu beitragen können, damit das Leben für alle erträglich wird. Fasten ist kein Selbstzweck. 

Wie schwierig ist es, in Deutschland zu fasten? Wo ecken Sie im Alltag an?
Ich lebe seit 1979 in Deutschland. Seit 1982 faste ich. Ich habe bislang  überhaupt keine Probleme gehabt, meinen Weg als gläubiger Moslem zu gehen. Solange man sich an deutsche Gesetze hält, kann man alles machen. Frauen haben es schwerer – besonders die, die ihren Beruf mit Kopftuch im Staatsdienst ausüben wollen. Allerdings ist es in den alten Bundesländern noch immer leichter als in den neuen.

Warum?
Die Politik im Osten hat in den vergangenen Jahren Gräben aufgerissen. In Sachsen hat die AfD 27 Prozent der Stimmen. In dem Bundesland leben sind nur 0,48 Prozent der Bevölkerung Muslime. Aber 78 Prozent der Bewohner haben Angst vor Muslimen.  

Die Angst gibt es auch im Westen. Ein AfD-Abgeordneter im Bundestag, Martin Sichert, hat gerade ein Tätigkeitsverbot für muslimische Mediziner und Fahrer während des Ramadan gefordert. Er sagt, dehydrierte Chirurgen gefährdeten die Gesundheit ihrer Patienten. Was halten Sie von dem Vorstoß?
Das ist reiner Populismus, der jeder statistischen Grundlage entbehrt. Die ersten türkischen Gastarbeiter, darunter auch mein Vater, kamen 1961. Sie leben seit 57 Jahren in der Bundesrepublik. Wie viele Leben haben sie im Fastenmonat Ramadan gefährdet? 

Das frage ich Sie. 
Mir ist kein einziger Fall bekannt. Dieser AfD-Abgeordnete soll doch erstmal Zahlen vorlegen und Beispiele bringen. Vielleicht kennt er ja einen türkischstämmigen Arzt in München, der einem Patienten aus Versehen im Ramadan das falsche Bein amputiert hat. 

Aber Sie können doch nicht bestreiten, dass die Konzentration nachlässt, wenn man zu wenig trinkt und isst. 
Es gibt 1,8 Milliarden Muslime auf der Welt. Sie leben in 58 Ländern. Was denkt dieser AfD-Abgeordnete? Dass das Leben dort im Ramadan zum Stillstand kommt?

Sie unterstellen ihm, dass er den Vorstoß nur gemacht hat, um gegen Muslime zu hetzen?
Ja, so schürt man Angst. So schürt man Hass. So vertieft man Gräben. Das ist unverantwortlich. 

Aber Sie müssen doch zugeben, dass so ein Fastenmonat nicht spurlos an den Menschen vorbeigeht. 
Das stimmt. Mein Vater ist jetzt 80 Jahre alt. Der hat 30 Jahre lang auf dem Bau gearbeitet, auch während der Fastenzeit. In den Semesterferien habe ich für seine Firma gejobbt. Der Job ist auch anstrengend, wenn kein Ramadan ist. Aber in 57 Jahren ist da nicht einmal etwas passiert. Und plötzlich kommt da ein Politiker daher und stellt das infrage. 

Auch im Profi-Fußball teilt man seine Sorge. Sollte es nicht Ausnahmen für bestimmte Berufe geben? 
Die gibt es doch schon. Entweder, man holt das Fasten nach, oder man kann sich für die Tage freikaufen, an denen man das Fasten bricht. Und bei Fußballern finde ich das auch angebracht. Auch Kranke, Reisende und Schwangere sind nach dem Koran ausdrücklich ausgenommen. Es ist nicht so, dass da jemand mit einer Knarre vor Dir steht und sagt: Du musst fasten. So ist es nicht. Wir sind hier nicht beim IS. Der Islam ist auf dem Wohl des Menschen aufgebaut.  

Kann man sich auch komplett freikaufen und sagen: Zum Fasten habe ich keine Lust, ich spende lieber?
Wer nicht zu fasten bereit ist, spendet auch nicht. Das ist eine Frage der Überzeugung. Er bräuchte einen trifftigen Grund, um sich freizukaufen. „Kein Bock“ als Argument reicht nicht aus. 

Wie sieht es mit Kindern aus? Grundschullehrer klagen seit Jahren, dass die Kleinen während des Ramadans unkonzentriert sind oder sogar Schwächeanfälle erleiden. 
Fasten wird erst zur Pflicht, wenn Kinder in die Pubertät kommen. Bei achtjährigen Kindern ist es gar nicht erlaubt. 

Aber es gibt Kinder, die machen es offenbar trotzdem – und das bestimmt nicht auf eigenen Wunsch. 
Ich kenne keine Eltern, die ihre Kinder in den Sommermonaten zum Fasten zwingen. So etwas wäre auch unverantwortlich. Ich frage mich allerdings, ob diese Diskussion nicht künstlich angezettelt wird. Es gibt ja Stadtteile, da sind muslimische Kinder auffälliger als andere. Und dann schieben es die Lehrer eben auf den Ramadan. 

Halten wir fest: Im Ramadan zu fasten, ist schwieriger geworden, weil sich das politische Klima für Muslime verschlechtert hat? 
Die Nachteile des Fastens werden künstlich herbei geredet. Das ärgert mich. Ich habe hier Abitur gemacht und studiert. Ich habe mich 28 Jahre lang ehrenamtlich engagiert. Es nervt mich, dass ich über so dämliche Einwände sprechen muss. Natürlich muss man über Defizite reden. Aber die sehe ich hier gar nicht. 

