Deutscher Historikertag - Deutungshoheit statt Argumentation

Auf ihrem Treffen in Münster verabschieden die deutschen Historiker mit großer Mehrheit eine Resolution zur Lage des Landes. Sie beklagen eine „gespaltene Gesellschaft“, für die sie die AfD verantwortlich machen. Doch mit solchen Erklärungen tragen die Wissenschaftler genau zu dieser Spaltung bei

Mit roter Farbe ist der Spruch "Kauft nicht bei Reichsbürgern" und ein vermutliches Antifa-Symbol an eine Hauswand in Erfurt (Thüringen) gesprüht worden
Antifa-Graffito: Linksextremismus war kein Thema / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Am 10. April erscheint sein Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“

Foto: Herder

So erreichen Sie Klaus-Rüdiger Mai:

An den 52. Deutschen Historikertag, der vergangene Woche in Münster stattfand, wird man sich noch lange erinnern, vor allem mit Scham. Man hatte die Veranstaltung unter das Motto „Gespaltene Gesellschaft“ gestellt, um schließlich mit aller Kraft zur Spaltung der Gesellschaft beizutragen, vielleicht auch zur Spaltung der Zunft. Kaum ein Tagungspunkt kam ohne den Begriff der „Spaltung“ aus, was zuweilen sehr gewollt bis sogar ungewollt komisch wirkte. 

Worum es aber eigentlich ging bei diesem Historikertag, wird schnell deutlich, wenn man auf Sektionen schaut, wie die von Frank Bösch geleitete zum Thema: „Gefahr für die Demokratie? Die neue Rechte in Deutschland.“ Obwohl allen noch die Bilder vom G-20 Gipfel in Hamburg im Gedächtnis sind, linke Medien Polizisten drohen, deren Namen und Adressen zu veröffentlichen, dieselben Anleitungen geben, wie man auch mit einer Gaspistole den Feind töten kann, sucht man auf dem Historikertag, der sich der Spaltung der Gesellschaft widmet, nach einem Panel unter dem Titel „Gefahr für die Demokratie? Die militante Linke in Deutschland und ihre Unterstützer in der Politik“ vergeblich. 

Alles von „rechts“ ist gefährlich

Wo ist der Zeithistoriker, der sich dem Thema „Strukturen und Finanzierung der Antifa“ widmet? Was er wäre, ist nach dem Historikertag leicht zu sagen, nämlich arbeitslos. Aber vielleicht schließen sich aktivistische Historiker auch der SPD an. Angela Marquardt, die Geschäftsführerin der Denkfabrik der SPD und Vertraute von Andreas Nahles hat im SPD-Blatt „Vorwärts“ dafür plädiert, ein Bündnis mit der Antifa und den Antideutschen einzugehen. Schaut man sich das Panel von Frank Bösch an, gewinnt man den Eindruck, dass er sehr gern in dem von Angela Marquardt favorisierten Bündnis mitmachen würde. 

Ein weiteres Panel unter Leitung der Göttinger Historiker Dirk Schumann und Petra Terhoeven widmete sich dem Thema: „Die Komfortzone verlassen? Zur politischen Relevanz von Geschichtswissenschaft heute“. Mit Komfortzone meinten beide offenbar wissenschaftliche Objektivität. Denn in einer beispiellosen Aktion, die schaut man sich Programm und Dramaturgie des Historikertages anm anscheinend gut vorbereitet war, wurde eine Resolution des Historikerverbands zur gegenwärtigen Gefährdung der Demokratie durchgepeitscht, die von Schumann und Terhoeven verfasst und von Kollegen unterstützt und allem Anschein auch noch angeregt wurde. 

Entsprechend ihres Panels gehen für Schumann und Terhoeven die Gefahren für die Demokratie von dem aus, was sie für „rechts“ halten. Dass es einen Stalin gab, einen Mao, einen Pol Pot, dass bis 1989 die Völker Osteuropas vom Kommunismus unterdrückt worden sind, es in der Bundesrepublik einen Deutschen Herbst und den Terror der RAF gegeben hat, dass von der Antifa und den Autonomen eine beträchtliche Gewalt ausgeht und vom Bundespräsidenten beworbene Bands zu Gewalt, Hass, sogar Mord gegen Andersdenkende, gegen Journalisten, gegen Polizisten aufrufen, blenden die Zeithistoriker zeithistorisch aus.

Sozialisiert unter den Achtundsechzigern

Sie verdrängen es offenbar, weil sie mit der Relativierung und Verharmlosung des linken Terrors, der Grausamkeit und Menschenverachtung des linken Totalitarismus geradezu sozialisiert worden sind. Den Achtundsechzigern und ihren Nachfolgern, gerade auch im akademischen Bereich, gelang es schrittweise, den öffentlichen Diskurs auf die Ebene des Klassenkampfes zu drücken. Gegen den Feind, den Andersdenkenden, gegen Rechts ist jedes Mittel erlaubt und gerechtfertigt. Wobei rechts alles umfasst, was nicht dem rot-grünen Kanon problemlos zugeordnet werden kann. Es geht längst nicht mehr um Argumentation, sondern um die mit allen Mitteln zu verteidigende Deutungshoheit, die eine Quelle der Macht der Resolutionsschaffenden ist.

