Fake News - Diagnose: Wahrheitsschwund

Fake News haben Konjunktur. In dem Maße, in dem das Vertrauen in die Medien schwindet, gewinnen Verschwörungstheoretiker und rechte Parteien Zulauf. Ein gefährlicher Trend, sagt der Philosoph Jan Skudlarek. Wie kann man ihn stoppen?

Durch eine Lupe ist der Begriff "Fake-News" für Falschnachrichten am 04.08.2017 in Berlin im neuen Duden zu sehen. Das Nachschlagewerk wurde um 5000 Wörter ergänzt und umfasst nun 145.000 Stichwörter.
Gefühlte Wahrheiten sind keine Wahrheiten, auch wenn man sich häuslich in ihnen einrichten kann / picture alliance

Autoreninfo

Jan Skudlarek, geboren 1986, ist promovierter Philosoph, Lyriker und Autor. 2017 erschien sein erstes Buch: „Der Aufstieg des Mittelfingers. Warum die Beleidigung heute zum guten Ton gehört.“ Foto: Manuel Schamberger

So erreichen Sie Jan Skudlarek:

Es ist das Jahr 2089. Ein Nuklearkrieg hat die Menschheit tragischerweise vernichtet. Alles ist in Schutt und Asche gelegt. Alles? Fast alles. Wie durch ein Wunder hat ein Nudelsieb (Edelstahl, Made in Germany) die Apokalypse halbwegs intakt überlebt. Einsam und verlassen liegt es in den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt. Keine Menschenseele weit und breit. Es ist kalt. Staubig. Niemand macht mehr Nudeln. Die Preisfrage dieses philosophischen Gedankenexperiments: Ist das, was da in den Ruinen liegt, überhaupt noch ein Nudelsieb?

Aus unserer Perspektive: klar. Ein Nudelsieb ist ein Nudelsieb. Immer. Das Problem an der Sache: Uns hat niemand gefragt. Wie auch? Wir sind nach dem Weltuntergang ja gar nicht mehr da. Das ist eine Tatsache. Eine Tatsache ist allerdings auch: Objektiv betrachtet ist ein Nudelsieb nur ein Stück Metall mit Löchern. Oder verbirgt sich die Wahrheit etwa unter der Oberfläche? Gibt es eine Wahrheit jenseits der Beschreibung? Wann ist etwas tatsächlich genau so, wie es scheint? Gar nicht so einfach zu beantworten.

Vertrauen ist ein knapper Rohstoff

Anscheinend. Wir sehen: Die Frage nach Wahrheit und Unwahrheit betrifft selbst ein Stück löchriges Metall, Apokalypse hin oder her. Das Nudelsieb-Gedankenexperiment stellt uns vor ganz grundlegende philosophische Fragen: – Was ist Wahrheit? – Wie beschreiben wir die Wirklichkeit? – Hängt Sinn immer von der Perspektive ab? Fest steht: Schon heute steht anscheinend nichts mehr fest. Wir brauchen gar keine Apokalypse, um in Schwierigkeiten bei der Deutung der Welt zu geraten. Die Wahrheit steht Anfang des 21. Jahrhunderts wieder einmal unter Beschuss. Oder scheint es nur so? Die Meinungen gehen auseinander. Nicht primär die Meinungen über Nudelsiebe, aber über so ziemlich alles andere.

Klimawandel, Migration, Visionen von Gegenwart und Zukunft. Was den einen als Fakt gilt, gilt den anderen als Verschwörungstheorie. Millionen Menschen fühlen sich von „den Medien“ belogen, Millionen andere vom US-Präsidenten (oder der Bundeskanzlerin). Überall nur Lug und Trug und Unwahrheit. Vertrauen ist im 21. Jahrhundert ein knapper, wertvoller und entsprechend begehrter Rohstoff geworden. Sie, lieber Leser, denken sich wahrscheinlich: „Wahrheit? Nudelsiebe? Was hat das alles mit mir zu tun? Sollen die doch machen, was sie wollen. Sollen die Leute doch für wahr befinden, was sie wollen. Sollen sie lügen, dass sich die Balken biegen. Alternative Fakten sind doch auch irgendwie Fakten. Gefühlte Wahrheiten auch irgendwie Wahrheiten. Nicht wahr?“ 

Strudel aus Zweifeln, Un- und Halbwahrheiten

Nein! Ich widerspreche! Stattdessen vertrete ich eine steile These. Mehrere sogar. Sie lauten: Wahrheit gibt es. Echtheit auch. Es gibt bessere und schlechtere Beschreibungen der Wirklichkeit. Und Verschwörungstheorien sind unwahr, sind gemeingefährlicher Quatsch – Quatsch, den wir ein Stück weit zu glauben veranlagt sind, aber das macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil! Ich sage: Die Wirklichkeit bleibt nach wie vor erkennbar. Ich sage: Die Welt bleibt beschreibbar. Ich sage: Angemessen zu zweifeln kann man lernen. Wer das Gegenteil behauptet, lügt.

Wenn jede Zeit ihre Diagnose hat, lautet die unsere wohl: Wahrheitsschwund. Die Gewissheiten vergangener Jahrhunderte lösen sich mit beeindruckender Geschwindigkeit auf – in einem antifaktischen Strudel aus Zweifeln, Un- und Halbwahrheiten. Das Vertrauen in Wissenschaft, Presse, Fakten und Experten ist heute überraschend fragil und vor allem überraschend schnell fragil geworden. Mit beängstigendem Tempo verlassen uns disziplinenübergreifend die Sicherheiten. Zumindest gefühlt. Beispiele? Gerne.

Bevölkerungstausch durch Migration? 