Wäre das nicht ein guter Anlass, um AfD-Abgeordnete zum Fastenbrechen einzuladen?
Ja, klar. Allerdings glaube ich nicht, dass das irgendetwas ändern würde. Gespräche mit der Partei haben uns gezeigt, dass es ihren Mitgliedern gar nicht um Verständigung geht. 

Sie erwarten, dass sich Politiker anderer Parteien gegen den Vorstoß von Herrn Sichert positionieren?
Auf jeden Fall. Heute stehen vielleicht Muslime im Fokus. Morgen wieder Schwule und übermorgen vielleicht wieder Juden. Wenn diese ganze Maschinerie wieder ins Rollen kommt, wer kann sie dann aufhalten? Die muss man gleich stoppen. 
 

Klaus Funke | Mo, 28. Mai 2018 - 11:27

Viele Regeln des Islam, darunter auch die des Ramadan, entsprechen mittelalterlichen Normen. Der Isalm ist im 15. Jahrhundert verharrt. Die Krux ist aber, dass der Westen und auch das Christentum zunehmend dekadenten Tendenzen unterliegt. Die daraus resultierende zunehmende Kinderlosigkeit wird dem Westen das Genick brechen. Auch, dass Ehe und Familie im Westen immer mehr ihren Wert verlieren. Die Menschen suchen aber nach einem Halt. Den kann der Westen schon lange nicht mehr bieten. So kommt eines zum anderen. In wenigen Jahren wird der Siegeszug des Islam in Europa und der Welt nicht mehr aufzuhalten sein. Denn wer die Gesellschaft nicht mehr auf natürliche Weise reproduzieren kann, muss zwangsläufig untergehen. Das ist beinahe wie ein Axiom.

Askese und Kasteiung in religiöser Praxis sind nämlich bei Leibe nichts genuin islamisches. Hier in Mitteleuropa gibt es - der Aufklärung und des zivilisatorischen Fortschritts sei Dank - jedoch glücklicherweise nur noch wenige Radikale, die solchen mittelalterlichen Riten noch anhängen. Als Atheist erlaube ich mir, derartige Praktiken (und dazu gehört auch das Hardcore-Fasten islamischer Art) als das anzusehen was sie sind; Sinnlos, abscheulich, gefährlich, inhuman, dumm. Wenn man wollte, könnte man die körperlichen und geistigen Auswirkungen dieser Art des Fastens ja mal in unabhängigen medizinischen Studien untersuchen. Aus Gründen des absehbaren Ergebnisses und der PC-Doktrin ist das noch nie passiert und wird wohl auch künftig nicht passieren. Die richtigen Fragen hierzu in den Raum zu werfen, ist sicherlich kein Schaden. Mit Diskriminierung oder einem Eingriff in religiöse Bräuche hat das doch überhaupt nichts zu tun. Wenn dieses Hardcore-Fasten unschädlich ist, dann bitte...

Michael Völkel | Mo, 28. Mai 2018 - 11:39

Dass man sich mit solchen Themen überhaupt beschäftigen muss.
"Jede Religion wird schlecht, sobald sie politisch wird" (Richard Millet)
Handelt es sich im übrigen nicht um denselben Herrn, der Bundestagspräsident a.D. Lammert vom Fastenbrechen wegen der Armenien-Resolution ausgeladen hatte?
Keine Plattform für die "Opfer"-Strategie des politischen Islam in Deutschland!

Keine Plattform für die Opfer-Strategie und keine Rücksicht bitte. Wer fasten will, tut es gerne und freiwillig und kann Prüfungen wie Abitur, Physikum oder andere Staatsexamina ja auch gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder- oder nachholen. Der Ramadan verschiebt sich jährlich - also keine Panik in der Politik und vor allem keine Rücksicht und wenn Druck kommen sollte, vielleicht einfach mal kontern. Wenn kleinere Kinder bereits aus religiöser Überzeugung fasten, haben die Eltern mit dem Kindeswohl offenbar nicht viel am Hut und dann gehören die Kinder 1. nach Hause geschickt, wenn sie umkippen und 2. gehören die Eltern in die Schule zitiert. Bei Wiederholung wird 3. das Kindergeld gestrichen. Erst mal für ein Jahr. Bei Fortdauer entfällt das Kindergeld komplett und für immer. Dann schauen wir mal. Religiöser Wahn darf nicht auch noch staatlich alimentiert werden.

Bei Gefährdung des Kindeswohls durch medizinisch-gesundheitliche Gefahr für das Kind infolge von Mangelversorgung desselben durch die Eltern führt diese meines Wissens zur Inobhutnahme des Kindes durch deutsche Jugendämter. Ob das auch in den Fällen gilt, wenn fastende Kinder bei Bundesjugendspielen aufgrund mangelnder Flüssigkeitszufuhr kollabieren?

Michaela Diederichs | Di, 29. Mai 2018 - 12:47

In reply to by Henning Magirius

Trauen sich Jugendämter das? Also die Inobhutnahme eine arabischen Kindes? Ich würde denken, dann kommt da ein Clan geschlossen zum Amt und macht Ärger.

Bettina Diehl | Di, 29. Mai 2018 - 16:18

In reply to by Henning Magirius

stellt in vielen Fällen eine Gefahr für das Kindeswohl dar. Denkt man an das Opferfest, wo Kinder dem qualvollen Sterben von Tieren zusehen - in meiner Kindheit hat man sich über Schweinchen Dick aufgeregt. Kinderehen, Ramadan etc. Man darf das nicht zu Ende denken. Atatürk sagte sehr treffend "Diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen".

