- Deutschlands Identität ist transnational
Vor 220 Jahren endete das Heilige Römische Reich deutscher Nation. 1871 wurde es durch den kleindeutschen Nationalstaat ersetzt. Seitdem hat die angeblich nationale Identität das transnationale Erbe überlagert. Zeit für eine Rückbesinnung.
Es ist der 6. August 1806, ein Mittwoch. In der Wiener Hofburg setzt Franz Joseph Karl aus dem Haus Habsburg-Lothringen seine Unterschrift unter ein Dokument. In diesem heißt es: „Wir Franz, der Zweite, von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, … erklären demnach durch Gegenwärtiges, dass Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen, dass Wir das reichsoberhauptliche Amt und Würde durch die Vereinigung der conföderirten rheinischen Stände als erloschen und Uns dadurch von allen übernommenen Pflichten gegen das deutsche Reich losgezählt betrachten.“
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Die Glorifizierung des heiligen römischen Reiches deutscher Nation aufgrund seiner Heterogenität und (nur zum Teil an den Rändern) Multiethnizität kommt mir etwas verwegen vor. Es war im Inneren sehr zerstritten, durch konfessionelle Gegensätze geprägt und nach außen kaum handlungsfähig. Zudem war es gegenüber Angriffen selbstbewusster früher Nationalstaaten wie Frankreich oder Schweden extrem verwundbar. Erst die Ausprägung eines Nationalgedanken im 19. Jahrhundert und die gleichzeitige Schwächung der konfessionellen Gegensätze und des Christentums an sich konnte diese Schwäche im Rahmen nationaler Einigung überwinden. Ab 1871 konnte sich dadurch ein sehr erfolgreiches Staatswesen etablieren, das leider aufgrund ungeschickter Politik und auslöndischer Neider nicht von Bestand war und verspielt wurde. Dennoch bestand die Stärke immer auch in der Homogenität, also gleicher Sprache und Kultur.
Die Ausprägung eines Nationalstaatsgedankens bei gleichzeitiger Schwächung des Christentums, war notwendig und ein Erfolg, so lese ich Sie, Herr Escher?
War es nicht doch der Anfang vom Ende im 3. Reich?
Die Position des deutschen Kaisers war viel zu schwach, den Gedanken einer deutschen Nation zu verkörpern?
Die gemeinsame Kultur war ebenso viel zu zersplittert in auch Hoch- und Volkskultur, als dass sie zur nationalen Klammer hätte werden können?
In der Tat löste sich das Christentum als eine solche Klammer auf, siehe Wagner, Beethoven, Schumann ff.
In so einer Situation der nationalen "Schwäche" bzw. des "Noch nicht", einen Krieg an der Seite Österreichs zu führen, war fatal.
Nach dem 1. Weltkrieg aber konnte es so schnell keine gemeinsame positive Besinnung geben?
Nach dem 2. Weltkrieg erst recht nicht.
Wir leben noch in den Nachwehen?
Wer oder was wären die Deutschen heute in ihrer inneren, europäischen und globalen Bezüglichkeit?
Grundanständig und ehrlich bemüht, sage ich mal!
Sie beruhte auf einer Abfolge von Ausgrenzungen angeblicher innerer Feinde: die um den preußischen Machtstaat herum organisierte deutsche Nation hat zuerst die Demokraten ausgegrenzt (von denen viele als »Fourty-Eighter« in die USA gingen), sodann die Sozialdemokraten (als »vaterlandlose Gesellen«), dann die Katholiken (als »Ultramontanisten«), dann die Kommunisten und schließlich die Juden. Keine andere Nation Europas beruhte so sehr auf einer neurotischen Engführung der eigenen Identität wie die deutsche.
Die eigentliche Stärke Deutschlands ist die Zahl unterschiedlicher Kulturräume, an die es angrenzt und mit denen es Überlappungszonen teilt: Romanen im Westen und Süden, Slawen im Osten, Skandinavier im Norden, und Angelsachsen übers Meer. Im Zentrum Europas ist Deutschland zur vermittelnden Brückenkultur prädestiniert, und mit etwas mehr politischer Klugheit und Selbstvertrauen sogar zur Vermittlung zwischen den USA und Russland als den Rändern der europäischen Zivilisation.
und die Angelsachsen übers Meer".