Beim Bau des Wiener Krankenhauses Nord kam es 2018 zu einem Eklat. Für fast 100 000 Euro war ein „Bewusstseinsforscher“ engagiert worden, um das Gelände „energetisch zu reinigen“. Der Esoteriker – ein ehemaliger Autohändler – habe einen Schutzring um die Gebäude gelegt, „der verhindert, dass negative Energien des Umfelds Einfluss auf das Haus und die Menschen darin nehmen“. So ein Quatsch? Sicherlich. Aber kein Einzelfallquatsch. In Deutschland wiederum wachsen laut Verfassungsschutzbericht der Einfluss und die Zahl der sogenannten Reichsbürger. Das sind Menschen, die die Bundesrepublik Deutschland
anzweifeln (!), die Zahlung von Steuern verweigern, auf ihren Privatgrundstücken eigene Staatsgebiete ausrufen (!!) und sich nicht selten mit mehr oder weniger rechtsextremer Gesinnung bis an die Zähne bewaffnen (!!!). Ihre Zahl geht in die Zehntausende.

In die Millionen gehen die Wähler der sogenannten „Alternative für Deutschland“(AfD). Die vermeintlich gesteuerte Presselandschaft („Lügenpresse“), ein angeblicher Bevölkerungsaustausch durch Migration („Umvolkung“), die militante Leugnung des Klimawandels – die rechtsnationale Partei und ihre Diagnose bieten seit Jahren einer beeindruckenden Bandbreite von Verschwörungstheorien ein demokratisches Zuhause. Unsinn, für den man vor wenigen Jahren noch ausgelacht oder aus einer Partei geworfen wurde (oder man hat es wenigstens versucht, siehe Panikmacher Sarrazin), wird heute erschreckend selbstbewusst vertreten.

Antifaktischer Wind im Weißen Haus

Der Publikumsliebling und Hobby-Verfassungsrechtler Xaiver Naidoo reimt „Volksvertreter“ auf „Volksverräter“. Der Schutzpatron der aggressiven Unwahrheit heißt natürlich: Donald Trump. Kaum ein anderer Politiker in der Geschichte hat jemals so viel dafür getan, Unsagbares und Unsägliches sagbar zu machen. Ob auf Twitter oder im Interview: Wahr ist für Trump stets nur das, was Trump persönlich für wahr erklärt. Alles andere ist, aus seiner Sicht, Lüge und Verschwörung. Wer ihm widerspricht, wird zum Verräter deklariert.

Die Medien? „Der wahre Feind des Volkes“, so Trump. Wirklich kein einziger Monat des Jahres 2018 verging ohne Fake-News-Tweets des Präsidenten (in 500 Tagen an der Regierung soll er mehr als 3000 Mal die Unwahrheit gesagt haben). Ein antifaktischer Wind weht durchs Weiße Haus. Nicht nur die Liebe zum Antifaktischen ist ansteckend. In Deutschland sind zwischen 2007 und 2017 etwa 190 000 Menschen an Krankheiten gestorben, gegen die man hätte impfen können. Geradezu virulent ist die Zahl der selbsternannten Impfgegner.

Das Internet, eine Echokammer der Konspiration

Viele von ihnen: Knallharte Anhänger von Verschwörungstheorien. Sie machen Experten zu korrupten Scharlatanen und die Wirksamkeit medizinischer Stoffe zur Glaubensfrage. Zwischen 2016 und 2017 verdreifachten sich die Masernfälle in der EU. Im Januar 2019 erklärte die WHO Impfgegner zur globalen Bedrohung. Das Internet? Eine Echokammer der Konspiration. Auf YouTube raten medizinische Laien bei gefährlichen Krebsarten zur Rohkostdiät statt zu Chemotherapie. Kondensstreifen werden zu Giftangriffen („Chemtrails“) umgedeutet.

War vor wenigen Jahren noch der 11. September unangefochtenes Steckenpferd sämtlicher Verschwörungstheoretiker, findet sich nun zu jedem noch so kleinen Zwischenfall ein Video oder ein Blogeintrag, der sich die „offizielle Story“ vornimmt. Sogar das jahrhundertealte Konzept einer kreisrunden Erde: Für die sogenannten flat earther hat die Erde noch Pfannkuchenform. Wer das Gegenteil behauptet: Teil der Verschwörung (doch bevor Sie jubeln, weil Sie mich beim Fake-News-Verbreiten erwischen: Ich gebe es zu; unser Planet ist keineswegs kreisrund; er ist oval, kartoffelförmig).

Das Geschäft mit der Angst

Für viele scheint aber mittlerweile nichts so, wie es scheint. Eine Aura der Fälschung umgibt die Gegenwart. Selbst die Geschichte ist nicht sicher. Literatur zur Holocaustleugnung? Bekommt man auf Amazon. Ein Verlag, dessen Namen man leicht mit dem eines Fußballtrainers verwechseln könnte, verdient Millionen mit dubioser Literatur über die angeblichen Machenschaften der Mächtigen. In ihrer Gedankenwelt ist Angela Merkel entweder eine Marionette, das Mastermind hinter der „Umvolkung“ oder die Galionsfigur des „Merkelregimes“ – oder gleich alles zusammen.

So oder so: Das Geschäft mit der Angst läuft gut. Mehr noch: Es läuft blendend. In den Vereinigten Staaten ist Alex Jones wiederum eine der einflussreichsten Internetpersonen. Vor ein paar Jahrhunderten wäre er als verrückter Wanderprediger durch die Gegend gezogen. Heute bespielt der cholerische Lügenbaron mit seiner Mischung aus Verschwörungstheorien und Hetzkampagnen die halbe US-amerikanische Mittelschicht. Beeinflusst Wahlen. Diejenigen, die an seinen Lippen hängen, kriegen wahlweise Konstrukte serviert, wonach die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zum Beispiel einen Kinderpornoring aus einer Pizzeria heraus betreibt („Pizzagate“), Satanisten die USA bedrohen, die Regierung das Wetter kontrolliert, diverse Terroranschläge mitverantwortet oder Amokläufe an Schulen inszeniert (mit Unterstützung einer komplizenhaften Presse); Letzteres nur, um in der Öffentlichkeit Stimmung gegen harmlose Waffenbesitzer zu machen.

