- Spiegelbild einer zögerlichen und ängstlichen Gesellschaft
Ein Elfmeter ist eigentlich eine einfache Sache: Ein Spieler schießt aufs Tor. Der Torhüter versucht zu halten. Inzwischen jedoch machen Schützen und Torhüter daraus ein albernes Spektakel – und den Spiegel einer Kultur, die Geradlinigkeit verlernt hat.
Was waren das für Zeiten: Es ist der 7. Juli 1974. Im Münchner Olympiastadion wird das WM-Finale zwischen den Niederlanden und Deutschland ausgetragen. In der 25. Minute entscheidet der englische Schiedsrichter Jack Taylor auf Strafstoß für die DFB-Elf. Paul Breitner übernimmt und läuft an, die Stutzen lässig auf den Knöcheln. Seine Haarmähne und sein Bart gemahnen eher an einen südamerikanischen Guerillero als an einen braven deutschen Mittelfeldspieler. Breitner zögert keine Sekunde und haut den Ball flach ins rechte untere Eck. Torhüter Jan Jongbloed hat keine Chance.
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Die Haare, an denen man im Artikel was zieht, sind sehr, sehr lang. Der Fußball wird zu Aufstieg oder Untergang von Nationen aufgebauscht. Der emotionale Druck der Fußballer steigt parallel dazu. Kolumbianische Fußballer werden nach der WM erschossen, wenn diese ein Eigentor bei der WM fabrizieren (1994). Derzeit traut sich ein kolumbianischer WM-Teilnehmer nicht ins eigene Land zurück, weil er eine Torchance versemmelte. Die Medien vieler "Fußballnationen" steigern sich entweder in mütterliche Streicheleinheiten oder vernichtender Kritik hinein. Dazwischen gibt es nichts.
Sie mögen von vielen vieles verstehen. Vom Fußball haben Sie jedoch keine Ahnung. Denken Sie an Freud: manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre.
Auf den Punkt. Herr Grau liefert den Elfmeter und Sie haben ihn versenkt. Vielen Dank dafür!
Was soll/kann/muss schlussendlich daraus werden? Ist es eine Form von betreutem Dasein, von Diversität einzelner Akteure oder Gesellschaften die die Dinge selbst in die Hand nehmen oder gar Lebensunfähigkeit? Den Mut zu individueller Verantwortung gibt diese Gesellschaft entweder freiwillig ab oder er wird ihr genommen werden. Das einzig Gute in diesem Szenario ist die Rückblende die immer wieder zeigt, daß mutig Vorangehende, dann doch die schlimmsten Entwicklungen verhindern. Aktivisten, im heutigen Sinne, sind damit ausdrücklich nicht gemeint. Es sind diejenigen, die sich ein rationales Weltbild erhalten und daraus positive Entwicklung gestalten. Eben Menschen die auf dem Teppich bleiben.
kann nur einer, der sein Ziel vor Augen bzw. einen Plan hat, von dessen Sinn er überzeugt ist u. den er unbedingt ausführen will.
Wenn er auf alle hört, die rechts u. links von ihm ihre Bedenken, Alternativvorschläge und Ratschläge verschiedenster Art hereinschreien, kommt er nie dahin, wohin er eigentlich will.
In Deutschland haben längst diejenigen zu sagen, die alle möglichen und unmöglichen
Rücksichtnahmen auf Minderheiten und
Kleinigkeitskrämer fordern, so daß es schon viel zu lange dauert, bis die Ausführung eines Planes überhaupt g e n e h m i g t wird!
Und dann hört es mit der Reinrederei noch keineswegs auf. Während der Arbeit am Projekt treten neue Bedenkenträger auf und stoppen nicht selten das Ganze.
Mutiges, frei-verantwortliches Handeln ist in Deutschland nicht gefragt.
Bei uns herrschen Bürokraten, die überall Haare in der Suppe finden und nicht ruhen, bis jeder Plan dreimal zu 100% überprüft ist: 1. sachlich 2. sprachlich 3. auf grün-linke Ideologie-Treue hin.
