Disneys Eiskönigin - Sanfter Imperialismus

Kinderfilme prägen unseren Nachwuchs nachhaltig. Der zweite Teil des weltweiten Erfolgsfilms „Die Eiskönigin“ aus dem Hause Disney schwört Kinder auf die Werte einer politisch korrekten Ideologie ein. Ein reiner Tribut an den Zeitgeist?

Kinderfilme beeinflussen unseren Nachwuchs nachhaltig - das ist eine Verantwortung / picture alliance
Kinderfilme beeinflussen unseren Nachwuchs / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

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Alexander Grau

Allein 1,61 Millionen Zuschauer sahen ihn bis vergangenen Sonntag in Deutschland: Disneys Animationsfilm „Die Eiskönigin 2“, Schrecken aller Eltern und Alptraum jedes Pädagogen. 14 Millionen Euro spülte die Fortsetzung des Märchens um die Schwestern Elsa und Anna allein in den ersten fünf Spieltagen in die deutschen Kinokassen. Der darbenden Branche sei’s gegönnt.

Die „Eiskönigin“ ist eine Steilvorlage für jede blauäugige Kapitalismuskritik. Es gibt Anna-und-Elsa-Sammelkarten, Anna-und-Elsa-Treupunkte-Aktion im Supermarkt oder Anna-und-Elsa-Spielesets. Disneys orchestriert eine gut geölte Vermarktungsmaschinerie. 

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Christa Wallau | Sa, 30. November 2019 - 12:40

Es wäre schön, wenn es gelänge, dem GUTEN auf Erden Herrschaft zu verschaffen. Dazu brauchten wir aber erst mal einen Welt-Konsens darüber, was "gut" ist u. dann nur noch "gute" Menschen.
Leider ist es eine absolute Illusion zu glauben, daß dies je der Fall sein wird.
Das Menschenbild dahinter ist falsch.
Jeder Mensch trägt - freilich mehr o. minder -
Schwäche und Bosheit in sich, so daß es zwangsläufig immer wieder dazu kommt, daß sich eine vermeintlich "gute" Ordnung in ihr Gegenteil verkehrt. Das absolut Gute wird es nie auf Erden geben. Vielmehr werden immer wieder Gier nach Besitz, Neid, Machtstreben, Rachsucht u. schiere Freude am Bösen sich mit urwüchsiger Gewalt Bahn brechen u. allen friedlichen und menschenfreundlichen Zuständen ein Ende bereiten wollen. Und oft wird ihnen dies gelingen.
Uns bleibt nur der unermüdliche u. wachsame Kampf um r e l a t i v gute Zustände, bei dem sich Menschen täglich n e u abrackern müssen, und zwar innerhalb kleiner, überschaubarer Einheiten.

Michaela Diederichs | Sa, 30. November 2019 - 14:48

Die Steigerung von Orwells "1984" ist "Wir" von Jewgeni Iwanowitsch Samjatin. Nun wird ganz unverhohlen daran gearbeitet.

Roland Völkel | So, 1. Dezember 2019 - 17:16

In reply to by Michaela Diederichs

die Fortführend der amerikanischen Hegemonie in der westlichen Welt?
Die Amis habes es immer schon verstanden aus den letzten Kitsch Kohle zu machen. Das muß man denen lassen.