"Brückenkultur" passt auch gut.
"Transnational" trifft es aber nicht so gut, weil der Begriff der Nation für Deutschland m.E. nicht greift und eher negativ geprägt war, "die sind es nicht, die auch nicht" usw.
In Krisen braucht es aber schon mal eines Anknüpfungspunktes für das Zusammen.
Die 9. Sinfonie von Beethoven, in der die Musik zu sprechen beginnt, ist ein solcher Anknüpfungspunkt.
Ein zentraler Punkt darin DIE FRAU, DER MENSCH, DAS UNIVERSUM.
Man lese noch einmal Schillers Ode "An die Freude", die m.E. dem "Zarathustra" von Nietzsche zugrundeliegt:
"Durch den Riss gesprengter Särge"
Der, die, das(Kristina Schröder) "UNBEKANNTER"
"Überm Sternenzelt", m.E. nicht in den Grüften der Vergangenheit.
FREUDE
"Allen Sündern soll vergeben
und die Hölle nicht mehr seyn"
"Atavistische" Religionen geraten da leicht ins Hintertreffen.
"Gott ist tot" ist also eine Bestandsaufnahme, aber eine respektvolle und leitende -> in eine Zukunft.
Woher das Grauen?
"Wahrheit gegen Freund und Feind"
Die Ode ist ein Schatzkästlein für eine Zukunft.
Nietzsche versuchte dafür eine Religion der Transzendenz.
Die Hymne Europas sollte gerade Deutschen nicht fremd sein.
Symphonisch
Durch die musikalische "Erziehung" meines Vaters, in der Wagner jedoch fast vollständig fehlte.
Jeden Werktag um 18 Uhr lief zu den Klängen der "Rheinischen Symphonie" Schumanns der NRW- oder Ostwestfalen-Länderspiegel mit dem Panoramablick auch über den Teutoburger Wald.
Siehe zu diesem das niedliche Video "Lippe als Fussballreportage".
Wenn ich so überlege und das macht man vielleicht öfter in meinem Alter, FREUDE wäre schon ein zentrales Thema.
"Ins Offene" ->
Es gibt genügend Beispiele, dass sich sehr ähnliche Menschen oder Gruppen misstrauen und bekriegen. Auf der anderen Seite können Gruppen, die man als eher heterogen ansehen würde, durch irgendwelche starken Bekenntnisse miteinander verbunden sein.
Das Heilige Römische Reich war ein Konstrukt, dass ausschließlich auf dem System der Erbmonarchien beruhte. Deren Träger waren in erster Linie ihren Familie verpflichtet, die zwar transnational heirateten, aber nur mit dem Ziel, die eigene Herrschaft abzusichern. Der Nationalstaatsgedanke wurde von außen, vornehmlich durch Napoleon in den deutschsprachigen Raum hineingetragen und fiel, wegen der kleinstaatlichen Zersplitterung, die die wirtschaftliche Entwicklung verhinderte, im Bürgertum auf fruchtbaren Boden.
Das Reich verschwand, weil es eben keine Einheit war, schon gar keine Nation im heutigen oder damaligen französischen, englischen, spanischen Sinn. Seine Zeit war vorüber, weil es die widerstrebenden Kräfte im Inneren nicht bändigen und zu einer Einheit führen konnte.
Mir erscheint im Artikel von Herrn Grau der Versuch allzu durchsichtig, den sich in Deutschland anbahnenden Multikulturalismus in eine Traditionslinie mit dem heiligen römischen Reich deutscher Nation zu stellen und ein schon immer schwaches Nationalgefühl zu beschwören überzeugt mich nicht. Weder spielte der Islam damals eine bedeutende Rolle, noch war die Heterogenitöt mit den heutigen Verhältnissen vergleichbar. Beim Tenor "Alles schon mal da und völlig unproblematisch" bzw. der Verweis auf das historische Vorbild scheint mir eher der beschwichtigende Wunsch Vater des Gedankens...
Der Nationalstaat ist heute m.E. multiethnischen Staaten mit den bekannten mannigfaltigen Konflikten nach wie vor überlegen...
jedes noch so zerrissene Land mit einer starken Führung ist Deutschland überlegen, das sich einerseits noch sucht, andererseits sich darin auch schon wieder "auflöst", im Sinne von unterschiedlichen Bezüglichkeiten?
