Eva von Redecker
Eva von Redecker bei der Vorstellung ihres neuen Buches „Dieser Drang nach Härte“ / picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Eva von Redeckers neuer Faschismusbegriff - Freiheit als „Phantombesitz“?

Die Philosophin Eva von Redecker entwickelt in ihrem jüngsten Buch einen erweiterten Faschismusbegriff, um auf diese Weise Freiheitsansprüche, die ihr missfallen, als autoritär oder rechtsradikal etikettieren zu können. Damit führt sie ihr bisheriges Programm fort: den Kampf gegen den Liberalismus.

Autoreninfo

Frauke Rostalski ist Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Universität zu Köln. Sie ist Mitglied des Deutschen Ethikrats.

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Es kann irritieren, wenn sich Menschen, die nicht dem eigenen politischen Lager angehören, auf Freiheitsrechte berufen. Demonstranten in der Corona-Zeit zum Beispiel, die ihre Kinder unbedingt wieder in die Schule schicken wollen, während man selbst in Angst vor dem Virus jeden nicht unbedingt notwendigen Kontakt mit der Außenwelt meidet. Ganz zu schweigen von denen, die sich schon wieder in den Kurzurlaub nach Mallorca aufmachen, während man selbst zum Schutz des Klimas mühsam mit dem Lastenrad Kind und Einkauf von A nach B transportiert. 

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Wolfgang Dubbel | Mo., 11. Mai 2026 - 16:14

soll es unter Frauen nicht auch SpinnerInnen geben

Hans-Hasso Stamer | Mo., 11. Mai 2026 - 16:36

Seit Anbeginn der Menschheit war diese bestrebt, die eigenen Lebensumstände zu verbessern und die Wirklichkeit zu verändern.

Die modernen Linken haben einen neuen Weg entdeckt: sie verändern nicht die Wirklichkeit, sondern die Sprache. Antisemitismus bei Linken? Das erfordert einen neue Definition von Antisemitismus. Faschistische, autoritäre Tendenzen bei Linken? Dann muß der Faschismus um definiert werden. Alle belasteten Begriffe müssen beim Gegner landen. Niemals bei uns.

Wir sind Demokraten. Selbst mit der Diktatur.

Diese Sprachverhunzung hat schon im großen Maßstab die DDR versucht. Bekanntlich ist die misslungen. Zerschellt an der Wirklichkeit. Aber die westdeutsche Linke hat aus dem Scheitern der DDR nur den Schluss gezogen: beim nächsten Mal machen wir es besser. Wir irren uns nicht..

Ich will aber kein Versuchskaninchen sein. Weder bei Corona, noch in der Gesellschaftspolitik.

1984 war eine Warnung, keine Handlungsanleitung. Da sollten sich die Woken merken.

Herr B. | Di., 12. Mai 2026 - 09:40

Antwort auf von Hans-Hasso Stamer

Realität und Wirklichkeit widersprechen der Ideologie der Linken also müssen Realität und Wirklichkeit so umdefiniert werden, daß sie zur Ideologie der Linken passen, denn die Ideologie ist heilig, sie kann weder falsch sein, noch darf sie angezweifelt und oder verändert werden!

Dr. Oliver Strebel | Mo., 11. Mai 2026 - 16:58

Frau von Redeker vertritt einen ökologischen Freiheitsbegriff. Ökologie ist jedoch, wenn ohne menschliches Zutun Arten von einem Lebensraum Besitz ergreifen. So zB an der Pazifik-Küste Südamerikas wo der Vogelkot meterhoch liegt (klarer Ökozid), sodaß im 19ten Jhdt Europäer diesen Guano abbauten.

Ökologie ist wie die multikuturelle Gesellschaft nach Cohn-Bendit: grausam und wenig solidarisch.

Mein zentraler Wert ist Erhalt der Zivilisation. Das benötigt den Erhalt der menschlichen Lebensgrundlagen durch rücksichtsvolles Wirtschaften und dadurch auch Einschränkungen von Freiheit.

Bei solch wunderlichen Vordenkern (von R.) ist es kein Wunder, dass die wunderliche AfD (Krah 29.7.23: Märchenerzählen) zunimmt. Eine besorgniserregende Republik der Wunderlichkeiten ist entstanden.

Was wir brauchen ist ein offener gesellschaftlichen Diskurs um Lösungen und keine Diffamierung Andersdenkender durch von Redecker oder durch AfD (links-grün versifft).

Ingo Frank | Mo., 11. Mai 2026 - 17:08

Das Schlimmere, wer liest so etwas ?
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik.