Die Atmosphäre der Mitgliederversammlung, die über die Resolution abstimmen sollte, empfanden Tagungsteilnehmer als aufgeladen und sich selbst unter Druck gesetzt. In der Resolution wurde eine „historisch sensible Sprache“ gefordert als Grundlage der politischen Diskussion. Als Negativbeispiele wurden „Volksverräter“ und „Lügenpresse“ genannt. Als ein Historiker im Sinne der Ausgewogenheit vorschlug, auch den Begriff „Nazi“ aufzunehmen, wurde sofort die Einseitigkeit, der bis ins Linkstotalitäre spielende Geist der Resolution deutlich. Andreas Wirsching, den man nicht unbedingt für einen großen Historiker halten muss, lehnte dieses Ansinnen ab und gab den Ralf Stegner des Historikerverbandes, indem er eindeutig den Feind der Demokratie in denen erkennen wollte, die er für rechts hält. Objektivität und Ausgeglichenheit gelten ihm offenbar nur als Relativismus.

Historiker als Kampfreserve der Regierung

Der Vorschlag einer geheimen Abstimmung wurde wohl verworfen, weil man ganz im Sinne des Klassenkampfes sehen wollte, wer Freund, wer Feind ist. Demokratie, auf die sich Wirsching und Co. berufen, geht jedenfalls anders. Zumindest wirft das die Frage nach den wissenschaftlichen Standards des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam unter den Direktoren Frank Bösch und Martin Sabrow und des Instituts für Zeitgeschichte in München unter Andreas Wirsching auf. Am Ende wurde die Resolution weniger durch eine Abstimmung als durch Akklamation der Aktivisten angenommen.  

Hätten die Historiker aus der Geschichte gelernt, wären sie nicht einmal auf die Idee gekommen, sich als Kampfreserve der Regierung anzudienen. Man muss nicht einmal ein Historiker sein, um diesen Vorgang aus zwei dunklen Zeiten der deutschen Geschichte zu kennen, als Geisteswissenschaftler an der ideologischen Front mittun wollten und dabei die Wissenschaftlichkeit ihres Faches der Ideologie opferten. 

Die Resolutionsschaffenden unter den Historikern fühlen sich beauftragt, „durch die Analyse historischer Entwicklungen auch zur besseren Wahrnehmung von Gegenwartsproblemen beizutragen“. Bereits hier zeigen sich Allmachtsfantasien und Fachvergessenheit in scheinbar plausibler Formulierung, denn keine Analyse historischer Entwicklungen ist sakrosankt. Gerade die immer aufs Neue geführten Diskussionen von Analysen und Deutungen machen erst die Geschichtswissenschaft aus. Geschichtswissenschaft kann also nur etwas zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen, indem sie ihre eigene Diskussion zum Thema macht. 

Es geht also den Resolutionsschaffenden keineswegs um einen geschichtswissenschaftlichen Diskurs, sondern um die Ideologisierung und Parteipolitisierung des Fachs, um die Herrschaft des Establishments ideologisch abzusichern. Dass dabei ganz vorn die Forderung einer „historisch sensiblen Sprache“ steht und das Verdikt „diskriminierender Begriffe“, stellt eine Abkehr von historischer Forschung dar. Außerdem werden so die Theorien von Judith Butler unterstützt, die den über Sprachveränderung und die Errichtung einer Sprachinquisition Umbau der Gesellschaft anstreben und sich wiederum auf Foucault, Derrida, Althusser und Bordieu berufen. Dabei wird deutlich, dass die Resolutionsschaffenden sich auf Linguistik berufen, ohne etwas von Linguistik zu verstehen. In einer für Historiker bemerkenswert unscharfen Sprache werden „nationalistische Alleingänge“ mit „nationalen Problemlösungsstrategien“ gleichgesetzt, womit die Resolutionsschaffenden ihre Gegenwartsblindheit offenbaren.

Die Furcht vor Veränderung

Die Welt steht jedoch vor einer Renaissance der Nationalstaaten. Ausgesprochen nationalstaatsbasierte Mächte streiten um die Hegemonie. Allein das zeigt schon den weltfremden, hoffnungslos provinziellen Ansatz der Resolution. Wer Migration vollkommen undifferenziert als bereichernde historische Konstante sieht, hat große Teile des Geschichtsunterrichts geschwänzt. Das Imperium Romanum beispielsweise ist unter anderem durch fortwährende Migration zugrunde gegangen. 

