Die letzten 24 Stunden - Wenn sich mein Pokerface auflöst

Fedor Holz ist einer der besten Pokerspieler der Welt. Für seine letzten 24 Stunden durchwandert er die Sierra Nevada, singt mit Familie und Freunden Lieder von AnnenMayKantereit und schnippt zum letzten Mal einen Pokerchip in die Luft.

Ich erzähle ihnen von meinem jähen Ende: Fedor Holz würde gelassen von dieser Welt gehen / Julia Haack

Autoreninfo

Fedor Holz ist 1993 in Saarbrücken geboren und Unternehmer. Mit einem Preisgeld von rund 32 Millionen Dollar gehört er zu den besten Pokerspielern der Welt. Nähere Informationen unter www.fedorholz.com.
 

So erreichen Sie Fedor Holz:

Ich wache auf und beobachte, wie allmählich das Tal vom Sonnenlicht durchflutet wird. Ich befinde mich inmitten der Sierra Nevada im Yose­mite-Nationalpark. Während das erste Licht auf den Merced River trifft, fange ich an zu meditieren. Ich fühle mich im Einklang mit der Natur und genieße die friedvolle Stille. Nur in der Ferne höre ich das vereinzelte Bellen der Rehe und das Rauschen eines Wasserfalls.

Der Gedanke, nur noch 24 Stunden zu leben, löst in mir nahezu nichts Negatives aus. Sicherheit wird gerne als ein externer Faktor wahrgenommen, der wie eine Glocke das Leben vor Unheil schützen soll. Doch so wie ich beim Pokerspiel mein Blatt nicht beeinflussen kann, ist auch das Leben unvorhersehbar. Ich habe im Laufe meiner Karriere viel darüber gelernt, mich mit dieser Unsicherheit anzufreunden und damit umzugehen. Seit ich das Leben nicht mehr als ein egoistisches Spiel begreife, hat sich bei mir eine Ruhe eingestellt, die mir eine innere Sicherheit verschafft, aus der ich viel Kraft schöpfe. 

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Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 25. Juli 2020 - 15:56

sollte man den jungen Mann nicht lieber fragen, wie und mit wem er seinen nächsten Urlaub verbringen will, anstatt ihn über seine letzten 24 Stunden nachdenken zu lassen?
Die Leute werden sehr wahrscheinlich weit über 80 Jahre alt werden...
"Werden demnächst Kindergartenkinder befragt"?
Nur eine spontane Reaktion.
Ist das etwa ein Reflex auf Corona oder das Klima, nach dem Motto, es kann bald unverhofft Dein letzter Tag sein oder wünschte sich das Forum dies?
Begabt geschrieben, das ist nicht der Punkt, geben Sie ihm die Möglichkeit, einen Reisebericht seines nächsten Urlaubes zu veröffentlichen oder einen Bericht zu schreiben über ein Pokerspiel mit rocketbeansTV oder oder...
So aber kann er sich doch eigentlich nur ein "jähes Ende" vorstellen?
L A N G möge er leben und in Harmonie mit Allem.
Freundlichst

gabriele bondzio | So, 26. Juli 2020 - 10:27

im Buddhismus kann ich mich am ehesten identifizieren,..."...hier bin ich bei einem Vergleich der Religionen, ganz auf ihrer Seite.
Auch der Gedanke unter einem Baum zu ruhen, ist eine schöne Vorstellung. Dem ich im Roman "Bewohnte Frau" von Gioconda Belli, eindruckvoll begegnet bin. Die Seele verschwindet nicht, sondern befindet sich im Kreislauf.

der Entdeckungen vor diesem jungen Menschen.
Die Filme aus "Asien" sind unglaublich spannend in Hinblick darauf, wie die Geschichte der ansässigen Religionen, aber auch in ihrer Begegnung mit Neuem und dann doch dem Weitererzählen aufbereitet wird.
Dafür braucht man viel Zeit, wie man unschwer an Kino+ mit Daniel Schröckert erkennen kann.
Filme muss man schon auf sich wirken lassen, meinte ich damit, weniger, dass ich etwa (noch) viel derlei sehe.
Buddhismus und die "Tochter der Nacht", finden wir das z.B. in "Die Chroniken von Erdsee" oder "Prinzessin Kaguya" ff, zurückgreifend auf sehr alte dortige Mythen, was dann evtl. noch einmal neu zugeordnet wird?
Die Katholische Kirche muss sich davon nicht völlig ausnehmen.
Aber es wird nichts sein, das hinter die grundsätzliche Erzählung des Christentums oder anderer Religionen zurück-fallen kann.
Nur überlegt.