Markus Michaelis | Mo., 11. Mai 2026 - 17:12

Dass es keinen absoluten Eigentumsbegriff gibt, ist ja selbstverständlich. Es gibt auch keinen absoluten Freiheitsbegriff, keine absolute Demokratie, Menschenrechte, Gott, Bibel, Nation, Volk, Menschheit, Gerechtigkeit, Verfassung und alles andere. Alles ist immer zu diskutieren, wie man es gerade genau definiert und gegeneinander ausbalanciert und priorisiert. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Ich kann nicht sehen, dass es ein dominierender Zug unserer Zeit ist, dass rechts-konservative Kräfte nur genau ihr Verbrennerauto und ihr Sonstwas zulassen wollen - für alle Menschen. Da sehe ich es eher dominanter, dass progressive Kräfte glauben irgendwelche höheren Wahrheiten erkannt zu haben und die ohne weitere Diskussion für alle Menschen (weltweit) als verbindlich ansehen wollen.

Das ist ganz einfach:

Die Frau ist der Auffassung Ihnen sagen zu dürfen, was sie wie, wann und in welcher Form dürfen bzw. nicht dürfen. Wenn Sie sich dagegen wehren, dann sind sie nach ihrer frei erfundenen Definition des Faschismus ein Faschist.

Finde den Fehler!

soistes | Mo., 11. Mai 2026 - 17:20

Das sieht man Ihr gleich an.

Brigitte Miller | Di., 12. Mai 2026 - 09:24

in gewissen akademisch gebildeten Gehirnen ausgebrütet wird: unbrauchbar im realen Leben.

Dagmar Lubig | Di., 12. Mai 2026 - 10:50

Antwort auf von Brigitte Miller

hier wird akademisch über den modernen Faschismus sinniert, tja, wenn der Faschismus inne wohnt, dann treibt er seltsame "Blüten".

Herr B. | Di., 12. Mai 2026 - 09:31

„ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“!

Es fällt auf, daß diese Menschen ihren Mangel an sachlich-faktischen Argumenten mit der Schaffung abenteuerlicher Begriffe & Zusammenhänge zu überdecken versuchen. Sie haben keine Argumente, die ihre Ideologie stützen und deswegen biegen sie sich die Realität so lange zurecht, bis sie paßt!

Diese Frau und ihre grünlinkswoke Blase sind intolerant allen und allem gegenüber, was nicht zu IHRER Meinung/Ideologie paßt. Sie wollen der Menschheit IHR Weltbild aufzwingen und sie lassen dabei keine Toleranz zur Abweichung zu! Sie reden von Faschismus dabei praktizieren sie ihn in Reinform!

Sie sollte sich ihre „Texte“ zu Gemüte führen und sich dabei fragen, ob sie es sich nicht einbildet, das Recht zu haben, anderen zu sagen, was sie dürfen und was nicht!

Menschen wie sie sind brandgefährliche Ideologen, die keine Grenzen kennen, wenn es um die Umsetzung IHRER Ideologie geht! Sie sind es die Kriege im Namen IHRER Ideologie beginnen!

... auch wenn sie sich selbst als solche bezeichnet.

Ideologie bleibt eine moderne Form der Religion, die sich als Wissenschaft tarnen will. Sie bildet auch keine Wissenschaftler aus, sondern Missionare, die durch die Welt ziehen und alle Welt zu ihrem Glauben und ihrer "Haltung" bekehren wollen.

Wer sich nicht bekehren lassen will und nicht "woke" sein will, der verfällt in der Vorstellung dieser "philosophischen" Heilsprediger dem Teufel
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Wie Herr B. richtig bemerkt, dient in einer Ideologie die Begrifflichkeit nur dem akademischden Mummenschanz.

Wie schon Herr B. angemerkt hat, kommen neugebildete Begriffe (wie "liquidierende Phantombesitzverteidigung") manchmal in der Tradition P. Langstrumpfs wolkig und lustig daher. Manchmal simulieren sie mit altmarxistischer dialektischer "Strenge" den unwirtlichen soziologischen Jargon, wie er heute immer noch üblich ist.
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Bei Frau von Redecker ist Sprache und Begrifflichkeit wohl Ausdruck einer veritablen Phantom-Philosophie.

... für ihren neuen Spiegel-Bestseller am So 17.5.26, 11 Uhr.

Der im lustigen Werbe-Deutsch der BSR und BVG benannte Kongress "Marx'is Muss" wird von der Partei "die Linken" in Berlin veranstaltet:

"Der MarxIs’Muss wird von Marx21 organisiert, einem Zusammenschluss
revolutionärer Sozialist*innen. Wir arbeiten in der Linkspartei, den Gewerkschaften des DGB und sozialen Bewegungen. ..."

Es stimmt: Für diesen Kreis liefert Frau von Redecker passgenau die fröhliche Theologie!

