- Vom Eroberer der Welt zum Retter der Welt
Vom Traum der Welteroberung zur Pflicht der Weltrettung zieht sich eine ungute Linie durch die deutsche Geschichte. Wurde der alte Anspruch auf Totalität wirklich überwunden – oder kehrt er heute in moralisch-humanitärer Form zurück?
Historisch betrachtet ist der Wunsch, „die ganze Welt“ zu beherrschen, kein neues Phänomen. Imperien, Weltreiche und universale Herrschaftsansprüche ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Figuren wie Alexander der Große oder Napoleon Bonaparte verkörpern exemplarisch den Traum, politische Ordnung, Kultur und Macht über bekannte Grenzen hinaus auszudehnen. Der Anspruch war offen: Eroberung, Dominanz, Unterwerfung.
Die deutsche Geschichte ist in besonderer Weise von dem Versuch geprägt, das Eigene zu verabsolutieren. Kaum ein anderes Land Europas hat in so kurzer Zeit so unterschiedliche, aber jeweils total gedachte Weltdeutungen hervorgebracht. Vom nationalen Sendungsbewusstsein über ideologische Erlösungsversprechen bis hin zu moralischer Allzuständigkeit zieht sich eine Linie, die weniger durch Inhalte als durch ihren Anspruch auf Totalität verbunden ist.
Dabei ist der historische Bruch von 1945 unbestreitbar. Und doch stellt sich die unbequeme Frage, ob sich nicht bestimmte Denkstrukturen – entkleidet von ihrer früheren Gewalt, aber strukturell ähnlich – bis in die Gegenwart fortsetzen. Hat sich der Expansionswunsch tatsächlich aufgelöst – oder lediglich in eine neue, gesellschaftlich akzeptierte Form transformiert?
Der Nationalsozialismus war nicht nur ein Gewaltregime, sondern eine Weltanschauung, die den Anspruch erhob, Geschichte, Moral und Zukunft in einem umfassenden Sinn zu ordnen. Das „Dritte Reich“ verstand sich nicht als bloßer Nationalstaat, sondern als geschichtliche Mission.
Nach 1945 wurde dieses Denken radikal delegitimiert – zu Recht. Doch die Erfahrung der totalen Schuld erzeugte eine neue Form des deutschen Selbstverhältnisses: Nie wieder Täter sein, nie wieder wegsehen, nie wieder begrenzen, wo moralisches Handeln gefordert scheint. Aus historischer Schuld erwuchs ein moralischer Imperativ, der zunehmend entgrenzt wurde. Diese Verschiebung ist zentral für das Verständnis gegenwärtiger deutscher Debatten.
Eine tief verwurzelte kulturelle Tradition universalistischer Heilsversprechen
Heute scheint sich nur der Modus verändert zu haben. Wir sprechen nicht mehr davon, die Welt zu erobern. Stattdessen soll sie gerettet oder versorgt werden. Der Ton ist moralisch, humanitär, fürsorglich. Der Anspruch bleibt auffällig ähnlich: wieder geht es um die ganze Welt.
Diese Denkfigur ist nicht zufällig. Sie speist sich aus einer tief verwurzelten kulturellen Tradition universalistischer Heilsversprechen: die eine Wahrheit, die eine Ordnung, der eine richtige Weg. Historisch waren diese Versprechen religiös, später politisch oder ideologisch. Heute treten sie häufig moralisch-humanitär auf. Es geht um moralische Totalität. Das Problem liegt nicht im moralischen Impuls selbst, sondern in seiner Entgrenzung.
Aus psychologischer Perspektive sind Größenfantasien häufig keine Ausdrucksformen von Stärke, sondern von innerer Unsicherheit. Die Tiefenpsychologie beschreibt Allmachtsfantasien als Abwehrmechanismen gegen Ohnmacht, Endlichkeit und Kontrollverlust. Wer alles retten will, muss sich nicht mit der eigenen Begrenztheit auseinandersetzen.
