Friedenstaube
Fahne mit Friedenstaube am Rathaus Speyer / picture alliance / epd-bild | Heike Lyding

Linke Gesellschaftskritik oder Strategische Studien? - Die ratlose Friedensforschung

Die Rückkehr des Krieges nach Europa zeigt, wie unvorbereitet die deutsche Friedensforschung auf reale sicherheitspolitische Herausforderungen ist. Während sie an ideologischen Gewissheiten festhält, tut die Bundesregierung gut daran, sich nach Alternativen umzusehen.

Autoreninfo

Michael Rühle arbeitete über 30 Jahre im Internationalen Stab der Nato, unter anderem in den Bereichen Politische Planung und Reden, Energie- und Klimasicherheit sowie hybride Bedrohungen.

So erreichen Sie Michael Rühle:

„Wir werden das Defizit, das es in Deutschland im Bereich der strategischen Sicherheitsforschung gibt, beseitigen und uns für deren Förderung im Sinne eines vernetzten Sicherheitsverständnisses einsetzen“ heißt es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Die Bundesregierung will also neben der traditionellen Förderung der Friedensforschung künftig verstärkt auf einen Forschungszweig setzen, den man im englischen Sprachraum als „strategic studies“ bezeichnet. Anders als die normativ geprägte und theorielastige Friedensforschung orientiert sich die Sicherheitsforschung stärker am konkreten Bedarf der politisch und militärisch Handelnden. Damit setzt sie sich unweigerlich dem Vorwurf aus, „Kriegswissenschaft“ zu betreiben. 

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Andreas Turnwald | Mo., 19. Januar 2026 - 08:42

Die Kritik an der Weltferne der Friedensforschung ist berechtigt, aber die Lösung kann nicht sein, in das Kriegsgeheul der NATO und derer servilen Bundesregierung einzustimmen. Stattdessen hätte am Anfang eine Interessen- und Ursacheanalyse zum Ukrainekrieg gestanden. So wie Ulrike Guerot das tun wollte, aber bei Lanz dabei gecancelt wurde. Denn zuvor bereits waren die US-Regierungen kräftig am Zündeln in der Ukraine (faschistische Maidan-Schützen mit CIA-Beihilfe, Aufkauf der Biowaffenlabore, etc.). Dieser Krieg hätte vermieden, oder zumindest abgekürzt werden können.

Wolfgang Borchardt | Mo., 19. Januar 2026 - 09:50

Friedensforschung. Genauso wenig wie die Erforschung der Demokratie. Und doch mit Steuergeldern alimentiert, während unzählige Bürger sich ehrenamtlich um gelebte Demokratie kümmern.

Karl-Heinz Weiß | Mo., 19. Januar 2026 - 10:31

Die jahrzehntelangen Sympathien der SPD für die Friedensforschung sind bekannt (Steinmeier und insbesondere Mützenich als prominente Beispiele). Dass aber ausgerechnet unter einem CSU-Minister mit der Aussetzung der Wehrpflicht ein sehr bedeutsames politisches Signal ausgesandt wurde, ist weiterhin nur wenig untersucht. Und das sich anschließende "Schummeln" beim 2%-Ziel ist von einer CDU-Kanzlerin zu vertreten. "Nicht kontrollierbare Grenzen" als Mittel zur Friedenssicherung: daran wird die Union noch lange zu knabbern haben.

hanno Woitek | Mo., 19. Januar 2026 - 11:36

Wissen über die Entwicklungen von Krieg und Frieden haben. Die Frage ist, ob sie mehr Verstand als normale andere Bürger haben. Bei dem Schwachsinn, den sie regelmäßig in Talk Shows verbreiten, muss das schlichtweg bezweifelt werden. Mit ihrem Waffen Getöse erinnern sie leider auch immer nur wieder an Kriegstreiber. Das beste Beispiel ist Frau "Zack,zack, Claudia Major. Die übt übrigens jeden Morgen vor dem Spiegel "stramm stehen".

Martin | Mo., 19. Januar 2026 - 15:38

Sinnvolle Ergebnisse kann diese Friedensforschung nicht liefern. Sie ist eher Tummelplatz für linke Beamte (Professoren und.ä.). Wenn bei deren Forschung nichts herauskommt und man keine Ergebnisse hat, warum schafft man das dann nicht ab? Das Geld kann sich der staat gerne sparen.