Annette Kurschus
Die neue EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus beim Treffen mit „Cicero“ in Hannover / Ricardo Wiesinger

EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus - „Glaube ist nicht Wissen und Beweis“

Annette Kurschus ist die neue Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Im Interview spricht sie über Glaubenskrisen, den Vorwurf, ihre Kirche sei eine Art Glaubensarm der Grünen, und die Rolle der Evangelischen Kirche in der Moderne. Kurschus glaubt, Gott könnte die Corona-Pandemie mit einem Fingerschnipsen beenden – und erklärt, warum er es ihrer Meinung nach dennoch nicht tut.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero. Er studierte Journalistik und lebt in München.

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Annette Kurschus ist evangelische Theologin und Pfarrerin, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und seit November 2021 Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); also die oberste Protestantin des Landes. Aufgewachsen ist sie im hessischen Obersuhl und im Siegerland. Ihr Vater war Pfarrer und zeit seines Lebens politisch engagiert. Weil er sich dereinst unter anderem für die Ostverträge einsetzte, wurde ihm der Spitzname „roter Pfarrer“ verpasst. Auch für Kurschus gehören Glaube und Politik zusammen. 

Frau Kurschus, Sie sind die Tochter eines Pfarrers, der sein Leben lang politisch engagiert war und den Spitznamen „roter Pfarrer“ hatte. Wie war es für Sie, in einem solchen Pfarrhaushalt aufzuwachsen? War es streng zuhause, oder ging es eher liberal zu?

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M. Bernstein | Mo, 14. Februar 2022 - 17:55

Ich nehme es der der Kirche sehr übel, dass sie die Impfung zum Götzen erhoben hat und nicht den Menschen beisteht.
Für das Klima, für was auch immer wird "gebetet". Nur bei Corona ist das anders. Hätten die Kirchen in Demut vereint um die Überwindung von Corona gebetet, da wäre ich dabei gewesen und die Menschheit hätte mit Sicherheit davon profitiert.

Günter Johannsen | Mo, 14. Februar 2022 - 19:17

In reply to by M. Bernstein

ist Staats- bzw. Parlamentsangelegenheit und muss dort geregelt werden! Was allerdings die Sorgen, Ängste und Probleme der Menschen - des Einzelnen - angeht, darum hat sich unbedingt Kirche zu kümmern Seelsorge ist eine Kern-Aufgabe der evang. Kirche, nicht Klimapolitik oder linker Zeitgeist!
Ich bin 3 Mal geimpft und halte Impfen auch für wichtig, denn ich will, dass wir schnell ohne Corona weiter gut und frei leben können. Aber richtig ist, dass es dazu verschiedene Meinungen geben darf. Aber die eigene Meinung bitte verbal - ohne Gewalt - äußern. Das erwarte ich auch von diesem Staat. Der aber gibt immer öfter eine eine miese Rolle ab. Demokratie lässt seit Merkels Amtsantritt zu wünschen übrig. Die grün-rote Regierung setzt das nun fort. Was will man da an Glaubwürdigkeit erwarften. Die ist verspielt!

Tomas Poth | Mo, 14. Februar 2022 - 20:01

In reply to by M. Bernstein

Die Kirche passt sich dem Zeitgeist an, ordnet sich ein und unter.
Sie hängt sich an die "verkündete Wissenschaft" an und macht sich damit abhängig.
Die "verkündete Wissenschaft" ist Religion auf Basis von Computermodellen die unter variablen Annahmen ein gewolltes Bild zeichnen, um dem Götzen zu dienen. Z.B. die Klimakrise, um das Goldene Kalb Wachstum für neues Wachstum zu forcieren.

Christa Wallau | Di, 15. Februar 2022 - 10:59

In reply to by Tomas Poth

in die evang. Kirche.
Aber das, was ich von außen mitbekomme, zeigt mir eines ganz klar: Auch dort ist - wie bei uns - von einem lebendigen Glauben nur noch wenig zu spüren. Im Vordergrund steht nicht Christus und sein Evangelium, sondern eindeutig diese Welt, auf die sich alles Reden und Tun fokussiert.
Kurz: Es werden - wie schon oft in der Geschichte der Menschheit - die falschen Götter angebetet.
Frau Vetter (weiter unten) hat recht: Christliche Glaubensgewißheit findet man in D fast nur noch in den sog. Freikirchen.
Es wird höchste Zeit, daß die Trennung von Staat u. Kirche endlich auch bei uns erfolgt, damit sich bei den "Gläubigen" die Spreu vom Weizen absondern kann.