Christa Wallau | Mo, 28. Mai 2018 - 11:51

Diese These, die Herr Yilmaz hier so selbstbewußt in den Raum stellt, halte ich - gelinde gesagt - für
sehr fragwürdig.
Ich kann beim besten Willen in den gelebten Formen des Islams, wie er sich in den von dieser Glaubenslehre geprägten Ländern zeigt, nicht erkennen, daß hier das "Wohl d e s Menschen" im Zentrum des Interesses steht.
Eindeutig ist das "Wohlergehen" der Männer dem der Frauen übergeordnet, was der Gesamtgesellschaft nicht gut tut.
Die Art des des islamischen Fastens halte ich auch nicht für einen sinnvollen Beitrag zum körperlichen Wohlergehen.
Natürlich kann jeder Mensch machen, was er für
richtig hält, aber er soll bitte nicht versuchen, anderen seinen Unsinn auch noch plausibel machen zu wollen.

Hallo Frau Wallau, Sie haben natürlich wieder einmal recht mit der Infragestellung der Thesen von Herrn Yilmaz. Abgesehen davon, dass kein erwachsener Mensch wirklich "fastet", wenn er ab Sonnenuntergang die halbe Nacht durch sog. "Fastenbrechen" den Kühlschrank und die Speisekammer leer räumt. Nichtsdestominder werden die Politiker, und mit ihnen die Medien, nicht müde, die deutsche Bevölkerung darauf hinzuweisen, dass man doch auf die "beschwerliche Situation" der Muslime Rücksicht nehmen soll. Wenn dann satirisch von einem AfD-Vertreter die Meinung vertreten wird, Muslime in sensiblen, menschengefährdenden Berufen sollten in dieser Zeit freigestellt werden, dann gilt das als populistische Hetze und Hassrede. Die Muslime sollen "Essen teilen mit den Armen der Welt" - allerdings nur "im sprichwörtlichen Sinne". Man kann sich "vom Fasten freikaufen", das erinnert an Ablasszahlungen. Wo lebt Herr Yilmaz, wenn er keine Kinder kennt, die zum Fasten und Kopftuchtragen gezwungen werden!

Bernd Eifländer | Mo, 28. Mai 2018 - 11:55

Scheinen alles Supermänner zu sein die Muslime. Nach 5-6 Stunden ohne Essen + Trinken bin ich nicht mehr voll leistungsfähig und es zeigen sich Konzentrationsschwächen. Von Sonnenaufgang bis Sonnernuntergang ohne Wasser und Nahrung könnte ich meinen Job als Unternehmer nicht ausführen. Und dann noch 5-6 Beten, ich wäre platt wie eine Flunder. Vielleicht sollte ich auch zum Islam übetreten und gehöre dann auch zu diesem elitären Kreis.......der Bat-, Spider-und Supermänner.

Sandra Hofmann | Mo, 28. Mai 2018 - 12:13

der Ramadam, der Islam derzeit in aller Munde? Weil man sich aufgrund der steigenden Zahl der Muslime allgemein, der Islamisten, Salafisten, Gefährder eben nun damit beschäftigen muss. Und weil immer mehr Forderungen, immer mehr Zugeständnisse aus dieser Ecke kommen. Der Herr der AfD ist nicht aufgewacht und hat sich überlegt, wie er denn heute die Muslime ärgern kann, sondern hat aus ganz konkreten Meldungen der Presse eine Forderung formuliert. Die Presse sprach davon wie schädlich es für Kinder ist und man sieht wie viel leichter Muslime aufgrund des Fastens austicken. Da werden Einheimische und Nichtfastende angepöbelt, warum sie denn essen oder trinken. Es gab bereits Verletzte und da regt er sich darüber auf? Ernsthaft?

Robert Flag | Mo, 28. Mai 2018 - 14:04

In reply to by Sandra Hofmann

Ich halte die Forderung nach einem Berufsverbot für ziemlichen Blödsinn. Da man ja letztlich niemanden zum essen zwingen kann, wäre sie auch kaum durchführbar und schon gar nicht kontrollierbar. Bei strenggläubigen Katholiken würde wohl niemand auf eine solche Idee kommen.
Kulturelle Standhaftigkeit aufseiten der Deutschen wäre zielführender. Es kann nicht sein daß in Schulen Klausuren während des Ramadans abgesagt werden. Wer hier lebt, sollte sich unserer Kultur anpassen und nicht umgekehrt. In einigen Schulen wird nur Halal-Essen ausgegeben, um Konflikte mit moslemischen Schülern zu vermeiden. Auf diese Weise klappt Integration nie. Wir sollten aufhören es allen recht machen zu wollen und uns ständig auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Guido Schilling | Mo, 28. Mai 2018 - 19:57

In reply to by Robert Flag

wir haben uns bereits aufgegeben und überlassen es den Zuwanderern, nach welchen Regeln künftig in Europa gelebt wird.

Michaela Diederichs | Mo, 28. Mai 2018 - 20:57

In reply to by Robert Flag

Kulturelle oder politische Standhaftigkeit sind leider Fehlanzeige. Anstatt zu fordern, dass sich die Menschen bei uns integrieren, integrieren wir uns in ihre Kultur und Religion. Haben wir auch noch afrikanisches oder buddhistisches Brauchtum, das berücksichtigt werden muss? Absurder geht es inzwischen nicht mehr. Wer nach islamischer Tradition fasten will, soll es tun, aber nicht erwarten, dass darauf Rücksicht genommen wird. Das Medien und Politik dies überhaupt thematisieren, zeigt, wie dominant der Islam bereits geworden ist.