Der Kampf um Wahrheit ist ein Kampf um Worte

Und solche Kopfgeburten sind keineswegs Randerscheinungen, sondern seit Jahren tief verwurzelt im Mainstream. Donald Trump besuchte die Sendung des Königs aller Verschwörungstheoretiker Jones während des Wahlkampfes 2016 und meinte brüderlich: „Dein Ruf ist fabelhaft. Ich werde dich nicht enttäuschen.“ Und so kam es. Alex Jones wurde nicht enttäuscht, sondern zum wichtigsten Megafon rechtskonspirativer Ideen in Trumps Amerika. Wir stellen fest: Immer weniger Menschen sind willens, geschweige denn fähig, zwischen Fakten und „alternativen Fakten“ zu unterscheiden, wobei Letztere oft nicht mehr sind als eine dreiste Form der Täuschung.

Wie man es auch dreht und wendet: Die Wahrheit steht unter Beschuss. Wir sehen Verschwörungstheorien an allen Ecken und Enden. Lächerliche und 15 weniger lächerliche Unwahrheiten werden salonfähig gemacht von denen, die von diesen profitieren. Manche Unwahrheiten, Dümmlichkeiten und Manipulationsversuche haben eine irgendwie faktische Grundlage (wie unser Nudelsiebproblem, das sich ja auf ein tatsächlich vorhandenes Stück Metall bezieht). Andere sind geradewegs hirnrissig. Allen gemein ist der Kampf um die passende Beschreibung der Wirklichkeit. Deshalb ist der Kampf um Wahrheit auch ein Kampf um Worte. Weil Worte etwas bedeuten und selbst hinter ähnlichen Begriffen niemals identische Konzepte stehen. 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch von Jan Skudlarek, Wahrheit und Verschwörung, Wie wir erkennen, was echt und wirklich, Reclam, 208 Seiten, 18 Euro. 

Christa Wallau | Di, 2. April 2019 - 11:52

Wer vertritt denn die "Fakten" und wer die angeblich "alternativen Fakten"?
Ist die Bundesregierung, ist das Parlament in Berlin, sind die Politiker in Brüssel die Hüter der Fakten und alle, die dies bezweifeln, "Verschwörungstheoretiker"?

Die Wahrheit steht unter Beschuß?

Mein Gott, das hat sie doch schon zu allen Zeiten getan, nicht erst jetzt, da j e d e r mitlügen kann.

Das Schlimmste heutzutage ist die absolute Abhängigkeit der Forschung und der Lehre von
staatlichen Auftraggebern und von der
Wirtschaft, also von Lobbyisten.
Statistiken und Forschungsergebnisse werden geliefert wie gewünscht bzw. erwartet. Sonst werden die Mittel gestrichen. S o sieht's aus
mit der angeblichen Wahrheit.
Im Grunde ist jeder immer zurückgeworfen auf sich selbst und seinen mehr o. minder gesunden
Menschenverstand. Er (sie) muß unterschiedliche Informationen sammeln und auf Plausibilität hin überprüfen. Kluge, mündige Menschen mit viel Zeit sind gefordert. Leider gibt es davon nicht viele.

Gerhard Lenz | Di, 2. April 2019 - 16:01

In reply to by Christa Wallau

Und wie kommen Sie zu diesem Schluss? Weil es sich nicht im gewünschten Wahlergebnis ausdrückt?

Davon abgesehen: Wenn Sie sagen, jeder Mensch sei letztendlich auf sich selbst zurückgeworfen, bedeutet das übersetzt nichts anderes, als dass sich jeder seine Wahrheiten selbst schafft.

Das ist der fruchtbare Grund auf dem dann Fake-News - Wahrheit nach Wunsch und eigener ideologisierter Sichtweise - hervorragend gedeihen.

Kein Mensch lebt im meinungsfreien Raum. Im Grunde ist jeder beständig der Manipulation oder Beeinflussung - je nach Wertung - ausgesetzt. Jeder sucht sich selbst seine vermeintlichen Wahrheiten.

Elisabeth Ellermann | Di, 2. April 2019 - 12:35

Der Artikel leidet leider selbst unter Wahrheitsschwund, wenn er die Wähler oder Mitglieder der AfD kurzehand zu Verschwörungstheoretikern erklärt.

Tonicek Schwamberger | Di, 2. April 2019 - 16:13

In reply to by Elisabeth Ellermann

... ja, Sie haben recht mit Ihrer Aussage. Der Artikel des sicherlich noch sehr jungen Philosophen, Herrn Skudlarek erscheint mir etwas verworren und nur sehr schwer zu verstehen. - Auch seine Begriffe, bezogen auf die AFD und ihre Millionen Wähler, sowie auf D. Trump bezogen, können mich nicht wirklich überzeugen. Eigentlich schade - aber vielleicht bin ich auch nicht die angestrebte Zielgruppe des doch recht jungen Philosophen?

Wilhelm Maier | Di, 2. April 2019 - 16:21

In reply to by Elisabeth Ellermann

Es nimmt man viele viele Löcher in passender Größe.
Die Löcher legt man auf den Tisch und verbindet die mit einer Schnur.
Für ein reißfestes Netz braucht man eine reißfeste Schnur.
Wer Farblich mag: da hatte man zur Auswahl die ganze RGB Farbtabelle.
Das Fangnetz (der Artikel...) für Wahrheit-suchende ist fertig...