Kein Wunder, dass Herr Grau auf das Heilige römische Reich deutscher Nation zurückgeht.
Das funktioniert aber eventuell nicht, auch weil die "Fliehkräfte", bzw. Kulturen, die zusammengeführt werden sollen, mittlerweile global sind.
Deshalb nimmt man gerne Zuflucht zur Offenen Gesellschaft Poppers?
Wenn aber
"keine" Gesellschaft mehr erkennbar, bzw. möglich ist?
Da hilft uns doch der Verfassungspatriotismus von Habermas, der zum Grundgesetz!
Diesen Prozess zu schützen, ist doch auch eine Aufgabe eines oder einer Bundespräsidentin?
Wenn sich niemand dieses Niveaus findet, muss es trotzdem gehen.
Man kann nicht aus Angst vor der schwierigen Situation den Kopf in den Sand stecken.
Der Nationalstaatsgedanke ist gewissermaßen leer und unbestimmt für Deutschland.
Er taugt nicht
lebendiges Miteinander denkbar, weil eine parlamentarische Demokratie.
Die Idee, die Verfassung zu einem "kategorialen Imperativ" zu gestalten, im Sinne eines "Du musst", finde ich abwegig.
Da ist m.E. kein Funken Kant´schen Geistes.
Wer einfach schon mal so, etwa anderen ein moralisches Empfinden und den Schutz des Firmamentes abspricht, weshalb nur noch Befehl und Gehorsam Sinn ergäbe, wäre evtl. gescheitert vor dem Leben und seinen höchsten Möglichkeiten.
Wir waren zuletzt auf einem guten Weg, auf dem wir bleiben sollten.
Der Verfassungspatriotismus ist m.E. völlig ungeeignet, er ist akademisch, steril und emotional völlig unergiebig. Er ist eine Verlegenheitslösung der Nachkriegszeit, die mit dem NS-Trauma umgehen wollte. Andere Nationen haben solche Konstrukte nicht und pflegen meist einen gesunden Patriotisnus. Diesen wiederzuerlangen durch Pflege positiver Traditionen und Kenntnis der deutschen Geschichte sollte das Ziel sein. Aktuell sind politische Tendenzen erkennbar, diesen positiven Patriotismus wieder zu stärken. Für die Generation der 68er ist das natürlich ein unverzeihlicher "Rechtsruck". Sie sehen ihr Lebenswerk der Stigmatisierung der Nation in Gefahr. Ich glaube dagegen, es führt langfristig kein Weg daran vorbei, diesen gesunden Patriotismus wiederzugewinnen.
mit Nachbarvölkern und Zugewanderten incl. des tatsächlich damit verbundenen Zugewinns (Bsp Hugenotten!) sollte indes nicht geeignet sein, die unkontrollierte Migration und misslungene Integration der Neuzeit zu beschönigen
Man kann Menschen nicht in drei Sätze zwängen. Eine Verfassung soll gerade die Verständigung und ein gewisses Vertrauen zwischen Gruppen sicherstellen, die sich sonst nicht auf irgendwas einigen könnten. Wenigstens die Regeln des Aushandelns, die Institutionen dafür, sollen akzeptiert sein. In dem Moment, in dem man die Verfassung selber zu einem Heiligtum erklärt, dass das richtige Menschsein festlegen soll, verlieret es diese Funktion. Es wird dann eher zu einer religiösen Schrift und die Gesellschaft basiert auf der gesellschaftlich-staatlich kontrollierten Einhaltung der "religiösen Gebote", der Einhaltung der Symbole und Liturgien.
Ich halte es für wichtig, Werte und Verfassung auseinanderzuhalten. Eine Verfassung legt nicht das Menschsein fest. Es sind Regeln, die sich Menschen gegeben haben, die aus irgendwelchen anderen Quellen ein Bekenntnis zueinander haben und einen Staat bilden wollen, oder diese Staatsbildung zumindest akzeptieren?
Deutschland bestand um das Jahr 1800 aus rund 300 weitgehend selbständigen Territorien. Eine deutsche Identität war absolut nicht im Sinne von deren Herrschern, sondern wurde erst durch die Teilnehmer an den napoleonischen Befreiungskriegen erstritten. Es gehört zur Tragik der deutschen Geschichte, dass "Deutschland, Deutschland über alles" auf diesen Zwiespalt hinwies. Der übersteigerte Nationalismus unter dem Zeichen "Preußen" ist ein Phänomen der Neuzeit.
