- Gefährliche Zuversicht
Seit Jahren rufen Spitzenpolitiker zu Zuversicht und Optimismus auf. Das ist nicht falsch. Wenn dieser Appell aber mit der Realität kollidiert, wirkt die Politik unglaubwürdig und abgehoben. Es profitieren die Wütenden und Übelgelaunten.
Uns allen dröhnt noch Angela Merkels „Wir schaffen das“ im Ohr. Der Appell war sicher gut gemeint. Aber er erwies sich als fatal. Was als Aufruf zum Optimismus und zum Anpacken gemeint war, klang in den Ohren vieler Bürger schnell wie Realitätsverweigerung und Schönfärberei. Bald schon machte das trotzig-wütende „Wir schaffen das nicht“ die Runde.
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Ausgangspunkt der deutschen Realitätsverweigerung war eine DDR-sozialisierte Naturwissenschaftlerin. Zu vermuten wäre eine tiefsitzende Skepsis gegen politische Schönfärberei und der analytische Blick einer Physikerin. Weit gefehlt ! Aber auch die Vorliebe für Wagner bietet keine ausreichende Erklärung, warum sich eine angeblich konservative Partei 16 Jahre in politisches Duckmäusertum begeben hatte. Und nun hilft selbst die von Merkel kreierte Brandmauer nicht mehr.
Das ist der Film mit Leonardo DiCaprio, in dem sich (Spoiler) der Psychiater am Ende – nein nicht als der Mörder, sondern selbst als Insasse der Klapsmühle herausstellt. Denn »gaslighten« tut sich unsere politische Klasse in erster Linie selbst: sie redet sich vor allem selbst ein, sie verfüge für die Bewältigung der multidimensionalen Systemkrise am Ende der neoliberalen Epoche noch über Sachverstand und Orientierung.
In der Realität gibt es derweil kaum noch ein Politikfeld, in dem man nicht umfassendes Elitenversagen konstatieren müsste: von der Migrations- über Wirtschafts- und Sozial- bis zur Außen- und Geopolitik. Man hat die Außenpolitik an die USA und die ökonomischen Weichenstellungen an die globalistische Oligarchie von Big Tech und Big Money abgetreten und versteht nun die Welt nicht mehr, weil einem die politischen Handlungsspielräume abhandengekommen sind.
Man muss darum befürchten, dass die Eskalationspolitik gegen Russland von unbewusster Todessehnsucht getrieben wird!
„Es profitieren die Wütenden“ usw. Das ist skurril: wie sonst soll ein klar denkender Mensch auf diese irre Politik reagieren, wenn nicht mit Wut? Es ist doch geradezu eine Verhöhnung der Menschen. Diese Politiker verzapfen einen Mist nach dem anderen und wenn ihnen wütende Proteste entgegenschallen, werfen sie den Wütenden vor, alles nur schlecht zu reden. Wie nennt man so ein Verhalten der Politik in der Psychologie ?
Ich mag Satire, weil Satire Dinge nicht nur von einer abstrakten Seite betrachtet. Leider verstehen immer weniger Bürger sowas und meistens wird zurückgefragt, das meine man doch wohl nicht ernst.
... ohne realen Optimismus nicht leben.
Das gilt auch für echte Lehrer, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen: Wissenserwerb muss doch sinnvoll sein, muss zu einer Besserung führen.
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Wie kann man heute einen solchen sinnvollen und realitätsbewussten Optimismus erwerben, der das Leben weiter im Gang hält?
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Heute sehen nicht nur die alten trüben Tassen in den Medien überall spektakulär-finale Katastrophen sehen.
Auch realitätsbewusste Bürger nehmen mit echtem Schrecken wahr, welche Inkompetenz von unserer medialen und politischen Elite gepflegt wird. Sogar mit einem einen realen Krieg wird gespielt.
Wie sie es schön beschreiben, Herr Grau, versucht diese Elite immer wieder, uns Untertanen wie Esel in die gewünschte Richtung zu treiben, indem sie uns Eseln irgendeine optimistische Möhre vor die Nase hält.