Begrenztheit jedoch ist eine fundamentale menschliche Erfahrung: begrenzte Ressourcen, begrenzte Einflussmöglichkeiten, begrenzte Sichtweisen, begrenzte Verantwortung, begrenzte Wirksamkeit. Sie anzuerkennen bedeutet, Ambivalenzen auszuhalten. Genau das ist schwer erträglich – individuell wie kollektiv.
Der Größenwahn vergangener Eroberer war zumindest ehrlich in seinem Machtanspruch. Die heutige Variante tarnt sich häufig als moralische Pflicht. Das macht sie gesellschaftlich anschlussfähiger – und zugleich schwerer durchschaubar.
Der klassische Expansionismus zielte auf Land, Rohstoffe und politische Kontrolle. Der moderne Expansionismus ist immaterieller. Er operiert mit Begriffen wie universelle Verantwortung, globale Solidarität oder grenzenlose Humanität. Diese Begriffe sind für sich genommen nicht falsch. Problematisch wird es dort, wo sie absolut gesetzt werden.
Auch der Retter beansprucht Deutungshoheit und Überlegenheit
Moralische Expansion bedeutet: Die eigene Wertordnung wird globalisiert, der eigene Handlungsspielraum entgrenzt, die eigene Verantwortung potenziell unbegrenzt gedacht. Wer nicht mitzieht, gilt schnell als unmoralisch, rückständig oder gefährlich. Damit entsteht eine ideologische Struktur, die funktional erstaunlich ähnlich ist zu früheren universalistischen Ideologien. Der entscheidende Unterschied liegt weniger im Ziel als im Selbstbild: Nicht mehr der Eroberer handelt, sondern der Retter. Doch auch der Retter beansprucht Deutungshoheit, Handlungsmacht und moralische Überlegenheit.
Historisch zeigen sich Ideologien dann als besonders destruktiv, wenn sie keinen legitimen Außenraum mehr zulassen. Wenn alles politisch, alles moralisch, alles global wird, verschwindet die Möglichkeit des begrenzten Handelns.
Die politische Theoretikerin Hannah Arendt beschrieb Totalitarismus nicht primär als Gewaltregime, sondern als Denkform, die Totalität beansprucht. In diesem Sinne kann auch eine gut gemeinte Moral totalitär werden.
Die Frage lautet daher nicht, ob Helfen, Versorgen oder Retten falsch wäre. Sie lautet vielmehr: Was geschieht, wenn diese Handlungen nicht mehr in Relation zu realen Möglichkeiten, kulturellen Spannungen und sozialen Tragfähigkeiten gesetzt werden dürfen?
Doch genau dieser Anspruch birgt ein gefährliches Potential. Migration, Klimapolitik, Außenpolitik, Sozialstaat, Sprache, Gleichberechtigung – werden zum moralischen Dauerprüfstein. Diskussion über Kapazitäten, Steuerung oder Begrenzung werden moralisch delegitimiert. Auch die deutsche Klimapolitik ist stark moralisch aufgeladen. Der Anspruch, Vorreiter zu sein, verbindet sich mit der Hoffnung, durch eigene Konsequenz globale Wirkung zu entfalten.
Kein Individuum und kein Staat kann unbegrenzte Verantwortung tragen
Eine ähnliche Entgrenzung zeigt sich im deutschen Sozialstaat. Ursprünglich beruhte er auf einem klaren Prinzip: solidarische Absicherung innerhalb einer politisch und sozial definierten Gemeinschaft. Solidarität setzte Nähe, Gegenseitigkeit und Begrenzung voraus. Der Sozialstaat wird zunehmend als universelles Auffangsystem gedacht – offen, dauerhaft, unbegrenzt. Ansprüche werden moralisch begründet, nicht mehr sozialstaatlich legitimiert. Der Staat wird immer gefräßiger, die Bürger werden immer gefräßiger.
Dabei ist Begrenztheit kein moralisches Versagen, sondern eine anthropologische Konstante. Kein Individuum, keine Gesellschaft und kein Staat kann unbegrenzte Verantwortung tragen, ohne sich selbst zu destabilisieren. Wer diese Tatsache ignoriert, ersetzt Realpolitik nicht durch Humanität, sondern durch Ideologie.