Armin Latell | Di, 29. Mai 2018 - 09:57

In reply to by Robert Flag

Ein AfD-Abgeordneter im Bundestag, Martin Sichert, hat gerade ein Tätigkeitsverbot für muslimische Mediziner und Fahrer w ä h r e n d d e s R a m a d a n gefordert. Erkennen Sie den Unterschied? Ansonsten meine Zustimmung.

Dennis Decker | Mo, 28. Mai 2018 - 12:32

Der letzte Zuflucht für Kuffar ist am Polarkreis. Jedes Jahr zum Ramadan müssten sich die Truppen von dort zurückziehen. Anno Domini 1960-70 waren die Großstädte der muslimischen Länder europäischer als heute viele Großstädte bei uns!

Jürgen Althoff | Mo, 28. Mai 2018 - 14:36

In reply to by Dennis Decker

mal eine pfiffige Frage gewesen anstatt auf politische korrekte Standardfragen politisch korrekte Antworten einzusammeln und aufzuschreiben.
Allein die Frage "Wie begeht ein frommer Muslim den Ramadan in der Nähe des nördlichen Polarkreises?" hätte zu der Erkenntnis geführt, dass der Islam die Realität der arabischen Wüste auf die ganze Welt überträgt, ohne Anpassungen an die geografische Realität vorzusehen. Allah der Allwissende hat Muhammed offenbar nicht darüber informiert.

Michaela Diederichs | Mo, 28. Mai 2018 - 21:01

In reply to by Jürgen Althoff

Wenn ich richtig informiert bin, orientiert man sich im Norden beim Fasten an Mekka-Zeiten, sonst würden dort oben alle verhungern und verdursten. Es gibt also immer einen Ausweg - so viel Überlebenswillen haben dann auch tief Gläubige.

Robert Flag | Di, 29. Mai 2018 - 09:44

In reply to by Jürgen Althoff

Die Frage ist schnell beantwortet: Die haben Zeitumrechnungstabellen. Nix mit Zuflucht : )

Tobi Werlander | Mo, 28. Mai 2018 - 13:01

Man muss, um geistig leistungsfähig zu sein in der Wissensgesellschaft, sogar etwas mehr Wasser trinken als man Durst hat. Bereits viele Deutsche trinken zu wenig und könnten viele ihrer Konzentrationsmängel leicht beheben. Wir sind hier nicht in der Wüste, wo man Wasser sparen muss, was ein legitimer Grund wäre. Und ja, der Artikel wird nun noch mehr Nichtmuslimen Angst machen.

wolfgang spremberg | Mo, 28. Mai 2018 - 14:29

Wenn fastende Schüler unkonzentriert sind und dem Unterricht nicht richtig folgen können, ist dies auch zum Nachteil der Nichtfastenden. Das ist nicht gut.
Wie ist es denn z.B. in Skandinavien, wenn in den langen Sommernächten die Sonne kaum untergeht ?
Auch dort müssen ja die Regeln eingehalten werden, denn der Islam ist ja eine universelle Religion deren Regeln überall gelten und der Allmächtige hat seine Regeln (Ramadan) ja im Wissen um die dortigen Verhältnisse offenbart.
Wie also macht man es in z.B. Oslo ?

Birgit Rilling | Di, 29. Mai 2018 - 08:02

In reply to by wolfgang spremberg

Es gelten grundsätzlich für jeden Fastenden im Ramadan die Sonnenauf- und untergangszeiten in Mekka. Dazu gibt es extra Kalender auf denen man diese exakt ablesen kann. Ich hoffe, ich konnte helfen.

für die Auskunft. Heißt das, das Muslime weltweit, nach mekkanischer Zeit
fasten ? Das wundert mich. Steht so sicher nicht im Koran. Wenn Muslime also wesentliche Regeln ihrer Religion / ((göttliche Offenbarungen.) verändern können, gibt es ja noch viel Spielraum um Probleme zu vermeiden.

Sehr geehrte Frau Rilling,
vielen Dank für Ihre Aufklärung über die Zeitvorschriften zum Einhalten des Ramadan.
Um die Fastenden nicht in einen Gewissenskonflikt zu bringen, wäre es natürlich besser, wenn sie den Ramadan in den arabischen Ländern begehen würden. So aber ist es tröstlich, das die Muslime in Mitteleuropa bereits um 18.00 Uhr mit dem Fastenbrechen beginnen dürfen. Hoffentlich wissen das auch die Sittenwächter der Scharia!

Und Muslime in Australien (oder z.B. im auch muslimischen Indonesien) fasten dann nach dem überall gültigen Mekkakalender nachts (wenn sie schlafen) und tagsüber essen und trinken sie?

Walter Meiering | Mo, 28. Mai 2018 - 14:37

'Wir sollen fasten, beten und nach Mekka reisen.'
Sehr schön, aber von Arbeit ist offenbar nicht die Rede. Aber wer Einwände erhebt, ist natürlich ein 'Populist'.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Woher nur....?

Die Politikerin Sawsan Chebli mit palästinensischen Wurzeln erzählte bei (ich meine Markus Lanz), dass ihr Vater - der bis heute kein Deutsch spricht - erst bei uns religiös geworden ist. Sie ist eines von 13 Kindern. Wie hat der Mann es mit 13 Kindern geschafft, seine Familie mit seiner Hände Arbeit oder seiner geistigen Arbeit zu ernähren - ohne Deutschkenntnisse in Deutschland - und sich gleichzeitig intensiv seiner Religion zuzuwenden? Markus Lanz hat die Frage nicht gestellt. Auch kein anderer Journalist. Das finde ich seltsam. Frau Chebli hat eine beachtliche politische Karriere in der SPD hingelegt. Der Bruder berät als Imam die sozialistischen Schweden in Integrationsfragen. Sind die nicht inzwischen grandios gescheitert bzw. auf dem besten Weg in die 3. Welt? Die Beratung kann nicht so dolle sein.

