Tuttle
Tricia Tuttle auf dem Roten Teppich der Berlinale, 21.02.2026 / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Rouzbeh Fouladi

Entlassung von Tricia Tuttle als Berlinale-Intendantin - Der Sumpf im Kulturbetrieb gehört trockengelegt

Nach nur zwei Jahren im Amt könnte Tricia Tuttle von der Intendanz der Berlinale entbunden werden. Es ist nach ihrem Schweigen über einen antisemitischen Auftritt nicht überraschend. Doch die Probleme liegen tiefer: in einem weitgehend verwahrlosten Kulturbetrieb.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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So kann man sich irren. Als im Dezember 2023 bekannt gegeben wurde, dass Tricia Tuttle die neue Berlinale-Chefin werden würde, lobte eine überregionale Tageszeitung aus Süddeutschland sie als „international versierte Branchenkennerin, die alle Fallstricke des Festivalwesens genau kennt“. Jetzt dürfte Tricia Tuttle nach nur 24 Monaten Amtszeit auf Betreiben von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer entlassen werden. So viel zu ihrer Kenntnis der Fallstricke des Festivalwesens.

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Lutzemann | Mi., 25. Februar 2026 - 19:11

Die hier beschriebenen antisemitischen Ausfälle und Lügen sind doch inzwischen Bestandteil der Biennale, der Documenta usw.
Neu ist, dass ganz offen und vor Publikum lebens bedrohliche Drohungen ausgestoßen werden!
Der Applaus und das Schweigen der Organisatoren beweist, dass die ganze Szene zu dieser würdelosen Position und den Drohungen steht. Die Biennale wird das also immer wieder inszenieren, egal wer oder was das ganze intendiert. Bezahlen will ich das aber nicht mehr.

Jens Böhme | Mi., 25. Februar 2026 - 19:15

Das westliche System wird immer desorientierter. Das Areal der Werte des freiheitlichen Systems vor Jahren Links- und Rechtsextremisten sowie Islamisten überlassen. Die bürgerliche Mitte (ohne es zu merken) zieht es in die verschiedenen Extreme. Kinofestivals, wo persönliches Geschwätz kundgetan wird - lustigerweise "Haltungzeigen" genannt - ist so interessant, wie ein leerer Sack Reis. Man kann das IOC verstehen, dass jegliches Aufflackern von politischer Demonstration bei Olympia konsequent bestraft wird. Für politische Kundgebung gibt es andere Plattformen und Gelegenheiten als Sport- oder Unterhaltungsveranstaltungen. Ein öffentliches Für und Wider zwischen Schauspielerin und Festivalleitung zu politischen Themen mag für durchpolitisierte Bürger interessant sein, spiegelt aber die rein cineastische Kunst nicht wieder. Ob wirklich jeder Film politisch sei, kann ich nur müde lächeln. Helge Schneiders Filme oder die Manitu-Filme politisch zu zerkauen, wird Beissen auf Stein.

Sabine Lehmann | Mi., 25. Februar 2026 - 21:19

Figuren wie Tilda Swinton sind Symptome einer sterbenden Kultur. Gestalten wie sie, derer gibt es zu viele, sie sind wohlstandsverwahrlost u. haben sich in ihrem verwöhnten, sinnentleerten Dasein eine Kompensationsstrategie für ihre blutende Langeweile gesucht. Und gefunden. Ihr Fokus, eigentlich schon eine pathologische Zwangsstörung: Der Islam & Das Klima, nebenbei noch etwas Weltuntergang und Diversität bis zum Hirnstillstand.
Kein Tag ohne Brandbriefe, Brandmauern, pervertierte Solidaritätsbekundungen, ihr Kompass leidet schon sehr lange unter einer veritablen Magnetstörung. Sie haben jedes Maß u. auch einen Teil ihres Anstands verloren. Und sie wissen das. Kommt man ihnen mit Sachargumenten u. einem Spiegel, der ihnen ihre Verlogenheit und das Messen mit zweierlei Maß vorhält, schließen sie einfach die Augen und ihre Ohren. Nur leider nicht ihre Münder, oder sollte ich besser sagen Schandmäuler? DAS können sie nicht, denn sie halten sich alle für Gottes Geschenk an die Menschheit!