Liebe Frau Wallau, das Ganze geht aber nur, weil ein Großteil der Bevölkerung genau dies einfordert! Verantwortung für sein Tun übernehmen gibt es nicht mehr. Deshalb benötigen wir ja diese ganzen Pseudowissenschaften und „Experten“. Um bei Herrn Grau und dem Fussball zu bleiben. Weshalb müssen 5 Experten und 8 Schiedsrichter so ein Spiel begleiten? Es sind einfach nur noch lächerliche meist mediale Inszenierungen mit denen eine Pseudoobjektivität und allumfassendes Fachwissen für ein Eventpublikum suggeriert werden. Panem et circenses!
haben Sie ja recht, Herr Grau,aber der Vergleich mit den Elfmetern war ein wenig komisch.Zumal Sie sich ja selbst widerlegen, da Sie schreiben, die Nicht-Treffer-Quote sei seit Jahrzehnten die selbe.
Und wer das klägliche Auftreten unserer Elf gegen Paraguay gesehen hat,der hat von Seiten der Paraguayer genau die „Breitner-Elfmeter“ (Hingehen, den Ball reinhauen, fertig) gesehen, die unsere Jungs nicht schießen konnten.
Vielleicht aber einfach nur, weil sie diese nicht gut genug trainiert hatten.
Und auch, da haben Sie recht, weil unsere Jungs bei dieser WM genau diese mutlosen, willenlosen Gestalten waren , über die Sie hier schreiben.
Es wird eines anderen Trainers bedürfen, sie wieder zu den von sich überzeugten Kickern zu machen, die vier WM-Titel holten.
So wie unsere Gesellschaft einen neuen „Trainer“ braucht,einen, der „mal drauf hält,sprich alte,verkrustete Strukturen abschafft, den Menschen Mut macht, neue Wege geht. Keinen feigen, verlogenen, unfähigen Kanzlerstuhl-Kleber.
Da wären wir bei der Trainerfrage. Es muss wer sein, der von Menschen und Menschen im Team Ahnung bzw. entsprechende Lebenserfahrung hat. Ein Trainer, der begeistern, mitreißen kann. Und keine Fiesematenten im Training veranstaltet. Der in Pressekonferenzen die Spieler wortgewaltig und ohne stottern verteidigen kann, dass Spieler merken, da ist ein Führer, ein Macher, der weit vorausplant, aber keine Wunder verlangt, trotz spielerischer oder sonstiger Defizite. Wenn man am Ende eines verlorenen Spiels das Gefühl hat, die haben alles gegeben und man ist trotzdem zufrieden über die Leistung des Teams.
Sepp Herberger hielt von Elfmeter nichts. Auch wenn wir seit ihm wissen, daß der Ball rund ist", "ein Spiel dauert 90 Minuten", "11 Freunde sollt ihr sein".
Zu Herbergers Zeiten als Nationaltrainer (bis 1964) gab es das Elfmeterschießen als Finale noch gar nicht. Stand es in einem K.-o, -Spiel, entschied nach der Verlängerung unentschieden (Münzwurf bzw. heute Kreditkartenwurf) oder ein Wiederholungsspiel. Einen Strafstoß während der Spielzeit muß durch Fleiß und Taktik erzwungen werden.
Als aktiver Spieler erlebte er im Jahr 1921eine Episode, die seine gesamte Karriere prägte. Er wechselte für die damals astronomische Summe von 10.000 Mark Handgeld vom VfR Mannheim zum Stadtrivalen Waldhof Mannheim.
Das galt als Verrat und er wurde als "Profi" wegen Verstoßes gegen das Amateursport-Statut lebenslang gesperrt.
Begnadet wurde er erst, nachdem er "R e u e" z e i g t e. Und glaubhaft versicherte, das Geld zurückgezahlt zu haben......