Sehr viele Deutsche sind nur noch deshalb in der Kirche, weil sie in dieser Institution einen guten Job gefunden haben. Aber ausgerechnet s i e sind es, die jetzt so große Töne spucken und über den "Synodalen Weg" Reformen fordern.
Was hinterher aus dem Galuben und der Kirche wird, kümmert sie nicht.

Ronald Lehmann | Di, 15. Februar 2022 - 00:31

In reply to by M. Bernstein

Ein Glück, dass ich der Institution & nicht Gott dem Rücken gekehrt habe.
Naja, eine rote Pfarrerstochter hatten wir schon einmal. Eigentlich reicht es.
Und das der Staat nicht nur seine Hände in der Kirche hat, wussten die bösen Bubis in der DDR zur genüge, denn auch dort hatte sich der Kommunismus wie ein Virus verbreitet.
Und wenn ich den kirchlich-staatlichen TAM-TAM alleine bei der Frauenkirche an schaue, ohne Worte. Das hat nichts, aber auch nichts mit den Inhalten des Evangelium zu tun.
Aber selbst ein Reinhard Mey "ICH GLAUBE NICHT" bringt das Problem Institution Kirche auf den Punkt!

KIRCHE & STAAT - EINE MEDALLIE mit zwei Seiten & EINER Agenda

Wie heißt es im Matthäus 6:5
Und wenn Ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen & Straßenecken stehen & beten, um sich vor den Leuten zu zeigen.

Die Institution Kirche ist für die "Leut & für den Staat" gemacht, nicht für die Inhalte der Aussagen von J. Christus & vor allem nicht für die Schwächsten!

„Kirche & Staat“ scheint mir das Hauptproblem zu sein. Solange der Staat die Kirchenführer mit Steuermitteln versorgt und die „Kirchensteuer“ eintreibt, kann es keine unabhängigen Kirchen geben. Warum muß der deutsche Steuerzahler für die Gehälter der Kirchenführer aufkommen, selbst wenn er kein Kirchenmitglied ist? Der Staat „hält“ sich die Kirchen als Hilfstruppen, um seine Agenda „geistlich-geistig“ unter das Volk zu bringen und zu verankern. Die Verquickung von Staat und Kirche gereichte in der Geschichte immer Staat und Kirche zum Vorteil………..so erzog man sich den staats- und kirchengläubigen Untertan und erstickte jedes Bedürfnis nach Freiheit, Eigenverantwortung, geistiger Unabhängigkeit im Keim. Das Motto ist immer das gleiche: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Enka Hein | Mo, 14. Februar 2022 - 18:15

..kein Wissen und Beweis."
Das sollte Sie mal sich selbst + den Klimahysterikern klar machen und verinnerlichen.
Denn bei der Frage:"Hat die evangelische Kirche denn das Problem....so etwas wie den Klimawandel, auf die Flüchtlingspolitik, also zu politisch geworden ist?
Da wird aus Glaube wieder Wissen und Flüchtlinge werden mit Bibel verknüpft.
Schon verlogen. Steht in der Bibel was von strömt in Sozialsysteme. Diejenigen dort haben mit eigenem "Geld" geholfen.
Kein Wort das man als Kirche gut verdient an der Schleussermentalität und es auch noch per eigenem Schiff unterstützt.
Selbst bestens vom Steuerzahler bezahlt werden, auch in Zeiten von Corona oder sonstigen Widrigkeiten keine Existenzsorgen zu haben.
Und dann Steuerzahlern mit Zitaten kommen.
Sowas brauche ich nicht.
Mein Glaube funktioniert auch ohne diese Systemlinge.
1000 Zeichen reichen mal wieder nicht.
Gutes Interview, bestätigt aber nur meine bisherige Erkenntnis.

Markus Michaelis | Mo, 14. Februar 2022 - 18:24

ich nutze aber gerne das Interview, für die Punkte, die ich deutlich anders sehe als Frau Kurschuss. Der Anspruch für die Schwachen, Flüchtlinge etc. da zu sein ist ab einem Puntk selbstgefällig. Es ist verbreitet, selbsternannt für irgendwen zu kämpfen: hat man "die" Schwachen gefragt? Und für welche Schwachen tritt man ein - bei all den Gegensätzen? Und wer tritt genau ein - mit wessen Mitteln?

