Propalästinensische Demonstranten an der University of California in Los Angeles
Propalästinensische Demonstranten an der University of California in Los Angeles / picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ryan Sun

Die Linke und die Juden - Postkoloniale Mitleidlosigkeit

Seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 und dem Gaza-Krieg werden Juden verstärkt zur Zielscheibe von Hass durch Linke. Studenten verbinden sich mit Islamisten gegen Israel. Selbst in linksintellektuellen Kreisen verweigert man jüdischen Opfern das Mitgefühl. Woran liegt das?

Autoreninfo

Rainer Werner unterrichtete an einem Berliner Gymnasium Deutsch und Geschichte. Er verfasste das Buch „Fluch des Erfolgs. Wie das Gymnasium zur ,Gesamtschule light‘ mutiert“.

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Die israelische Soziologin Eva Illouz fragt in ihrem Essay „Der 8. Oktober“ (2025), wie es kommt, dass die internationale Linke den Israelis ihr Mitgefühl angesichts des Massakers der Hamas so kaltherzig verweigert: „Bis zum 7. Oktober 2023 glaubte ich, Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien die letzten Ereignisse, die abweichende Überzeugungen und Meinungen in einer moralischen Gemeinschaft des Mitgefühls noch zusammenbringen könnten.“ 

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Chris Groll | Sa., 10. Januar 2026 - 16:27

Danke für diesen wichtigen und richtigen Artikel.
Der antimuslimischen Rassismus für die Muslime wurde von den Muslimbrüdern erfunden, um die Religion des Islam gegen Kritik zu immunisieren. Genau so ist es. Und dieser "antimuslimischen Rassismus" fällt auf fruchtbaren Boden.
Leider gehören heute zu den Linken nicht nur die SED und die Sozialisten, sondern auch die CDUCSU.
Das macht es für Juden in Deutschland besonders schwierig. Die UN besteht auch in der Mehrheit aus totalitären sozialistischen bzw. islamischen
Staaten. Da hat ein kleiner demokratischer jüdischer Staat wie Israel kaum Chancen auf
Akzeptanz und Tolerierung.
Hinzu kommt noch, daß viele Sozialisten/Kommunisten und Linke in meinen Augen keine Empathie haben.
Auch eine gehörige Portion Neid auf den Erfolg der sehr gebildeten Juden kann man sicherlich zurecht unterstellen.

Brigitte Miller | Sa., 10. Januar 2026 - 17:59

versteht es einfach nicht. Was für selbstgerechte, überhebliche , realitätsfernen Leute diese linken angeblichen Weltverbesserer doch sind.
S i e sind die eigentlichen Herrenmenschen.

C. Schnörr | Sa., 10. Januar 2026 - 20:07

Artikel, danke. Allerdings habe ich die Hoffnung, mit rationalen Argumenten („Moderne wissenschaftliche Methoden …“) diejenigen zu erreichen, die es eigentlich betrifft, aufgegeben, angesichts der Tatsache, dass die Richtigkeit von „1+1=2“ (wie: es gibt genau 2 biologische Geschlechter, physikalische Fakten zur sog. „Energiewende“, usw.) ignoriert wird, von der SED-Nachfolgepartei bis hin zur CDU und der Gehirnwaschanstalt ÖRR, aus Gründen, die wohl in das Gebiet der Psychopathologie fallen. Ein Beitrag aus dieser Richtung, warum Deutschland sich selbst ruiniert, wäre höchst interessant.