👍👍👍, liebe Frau Lehmann! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, was diesen „Vorfall“ und „Verfall“ anbelangt. Habe heute gelesen, dass Grönemeyer sich in Wien während seines Konzerts auch wieder über die schrecklichen Rechtsradikalen ausgelassen hat. Einige haben wohl den Saal verlassen. Die meisten „Fans“ sind aber geblieben. Geschmäcker sind, wie wir alle wissen, verschieden. Aber was finden Tausende an diesem
Gröler? Wirklich singen kann er doch nicht. Oder sehe ich das falsch? Ja, unsere „Künstler“, Filmschaffenden und sonstige haben eins gemeinsam: Sie sind alle links. Und natürlich wahnsinnig stolz darauf. Darum müssen sie das immer und immer wieder kundtun. 🥺

Ja der Herbert. Irgendwann ist auch bei ihm irgendwas aus dem Ruder gelaufen. Einige seiner Songs fand ich, obwohl er nicht singen kann, richtig gut. Mittlerweile kann ich auch diese Lieder nicht mehr unbeschwert genießen, weil ich seine moralischen Inszenierungen so widerlich finde. Aber er ist nur einer von vielen in dieser Künstlerblase, die tatsächlich meinen, sie seien so unfassbar wichtig, dass die Welt teilhaben muss an ihren pastoralen Aufführungen. Auch eine Form von arroganter Selbstgefälligkeit. Zurückhaltung ist nicht ihr Ding, Bescheidenheit ein Fremdwort und Sachlichkeit der Gegenentwurf ihrer Ideologie. Einige sind regelrecht fanatisch und werden von Realitäten nur ungern tangiert. Man sollte dieser Bagage einfach das vorenthalten was ihnen am Wichtigsten ist: Aufmerksamkeit. Einfach ignorieren, liebe Frau Hachenberg.

Günter Johannsen | Fr., 27. Februar 2026 - 15:05

Antwort auf von Sabine Lehmann

wird von linken Partgeioen und NGOs finanziert und gefördert. In der untergegangenen DDR - das große Vorbild aller LinXen - war es ebenso: einige Wenige, z.B. die Pudlers, waren mäßig gut in ihrer vermeintlichen Rockmusik und wären ohne das ´ranschleimen an die SED nie bekannt geworden. Die durften sogar Schallplattgen einspielen! Knödel-Herby erinnert mich an diese unheilige Verbindung: nur deshalb mimt er den Linken. Rückgrat: Fehlanzeige!

Lehmann.
Ein weiterer Volltreffer aus Ihrer einzigartigen Feder. So ein bisschen erinnerte mich Ihr Beitrag in Inhalt, Stil und Pointe an die Martenstein-Rede vor den blöd glotzenden linksgrünwoken, sich selbst für solche (in der Tat „Geschenke an die Menschheit“) haltenden „Eliten“ dieser Gesellschaft.
Man konnte die Unterkiefer nur so poltern hören auf den Boden dieses Theaters.

Und ich sehe es wie Sie. Den Möchtegern-Joseph in Sportpalast-Laune sollte man einfach plärren lassen und ignorieren. Vielleicht ohne Micro irgendwo in die Ecke stellen. „So, Herbert, jetzt kannste loslegen. Wenn die Batterie leer ist, holen wir dich wieder ab.“

Vielleicht findet sich mal jemand, der die Marklücke schließt. Politisch-klimatisch korrekt so ein Aufzieh-Herbertchen. Hinten am Flügelrädchen drehen, dann und gibt er wild mit den Armen fuchtelnd komische, kreischende, hohle, mit viel „ä's“ durchsetzte Geräusche von sich. Und irgendwann ist die Feder ausgeleiert und er gibt... Ruhe.

Brigitte Simon | Mi., 25. Februar 2026 - 23:26

Das kann und will ich nicht glauben lieber Herr Dr. Grau.

Latyo Hawxa | Mi., 25. Februar 2026 - 23:47

Mann kann ein Künstler und zugleich ein Depp sein. Man kann auch ein Künstler und zugleich ein Opportunist sein. Am einfachsten ist es, wenn man als Künstler:In beides in sich vereinigt. Dann kann man sich dabei sogar richtig gut fühlen.