Luigi | Di, 2. April 2019 - 21:57

In reply to by Elisabeth Ellermann

Bezogen auf ihre Freunde und Fördere, insbesondere finanzielle Fördere, hat AfD z.Zt. erhebliche Probleme mit der Wahrheit. Immerhin kann sie nicht leugnen, dass der Vorname der meisten Messerstecher in der jüngeren Vergangenheit Michael ist. Als Fake News Partei würde ich die AfD trotzdem nicht unbedingt bezeichnen. Dass sich die AfD gerade für Impfgegner stark macht, zeigt allerdings, dass sie die Wahrheit bevorzugt die ihr die meisten Stimmen einbringt.

Yvonne Pfeiffer | Mi, 3. April 2019 - 12:09

In reply to by Luigi

Michael ? Da irren sie sich. Das waren Fake New's vom Spiegel und Bild. Messerstecher heißen Mohamed. Der Googel hilft weiter...........

Michael Sander | Mi, 3. April 2019 - 12:13

In reply to by Luigi

Falsch, Fake News war die Meldung über die angeblich deutschen Messerstecher, jedenfalls so, wie sie kolportiert wurde. Gefragt wurde nämlich nach den Namen der deutschen Täter bei Messerdelikten und da gibt es logischerweise überwiegend deutsche Namen. Hinzu kommt, dass man unter Messerdelikten auch das verbotene Mitführen von Messern z.b. im Auto versteht und nicht nur den Gebrauch als Mordwaffe. Bis vor kurzem wurden Messerstechereien in Deutschland wegen der Seltenheit nicht einmal statistisch erfasst. Die Zahl ist jedoch in den letzten Jahren so durch die Decke geschossen, dass man sie nun in einer Statistik führt. Und: Es sind praktisch ausschließlich Zuwanderer, aus einer Handvoll einzelner Länder, die diese Taten begehen.

Gerhard Lenz | Mi, 3. April 2019 - 12:25

In reply to by Luigi

...wofür oder gegen sie steht, sieht man man von einem übertrieben-kitschigen Nationalbegriff ab.

Hauptsache, sie trifft die Stimmung derer, die dagegen sind.....gegen Klimapolitik, Genderpolitik, Fahrverbote.....

Fehlen da die Argumente, werden schon mal welche an den Haaren herbeigezogen....oder passend gemacht.

Joachim Walter | Mi, 3. April 2019 - 13:20

In reply to by Luigi

… und schon sind Sie den nächsten Fake-News aufgesessen, denn wenn die Frage lautet:
„Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“,
dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass man eben einen deutschen Vornamen als Antwort genannt bekommt.

Was in den teils triumphierenden Pressemeldungen, wenn überhaupt, dann nur am Rande erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass rund 30% aller eindeutig identifizierten 1492 Personen keine deutschen Staatsbürgern sind – bei einem Bevölkerungsanteil von < 10%.

Für mich durchaus erschreckend, dass von den 1492 Personen allein 122 Syrer und Afghanen waren, also „Schutzsuchende“, die gerne mit den vor dem Nazi-Regime ins Ausland geflüchteten Juden verglichen werden. Das sind mir seltsame „Schutzsuchende“.

Das aus der AfD Ecke auch verschwörerischer Blödsinn kommt, relativiert sich, wenn man andererseits die Verdrehungen und bewussten Auslassungen ihrer politischen Gegner beleuchtet.

gabriele bondzio | Di, 2. April 2019 - 12:56

Seneca hat das Zitat geprägt:"Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft: „Vertrauen auf die Wahrheit und Vertrauen auf sich selbst."...Vertrauen ist ein kostbarer Schatz. Verlorenes Vertrauen kaum zurückzuholen.
Wer sich selbst vertraut, kann schon die gröbsten Lügen ohne Zweifel gut durchschauen. Und wenn man dann noch an sich arbeitet, steht auch die Wahrheit nicht unter Dauer- Beschuss.
Nietzsche: "...dass auf dem Erbarmungslosen, dem Gierigen, dem Unersättlichen, dem Mörderischen der Mensch ruht, in der Gleichgültigkeit seines Nichtwissens, und gleichsam auf dem Rücken eines Tigers in Träumen hängend. Woher, in aller Welt, bei dieser Konstellation der Trieb zur Wahrheit!...
Sie müssten ja wissen, Herr Skudlarek, Wahrheit ist zwar ein zentraler Begriff in der Philosophie, aber eben auch streitbar d.h. "Veritas est adaequatio rei et intellectus."(Thomas von Aquin)
Sie haben bei einigen angesprochnen Themen recht, aber ich würde sie nicht so verallgemeinern.

Wer 1998 als Friedensaktivist die "Grünen" wählte wurde unmittelbar danach durch den obersten Steinewerfer der Partei zum Unterstützer des völkerrechtswidrigen Krieges in Jugoslawien gemacht.
Wer 2002 als hoffnungsvoller Arbeitnehmer bei der SPD sein Kreuz setzte, erhielt Hartz 4 als Quittung.
Wer danach als Konservativer der CDU seine Stimme gab, hat gewollt oder ungewollt einer grünen neoliberalen Politik, inklusive Energiewende und Migrationspolitik, den Weg bereitet.
Wer jetzt immer noch denkt, unsere deutsche Demokratie sei grandios und stabil, den sollten die Worte von F. Müntefehring nach einer Bundestagswahl ( „Ich bleibe dabei: Daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht.“ ) und die Ablehnung eines CDU Bundesparteitagsbeschlusses durch die CDU Vorsitzende, Frau Dr. Merkel, zum Nachdenken verleiten.
Also noch einmal: Vertrauen ist ein kostbarer Schatz...

geradezu notwendig für die Wahrheit und ein effektives Miteinander. Alles was sie hier geschrieben haben, Herr Sonntag, schließt es ein. Und das nicht nur einmal, zweimal...sondern über Jahre. Wenn Müntefehring nicht gerecht findet, das Politiker an ihren Wahlkampfaussagen gemessen werden.
Bleibt die Fage... an was oder um was wollen sie gemessen bzw. gewählt werden?
Und wenn Senftleben, Spitzenkandidat der Brandenburger CDU sagt, für die demnächst stattfindende Landtagswahl 2019 werde er “notfalls” eine Koalition mit der Linken eingehen. Also zwei Partein ins Gespräch bringt, wo die Gegensätze (oder das Wahrheitsempfinden)nicht größer sein könnte. Will er komme was wolle Ministerpräsident von Brandenburg werden.