Ralf Straube | Di., 12. Mai 2026 - 10:40

sieht eher aus wie Phantomintelligenz.
Das ist schon merkwürdig: Niemand trachtet - nur als Beispiel – den Verbrennerverbot-Befürwortern nach deren Existenz - auch nicht im "Ausnahmezustand".
Umgekehrt ist das eher der Fall - ganz ohne Ausnahmezustand. Fällt die Verfolgung Andersdenkender (in social media: Kanalsperrungen, in real: Debanking) auch unter den erweiterten Faschismusbegriff? Oder einfach das Trachten dem Gegenüber nach der Existenz, nur weil der eine andere Meinung hat? Weil er die Klimahysterie einfach nicht mitspielt und völlig unideologisch die Welt sieht? Die Dame scheint ohnehin mit ihrer Weltsicht eher in autoritären, totalitären Systemen besser aufgehoben zu sein. Mit einem Wort: Sieht bei ihr nach einer schweren Form der Pluralismusallergie aus.

Ralf Straube | Di., 12. Mai 2026 - 10:42

ob nicht die, die andere gern als Faschisten bezeichnen, nicht eher selber welche - natürlich die "besseren" - sind.

Angelika Sehnert | Di., 12. Mai 2026 - 10:45

1. das Drucken von Büchern ist einfach zu billig geworden. Im Bleisatz wäre so etwas nie auf den Markt gelangt.
2. Der Niedergang des liberalen Westens und seiner Universitäten, die solche Leute ausbildet und als Lehrpersonal ( HU Berlin) beschäftigt, lässt sich solchen Büchern festmachen.Nota bene: V.Redecker hat in Cambridge promoviert!
3. Man sollte solche wirren Gedanken nicht noch durch eine Besprechung in einem seriösen Medium adeln. Es reicht, wenn das der DLF tut, der dies als originelle und streitbare Theorie, als lohnende und anregende Lektüre bezeichnet hat.

Ich finde es schon wichtig über solche Personen zu informieren, denn es sind sie die als geistige Brandstifter die Saat des Hasses, der Spaltung und der Intoleranz sähen. Diese Saat gedeiht dann prächtig auf dem stinkenden Misthaufen der grünlinkswoken Blase. Sie reift bis zum ausgewachsenen Faschismusbaum heran, der dann von den Jüngern als Rechtfertigung für Zwang, Leid, Krieg und Zerstörung benutzt wird.

Menschen wie diese Frau sind es die Diktaturen den Weg bereiten, sie erst möglich machen! Sie werfen anderen Faschismus vor, dabei praktizieren und propagieren sie ihn in seiner reinsten Form!

Christian Schuhegger | Di., 12. Mai 2026 - 18:40

Ich habe meine Kinder immer vor Philosophen gewarnt.

Rutherford wird der Ausspruch nachgesagt: Es gebe nur zwei Arten von Wissenschaften: Physik und Briefmarkensammeln (All Science Is Either Physics or Stamp Collecting).

Gemeint war wohl der Gegensatz zwischen beschreibendem Sammeln und Klassifizieren auf der einen Seite und dem Erklären durch allgemeine, prüfbare, oft quantitative Gesetze auf der anderen Seite.

Als wissenschaftliches Ideal verstanden, meint der Satz: Wissenschaft sollte über bloße Ordnung hinaus zu Mechanismen, Gesetzmäßigkeiten und Vorhersagen kommen.

„Wissenschaften“, die sich nicht am Experiment bewähren müssen, sind zwangsläufig Ideologiebildung.

Ich verstehe nicht, warum Ideen wie diese von Eva von Redecker überhaupt Raum erhalten, wenn es sich offensichtlich lediglich um „Briefmarkensammeln“ ohne weiteren Erkenntnisgewinn handelt.

Kurz: Defund Ideologiebildung!

Ingbert Jüdt | Mi., 13. Mai 2026 - 07:54

Letztlich sagt Frau Redecker damit aber nur, dass sie meinen Anspruch auf etwas als illegitim deklariert. Aber indem das in eine objektivierende Sprache gefasst wird, wird die andere Seite pathologisiert und ins Reagenzglas gesteckt. Der im Text erwähnte Begriff »autoritär-libertär« stammt von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey - diese zwei beiden haben in »Gekränkte Freiheit« dasselbe Muster implementiert: ich begegne dem anderen nicht mehr auf der formal gleichrangigen Ebene seiner erhobenen Geltungsansprüche (das wäre konsequente Habermassche Diskursethik), um sie gegebenenfalls argumentativ zu entkräften, sondern setze ihn in den Status eines zu sezierenden Gegenstands meiner Wissenschaft. Redecker kopiert dieses Muster.

Pierre Bourdieu hat dergleichen schon vor langer Zeit als »symbolische Gewalt« bezeichnet, und sprachpragmatisch als Sprechakt betrachtet ist es ein Äquivalent zum religiösen Bannfluch, mit dem Ketzer exkommuniziert werden. Warum überrascht mich das nicht?

Frau von Redeker will sich den akademischen Flachdeckel aufsetzen, indem sie einen pseudo-wissenschaftlichen Jargon im Munde führt. So will sie - als eine Art Doktor Eisenbart - von einem hohen Standpunkt aus ihre ideologischen Gegner wie dumme, kranke Patienten behandeln, die mit klagloser Bewunderung ihre Diagnose und ihre Therapieanweisung zu schlucken haben.