Bei streng Gläubigem Katholiken ist es ebenso Pflicht zwischen Aschermittwoch und Ostern. Der Unterschied ist jedoch, dass diese in dieser Zeit gar nicht arbeiten, weil sie den ganzen Tag den Rosenkranz beten.

Was wird gefastet?
Das damit verbundene Freitagsopfer kann laut einem Schreiben der deutschen Bischofskonferenz von 1996 verschiedene Formen annehmen: »Verzicht auf Fleischspeisen, der nach wie vor sinnvoll und angemessen ist, spürbare Einschränkung im Konsum, besonders bei Genussmitteln, Dienste und Hilfeleistungen für den Nächsten. Das durch das Freitagsopfer Ersparte sollte mit Menschen in Not geteilt werden. Auch eine andere spürbare Einschränkung im Konsumverhalten ist denkbar.«

Da ist nichts mit "den ganzen Tag Rosenkranz beten".
Sie erkennen den Unterschied?
Ich will damit nicht einen Wahn vor dem anderen auszeichnen, aber ich halte die körperlichen Auswirkungen des Ramadan für fremdgefährdend und unterstütze den Wunsch nach einem Betätigungsverbot für entsprechende Berufe während dieser Zeit.

Jürgen Althoff | Mo, 28. Mai 2018 - 14:46

sind mehr oder weniger überbevölkerte Entwicklungsländer auf technischen Drittwelt- Standards, weshalb ja auch so viele Muslime dort fortstreben.
Ob dort irgendjemand wegen des Ramadan-Fastens seinen Job nicht ordentlich machen kann, ist doch viel weniger wichtig als wenn in einer High Tech - Gesellschaft jemand fastenbedingte Fehler macht. Das wäre mal eine kritische Frage gewesen, anstatt sich kritiklos mit dem Satz abspeisen zu lassen, dass die islamischen Länder im Ramadan nicht zusammenbrechen.

Da in islamischen Ländern alles auf den Glauben ausgerichtet ist, brechen diese Staaten natürlich nicht zusammen. Saudi Arabien z. B. beschäftigt den ehemaligen deutschen Fußballer und heutigen Mediziner Jupp Kapellmann als Orthopäden im Lande oder entsendet seine Kranken samt Familien auf Staatskosten ins Bonner Bad Godesberg zur Behandlung. Daheim soll der Nachwuchs gefälligst die Religion leben und gerne unwissend und unterwürfig bleiben. Die sind dann auch leichter zu lenken. Wir sind ja inzwischen auch auf einem guten Weg.

Heinrich Niklaus | Mo, 28. Mai 2018 - 15:06

Dass Herr Yilmaz Muslime mit verfolgten Juden auf eine Stufe stellt, ist ein Skandal. Ich verstehe nicht, weshalb man Herrn Yilmaz dieses Forum bietet. Nach der Armenien-Resolution des Bundestages hat er den damaligen Bundestagspräsidenten vom Fastenbrechen ausgeladen.
Auch der Muslim-Protest anlässlich des Charly-Hebdo-Anschlages, von ihm, und wie später herauskam, vom Bundeskanzleramt organisiert, war in puncto muslimischer Beteiligung auch ein Reinfall. https://www.welt.de/debatte/kolumnen/platz-der-republik/article15607147…
Also weshalb Herr Yilmaz?

Christian Bauer | Mo, 28. Mai 2018 - 15:09

Die ersten zwei Wochen geht es noch. Aber danach wird es, vor allem im Autoverkehr, mörderisch. Tagsüber hungern, nachts vollfressen (dieser Ausdruck ist der einzige, der es trifft!), danach nicht schlafen können, und dann arbeiten. Als Ingenieur mit lokalen Leuten arbeiten zu müssen, ist schlimm. Egal, was man sagt, es kommt im Kopf nicht an, geschweige denn in den Händen.
Aber mit 4 Wochen Ramadan ist es ja nicht getan, danach wird richtig gefeiert, (Eid), und wenn man Pech hat, schliesst sich government closing an. Wer dann etwas aus dem Zoll holen muss, braucht sehr viel Geld.
Warum machen wir es nicht einfach so: Wer als Katholik nach Lourdes will, nimmt Urlaub. Der Moslem, der Ramadan zelebrieren will, nimmt Urlaub. Wer Hadsch mitmachen will, nimmt Urlaub. Der Arbeitgeber sagt nein? Tja, dann eben kündigen. Den Deutschen wird wenig Schaden entstehen.

Den Deutschen wird wenig Schaden entstehen, schreiben Sie. Wer sagt eigentlich, dass Muslime in der deutschen Gesellschaft unverzichtbar sind und uns Schaden entsteht, wenn sie nicht mehr hier sind? Wer hat diese Mär erfunden? Der türkische Schneider ist bestimmt sehr nett. Gibt aber auch - immer weniger, weil teurere - deutsche Schneider in Deutschland. Syrischer Teppichhändler? Der Trend geht zu Parkett ohne Teppich. Der Grünhöker? Da unterstütze ich lieber unsere heimischen Bauern mit ihren Produkten. Unser Land wird ohne Muslime keinen Schaden nehmen. Im Augenblick drängt sich mir mehr und mehr der Eindruck auf, dass Europa durch Muslime Schaden nimmt. Schade.

solche Nebensächlichkeiten können einen Herrn Yilmaz bestimmt nicht beeindrucken. Als Funktionär muss er so etwas auch nicht wissen, nur die hehre Theorie zählt. Sehr schönes Beispiel, guter Lösungsvorschlag!!