Sie haben auch Recht! Mit "nicht so verallgemeinern".
Nur eine kleine Ergänzung: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Also müssen Kontrollorgane her. Dann auch Kontrolle der Kontrollorgane... und... Uije, jetzt hätte ich fast schon wieder "ibertrieba"...
Ein täglichen Schwall von Informationen muss ich durch
„Rechen, Sieb oder Siebrechen (was gerade so in der Nähe greifbar ist)„durchjagen““, Filtrieren und dann doch enjoy with care...
„Bei einer Zeitung stehen die einzigen Wahrheiten,
auf die du vertrauen kannst, in den Anzeigen.“
so Thomas Jefferson, 3. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Und das „Nudelsieb“ von oben war bestimmt ein Sip,
um Wahrheiten von Unwahrheiten zu trennen...
Damals, wo die Unwahrheit die Übermacht hatte...

Henning Magirius | Di, 2. April 2019 - 14:28

Da bleibe ich doch gerne Verschwörungstheoretiker, da bis heute trotz intensiver Nachfragen beim SWR, WDR, NDR, HR, BR oder Potsdamer Klimainstitut kein Umweltjournalist oder Klimawissenschaftler mir folgende beiden Fragen beantworten wollte oder konnte:
1. Wie lautet der wissenschaftliche KONSENS über die tatsächliche Höhe der globalen Durchschnittstemperatur (in Grad) im „vorindustriellen Zeitalter“ und in welchem Jahr war das (also wie lautet die Bezugstemperatur zum sog. „1,5-Grad-Ziel“ des geforderten Klimaschutzes)?
2. Wo ist der wissenschaftliche Beweis, also der messtechnisch untermauerte, jederzeit reproduzierbare Nachweis (also im Experiment), dass die Veränderung des CO2-Gehaltes im derzeit bekannten Umfang in der Atmosphäre zur Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur führt?

Gerhard Lenz | Di, 2. April 2019 - 16:05

In reply to by Henning Magirius

...und Fragen, mit denen Sie glauben, Ihren Gegner in Bedrängnis gebracht zu haben, helfen vielleicht Ihrem Ego, sind sonst aber völlig witzlos. Da wundert es nicht, wenn Sie keine Antwort bekommen.

Selbstverständlich finden Sie leicht genug Beweise dafür, dass es SEIT BEGINN DER MESSUNG eine Veränderung des Klimas gibt. Im Übrigen ist es völlig unsinnig, objektive Messdaten durch Experimente zu bestätigen.

Dann können Sie auch fordern, die nukleare Verseuchung nach Tschernobyl in Laborumgebung nachzubilden, mit der Logik, es hätte sie sonst nicht gegeben...

Sind andere Klimatologen, Glaziologen, Physiker die der CO2-Hypothese widersprechen und andere Forschungsergebnisse und Einsichten präsentieren unglaubwürdiger als jene die bevorzugt vom IPCC zu Wort kommen um die CO2-Hypothese zu stützen.
Es ist leichter mit der Meute zu heulen und denkfaul dazu.
Alfred Wegner mit seiner Theorie zur Kontinentalverschiebung war ein einsamer unter den Wissenschaftlern, aber er hatte das richtige erkannt. Erst nach seinem Tod fanden seine Arbeiten allgemeine Anerkennung, die heute Grundlagen der Plattentektonik sind.

...ist nicht unbedingt beweiskräftig. Sicher gibt es immer Exoten, die es "besser wissen".

Und ansonsten: Mehrheitsmeinungen sind nicht falsch, nur weil sie die Mehrheit vertreten.
Die überwiegende Mehrheit der Klimaforscher hat keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel durch Menschen verursacht ist.

Ihre ausgewiesene Expertise zum "Besser wissen" in allen Ehren, aber das hat mit wissenschaftlicher Methodik, gar mit einem inhaltlichen Diskurs nun wirklich nichts zu tun. Seriöse Naturwissenschaft kennt keine "Mehrheitsmeinung".

Sehr geehrter Herr Lenz, ich suche nicht nach einem Witz sondern nach der Wahrheit. Sie auch? „Bei der Muße soll nicht etwa träges Nichtstun locken, sondern das Erforschen und Auffinden der Wahrheit.“ (Aurelius Augustinus)

seit Beginn der M e s s u n g e n. Diese begannen erst nach Ende der neuzeitlichen Kaltzeit verlässlich zu werden. Bei den Warmzeiten zur Wikinger- und Römerzeit ist man auf Literaturschilderungen und Beschreibungen angewiesen(Weinanbau in England, "grünes" Grönland u.s.w.)

Gerhard Lenz | Mi, 3. April 2019 - 12:29

In reply to by Karla Vetter

...den Standpunkt der überwiegenden Teile der Wissenschaft in Frage stellen?

Mit Sätzen wie....es war im Juni 1315 auch schon mal sehr heiß.......???

aus dem Sie dann folgern, dass die Wissenschaft die Unwahrheit sagt?

