- Die Buchhandlung ihres Misstrauens
Vor dem Preis kommt die Durchleuchtung: Wolfram Weimer hat Kandidaten für den „Deutschen Buchhandlungspreis“ vom Verfassungsschutz überprüfen lassen. Ein ungutes Signal in einer ohnehin angespannten Situation.
Lesen soll ja bekanntlich bilden. Da ist es fast schon egal, wer da am Ende durch welches Buch ein kleines Stückchen schlauer wird. Etwas mehr Bildung, heißt es, habe noch niemandem geschadet. Selbst Schnüffler und Schlapphüte können aus so manch einem guten Buch noch etwas lernen. „Die Stasi war mein Eckermann“, spottete dementsprechend noch kurz nach der Wende der Schriftsteller Erich Loest über „sein Leben mit der Wanze“. Jedes Wort des Autors des 1978 zensierten Romans „Es geht seinen Gang“ hatte demnach die Abteilungen 26A der DDR-Staatssicherheit festgehalten – egal ob gesprochen oder eben geschrieben.
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und mich doch auch gegen die unbedachte Ausgrenzung von rechten Verlagen ausgesprochen.
Nun also, Herr Minister, Sie haben den Buchladen meiner "intellektuellen Reifung" als nicht würdig erachtet? Vielleicht halte ich zuviel von mir, aber der "Rote Buchladen" war eine Institution in Göttingen.
Ich habe zwar damit gerechnet, dass er vom Verfassungsschutz überwacht wird, aber die Zeiten der ausklingenden Studentenbewegung, Terror der RAF ff. waren wohl so.
Ich freue mich, dass der "Rote Buchladen" juristisch gegen Ihre Entscheidung vorgehen will.
Man kann anderer Meinung sein, aber ich könnte mir denken, dass Göttingen kurz vor einem "Aufstand" der Intellektuellen steht.
Für den Fall, dass sich Gravierendes geändert hätte, seit den 70er und 80er Jahren, bin ich ganz Ohr.
Ich möchte TRANSPARENZ des Verfahrens.
Göttingen hatte schon einmal eine Eskalation wegen des "Mescalero-Artikels".
Das wünsche ich jetzt Niemandem.
Bleibe jeder bei guter Gesundheit und klären Sie es bitte friedlich...
Sind sie das ?
Mit besten Gruß aus der Erfurter Republik, in der man eine demokratische Wahl eines Ministerpräsident, auf Geheiß einer BK*in, rückgängig gemacht hat.
für mich, daß sich wieder eine Stelle im "Kulturbetrieb" zeigt, die auf Kosten des Steurzahlers gemästet wird. Meiner Auffassung nach gehört das genau nicht zu den staatlichen Aufgaben, für die die arbeitenden Menschen zur Kasse gebeten werden. Infrastruktur, innere und äußere Sicherheit, funktionierende Institutionen, das alles würde ich eher zu Staatsaufgaben zählen und genau dort kommt das nötige Geld nicht an. Ich zitiere frei den Hernn Pino.., äh Friedrich Merz: wir haben keine Einnahmenproblem, wir haben ein Ausgabenproblem. Dieses Beispiel hier ganz genau eines davon.
"Diese finsteren Zeiten sind zum Glück vorbei." - der Artikel selbst belegt, dass diese finsteren Zeiten bei weitem nicht vorbei sind..., denn wo eine staatliche Institution, hier der Inlands(schnüffel)geheimdienst, offensichtlich gezielt derart viele Informationen über Buchhandlungsinhaber sammelt, dass sie ohne Probleme 'die Bösen davon' aufeine (Gesinnungs-) Anfrage eines Ministeriums herausfiltern kann... ..., da ist die Stasi 2.0 nicht mehr weit.
Wo Geheimdienste exzessiv Daten über ihre Bürger sammeln - und das ist heute leichter als je zuvor... - da werden diese Daten früher oder später auch missbraucht, offiziell oder 'im Stillen'..., insbesondere wenn politische Haltung mittlerweile einen höheren Stellenwert in der 'regulierten Demokratie' eingenommen hat als die persönliche Freiheit der Gedanken und Meinungen.
Da stehen wir heute in Deutschland.
sondern die politisch gesteuerte, tendenziell völlig überflüssige Verschwendung von Steuergeldern, die den ursprünglichen, eigentlichen Sinn der Übung ad absurdum führt und zunichte macht.
Ich finde es gut, dass man darauf achtet, dass Steuergelder nicht an Extremisten gehen, egal ob Links, Rechts oder Islamisten. Das sollte auch für den Kulturbetrieb gelten.
ordentlicher öffentlicher Begründung..., warum Buchhandlung XY NICHT förderwürdig ist... - dann JA!
Aber hier liegt lt. Artikel eher ein (Hinterher-) Schnüffel-Fall vor..., ohne jede Grundlage und Transparenz überhaupt. Auf welcher geheimdienstlichen Datenlage passiert(e) diese Einstufung überhaupt? Auf derselben 'vom Hörensagen' aus linken NGO's wie die letzte Fake-Einstufung der AfD durch das BfV als 'gesichert rechtsextrem'? Ist bekannt... ...?
DAS sind die Fragen die hier zu stellen sind..., es sei denn Sie vertrauen Geheimdiensten grundsätzlich... 🤔
Das, was hier passiert ist, ist ein deutlicher Unterschied zu Ihrer Annahme und in einer demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft völlig inakzeptabel.
Völliger Dissens zu Ralf Hanselle. Es gibt Extremisten. Es gibt sie wirklich. Und sie dürfen keine staatlichen Preise und kein staatliches Geld erhalten. Links wie Rechts.
Der Umstand, dass sich der Verfassungsschutz wiederholt unglaubwürdig gemacht hat, lässt viele zu der allzu einfachen Schlussfolgerung kommen, dass es Extremisten anscheinend gar nicht wirklich gäbe. Es gibt sie aber. Sie müssen jedoch glaubwürdig identifiziert werden.
Und oh ja: Gerade auch Buchhandlungen könnten Horte des Bösen sein. Erzählt mir doch nichts!
Das einzige Pauschalverfahren, dem ich zustimmen könnte, wäre, dass der Staat überhaupt keine solchen Preise mehr vergibt. Dann muss er auch nicht mehr darauf achten, wer die Preise bekommt.
Und wenn dann eine private Initiative einer linksradikalen Buchhandlung einen Preis verleiht, dann sollte der Verfassungsschutz diese private Initiative aufs Korn nehmen.
