- Europa verliert an Ansehen - und wird zum gekränkten Narziss
Wer die Zeichen der Zeit nicht zu lesen versteht, geht unwissend unter. Europa muss sich neu erfinden und seine Selbstbezüglichkeit überwinden, um als freiheitliches Lebensmodell auch in Zukunft zu überdauern.
Der European way of life lässt sich als Daseinsform maximaler Annehmlichkeit umschreiben. Typisch europäisch ist ein Caffè latte aus Hafermilch und nachhaltig angebauten Kaffeesorten, zugleich magenfreundlich und angenehm stimulierend. Nur keine Bitterstoffe! Ein harmloses und massentaugliches Getränk, das idealerweise im selbst mitgebrachten Becher als Beitrag zur Weltrettung genossen werden kann. Danach geht es im Ledersattel des Vintage-Fahrrads weiter, entweder in den Hörsaal einer Universität, ins nächste Meeting oder gleich ins verlängerte Wochenende. Sollen doch andere an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gehen, während schon das nächste Tinder-Date ruft.
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werden sie naiv (weltfremd).
Das ist eine Tatsache.
Es ist also nicht besonders verwunderlich, daß die Europäer - vor allem die Westeuropäer und an ihrer Spitze die Deutschen - mit dem Verlust an Realismus und Vernunft auf das verdammte Glück von Jahrzehnten relativ hohen Wohlstands u. Friedens (!) reagiert haben.
Aus der Sackgassen, in welche "Blindheit, Konzeptlosigkeit und Weltfremdheit" sie hineingeführt haben, gibt es keinen einzigen anderen Ausweg als eine Kehrtwende um 180 Grad.
Diese allerdings erfordert Selbsterkenntnis, Mut, Kraft und Opferbereitschaft. Es wird sich zeigen, ob die Europäer bzw. w e l c h e Europäer dazu (noch) in der Lage sind.
Bei Deutschland bin ich da sehr skeptisch.
Stimme Ihnen wie immer zu Frau Wallau, bin aber fest davon überzeugt, dass eine Kehrtwende um 180 Grad nicht mehr reichen wird. Dieses ill. Konstrukt EU muss weg und ein völlig neues, diesmal von den einzelnen Völkern via Abstimmung in Anlehnung an die EWG-Grundgedanken orientierte legale Staatenverbindung her. Auch wenn die links-grünen Faschisten immer wieder behaupten, EU-Kritiker seien zugleich gegen den europäischen Gedanken freier Völker in Europa, die als eigenständige Staaten, dennoch gemeinsame Ziele verfolgen können und mit Verträgen, wie Z.B. Freizügigkeit durchaus einen gemeinsamen Anspruch formulieren. Diese EU hört schon seit Jahren immer wieder lautes Geböller im Gebälk und hat nichts kapiert, sondern macht immer weiter, auf dem Weg eine autokratische EU-Regierung zu schaffen. Gäbe es die Osteuropäer nicht, wären die schon deutlich weiter. Nein, ich habe es schon lange aufgegeben, Reformen zu fordern. Diese EU muss komplett neu und einfacher gedacht werden.
seine Position in der Welt realistisch zu sehen. Die Kränkung über die eigene Bedeutungslosigkeit bzw. dass die Welt den europäischen universalistischen Ansatz nicht einfach übernimmt, ist da.
Schwierig ist für mich weniger keinem Land/Region ersten Ranges mehr anzugehören. Schwierig ist, dass man sich seine Situation nicht eingestehen will und die täglichen Nachrichten noch voll damit sind, zu suggerieren, wie unsere Staatschefs global gefragt sind und die Welt mitgestalten. Die Realität liegt oft mehr bei ignorieren oder belächeln.
Die Ausbeutung der Welt würde ich nicht mehr so betonen. Das hat für mich auch mehr ein Nicht-Akzeptieren, der eigenen Bedeutungslosigkeit: dann muss man wenigstens noch für das Unheil verantwortlich sein. Der Globale Süden ist aber für sich selber verantwortlich, will das auch, aber einfach schlecht regiert oder die Bevölkerungen sind sich nicht einig: auch die wollen oft nicht wahrhaben, wo sie selber Verantwortung und Fehler haben.
"die Heuchelei und Verlogenheit der Europäer gelten überall in der Welt als ausgemacht, bloß nicht in Europa. Hierzulande geht man noch davon aus, dass der Rest der Welt auf die Errungenschaften des europäischen way of life aufblicken würde; in Wahrheit jedoch werden die Europäer längst belächelt, oft bemitleidet, wenn nicht sogar insgeheim verachtet.“
Dem ist so. Trump genießt trotz aller Rüpelhaftigkeit im Rest der Welt mehr Anerkennung als die Europäer & UvdL mit ihrem sich als Elite wähnenden blasierten Perlenkettchengetue.
Wer amerikanische Nachrichten mitverfolgt, bekommt mit, dass die Europäer seit jeher eher als quengeliges Anhängsel gesehen werden, denen die „can-do“ Attitüde abgeht.
Wer bildungshungrige asiatische Gesellschaften erlebt hat, dem ist klar, dass der hiesige Quotenwahn und die damit einhergehende Aufgabe des Leistungsgedanken dort nur für Irritation sorgt.
BRICS & Co ticken nicht wie Europa, denn sie vertreten handfeste Interessen.
Isch over, Europa, suck it up.
Nö, werter Herr Pietzcker, den letzten Satz im Artikel „…Die Verantwortung und die Folgen… die uns in die aktuelle Sackgasse manövriert haben, tragen wir jedoch selbst“, sehe ich anders. Ich trage keine Verantwortung, denn ich unterstütze diesen Mist in keinster Weise. Habe aber keine Möglichkeit als „unbedeutender“ Bürger dagegen anzugehen, noch nicht einmal durch Wählen. Diese werden von den Parteien und Verantwortlichen ignoriert und umgedeutet, je nach gusto. Also, ab in die Bedeutungslosigkeit. 🥺🥺