Urban Will | Sa., 10. Januar 2026 - 22:13

bene oder durch „aktives Unterlassen“ beförderte Islamisierung Deutschlands wird in absehbarer Zeit jüdisches Leben hier immer unmöglicher und für die Juden immer gefährlicher machen. Das ist, runde 80 J nach dem Holocaust eine der größten Schanden unserer Geschichte. In der Hauptsache eingeleitet durch die CDU/CSU, das darf nie vergessen werden.
All das hohle Geschwätz von wegen „Staatsräson“ ist die Atemluft nicht wert, wenn nicht ganz schnell etwas gegen die ausufernde Einflussnahme islamistischer Triebe in diesem Land unternommen wird. Es gibt nur eine Partei, die dazu in der Lage ist.
Man wird sich positionieren müssen: für jüdisches Leben oder für den woken, bunten Irrsinn, in dessen Folgen Steinzeitislamisten hier die „Verfolgten“ mimen, während sie alles und jeden am liebsten abschlachten würden, der ihrer „Religion“ nicht folgt.
Man muss sich als Deutscher schämen für den offen gezeigten und v d Altparteien geduldeten (da nicht bekämpften) Judenhass auf unseren Straßen.

Maria Arenz | So., 11. Januar 2026 - 08:02

daß die Linke sich zu Israelhassern entwickelt hat. Betrachtet man den gesamten geistigen Hintergrund der links-woken Bagage, so passt wieder alles zusammen. Was man den Israelis vorwirft, ist doch in Wirklichkeit ihr Beharren darauf, sie selbst, also Juden bleiben zu wollen. Das ist der Kernvorwurf, daß sie die jüdische Identität ihres Staates erhalten wollen und nicht in einem Mischmasch-Staat mit Millionen "Palästinensern"- infolge des an ihnen begangenen Genozids vervielfachten Nachkommen von 1948 geflohenen oder vertriebenen Arabern (700 000) aufgehen wollen. DAS aber ist die Sünde wider den Heiligen Geist der open border- multikulti- no nation-Schwurbler der auch Westeuropa langsam aber sicher zum Untergang verdammt, wenn wir nicht endlich aufhören, den Bevölkerungsüberschuß von aufgrund ihrer Kultur dysfunktionalen Staaten des Globalen Südens bei uns aufzunehmen.

Angelika Sehnert | So., 11. Januar 2026 - 09:09

Diese sog. Postkoloniale Theorie ist ja keine Theorie im wissenschaftlichen Sinn. Das wesentliche Merkmal einer Theorie ist, dass sie breit diskutiert wird! Das Infame ihrer Anhänger ist, dass schon die leiseste Kritik daran als Rassismus gebrandmarkt wird. Auch hier wird Diskussion einfach unterbunden. Das sagt viel über die intellektuelle Potenz der Protagonisten.Letztendlich propagieren sie einen Opferkult. „Die Weißen “, wie auch immer man sie definiert, sind schuld. Schuld an der Unfähigkeit demokratische Strukturen, funktionierende Volkswirtschaften und ein allgemeines Gesundheits- und Bildungssystem zu etablieren. Eigenverantwortung, wie bei Linken üblich, wird verneint.
Es ist auch viel Neid im Spiel, Neid auf ein kleines Land mit etwa 10 Millionen Einwohnern, das wirtschaftlich und technologisch zur Weltspitze gehört und sich seit Jahrzehnten tapfer und erfolgreich behauptet. So ein kapitalistisches Land und seine Bevölkerung verdienen in den Augen von Linken kein Mitleid.

"Das wesentliche Merkmal einer Theorie ist, dass sie breit diskutiert wird!"
Tut mir leid Frau Sehnert, aber das ist falsch.
Das besimmende Kennzeichen einer "Theorie" ist, daß sie einen Sachverhalt als auf Grund umfassender wissenschaftlicher Arbeit(en) und Erkenntnisse als DIE wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnis anerkennt, an der nach aller (derzeitiger) wissenschaftlicher Erkenntnislage kein sinnvoller Zweifel möglich ist.
Und exakt daran ermangelt es den linken Moralkeulen, wie sie hier in Diskussion stehen, zu 100 Prozent. Solcherlei Schwachsinn als "Theorie" zu bezeichnen erhebt diese politischen Kampfkeulen auf ein intellektuelles (nämlich wissenschaftsbasiertes) Niveau, auf das solcher Mist einfach nicht hingehört.
Es sind politische Kapfbegriffe aber ganz sicher keine sachlich-fachlich gestützen "Theorien".
Davon abgesehen stimme ich Ihnen zu.