Ja, Kirche könnte komplementäre Positionen in die Gesellschaft bringen, aber Klima, Flüchtlinge etc. sind die Standardthemen mit klaren Standardpositionen unserer Gesellschaft, keine Zweifel, keine Widersprüche, eher sehr viel Klarheit, welche Menschen dazugehören, welche nicht. Es wird wenig gerungen, mit den Schwierigkeiten, die Mensch, Welt und Gesellschaft ausmachen. Man freut sich mehr an der klaren, gemeinsamen Position in der eigenen Gruppe und dass man klar gegen die steht, die das anders sehen. Das ist nicht meine Auffassung von Kirche.

Robert Hans Stein | Di, 15. Februar 2022 - 13:02

In reply to by Markus Michaelis

In vergangenen Epochen mag sie wichtige Funktionen erfüllt haben. Doch das sind wesentlich die, mit deren Erfüllung sie sich heute schwer täte: Disziplinierung der Menschen mit Drohgebärden, Abwehr anderer Religionen (Islam) u.v.a.
In der Gegenwart ist Kirche so nützlich wie Pickel am A....., und die staatliche Förderung dieser überholten Institutionen ist skandalös. Andererseits wieder verständlich - man zieht ja in vielerlei Hinsicht am selben Strang. Ich brauche jedenfalls keine salbadernden Andachtsprediger in Funk und Fernsehen; mir reicht der Schlaumeier-Uhu.
Und weil der Begriff der Gerechtigkeit im Interview mal wieder strapaziert wurde: Gerechtigkeit ist bekanntlich Ansichtsdssache. Oder findet es jemand gerecht, wenn Menschen, die am Aufbau einer Gesellschaft nicht mitgewirkt haben, von dieser profitieren dürfen? Klar Kirche/Christentum hat damit kein Problem, siehe das Evangelium von den trotz verschiedener Leistung gleich entlohnten Arbeitern im Weinberg (Mt. 20,1-16).

@RStein Mir wäre dieses Bild der Kirche zu eng - aber wie bei allen Dingen ist es vollkommen in Ordnung, dass es verschiedene Sichtweisen gibt. Das "eigentliche" Christentum ist vor allem durch den Glauben an Jesus Christus definiert. In diesem engen Sinne ist die Zahl der strengen Christen in D wahrscheinlich überschaubar, aber auch diesen Glauben würde ich nicht leichtfertig wegschieben. Verbunden aber nicht identisch mit dem Glauben ist die Kirche und die erfüllt ganz ohne Zweifel (für mich) wichtige menschliche und gesellschaftliche Aufgaben. Zu den menschlichen Aufgaben gehören auch Dinge, die mit Glauben und Sinngebung zu tun haben. Man muss das nicht bei der Kirche suchen, kann dort auch vieles schlecht finden. Aber was ich sehe ist, dass die allermeisten Menschen und Gesellschaften "Strukturen" haben, die sich mit solchen Aufgaben und Fragestellungen beschäftigen. Für mich ist das auf jeden Fall ein Grund das nicht einfach wegzuschieben.

Bernd Muhlack | Mo, 14. Februar 2022 - 19:00

"Was ist denn Ihre Theorie, warum Gott nicht mit dem Finger schnipst und diese Pandemie beendet? Irgendeinen Erklärungsansatz werden Sie ja haben. Wenn nicht Sie, wer dann?

Ich glaube, dass Gott die Erde ins Leben gerufen und den ungeheuren Prozess der Evolution in Gang gesetzt hat. Gott wollte nicht Gott sein ohne den Menschen."

Welch ein Stuss - Sorry!

Das fragte man schon so oft - dieser Drops ist gelutscht!

Gebt dem Kaiser was des Kaisers und Gott was Gottes ist soll Jesus gesagt hat.
Mehr muss man nicht wissen.

Die institutionellen Kirchen sind out.
Das hat mit selbst gemachten Problemen wie etwa Mißbrauch und Ideologisierung eher nichts zu tun. Es mangelt am Zuspruch, Interesse.
Bei unseren muslimischen Zeitgenossen ist das anders.
In Köln bereits über 30 Moscheen mit Muezzin!
Wieviel Synagogen (mit Polizeischutz!) gibt es?

WIR tolerieren, akzeptieren alles bis zur Selbstzerstörung (Sloterdijk).

Immerhin bleibt uns Bedford-Strohm fürderhin erspart - so Gott will!