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Trotz alledem: Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.
"Wenn" assoziiert die Möglichkeit, die Sache auch aus einer anderen Perspektive zu bewerten. Das finde ich ziemlich grotesk, denn womit sonst sollte man "Zuversicht & Optimismus" messen als mit der Realität, werter Herr Grau?
Und da die deutsche Schadenbilanz m.E. apokalyptische Ausmaße angenommen hat, würde ich sagen, es gibt nicht nur keinen Anlass für Optimismus, es grenzt geradezu an pathologischen Realitätsverlust hier Zuversicht zu zeigen bzw. zu proklamieren. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen u. von Volksverdummung sprechen! Das Schlimmste an dieser Schadenbilanz ist inzwischen nicht nur das immer weiter absinkende Qualitätsniveau, es ist erschreckend, dass davon kein Bereich mehr verschont ist, es ist ein Flächenbrand.
Und dass Politik und veritable Teile unserer Gesellschaft ausschließlich damit beschäftigt sind, Menschen, Parteien und Organisationen zu verbieten, die auf diese Missstände seit Jahren hinweisen, zeigt nur, dass der weitere Abstieg gesichert ist!
Dass Sie kein Freund der AfD sind, Herr Grau, daraus machen Sie keinen Hehl. Ihr gutes Recht. Nun schreiben Sie: „die AfD hat auch deshalb so einen großen Erfolg, weil sie schlecht gelaunt und wütend daherkommt“. Super Analyse! Kann man mit so einer lapidaren Aussage Geld verdienen? Wenn morgen Herr Marguier vom Cicero und andere Magazine, für die Sie schreiben (gibt es die)?, zu Ihnen sagt, dass man Ihre „Dienste“ nicht mehr in Anspruch nehmen will, da sie unwahre Tatsachen behaupten, schlechte Artikel schreiben, Unwahrheiten verbreiten, usw., sind Sie dann begeistert und freuen sich über die Bewertung ihrer Arbeit? Ganz bestimmt stecken Sie das weg! Sie sind wohlgelaunt, gar nicht wütend! Ist halt so, gell? Ach, was schreibe ich da? Sie
haben Ihre Meinung, und sind auch noch ganz stolz darauf!
Ja, und weil die AfD wütend daherkommt, sind Millionen von Menschen bereit, Sie zu wählen? Ich fasse es nicht! Für so dumm halten Sie Millionen von Wählern?
Das musste dem allerwertesten Herrn Grau mal gesagt werden, nur ich befürchte, es wird ihn nicht jucken. Fast wünsche ich mir, dass es die AfD schafft und dann gründlich aufräumt, auch unter den "Medienschaffenden". Mal sehen, ob wir Herrn Grau dann im Widerstand wiederfinden. Ich fürchte, dort wird er nicht sein. Wahrscheinlich wird er sein Mimikry anwenden und als bunter Schmetterling davonflattern. Ironie aus.
Seltsam, als Individuen werden wir von der Politik nur wahrgenommen, wenn es darum geht uns zu gängeln oder zu beschimpfen. Dann sind wir Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker, die wegtreten können. Oder aber Rolexträger und Porschefahrer, die allein deshalb der Steuerhinterziehung verdächtig sind.
Wenn es um die individuelle Freiheit geht unser privates Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten, dann sollen wir uns klaglos ins Kollektiv einreihen und gefälligst tun, was der Staat will:immense Steuern und Abgaben zahlen, E-Autos und Wärmepumpen kaufen, Klappe halten und richtig wählen.
Ich frage mich manchmal wirklich, ob unsere Politeliten überhaupt keine Rückkopplung ins richtige Leben mehr haben. Ist da wirklich niemand, der von den Zumutungen der wirtschaftlichen Unsicherheit, dem Zusammenbruch des Bildungssystems und der Infrastruktur,den fatalen Auswirkungen einer völlig gescheiterten Migration erzählt? Von der Realität?