Mathias Anderer | Mo, 28. Mai 2018 - 15:43

Immer schön um den heißen Brei herumgeredet. Mir ist nicht ein einziges muslimisches Land bekannt, welches technologisch innovativ ist und in dem die Menschen (im Durchschnitt) wirtschaftlich gut und frei leben und im Durchschnitt annnähernd so gut gebildet sind, wie in abendländischen Kulturen. Es ist nicht zu leugnen, dass dies größtenteils kulturelle Ursachen hat, wenn man davon ausgehen darf, dass die Menschen in dieser Hinsicht genetisch gleich sind. Dazu gehören eben auch kulturell bedingte Verhaltensweisen. Wer das nicht einsieht und nicht davon wissen will, sollte in einem Muslimischen Land sesshaft werden, dort gibt es diese Diskussionen nicht.

Per L. Johansson | Mo, 28. Mai 2018 - 15:53

„Heute stehen vielleicht Muslime im Fokus. Morgen wieder Schwule und übermorgen vielleicht wieder Juden. Wenn diese ganze Maschinerie wieder ins Rollen kommt, wer kann sie dann aufhalten?

Kritik am Fasten ist also verboten, weil dann der nächste Holocaust droht, oder wie?
Meinen Sie nicht, daß Sie da ein klein wenig überziehen?
Die AfD ist hier sowieso das falsche Feindbild.
Erstens. Die Situation für unsere jüdische Gemeinde ist gerade durch die massive illegale Einwanderung aus muslimischen Kulturen nicht besser geworden.
Zweitens. Es gibt in der AfD sowohl Schwule als auch Juden. Potzblitz!
Statistische Zahlen existieren nicht, da natürlich weder die sexuelle Orientierung noch die Religionszugehörigkeit beim Parteieintritt erfragt werden. Bei aktiven Mitgliedern wird es aber doch publik, z.B. waren in B.-W. 4 von 38 Direktkandidaten jüdischen Glaubens...
https://www.zeit.de/2017/15/muslimischer-antisemitismus
Und Homosexuelle gibt es ja bis in die Parteispitze der AfD.

Stefan Zotnik | Mo, 28. Mai 2018 - 16:00

An der Grundschule, an der ich arbeite, gibt es muslimische Kinder, die glauben, während des Ramadan fasten zu müssen.
Wer hat ihnen das wohl eingebläut?
Aber klar. Herr Yilmaz kennt natürlich niemanden.
Und verboten ist es auch. Logisch.
In welchem Deutschland lebt Herr Yilmaz denn?

Herr Yilmaz kann natürlich auch nicht nachvollziehen, dass ein dehydrierter Chirurg ein Risiko für JEDEN EINZELNEN Patienten darstellt. Und nicht nur Chirurgen. Aber klar, zu fordern, dieses Risiko von der deutschen Bevölkerung fernzuhalten, ist reiner Populismus.

Im vergangenen Jahr gab der Berliner Senat Handlungsempfehlungen für die Berliner Polizisten heraus, während des Ramadan mit aufgrund des Flüssigkeitsmangels aggressiven Muslimen besonders nachsichtig mit umzugehen, sie seien während dieser Zeit besonders reizbar und in einer körperlichen Ausnahmesituation.

Aber Herr Yilmaz natürlich kennt niemanden.

Bitte lieber Cicero, mehr dieser Interviews.

Andree Bauer | Mo, 28. Mai 2018 - 16:20

Meine Geschäftspartner kamen gestern aus Dubai zurück - ja das Leben kommt mehr oder weniger zum Stillstand. Tagsüber ist fast alles geschlossen, Wasser etc werden tagsüber nur auf das Zimmer serviert, einen offiziellen Stempel zu erhalten ist eine monumental Aufgabe. Kommt man dorthin muss man damit umgehen und das wird auch so erwartet. Aber das ist nun mal hier keine Sitte und wir dürfen wiederum erwarten, dass man sich an das Leben hier hält.

Arne Bruhn | Mo, 28. Mai 2018 - 16:45

Guten Tag Herr Yilmaz!
Was ist das für ein Aufwand, um das Selbstverständlichste zu tun! Ich habe weit mehr als die lächerlichen 2,5 % meines Vermögens Menschen in Not geschenkt (gespendet) - und dazu brauchte ich weder das Fasten noch eine Religion samt Propheten, Vorbetern oder irgend einen 'Gott'. Das nennt man auf Deutsch ganz einfach 'Mitmenschlichkeit'!

wolfgang spremberg | Mo, 28. Mai 2018 - 17:01

Der Islam wurde zum wohle der Menschen, der Menschheit offenbart und soll / sollte das Leben der Menschen verbessern, eine gerechte, solidarische Gesellschaft schaffen ? War die Gemeinschaft, die Umma, die der Gesandte Gottes leitete eine nahezu perfekte Gemeinschaft ? Die bestmögliche ? Wie war das unter den ersten vier Kalifen ? Den "rechtgeleiteten" ? Auch noch nahezu perfekt ? Werden diese Zustände wieder angestrebt ? Wenn nein warum nicht ?
Ging / geht es nicht um zeitlose Werte ?
Wenn ja, warum hat man sie aufgegeben ? Oder gibt es heute noch islamische Gesellschaften / Staaten die den Vorstellungen von Herrn Yilmaz entsprechen ? Welche wären das ? Ist es sein Ziel Deutschland in diese Richtung zu verändern ?
Antworten würden mich ernsthaft interessieren.