Günter Johannsen | Mo, 14. Februar 2022 - 19:04

Der Vorwurf, dass die letzten Kirchentage Fast-Parteitage der Grünen waren, lässt sich nicht von der Hand weisen: "Vulven malen" und "Schöner Kommen" als Workshops ist nicht Sache der evang. Kirche. Wenn sich die Grünen der allgemeinen Lächerlichkeit preisgeben wollen, sollen sie das tun, aber der Kirche steht es nicht gut zu Gesicht. Unter dem SPD-Genossen Bischof Bedford-Strohm war das möglich, denn er konnte auch als EKD-Vorsitzender seine SPD-Mitgliedschaft nicht ruhen lassen! Er hat sein Amt missbraucht für ideologische Propaganda in Wort und Tat ... ist MEINE Überzeugung!
Ich hoffe (und ich habe bei Frau Annette Kurschus ein gutes Gefühl), dass sie präsidial sein kann und sich mit Parteilichkeit absolut zurückhält. Sie wird hoffentlich die vom Genossen Bischof verursachte Kirchenaustritts-Wellen bremsen bzw. zurückfahren können. Verloren gegangenes Vertrauen und Wohlwollen ist allerdings sehr schwer zurück zu gewinnen.
Das ist wohl ihre dringlichste Aufgabe!

... evangelisch oder katholisch) wieder um das "Eigentliche" (=Glauben) kümmert. Grüne Parteitage haben eh einige an Ex-Theologie-StudentInnen(!) dabei und sollten deshalb ihr eigenes Süppchen kochen.
"Witzig" find ich, dass es scheinbar mehrere Pfarrer-/Pastoren-Töchter gibt, deren Väter als "Rote" bekannt waren. Tja, da lieb ich den, mit dem ich mich - trotz Kirchenaustritt - gut verstand: Er trug manchmal unterm Talar ein rotes "Club"-Shirt, um noch rechtzeitig ins Stadion zu kommen, aber kein rotes Partei-Buch ;)

Karla Vetter | Mo, 14. Februar 2022 - 19:34

Meine Muter konnte kochen. Aber Spaß beiseite. Trotzdem bin ich gläubig. Glaube braucht keinen Beweis. Für mich ist er die Gewissheit, dass sich das erfüllt auf das ich hoffe. Ich jedenfalls bin die Wette des Blaise Pascal eingegangen. Die evangelische Kirche empfinde ich nur noch als Depentance grün/linken Wohlgefühls. Da bietet mir mein freikirchlicher Gottesdienst mehr. Zum Beispiel die Erkenntnis , dass wir eben in einer gefallenen Welt leben, die das Paradies um der Freiheit und Eigenständigkeit willen aufgegeben hat. Wir leben nun mit den Konsequenzen. Covid und jedwede andere Krankheit gehören auch dazu. Die Sprengel-Gemeinde zu der wir gehören würden, praktiziert 2 G. Die Jahreslosung 2022 heißt: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen". Jesus Christus ist dieser Kirche ferner denn je.

Werner Gottschämmer | Mo, 14. Februar 2022 - 19:39

Selten so frei raus gesagt, es INTERESSIERT mich nicht die Spur. Wer ist das??

Michael Sauer | Mo, 14. Februar 2022 - 20:04

Man kommt nicht umhin, das Gefühl zu haben, dass die hohen Vertreter und natürlich auch Vertreterinnen die zentrale Botschaft des Evangeliums von Auferstehung und ewigem Leben selbst nicht mehr glauben. Bei den Protestanten ist dieses Gefühl noch ausgeprägter als bei den Katholiken, aber auch dort schon sehr präsent. Da wundert es einen nicht, dass der Zuspruch ausbleibt. Vorübergehende Erscheinungen wie die Missbrauchsskandale modulieren den Abschied des Kirchenvolkes nur. Mitte des Jahrhunderts wird Deutschland ein weitgehend nicht kirchensteuerpflichtig gebundenes Land sein, meine Schätzung: ca. 20 Mio EKD und kath. Kirche zusammen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 14. Februar 2022 - 21:13