Ideologien scheitern selten an ihren Idealen, sondern an ihrer Blindheit gegenüber Nebenfolgen. Ideologien zeichnen sich weniger durch falsche Werte aus als durch ihre Immunität gegenüber Realität. Sie dulden keine Gegenargumente, weil jede Begrenzung als moralischer Verrat interpretiert wird.
Deutschlands aktuelle Herausforderung ist nicht ein Mangel an Moral, sondern der Verlust des Maßes. Ein Sozialstaat, eine Migrationspolitik, eine Klimastrategie ohne Begrenzung verlieren ihre Tragfähigkeit. Der moralische Daueralarmzustand stärkt uns am Ende nicht, sondern schwächt uns. Vielleicht liegt der eigentliche zivilisatorische Fortschritt nicht darin, die Welt retten zu wollen, sondern darin, anzuerkennen, dass wir es nicht können. Reife zeigt sich nicht im Anspruch auf Allmacht, sondern in der Fähigkeit zur Selbstbegrenzung.
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Die genannten Tendenzen sind menschlich, aber ich glaube auch nochmal besonders deutsch. Schon die Aufklärung hatte in D glaube ich nicht so sehr wie in FR und GB den Charakter einer fundamentalen kritischen Betrachtung, sondern mit Hegel, Kant die Ausprägung eines absoluten, göttlichen Menschseins. Jedenfalls sehe ich auch heute die Tendenz den Menschen in wenige, klare Werte pressen zu wollen. Ich halte alle Werte, die in wenigen klaren Sätzen formulierbar sind, prinzipiell für falsch, wenn man sie absolut nimmt. Der Mensch ist offener, alles ist in sich widersprüchlicher. Das Austarieren liegt "dem Deutschen" vielleicht nicht so.
Was ich mir, als Symbol wünsche, wäre eine Fundamentalkritik der Menschenrechte. Die sind gut, aber von uns so verabsolutiert, dass wir nicht mehr die daraus entstehenden Menschenpflichten abwägen können. Auch so verabsolutiert, dass wir jede politische Frage zu sehr so angehen, die Menschenfeinde zu identifizieren. Da gäbe es viel Interessantes.
Aus meiner Sicht hat unsere Ges., u.a. stark getragen durch BVerfG, EuGH, EGMR, den Gedanken der Menschenrechte immer weiter entwickelt, bis daraus auch Klima, Löhne, Quoten, Migration nicht-völkisch-ethnisches-kulturelles Staatsverständnis und irgendwann alles relevante folgen - immer feiner entwickelt. Das setzt ein Menschenbild voraus, der so ein gemeinsames, widerspruchsfreies, "richtiges" Dasein hat. Das glaube ich aber nicht - Menschsein und Gesellschaften sind voller Widersprüche und Entscheidungen, die man trifft, und das auszutarieren fällt uns irgendwann kein anderes politisches Instrument mehr ein, als die jeweiligen Menschenfeinde zu identifizieren. Alle müssen das ganze Paket kaufen (mit Klima etc.). Ich würde da mehr trennen: das Recht nicht in Ketten versklavt zu werden hätte ich gerne möglichst weit verbreitet. Dafür muss man es aber auch klar von Klima, Minderheitenfragen, völkischem Staatsverständnis, Demokratie und allem anderen und die auch untereinander trennen.
Dadurch dass Menschenrechte (Nicht in Ketten liegen) möglichst weit verbreitet sein sollten, viele andere, den Menschen auch sehr wichtige Dinge zu Religion, Volk, Geschichte, Minderheiten, Klima und vielem mehr aber sehr unterschiedlich gesehen, gelebt, gewichtet werden können, glaube ich, dass wir in der Welt nur mit wieder mehr "Wir und Die" weiterkommen. Akzeptieren, dass andere Gesellschaften andere Entscheidungen treffen und Grenzen dazwischen ziehen. Andere Gesellschaften sollten dann auch akzeptieren, dass sie für ihre Entscheidungen auch selber Verantwortung übernehmen.