Dann können Sie die organisierte Wissenschaft grundsätzlich ganz abschaffen und in Zukunft wissenschaftliche Erkenntnisse dem Stammtisch (oder AfD-Parteitagen) überlassen.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Lenz, sich so massiv für die Wissenschaftler einsetzen, die an einen menschengemachten Klimawandel glauben - wie lautet denn nun der wissenschaftliche KONSENS über die tatsächliche Höhe der globalen Durchschnittstemperatur (in Grad) im „vorindustriellen Zeitalter“ und in welchem Jahr war das (bitte mit Quellenangabe)?

Daniel Wetzler | Di, 2. April 2019 - 14:48

.. ist auch nichts weiter alspolitisches Framing und selbst ein Beispiel für die Schaffung alternativer Fakten.
Die Auswahl der Beispiele, die implizite Aussage, dass Millionen von Wählern der „rechtsnationalen“ AfD an Umvolkung glauben, das raunende Unbehagen von zehntausenden Reichsbürgern, „deren Einfluß steigt“. Als dies ist ein Musterbeispiel für Framing.

Daniel Wetzler | Mi, 3. April 2019 - 06:13

In reply to by Gerhard Lenz

Die meisten Wähler der AfD sind ehemalige CDU-Wähler. Möchte man sie wieder zurückholen, dann kann man sie nicht pauschal verunglimpfen. Ich denke, Frau Kramp-Karrenbauer geht da den richtigen Weg. Polemik wie die hier dargebotene spaltet die Gesellschaft und radikalisert die Wähler nur.

Gerhard Lenz | Mi, 3. April 2019 - 12:34

In reply to by Daniel Wetzler

...dass viele, vielleicht auch die meisten AfD-Wähler früher CDU gewählt haben. Dazu kommen sicher ehemalige Nichtwähler und bisherige Wähler rechtsextremer Parteien, die natürlich ihre Stimme bei der AfD erfolgversprechender aufgehoben sehen. Nicht umsonst geht die Zustimmung zur NPD da zurück, wo die AfD stärker wird.

Aber welche Alternativen hatten denn diese ehemaligen CDU-Wähler früher? Ausser eben irgendwelchen rechten Splittergruppen keine...
Heiner Geissler hatte zweifellose Recht mit seiner Aussage, dass es immer schon ca. 20% Wähler gab, die für rechten Populismus und Extremismus anfällig waren. Die haben früher sicher auch CDU gewählt.

Auch ein ehemaliger CDU-Wähler ist nicht automatisch ein überzeugter Demokrat.

Auch Linke wechseln schon mal komplett die Seite...man nehme Horst Mahler, Jürgen Elsässer usw usw

Petra Führmann | Mi, 3. April 2019 - 09:48

In reply to by Gerhard Lenz

Als ich den Artikel las, dachte ich als Erstes an Sie, Herr Lenz. Da muss Ihnen doch beim Lesen das Herz aufgegangen sein. So viel Unterstützung, und das hier im "unausgewogenen, rechten" Cicero!

Zu Ihrem Kommentar oben: Selbstverständlich wissen nur Sie, was die einzige Wahrheit ist... Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass es mehr als eine davon gibt? Je nach Sicht und Wichtung der Dinge? Man kann auch sagen, jede Medaille hat zwei Seiten, Sie sehen die eine, andere die andere.

Per L. Johansson | Mi, 3. April 2019 - 00:28

In reply to by Daniel Wetzler

...der Anteil der Deutschstämmigen sinkt und der „mit Migrationshintergrund“ steigt (aktuell auf etwa 25% deutschlandweit). Wobei die Hälfte davon dank Paß statistisch als Deutsche zählen.
Es ist eine Frage von Jahrzehnten, nicht Jahrhunderten, bis auch die 50%-Marke überschritten wird, bedingt durch weiter offene Grenzen und höhere Geburtenrate.
Dann wird die deutschstämmige Bevölkerung in Deutschland eine Minderheit sein.
Egal?
Wenn die Immigranten dann Deutsche geworden wären, so wie z.B. die Hugenotten damals, ja.
Aber der Blick auf unsere z.B. türkischen Neubürger zeigt, daß viel zu viel auch in der x-ten Generation nicht integriert, geschweige denn assimiliert sind. Und in Frankreich sieht es bei den Nordafrikanern vergleichbar aus.
Auch eine Vermischung durch gemeinsame Kinder ist die Ausnahme. Gerade der Islam wirkt wie eine Schranke.
Wir sollten uns daher sehr gut überlegen, mit welchen Kulturkreisen wir dauerhaft unsere Heimat, als dann Minderheit !, teilen wollen.

kann Deutschland gar nicht überleben.

Wenn eine Frau von Storch, selbst kinderlos, meint, jede Deutsche Familie sollte mindestens drei Kinder haben, dann zeigt das sehr deutlich, dass das Wissen um die demographische Veränderung auch in der AfD angekommen ist.

Das hat mit offenen Grenzen erst mal gar nichts zu tun. Bleibt die Frage, wer überhaupt nach Deutschland kommen will.

Wenn es im Osten Deutschlands mit seinem ausländerfeindlichen Image eine höchst niedrige Rate von Migranten gibt, zeugt das nicht unbedingt von besonderer Anziehungskraft der dortigen Regionen (außer vielleicht für Alt-Rechte, die dann dort in Herrenhäusern sesshaft werden).

Im Übrigen sollte man nicht gelenkte Migration mit Asylgewährung für Flüchtlinge über einen Kamm scheren.
Dass es aus anderen westlichen Industriestaaten keine flüchtenden Europäer gibt, die bei uns Schutz suchen, überrascht nicht unbedingt.

Per L. Johansson | Mi, 3. April 2019 - 23:32

In reply to by Gerhard Lenz

Das wird immerzu gesagt. Damit man sich ins vermeintlich unvermeidliche fügt? Aber ist das wirklich so? Wäre es schlimmer, wenn die Bevölkerung schrumpft?
Dank Robotik und KI fallen doch eh viele Arbeitsplätze weg.
Und die Migration der letzten Jahre hat mit (natürlich sinnvollem !) Fachkräftezuzug eben nichts zu tun.