nicht durchlesen, allein die Vorstellung, ob nun des Fragenden oder der Antwortenden, Gott könne mit dem Finger schnipsen, war zuviel für mich.
Nun bin ich der Meinung, dass Gott alleine nicht stark genug ist, mit dem Finger zu schnipsen.
Als erster Beistand fiel mir die Frau ein und deshalb habe ich das Interview dann doch gelesen.
Ein sehr schönes Interview.
Mir scheint Abhilfe so schwierig, weil in der Tat Viren m.E. auch Gottes "Geschöpfe" sind.
Ob nun dieses spezielle auch?
Jedenfalls wäre es auch als Rekombiniertes nicht ausserhalb des Göttlichen, weshalb ich annehme, in meinem Glauben, dass es nach seiner eigenen Balance suchend, dann auch selbst zu einer Form findet, mit der wir leben können.
Ich halte "das Böse" für keinen genuinen Bestandteil des Lebens, sehe darin eher Unwissenheit, Irrtum oder "Blindheit".
Ebenso neigt jeder von uns evtl. hier und da zu Abweichungen von einer Art je Balance.
Bis wir alle eine Art Vogelflug hinbekommen, vergeht immer auch Zeit.
Ich hoffe...

René Maçon | Di, 15. Februar 2022 - 06:34

"Ich glaube, dass Gott die Erde ins Leben gerufen und den ungeheuren Prozess der Evolution in Gang gesetzt hat. Gott wollte nicht Gott sein ohne den Menschen."

Theologie ist die Kunst, logische Widersprüche mit Verbalakrobatik zu übertünchen.

Evolution des Lebens aus primitiven Einzellern zu komplexen Lebewesen mit Selbstbewusstsein, wie dem Menschen, funktioniert nur über das Prinzip der Selektion: Die Schwachen und weniger gut an ihre Umwelt Angepassten müssen eliminiert werden, damit besser angepasste, höhere Lebewesen entstehen.

So gesehen ist die Evolution also ein Schlachthaus. Warum hat der allmächtige und allgütige Gott dann die Evolution eingesetzt, um höhere Lebewesen wie den Menschen zu schaffen? Das passt nicht zusammen. Die Annahme eines allmächtigen und allgütigen Gottes, der die Evolution einsetzt um den Menschen zu schaffen ist ein logischer Widerspruch. Ein allmächtiger und allgütiger Gott hätte den Menschen auch ohne Evolution mit Freiheit ausstatten können.

Norbert Heyer | Di, 15. Februar 2022 - 07:45

Ich bin katholisch, 70 Jahre alt, zahle Kirchensteuer und habe seit über 4o Jahre keinen Gottesdienst mehr besucht. Vielleicht bin ich nur noch Kirchensteuer-Zahler, weil Eltern und Großeltern sehr fromm waren. Die Gemeinde, in der wir wohnten, besuchte der Pfarrer immer die gutbetuchten Gläubigen, bei uns tauchte er nie auf. Sonntags wurde um Spenden gebettelt, sonst würde die Heizung abgestellt, vor Wahlen wurde unverhohlt für die CDU getrommelt. Als dann noch ein Missbrauch bekannt wurde und wir erfuhren, dass dieser Priester zuvor bereits aus diesem Grund schon versetzt worden war, ist mir der Glauben abhanden gekommen. Ich glaube nicht mehr an eine Rückbesinnung, diese Kirche ist am Ende, wenn auch schon die höchste Vertreter beider Konfessionen ihr Kreuz ablegen aus Rücksicht auf islamische Befindlichkeiten. Die Kirche stand immer auf der Seite von Macht und Kapital, damit ist sie immer gut gefahren, aber jetzt geht es doch rapide ab in die Versenkung, traurig aber leider wahr.

Brigitte Miller | Di, 15. Februar 2022 - 10:15

bestätigt mit einigen Aussagen , dass die Vorwürfe gerechtfertigt sind.

Martin Beckmann | Di, 15. Februar 2022 - 10:33

Zitat von oben: "Meine beiden Brüder und ich wurden in unserem Elternhaus nie zu etwas gezwungen oder gedrängt."
Wo bleibt der Aufschrei der staatlich alimentierten Kirchgänger gegen
1. Duldungspflicht der Impfung bei der Bundeswehr. Haben wir Militärpfarrer oder Staaslakaien ohne Rückgrat?
2. Gegen den Impfzwang durch die Hintertür per Erpressung?
3. Ein ganzes Volk zur Teilnahme an einem Medizinversuch zu zwingen?
Das sind schwere Verstöße gegen christliche Werte und das GG. Solange die Kirche noch durch Gesetze alimentiert wird, wird sie schweigen, egal was die Oligarchen und die Nomenklatura beschließt. Wäre sie auf freiwillige Zahlungen angewiesen, wäre sie schon lange pleite, hätte aber die Chance sich anzustrengen für ihre blinden Schäfchen, die nun auch noch einen Maulkorb tragen müssen. Ich bin froh aus dem Verein ausgetreten zu sein.