Die alte (westliche, "regelbasierte") Ordnung ging zunehmend zuviel von der letztlich einen, für alle richtigen Weltgesellschaft aus. Man hat zu sehr versucht alle gesellschaftlichen Fragen auf objektive Verletzungen von Menschenrechten zurückzuführen, so als ob es die eine Wohlfühllösung für alle gäbe.
Das hat auch richtige Aspekte, war aber insgesamt zunehmend eine Sackgasse.
Zusammengefasst erhebt die deutsche Regierung 2026 immer noch den Anspruch, moralisch zu den „Guten“ zu gehören – als verlässlicher Verteidiger von Recht, Menschenrechten, Klima und Demokratie in einer zunehmend chaotischen Welt. Ich sehe darin weniger einen echten moralischen Führungsanspruch als vielmehr den Versuch, deutsche und europäische Interessen mit einem moralischen Überbau zu legitimieren. Was im Prinzip völliger Quatsch ist.
Die deutsche Bundesregierung erhebt in ihrer Außen- und internationalen Politik einen sehr hohen moralischen und normativen Anspruch.
Ist das wirklich so ???
Dieser Anspruch wird offiziell meist mit Begriffen wie „verantwortungsvolle Außenpolitik“, „wertegeleitete Außenpolitik“, Verpflichtung auf Völkerrecht, Menschenrechte, regelbasierte internationale Ordnung und Frieden in Freiheit beschrieben.
Ob das alles mit der Doppelmoral der Regierung in Einklang zu bringen ist ???
Alles Makulatur wenn sie mich fragen.
Deutschland verzwergt sich nur zunehmend.
längst viel weiter. Weg von all dem übermoralischen, dem Bestreben, der Welt unser Ding entweder aufzudrücken oder sie zumindest zu „retten“.
Es kam zurück durch die Grünen, die sich zu einer arroganten, sich moralisch und in ihren politischen Zielen den anderen überlegen fühlenden Sekte entwickelten. Das ganze geschah zur Merkelzeit und Merkel, der ich diese Übermoral nicht mal unterstelle, diente sich aus rein machttaktischen Gründen dieser Sekte an und – dies war der katastrophale Fehler – formte die Union zu einer linksgrünwoken Partei um. Das bürgerlich-konservative wurde als „rechts“ stigmatisiert und vernichtet. Von den Unions-Duckmäusern beklatscht.
Und als Folge geschah da Unfassbare: Merkel konnte diesem Volk die dümmste und katastrophalste Energie- und Migrationspolitik aufdrücken. Ich werde nie verstehen, warum der deutsche Untertan noch immer so ist wie zu Zeiten Wilhelms. Man ließ sich kulturell und wirtschaftlich zerstören und wählt es mehrheitlich noch immer.
deutsche Neigung ("Krankheit") beklagt, sich auch "auf Kosten des eigenen Vaterlandes" für fremde Nationen und Bestrebungen aufzuopfern. Typisch auch die spezifisch deutsche und weibliche Neigung sich für alle möglichen vermeintlichen Opfer stark zu machen, obwohl sie selbst nicht zu den vermeintlich Betroffenen gehören, die auch selbst für sich sprechen könnten, sich aber gar nicht so betroffen fühlen, wie andere ihnen das einreden wollen. Trotzdem geht es für sie oft nicht gut aus, denn die Mehrheit mag es nicht, wenn Minderheiten in den Himmel gehoben werden
war am 07.03.2020 Thema der Theologin Annette Behnken im „Wort zum Sonntag“ der ARD. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran. In diesem erklärte die Pastorin, dass es auch an der griechisch-türkischen Grenze Menschlichkeit keine Grenze finden könne. Deutlich wurde sie, als es bei ihr dann hieß „……….....…, um jedes einzelne Kind, jede einzelne Frau und jeden einzelnen Mann aus der Not zu retten.“
Ich entgegnete ihr in meinem Schreiben, dass es offensichtlich für sie diesbezüglich keine Beschränkung quantitativer, finanzieller und geographischer Art gäbe, Menschen in Not zu helfen. Auch schrieb ich ihr, dass diese Haltung sie zwar ehre, doch unsere Welt sei groß, und wenn auch schön, so doch mit unendlich vielen Nöten, Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten behaftet. Dem allen gerecht werden zu wollen, sei bei allem Bemühen eine schiere Illusion. Linke, Grüne und Kirchen mögen so träumen. Doch letztlich würden sie alle an der Realität scheitern.