Japan hat z.B. völlig vergleichbare demographische Probleme, durch hohe Lebenserwartung und geringe Geburtenrate. Trotzdem kommen die nicht im Traum auf die Idee, eine Masseneinwanderung zu erlauben, und schon gar nicht aus muslimischen Ländern wie Indonesien oder Bangladesch.
Die einzigen nennenswerten Immigrantengruppen sind Koreaner und Chinesen von jenseits des Meeres, zusammen ca. 2% der Bevölkerung.
Wird Japan also nicht überleben?
Im wette eher auf das Gegenteil. Die Japaner werden sicher auch am Ende des Jahrhunderts noch ihren souveränen Nationalstaat haben, in dem sie die Mehrheit stellen und die Regeln des Zusammenlebens bestimmen.
Und die Deutschen..?

Dennis Staudmann | Di, 2. April 2019 - 15:30

"Wahr ist für Trump stets nur das, was Trump persönlich für wahr erklärt. Alles andere ist, aus seiner Sicht, Lüge und Verschwörung. Wer ihm widerspricht, wird zum Verräter deklariert." Ersetzt man den Namen "Trump" durch "Merkel", ist diese Feststellung immer noch genauso zutreffend. Geht es um politische Aussagen, ist es immer eine Frage des eigenen Standpunktes, was denn "Fake News" sind. Problematisch wird es erst, wenn man versucht den Bürger zu entmündigen. Eine selbst ernannte "Elite" fühlt sich berufen, dem "dummen und verführbaren" Bürger nur noch die Informationen zukommen zu lassen, die man selbst als "Wahrheit" legitimiert hat. Das hat sicher nichts mit Demokratie zu tun, sondern ist eindeutig ein wesentliches Merkmal von Diktaturen. Auch wenn Wahlschlappen dadurch erklärt werden, dass die Wähler manipuliert wurden, weil die eigene Politik ein Segen ist, den die Wähler sonst erkannt hätten, ist einfach lächerlich und arrogant.

helmut armbruster | Di, 2. April 2019 - 17:27

es wundert mich nicht, dass so viele Zeitgenossen so verwirrt sind. Vom Frühstück bis zum Ins-Bett-gehen konsumieren sie Radio, Musik, Fernsehen, Facebook, Internet usw. Und alles ist voll von Werbung oder von Selbstdarstellung (auch eine Art Werbung).
Das alles spielt sich auf emotionaler Ebene ab, etwa nach dem Muster ist mir sympathisch, ist mir nicht sympathisch. Realität, Machbarkeit oder Überlegung sind nicht im Spiel.
Ein Zeitgenosse, welcher Tag ein, Tag aus einem solchen Bombardement ausgesetzt ist, kann nicht mehr richtig denken, kann also nicht mehr klar erkennen, was wirklich ist und was nicht.

Dieter Freundlieb | Di, 2. April 2019 - 18:01

Nach logisch, philosophisch und/oder empirisch untermauerten Argumenten wird man in diesem Artikel vergeblich suchen. Dafür findet man einiges, was man entweder als Unwahrheiten oder bewußte Lügen bezeichnen muss. Ich weise nur auf die unzulässigen Verallgemeinerungen und die unwahren Aussagen zur AfD und deren Wähler hin. Kein AfD-Politiker hat je behauptet, es gebe keinen Klimawandel. Ganz im Gegenteil. Aber wie hoch der menschen-gemachte Anteil an der gegenwärtigen Erwärmung ist - dafür gibt es tatsächlich keine wissenschaftlich haltbaren Beweise oder wirklich gut bestätigte Hypothesen. Seit neuestem gibt es hingegen haltbare, von Paläoklimatologen vorgelegte wissenschaftliche Beweise, dass es bereits in uralten Zeiten Erwärmungen von 4 bis 5 Grad gegeben haben muss. Und das innerhalb von ca 100 Jahren! Das ergeben Analysen von Stalagmiten in den berühmten Höhlen von Mulu (Borneo/Ostmalaysia). Mit dem steigenden CO2-Gehalt seit der industriellen Revolution haben die NICHTS zu tun.

Tomas Poth | Di, 2. April 2019 - 18:18

auch Loch und Metall sind Namensgebungen des Menschen.
"Außerirdische" haben dafür vielleicht andere Bezeichnungen? Was ist daran also wahr? Was würde eine Ameise dazu sagen liefe sie über das "Etwas".
- Das Geschäft mit der Angst-
Was ist die CO2-Hypothese anderes als das? Es gibt von anderen Wissenschaftlern andere Einsichten zum Klimawandel, als das was das IPCC propagiert.
Das IPPC ist übrigens eine Unterorganisation der UN, also eine politische Veranstaltung! Da stehen politische Interessen dahinter!
Diagnose: Der "Krieg" um die Wahrheit nimmt medial neue Dimensionen an.
Es wird noch heftiger werden, weil es auch zur Wahrheit gehört die Übervölkerung unseres Planeten in die Diskussion zu stellen.

gerhard hellriegel | Di, 2. April 2019 - 19:40

Ja gut, mag es so oder so ähnlich sein. Aber woher kommt denn diese entwertung der wahrheit? Hat das etwas mit vertrauensverlust zu tun? Falls ja, ist dieses zunehmende misstrauen eigentlich gut oder schlecht? Muss man wirklich vertrauen haben? Ist das gefühl, ständig hereingelegt zu werden, begründet oder nicht? Gehen Sie in das nächste geschäft und schauen Sie sich einfach die preise an: 1,99 2,99 5,99. Warum machen die das? Wirklich nur eine kleinigkeit? Ist werbung wirklich harmlos? Vertrauen Sie der wissenschaft? Vor kurzem wurde eine studie veröffentlicht, nach der die hälfte aller sozialwissenschaftlichen studien schon methodisch falsch seien. Welcher studie vertrauen Sie jetzt? Es gibt subtile formen der korruption. Der alltagsmensch kann den wahrheitsgehalt der meisten behauptungen nicht überprüfen, wer sein vertrauen missbraucht, zerstört die verständigung. Wundert es Sie dann noch, wenn fantasien verbreitet und geglaubt werden?