Es gibt Weichenstellungen in der Geschichte, die hatten ihren guten Grund, und die sollte man auch für die Zukunft akzeptieren.
Der Weg zum Nationalstaat gehört zu diesen Entscheidungen.
Während Deutschland unter der Führung Preußens in die Moderne aufbrach, siechte Österreich-Ungarn mit der alten Reichsidee mittelalterlich vor sich hin. Aus diesem Sumpf entstieg dann Hitler.
Ich sehe jedenfalls nicht den geringsten Grund, an der aktuellen Ordnung Mitteleuropas in Nationalstaaten irgendetwas zu ändern. Die Österreicher fahren gut mit ihrem eigenen Land. Die Schweizer wollen von uns auch nichts wissen. Das Elsaß gehört unhinterfragt zu Frankreich. Was soll man da jetzt mit einer Wiederbelebung einer mittelalterlichen Idee von einem transnationalen Reich?!
Gute Zäune machen gute Nachbarn, sagt das Sprichwort. Dabei sollte man bleiben. Wir haben wahrlich andere Probleme.
... zumindest meiner Meinung nach, und danke für die hier vorhergehenden Einlassungen, werte Mitforisten.
Sie, lieber Herr Grau, schreiben von diesen Vorgängen (und das gilt für alle ähnlich gelagerten zu allen Zeiten und auch heutzutage), als handele sich dabei um reine Willensakte irgendwelcher Staatsmänner aus irgendwelchen semiphilosophischen Überlegungen heraus.
In Wirk-lichkeit verlangen immer schon die wirtschaftlichen Entwicklungen der Menschen sich verändernde gesellschaftliche Formen.
Und wie sollte sich denn bitte da in einem 300-teiligen Gebilde (wie es ein Forist schreibt), mit teils ebensovielen Kleinherrschern, Maßen, Währungen und Zöllen der junge Kapitalismus in der stattgehabten, ungeheuren Macht entfalten?
Das Sein prägt das Bewusstsein, und unser menschliches Sein ist in allererster Linie immer von den wirtschaftlichen Gegebenheiten geprägt, da können "Spezialisten" und Ideologen gerne über andere Formen nachdenken. Die materielle Realität wird davon nicht bestimmt.
Irgendwas muss allerdings Staaten zusammenhalten: eine Religion, ein Feind, irgendein Gedanke, Geschichte, vielleicht Werte. Ich glaube auch, dass Staaten ein gewisses Maß an "Wir und Die" brauchen. Wenn ich in einer Familie zusammenhalte, ist das auch nicht einfach wertebasiert und jeder, der sich zu denselben Werten bekennt, gehört zur Familie, jeder, der das nicht tut, gehört nicht mehr zur Familie. Es ist immer auch ein großer Anteil dabei, dass man zusammengehört, weil man zusammengehört und das gibt das Fundament immer wieder an den Gegensätzen zu arbeiten.
Alle Konstrukte des menschlichen Zusammenlebens (Religion, Staaten, Demokratie, Werte ...) müssen fortlaufend Gegensätze austarieren.
Das braucht nicht unbedingt die Idee einer Nation, aber es ist aus meiner Sicht eher eine ganz gute Idee, natürlich immer im Verbund mit anderen Dingen und ohne Extreme.
Bei allen Respekt, der Autor macht einen derzeit üblichen methodischen Fehler:Er überträgt heutige Definitionen, Inhalte und Befindlichkeiten zurück auf das frühe 19.Jhd. Ich bin, wie Herr Grau, keine Neuzeithistorikerin, bezweifle aber, dass viele Bewohner des Reichsgebietes mit irgendwelchen Identitätsproblemen, seien sie europäischer oder nationaler Natur, befasst waren. Die vor Ort regierenden Adelsgeschlechter bezogen ihre Identität aus ihrer Herkunft, die Untertanen wohl eher aus ihrer Religionszugehörigkeit und rechtlichen Stellung. Richtig, das Reich umfasste viele Sprachräume und kulturell höchst unterschiedliche Regionen, eine nationale oder gar europäische Identität ergab das sicher nicht, schon gar nicht in dem heute gebräuchlichen Sinn. Der greise Franz II/I handelte als Oberhaupt und im Sinn seines uralten, europaweit vernetzten Adelsgeschlechts, dessen Macht und Blütezeit zu Ende ging. Er ahnte wohl, dass der Parvenü aus Korsika unaufhaltsam die Zukunft ankündigte.