Helmut Bachmann | Di, 15. Februar 2022 - 11:54

mal wieder. In der Bibel steht eben nicht, wen man wählen kann oder wen nicht, ob man geimpft sein muss, oder dass man Flüchtlinge aus dem Meer fischen muss. Da steht was von Vertrauen auf Gott und Nächsten-, sowie Feindesliebe. Und da versagen die Kirchen bei den Sterbenden (zu wenig gute Presse?). Ein Skandal. Die Pfarrerin versteht da etwas falsch. Sie will sehr wohl Politik machen und ist dabei so platt, wie es nur geht. Christen sollten eben nicht "wissen", was richtig und was falsch ist. Sie sind frei zu denken und frei von Schriftgelehrten (eigentlich), sie müssen um das Gute ringen. Wie sie ihre Nächstenliebe gestalten, dass steht nicht in der Bibel, dass muss man sich immer wieder neu überlegen. Da braucht es keine Kirche, die heuchelt, sie sei unpolitisch.

Lisa Werle | Di, 15. Februar 2022 - 12:35

Wenn wir etwas nicht brauchen, dann das selbstgerechte linke Gesülze dieser Frau. In den Kirchen herrscht nur noch Bigotterie, egal ob katholisch, evangelisch, muslimisch oder was es sonst noch so gibt. In der EK ersetzt jeweils ein engstirniger Politisierter den anderen. Ich staune immer wieder, mit welchen Sprachverrenkungen sie sich selber und die anderen glauben machen wollen, sie meinten es ja nur gut. Sie benutzen Gott für ihren politischen Mist. Diese Schwätzer wollen uns einreden, sie verträten Gott. Das alles hat nichts, aber auch gar nichts mit Gott zu tun. Und das ist auch gut so. Der wirkliche Gottesglaube bleibt unberührt von diesem Gequake.

Gerhard Fiedler | Di, 15. Februar 2022 - 15:23

für alles gibt es bekanntlich Bibelsprüche. Ich kenne diesen: „Wer sein Leben findet, der wird´s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird´s finden“. Halten Sie diese Worte Jesu angesichts von Corona nicht mehr für zeitgemäß, nur im übertragenen Sinn zu verstehen? Gilt dies dann auch für jenes „Er ist auferstanden“, den Urgrund christlichen Glaubens? Wendet sich die Kirche deshalb lieber gesellschaftlichen Themen zu, weil ihr der Glaube abhandengekommen ist? Sie sind der Überzeugung, dass nicht wir die Welt retten können, weil Gott sie gerettet hat. Warum aber sollen sich dann Christen an die Spitze der Klimarettung stellen? Sie glauben, dass Gott die Evolution in Gang gesetzt hat. Den Menschen noch als Krone der Schöpfung zu verstehen, wie soll das passen? Machen nicht die unendlich vielen Galaxien, Sterne und Planeten jenes „Ich habe Dich bei deinem Namen gerufen“ ohnehin zu einer unglaublichen Kost. Wie beliebig wird so Ihr kirchlicher Auftrag?

Dirk Weller | Mi, 16. Februar 2022 - 13:38

aber ein sehr naiver Inhalt.

Das so viele Menschen lediglich sehr oberflächliche Gründe haben aus der Kirche auszutreten, das dürfte nur in den seltensten Fällen zutreffen.

Denn erstens :
Die Menschen fällt es eben immer schwerer an einen Gott zu glauben, der sich grundsätzlich niemals zeigt oder mal irgendwo eingreift.
Da helfen auch keine pseudointellektuellen Schwurbeleien, um nicht zu sagen Ausreden.

Und zweitens :
Wir haben demokratisch gewählte Regierungen, die sich der politischenProbleme der Welt so annehmen, wie es der Wähler bestimmt hat.
Egal ob Klimawandel oder Flüchtlingspolitik.
Die Gesetze oder Entscheidungen der Politik mögen oft nicht im Sinne der Kirche sein, aber das müssen sie auch nicht.
Trotzdem mischt sich die Kirche zu oft in die demokratischen Entscheidungen ein, sei es durch das "Kirchenasyl" oder durch die Entsendung eines Schiffes in das Mittelmeer zwecks Flüchtlingsrettung, was viele erst überhaupt ermutigt die Fahrt über das Meer zu riskieren.