Eine blonde Frau in blauem Kleid steht vor Spiegel an roter Backsteinmauer
Eine Frau fotografiert sich selbst / picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert

Digitaler Medienanalphabetismus - Wer heute Bücher und Filme bewertet, bewertet oft vor allem sich selbst

Zwischen Sterneskalen und Kommentarspalten verschiebt sich der Blick auf Literatur und Film. Nicht mehr das Werk steht im Zentrum, sondern das eigene Gefühl dabei. Es ist eine Entwicklung, die mehr über uns verrät als über die Kunst.

Nico Hoppe

Autoreninfo

Nico Hoppe ist freier Autor aus Leipzig und beschäftigt sich in seinen Texten mit aktuellen Kulturphänomenen und Gegenwartskritik. Auf X ist er unter @nihops zu finden.

So erreichen Sie Nico Hoppe:

Wer sich heute über Bücher und Filme informieren will, stolpert eher früher als später über Plattformen wie Goodreads (für Bücher) oder Letterboxd (für Filme). Zusammen mit ähnlichen, sich um ein kulturelles Interesse gruppierenden Communities in den sozialen Netzwerken (z.B. Booktok) bilden diese Plattformen den Mittelpunkt einer historisch relativ neuen Form von Medienrezeption, in der die Urteile klassischer Kritiken an Wert verlieren und durch einen vielgestaltigen digitalen Austausch ersetzt werden. In ihm finden einerseits einzelne Meinungen besonders Gehör, andererseits kann potentiell jeder einen Anteil an dem Bewertungsdurchschnitt haben, den jedes Buch und jeder Film verpasst bekommt.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 11. Februar 2026 - 11:55

nicht als Medienwissenschaftlerin, hauptsächlich an Werke herangehe - obwohl ich mir nach meinem zumindest Studium der Germanistik, Publizistik und Wissenschaft von der Politik eine teils fundierte Meinung zu vielerlei zutraue, schätze ich einerseits die vielen Bewertungen, benötige aber für meine Kommentare zumeist sehr qualifizierte Besprechungen, die ich jetzt bei standard.at-online und Cicero finde, teils auch bei TE, bei der Zeit bin ich gesperrt:(, freue mich aber über nach wie vor sehr gute Artikel.
Ich traue mir sogar manchmal ganz eigene Sichtweisen:) zu und kenne entsprechend teils ungehaltene Reaktionen meiner Mitforisten.
Da ich mit einem altsprachlichen Abitur vielleicht einen besonders guten Sensor für all das hatte, was ich nicht in jungen Jahren lernen konnte, war mir gerade das für meine Familie wichtig, MEDIENKOMPETENZ
Wir leben in wirklich und wahrhaftig modernen Zeiten und das werde ich hoffentlich nicht müde, meinen Mitforisten gegenüber zu betonen.
Seid neugierig!