Fritz Gessler | Mo, 28. Mai 2018 - 17:15

könnte auch den christen und anderen ungläubigen nicht schaden, sagt der prophet :)) vor allem bei der grassierenden fettleibigkeit. allerdings hat auch die AfD nicnht unrecht: DEHYDRIERUNG und unterzuckerunng können zu mörderischen fehlern beim arzt (und zum kollaps beim patienten, falls dieser fastet) führen. ramadan ist in islamischen ländern immer weniger eine zeit der besinnung, sondern gewalttätiger ausbrüche, gehäufter unfälle, und rauschender feiern in der nacht! (ganz ähnlich pervertiert wie die christliche fastenzeit oder weihnachten)

Klaus D. Lubjuhn | Mo, 28. Mai 2018 - 18:14

Sie erwarten, dass sich Politiker anderer Parteien gegen den Vorstoß von Herrn Sichert positionieren?

Auf jeden Fall. Heute stehen vielleicht Muslime im Fokus. Morgen wieder Schwule und übermorgen vielleicht wieder Juden. Wenn diese ganze Maschinerie wieder ins Rollen kommt, wer kann sie dann aufhalten? Die muss man gleich stoppen" (Zitatende).
NEIN! Es geht um atavistisch religiös- dogmatische Verhaltensregeln. Besinnung und Meditation sind nicht vom Fasten abhängig.

Karola Schramm | Mo, 28. Mai 2018 - 19:07

Der Vergleich im letzten Absatz mit den "Schwulen und Juden" hinkt. Ansonsten finde ich das Interview sehr gut. Man muss im Ramadan nicht fasten, wenn man es beruflich nicht kann und auch Kinder müssen nicht fasten. Man lernt, es gibt viele Ausnahmen.
Die Idee des Urlaubs finde ich gar nicht mal schlecht, wenn man nicht weiß, dass es viele Ausnahmen gibt. Das ist jetzt klar gestellt, dieser AfD Mann weiß es nun.
Auch früher mussten die Katholiken fasten, ähnlich wie im Ramadan. Und vor der Kommunion durfte nicht gegessen und getrunken werden. Da sind zig - meistens Frauen und Kinder umgefallen, wegen Unterzuckerung oder Flüssigkeitsmangel. Ich habe im Krankenhaus einen Krankenpfleger erlebt, der im Hochsommer umgefallen war, weil er keine Zeit zum Trinken hatte.
Man sieht auch sehr schön, wie edel der Islam im Grunde ist, wenn er nicht extrem daher kommt. Also: Lernprozesse auf beiden Seiten zum Guten aller.

Nathan Warszawski | Mo, 28. Mai 2018 - 19:22

Wenn Hunger und Durst den Glauben und die Konzentration stärken, dann sollte täglich Ramadan sein. Selbst das Aufsichtspersonal in AKWs arbeitet konzentrierter während des Ramdans, von Neurochirurgen und Abiturienten ganz zu schweigen.

Marc ten Busch | Mo, 28. Mai 2018 - 20:12

möglicherweise kommt ja auch dem einen oder der anderen beim Fasten-Nachdenken die Erkenntnis, wie man sich öffentlich vom Salafismus oder vom Pan-Türkei-Erdogan abgrenzen kann? Wie man die Hatespeech-Suren gegen Christen und Juden aus dem Koran verbannen kann?

Werner Wirth | Mo, 28. Mai 2018 - 22:14

"Die Nachteile des Fastens werden künstlich herbei geredet."

Aha.
Und was sagt der Biologe, der Arzt?
Was sagt der Ökonom?

Deutschland ist eine Leistungsgesellschaft.
Man kann ja sehr wohl der Meinung sein, dass Besinnung, Fasten oder ein Mehr an Ausruhen gut sind - doch sind das nun gewiss keine Eigenschaften, die zu Deutschland passen und es zu einem erfolgreichen Land gemacht haben ... !

Mathias Trostdorf | Mo, 28. Mai 2018 - 22:23

Es stimmt einfach nicht, daß es "jahrelang keinen interessiert hat". Die vielen Extrawürste (Arbeiter blieben oft von der Arbeit fern, Schüler von der Schule) gab es schon in den Neunzigern und wurden nur- aus PC und Unterwürfigkeit stillschweigend akzeptiert.

Richard Grünert | Mo, 28. Mai 2018 - 22:35

Die Antworten des Vorsitzenden der türkischen Gemeinde demonstrieren, wie desintegriert selbst die hier aufgewachsenen Mohammedaner sind. Da hilft dann auch die Kenntnis der Sprache nichts mehr.

Gundi Vabra | Mo, 28. Mai 2018 - 23:03

Sehr bedauerlich finde ich das Fehlen von "Klöstern" im Islam.
Es ergibt schon Sinn.

Manfred Gimmler | Mo, 28. Mai 2018 - 23:46

Herr Yilmaz legt uns im Interview offenbar nahe, uns nicht mit fastenden Moslems zu beschäftigen. Nun kann ich ihn beruhigen. Schließlich kümmere ich mich – wie viele andere auch – seit eh und je um den Fastenmonat der Mohammedaner einen feuchten Kehricht. Wo und wann bitteschön muß er denn „über so dämliche Einwände sprechen“, die ihn nerven?

Übrigens: Seit wann ist der Islam Schutzmacht der Juden und Schwulen? Ein versteckter Nazivorwurf gegenüber AfD-Sympathisanten?

Die letzte Bemerkung entlarvt das gesamte Interview als Marketingkampagne zur Förderung der Islamophilie und der subtilen Ausgrenzung solcher Bürger, die den Islam kritisch beobachten.