Markus Michaelis | Do., 26. Februar 2026 - 02:09

Es geht schon um die Weltsichten von Millionen Menschen. Die einen Millionen sehen es wie der Berliner Kulturbetrieb (aber auch mit vielen Untergruppen), viele sehen es ganz anders.

Es wäre falsch so zu tun, als gäbe es eine klare "Mitte", die die Dinge ganz anders sehe und den Berliner Kulturbetrieb als überdreht ablehne. Eine Mehrheit lehnt den Berliner Kulturbetrieb vielleicht ab, aber das gilt inzwischen für fast alles: es gibt mehrere Lager und fast jede halbwegs komplexe Sichtweise wird von einer jeweiligen Mehrheit abgelehnt - je nach Thema immer einer anderen Mehrheit.

Globalisierung, EU, migrantische Perspektiven sorgen nochmal für mehr Buntheit und Gegensätze. Wie das alles zusammengehen soll, ist wohl eine Frage, aber auch mit oder ohne Berlinale.

Aussagen wie dass man sich an die erinnern werde, die auf der eigenen und auf der Gegenseite standen, sind dabei nochmal ein Doppelturbo um jedes Vertrauen und die Zusammenarbeit in der Gesellschaft gegen Null zu fahren.

Angelika Sehnert | Do., 26. Februar 2026 - 07:22

Das pflegte mein Kunstlehrer
zu sagen, ein regional ziemlich erfolgreicher Landschaftsmaler. Von Können ist bei den meisten Künstler:-*innen nichts mehr zu sehen- weder in der Bildenden noch der Darstellenden Kunst. Maler, die nicht malen können, sondern nur „ performen“, Schauspieler, die nicht sprechen können, aber ganz viel reden und vor allem offene Briefe schreiben, gemeinsam mit ihren unbegabten Schriftstellerkollegen. Man könnte fast sagen, je geringer das Können,um so strammer links die Haltung. All das wucherte in den guten Zeiten,das sich selbst reproduzierende Milieu wurde mit Steuern gemästet. Man denke nur an die skandalöse „Tanzperformance“ mit toten Hühnern in Windeln im Paderborner Dom vor einem Jahr - im Beisein des Bundespräsidenten!Das Problem wird sich lösen. Nicht durch aktives Handeln der Politik, sondern durch Macht des Faktischen: die leeren Kassen.119 Mrd. Defizit für 2027! Der Sumpf wird austrocknen und eine kulturelle Wüste hinterlassen. Platz für Neues.

S. Kaiser | Do., 26. Februar 2026 - 10:20

Die Berlinale entwickelt sich zum Schaulaufen für ein neues Paliwood. Erst hat Hollywood mit woker Agenda den Blockbusterfans die Filmfreude verdorben, und nun zertrampeln politische Aktivisten das Programmkino. Vorbei sind die Zeiten, als man der Berlinale entgegenfieberte und eine Vorfreude auf die neuen Filme verspürte. An die Perlen abseits des Mainstreamkinos.
Es wird wahrlich Zeit für Tabula rasa im Kulturbetrieb.

Sebastian Habel | Do., 26. Februar 2026 - 15:16

Tilda Swinton, Tricia Tuttle, Abdallah Alkhatib. Wer soll das sein? Vor diesem Skandal hab ich noch nie von diesen Personen gehört, geschweige denn von einem ihrer Machwerke. Der deutsche Film ist sowie so ein schlechter Witz. Ohne Förderung scheint er nicht überlebensfähig. Und die Förderung reproduziert immer den gleichen Mist. Wer, außerhalb von Feuilletonredaktionen, schaut sich denn diesen Quark überhaupt an? Wenn wir diese Leute schon bezahlen müssen, warum müssen wir über sie reden (ja, bin selbst schuldig)?

Günter Johannsen | Fr., 27. Februar 2026 - 15:18

Diese Berlinale ist zur linken Geldverbrennungsmaschine verkommen und muss weg!
Man sollte auch dringend für solche kulturellen Veranstaltungen eine andere Stadt auswählen. Im rot-grün durchdrungenen Berlin wird sowas immer wieder zur kulturellen VerUNstaltung!