1806 war Franz II bzw. I erst Mitte Dreißig! Da hat mich das Porträt über dem Artikel falsch beeinflusst. Er sieht darauf nicht nur alt , sondern auch recht desillusioniert aus. Sein Schachzug hat ihm und seinem Haus ja eher nichts genutzt. Zeitläufte lassen sich eben nicht durch Einzelentscheidungen aufhalten.
Das Heilige Römische Reich deutscher Nation war nie ein Reich, geschweige eine Einheit. Die Kaiser hatten im gesamten Reich zu keiner Zeit gar nichts zu melden. Weder regierten sie über das Reich, geschweige herrschten diese daüber. Dieses gesellschaftliche Konstrukt war total aus der Zeit gefallen. Während alle Staaten ringsum Zentralstaaten wurden, dümpelte Deutschtum mit seiner Dezentralisierung vor sich hin. Der 30-jährige Krieg fand nicht in Europa statt, sondern in deutschen Landen, indem sich allerlei Fremdmächte einmischten und durch deutsche Lande marodierten (und vermutlich damals den deutschen Zentralstaat verhinderten). Die Anfänge des Nationalstaates mit dem Hambacher Fest waren eine logische, aber viel zu späte Folge des größten sprachlich-kulturellen Verbundes Europas, was keineswegs in eine Übersprungshandlung Anfang des 20.Jahrhunderts mündete. Zu spät kommen ist eines der Merkmale deutscher Kultur.
... trotz des sehr gewichtigen Einwands von Frau Sehnert.
Die Beschäftigung mit der Reformation und mit dem lebenslangen politischen Wirken von Leibniz bringt mich eher zu den Einschätzungen von Herrn Grau.
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Auch Machiavelli schreibt zu Beginn eines Aufsatz über Deutschland zu Beginn des 16. Jhdts: "An der Macht Deutschlands darf niemand zweifeln."
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Liebe Frau Sehnert, Machiavelli weist darauf hin, dass die Institution der Reichsstädte und die Geistlichen Fürstentümer ein großes Gegengewicht gegen das dynastische Prinzip des Adels bildeten.
Die große Handwerkskunst in den Reichsstädten ermöglichte den bedeutenden Fernhandel, der den Städtebund der Hanse und große Städte wie Nürnberg, Ulm, Augsburg usw. geprägt hat.
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Nach meinem persönlichen Eindruck hat im 19. Jahrhundert die Geschichtswissenschaft zu schnell die kleindeutsche Lösung befürwortet.
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Deutschland liegt im Zentrum Europas, der Ausgleich zwischen den Nachbarn ist seine wichtigste Aufgabe.
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Nix für ungut.
aus Jena, Historiker frühe Neuzeit und ein "Fan des alten Reiches" hat seine Vorlesung mit dem Goethe Zitat eingeleitet " Was ihr den Geist der Zeiten heißt, Das ist im Grund der Herren eigner Geist, In dem die Zeiten sich bespiegeln".
So auch hier, dass sich irgendein Zeitgenosse des 16. -18. als Bürger des HHR gefühlt hat, wag ich zu bezweifeln. Er war Sachse, Bayer oder nur Untertan von XY. Und dann kam zur Goethe Zeit und später der Gedanke auf, das wir allen Deutsche sind. Jetzt basteln wir Deutschen das HHR zur Proto EU um, weil wir keine bösen Nationalisten sein dürfen. Wie es Mami Merkel demonstriert hat, als sie dem vorlauten Gröhe sein Fähnchen auf offener Bühne weggenommen hat.
Ich glaube der Rest der EU sieht das nicht so und begreift auch Uschi die 1. nicht als Gesalbte.
Der "grüne Tisch" die "lange Bank" sind Begriffe aus der Geschichte des Reichstags, die seine Kompromissfähigkeit und Entscheidungsschwäche bezeichnen.