Paul Nellen | Di, 29. Mai 2018 - 01:48

"Das ist reiner Populismus, der jeder statistischen Grundlage entbehrt." Der Islamfunktionär zieht eine Propaganda-Show ab, wenn er die gesundheitlichen & funktionellen Gefahren des Ramadanfastens negiert – das ist seinem Auftrag geschuldet & sollte niemanden verwundern. Der Interviewer macht allerdings einen schlechten Job, indem er ihm seine Propagandalügen durchgehen lässt. Er hätte den Funktionär etwa mit einer britischen Studie von 1993 "The effect of the fast of Ramadan on accident and emergency attendances" von Ärzten des "Accident and Emergency Department" am
St Mary's Hospital, Praed Street, London W2 1NY, UK, konfrontieren können, die zu gänzlich anderen Ergebnissen als der Funktionär gelangt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1294766/). Mehr auf der Verkehrssicherheitsseite der Arab. Emirate: "Road traffic accidents, injuries and fatalities peak in the holy month of Ramadan" (http://www.roadsafetyuae.com/ramadan/). Ein handwerklich lausiges Interview!

Max Richter | Di, 29. Mai 2018 - 09:18

Im Moment kommen finden muslimische Männer ja genug Jobs, die man während des Ramadans machen kann - z. B. in der boomenden Security-Branche. Busfahrer sind sicher auch nicht das Problem. Aber wie sieht es mit muslimischen Piloten aus, die einen vollbesetzten Airbus fliegen sollen?

Wie sieht es in 15-20 Jahren aus? Zum Ramadan 2035 in Deutschland gibt es eine ganz andere Dimension: 18 Millionen Muslime, die Hälfte unter 20. Weiter stark wachsend durch verschiedene Faktoren: 3-5 Kinder pro Familie + Familiennachzug/Zuzug ("Kusinenheirat") + anhaltende Armutsmigration.
Dagegen 30 Millionen deutsche Neu-Rentner und Pflegebedürftige, mit immerhin noch 0,5 koranfern sozialisierten Kindern pro Person.
Gibt es dafür schon eine langfristige Strategie, außer bei den Marketingabteilungen der Lebensmittelkonzerne, die jetzt verstärkt Halal ins Programm nehmen?

Udo Dreisörner | Di, 29. Mai 2018 - 09:22

Tja, der Herr Yilmaz ist ganz schön schlecht informiert über die Realität seiner Glaubensbrüder und Schwestern. Die Interpretation vom Ramadan und was erlaubt ist und was nicht scheint sehr deeeeehnbar zu sein.

Klaus Schmid Dr. | Di, 29. Mai 2018 - 09:29

Eine Frage: Zeit man uns diesen Beitrag um für den Islam zu werben oder vor ihm zu warnen?

Constantin Wissmann | Di, 29. Mai 2018 - 12:13

In reply to by Klaus Schmid Dr.

Sehr geehrter Herr Schmid, 

weder noch. 

Beste Grüße, CW (Online-Redaktion)

Armin Latell | Di, 29. Mai 2018 - 09:49

Herr Yilmaz darf gerne seinen Glauben leben, fasten, spenden, in sich kehren, über seine eigenen Verfehlungen nachdenken. Aber wie hält er es mit Gleichberechtigung von Mann und Frau, mit Demokratie und Grundgesetz, wie mit der Scharia? Diese Antworten hätten mich interessiert. Spenden für Notleidende aller Konfessionen? Warum dann nur in der Türkei und Jemen, beide islamisch? Warum soll während des Ramadans besonders Rücksicht auf Moslems genommen werden, wie gutmenschlich überall gefordert, wenn das kein Problem ist? Kritik nicht erwünscht und wenn, kann sie natürlich nur von der bösen AfD kommen. Von Herrn Yilmaz dazu nur Standardplätze und Polemik. Statistische Grundlage zum Thema Arbeits(un)fähigkeit während des Ramadans? Wer hat diese
erstellt? Die Realitäten blendet er vollkommen aus. Und was niemals beim Statement eines Funktionärs, ob Mazyek oder Yilmaz, fehlen darf: Moslems sind immer die Opfer. Dieser Mann ist für mich kein Vorbild für gelungene Integration.

Peter Lieser | Di, 29. Mai 2018 - 11:26

Mittelalterliche Rituale haben in einer modernen Gesellschaft nix zu suchen. Im Umkehrschluss könnte die Kath. Kirche ihre alten Geschäftsideen wieder aufleben lassen : Ablaßhandel, Exorzismus, Hexen auf den rechten Weg zurück führen ( verbrennen natürlich nur in Ausnahmefällen ) sozusagen Bares für Rares !

Heidemarie Heim | Di, 29. Mai 2018 - 11:48

Meiner Meinung nach entstand dieses Interview, bzw. wurde befördert aufgrund der Tatsache das es ein Vertreter der AfD war der sich mit dem Thema befasst. Auch die Fragen der Autorin zeigen ganz klar worauf der Fokus liegt, bzw. zu lenken ist. Also der übliche Weg und Umgang mit scheinbar dämlichen Einwänden zu Themen, die
nicht opportun sind, da schließlich vom populistischen Feind? Das das Ganze damit endet, das man sich auch als Erster in die Reihe der "nächsten" Opfer stellt ist da nur folgerichtig. Die Muslime, die ich zahlreich während meines Berufslebens kennenlernte, reichten mangels Schlaf und aus Verantwortung in ihrer Tätigkeit, Urlaub ein. Ich meinerseits, selbst starke Raucherin, bewunderte damals meine Bekannten, wie sie das den ganzen Tag aushielten. Was ihnen nach deren Aussagen auch mehr zusetzte als Hunger und Durst. Und die Ausnahmen (Kinder, Schwangere, Periode, Krankheit) wurden strikt eingehalten seitens der Gläubigen. Und alle waren zufrieden. MfG