… angemesseneres Bild zu diesem Artikel wäre die Regierung auf der Couch. Ob sie verstehen würde, was der Artikel aufzeigt?
Das "Deutschland über alles" ist eine Hymne an die uneingeschränkte Liebe zu Deutschland und dessen Kultur und Sprache. Dass verblödete Nazis das uminterpretierten und noch verblödetere moderne Deutsche in Bausch und Bogen negieren, zeigt eher die nie geerdete Wertegemeinschaft deutscher Nation. So denn man heute als umherirrende Kosmopoliten bei allen und jeden in der Welt nach Solidarität und Verbundenheit bettelt und keine wohlwollende Rückmeldung erhält.
"Euer Totalität gehorsamster Diener";)
Ich übe noch😉!
Wobei mir bei bei dem Begriff und allem was man davon abzuleiten vermag sofort eine historische Steigerungsform von " total" eines gewissen Herrn Gs. in den Sinn kam, welcher dies mit einer berühmt berüchtigten Frage bezüglich Krieg Verband.Und überhaupt scheinen wir Deutschen einen Hang zum Totalen zu pflegen.Da haben wir scheinbar noch nie halbe Sachen gemacht.Weder im Guten noch was Größenwahn angeht.Egal in welcher Kombination gaben und geben wir bis heute erst auf, wenn auch der Untergang ein totaler ist!Und das dies in trauter Gemeinsamkeit zu geschehen hat!, hat ein gewisser Herr H., ein Zeitgenosse des ihm treu ergebenen Herr G. , übrigens auch schon gesagt.
Die am Ende angesprochene Reife zur realen Einschätzung eigener Begrenztheit, so scheint es sich wohl um eine wie man es glaube ich nennt, Verzögerung zu handeln.Oder in früheren Zeiten auch gern entschuldigend als "Volkskrankheit" bezeichnet. MfG
es gibt also nicht nur 2 Arten von Faschisten, nämlich die Faschisten und die Antifaschisten, sondern auch die Klima- und Welt-Retter. Oder kann man die nicht auch unter die Antifaschisten subsumieren?
Nietzsche in Basel: deine Ideologie ist die Grenze deines Geistes.
Wir, Deutsche, halten uns für etwas Besonderes. Dazu passt dann der Totalitarismus, mit dem der Moralismus die Welt beglücken und andere erziehen will.
Wir sind aber erstmal für uns selbst verantwortlich und damit auch reichlich ausgelastet. Wenn andere von uns etwas lernen können - schön, aber nicht erzwingbar. Die Welt ist auf uns nicht angewiesen.
Und es gibt nicht nur eine Wahrheit, einen Pfad in die Zukunft.
Das Phänomen entspricht einem romantischen kollektiven Narzissmus: "Wir haben der Welt so viel zu geben. Wir müssen sie nur zwingen, das zu erkennen." Wenn wir der Welt unsere moralische Überlegenheit aufgrund unserer Wiedergutwerdung ins Gesicht halten, werden sie es alle sehen. Wir haben uns in unser Bild von uns selbst verliebt. Deutschland ist der Vorreiter, selbst wenn niemand hinterherreitet.
Das Volk der Dichter und Denker hat aufgehört zu dichten (man kann kaum noch schreiben, geschweige denn formulieren, Emojis reichen) und zu denken (Triggerworte und Haltung reichen). Die Realität eines sich zunehmend ideologisch einengenden Alltags steht im kreischenden Widerspruch zu dem romantischen globalistischen moralischen Anspruch. Wer zuhause der Opposition das Maul verbietet, kann sich nicht über die Verfolgung der Opposition in Belarus echauffieren. Wer sein Verfassungsgericht mit Parteigängern besetzt, sollte über Polen und Ungarn schweigen.
für das Interesse und die zahlreichen Kommentare, die für uns Motivation und Anregung für Weiteres in diesem Themenbereich sind.