Jürgen Herrmann | Di, 2. April 2019 - 19:48

Der Author hätte vielleicht besser bei Sir Karl Popper nachgelesen und dann vielleicht verstanden, das es zwar eine objektive Wahrheit gibt, diese ab niemand kennt (so Popper kurz gefasst). Der Wahrheit kann man also nur näher kommen, wenn man unterschiedliche subjektive Wahrheiten gegeneinander messen und bewerten kann.
Hierin liegt die eigentliche heutige Problematik. Die unterschiedlichen subjektiven Wahrheiten müssen nämlich zuerst offen ausgesprochen und diskutiert werden. Das darf aber heute scheinbar nicht mehr passieren. Der Mainstream scheint das zu verbieten.

Dieter Freundlieb | Mi, 3. April 2019 - 10:46

In reply to by Jürgen Herrmann

Ich fürchte Herr Herrmann hat Popper missverstanden. Popper glaubte zwar, dass man sich der objektiven Wahrheit annähern kann - das versucht laut Popper ja die Naturwissenschaft. Aber das tut sie nicht, indem sie subjektive Wahrheiten gegeneinander abwägt. Subjektive Wahrheiten gibt es bei Popper in den Wissenschaften nicht. Hypothetische Aussagen müssen falsifizierbar und intersubjektiv nachprüfbar sein. Dann tragen sie zur Gewinnung objektiver Wahrheit bei und sorgen für den Erkenntnisfortschritt. Objektivität und Intersubjektivität sind für Popper mehr oder weniger gleichbedeutend.
Herr Herrmann hat allerdings recht, wenn er sagt, dass der Autor von Popper hätte lernen können. Vielleicht hätte er dann keine empirische Aussagen gemacht, die intersubjektiv nachprüfbar falsch sind.

Was die Wissenschaft und den Grundsatz der Falsifikation angeht haben Sie Recht Herr Freundlieb.
Ich habe aber nicht über wissenschaftliches Vorgehen gesprochen, sondern über Diskussionen, die auf Erkenntnisgewinn gerichtet sind und bei der jeder Diskutant in der Regel von seiner eigenen (subjektiven) Wahrheit ausgeht.

Jürgen Peters | Di, 2. April 2019 - 21:19

Ich habe es nicht geschafft, den Artikel bis zum Ende zu lesen. Zu verworren die Argumentation und zu voreingenommen der Autor. Tut mir leid, dafür habe ich einfach keine Zeit.

Sandra Richter | Mi, 3. April 2019 - 00:49

Schon der Satz ist faktisch selber Fake-News: Zwar schwindet tatsächlich das Vertrauen in die Medien, Zulauf bekommen aber nicht die "rechten Parteien", sondern vor allem die Grünen samt ihrer Verschwörungstheoretiker, die mit ihrem Glaubensbekenntnis vom menschengemachten Klimawandel und Untergang der Welt Angst schüren.

Die folgende mit Halbwahrheiten gespickte Polemik des Autors ist einseitig mit dem offensichtlichen Ziel, linksgerichtetes politisches Framing zu betreiben. Perfiderweise mit den gleichen Mitteln, die im Artikel beklagt werden, indem andere Meinungen diffamiert und bis ins unkenntliche verzerrt dargestellt werden. Beispielsweise "Lügenpresse", "Bevölkerungsausstausch", "Leugnen von Klimawandel" und die letzten Absätze über Trump (das Buch ist wohl vor dem Zusammenbruch der linken Verschörungstheorien über Trumps von Russland gekauften Wahlsieg entstanden).

Thorsten Kiefer | Mi, 3. April 2019 - 08:13

"Angemessen zu zweifeln kann man lernen"

Das kann ich unterschreiben, aber dann sollte man auch die Grundlage von "Angemessenheit" reflektieren. Welches Ich-Bild, Weltbild, welche Motivation, Gefühlslage steckt hinter ihrer "Angemessenheit"? Leider ist der ganze Artikel dann nur noch eine politische und einseitige Aussage, etwas wirklich Erhellendes zum Zweifel, seinen Grundlagen. Möglichkeiten und Grenzen findet sich nicht. Aus philosophischer Sicht also nutzlos und aus politischer Sicht sehr überflüssig.

Hans-Jürgen St… | Mi, 3. April 2019 - 08:26

Das ist eher Aktivismus als Philosophie. So mag sich dem Einen die angesichts der kontinuierlichen Immigration großer Zahlen von Menschen mit hohen Geburtenraten die folgende unweigerliche demographische Veränderung als geplante oder in Kauf genommene "Umvolkung" darstellen, dem anderen als wunderbare begrüßenswerte Diversifizierung der Gesellschaft. Ein Würfel ist ein Würfel, aber die Migration kann Segen und Fluch sein, und sogar gleichzeitig. Natürlich sind Chemtrails absurd, aber viele "Wahrheiten" hängen eben doch vom Blickwinkel ab, weil die Fakten einer Interpretation bedürfen. Bei all diesen Fragen geht es allerdings nicht so sehr um die Wahrheit wie um die Macht über den Diskurs, die das Milieu des Autors in gesellschaftspolitischen Fragen schon für sich gewonnen wähnte. Ein bisschen nachdenklicher und weniger mit Schaum vor dem Mund hätte er schön schreiben können.

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