Der eigentliche Auslöser der Resolution wird bei näherem Hinsehen deutlich: Es ist die pure Angst. Andreas Wirsching und seine Mitresolutionisten scheinen die Historiker in eine Kampfformation gegen die AfD zwingen zu wollen, in einen Kampf, in dem offenbar jedes Mittel recht ist. Die Angst geht um, dass man aus der „Komfortzone“ exmittiert wird, weil andere Politiker in die Beiräte und an Entscheidungspositionen kommen, die andere Entscheidungen zur Mittelvergabe fällen. Aus der Resolution spricht die Furcht vor Veränderung, davor, dass ein bisheriges wissenschaftliches Establishment Macht und Einfluss verlieren könnte, was sich häufig in der Vergabe finanzieller Mittel und in der Schaffung von Strukturen und Stellen niederschlägt. Deshalb will man gegen „alternative Fakten“ zu Felde ziehen und bläst doch nur in das Horn der Merkelschen Alternativlosigkeit. Der Soziologe Wolfgang Streeck hat einmal bemerkt, dass die Göttin TINA (there is no alternative) der Expertenlüge zur Beglaubigung des als alternativlos Behaupteten bedürfe. Wollen die Historiker tatsächlich so weit gehen?

Michaela Diederichs | Mo, 1. Oktober 2018 - 17:39

Deutschland nimmt langsam hysterische Züge an. Die Furcht vor der AfD und die damit verbundene Vertreibung aus dem Paradies muss gewaltig sein. Es ist einfach nur noch grotesk.

muss verschwinden, damit die Krankheit geheilt werden kann. Aber gerade das, eine Gesundung, will man nicht, sondern es geht nur um das störende Symptom.

und gefährlich für den, der sich gegen die herrschende Ideologie stellt.

Heidemarie Heim | Mo, 1. Oktober 2018 - 18:39

Oder die beglaubigte Übersetzung durch Historiker-Expertise zugunsten der Ideologie? Wow! Krasse Erkenntnis!
"Wollen die Historiker tatsächlich so weit gehen?"
Warum nicht? Dient es doch dem Selbstbehalt wie Autor Dr. Mai ganz richtig vermutet. Das dabei ganze "Ären linksdespotischer Diktatur" mitsamt millionenfacher Opfer unter eine selbst verordnete Omertà fallen, geschenkt. Haben doch Historiker der Alt-68iger gegebenenfalls schon in ihren damaligen Kommunen und in Diskussionen mit ihren Studentenführern gelernt, das es gesünder für sie ist, den ideologischen Pfad linker Tugend keinesfalls zu verlassen! Noch krasser erging es den von der STASI geschützten Kämpfern der RAF, die etwas hinterfragten und deshalb bis heute schweigen wie die Gräber? Egal, wie auch immer! Die Dämonen von Spießermitte bis ganz rechts werden mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft.
Dabei Hals-und Beinbruch, liebe Meinungsmajestäten! MfG

Reinhold Wurian | Mo, 1. Oktober 2018 - 18:41

Also da muss man den honoren Historikern zustimmen. Die AfD haette besser nicht diesen Spalt als solchen erkannt, und, jetzt wirds etwas Staatsgefaehrdent, auch noch darauf hingewiesen, dann, ja dann gaebe es ihn eben nicht. Also, richtig schlussgefolgert liebe Historiker.

Karla Vetter | Mi, 3. Oktober 2018 - 18:58

In reply to by Reinhold Wurian

Schließlich ist ja auch der Seismograph am Erdbeben schuld. Würde er die Stärke nicht anzeigen ,wüßte niemand was los ist.

Christa Wallau | Mo, 1. Oktober 2018 - 18:53

Es ist beileibe nichts Neues, daß sich angebliche
Historiker dazu herablassen, das jeweilige Regime zu unterstützen.
Aber daß solche Pseudo-Wissenschaftler dies heute
noch bzw. wieder so unverblümt und relativ unangefochten tun (und tun k ö n n e n) - dies stimmt mich doch sehr traurig.

Hat all die Aufarbeitung der Strukturen in diktatorischen Systemen denn g a r nichts gebracht? Wozu wurden Milliarden von Mark und Euros ausgegeben, um die Wichtigkeit der Neutralität von Forschung und Lehre herauszuarbeiten, wenn sich heute - erneut - kaum jemand daran hält?

"Wes Brot ich eß, des Lied ich sing" - diese
Tatsache gilt wohl ewig, genauso so, wie
"der" Mensch sich niemals grundsätzlich ändern
wird.
Umso erfreulicher, wenn wenigstens Einzelne,
wie hier Herr Mai, ihre Stimme dagegen erheben und die Fahne des freien und umfassenden Denkens und Erklärens bei den Historikern hochhalten.

Dirk Nowotsch | Mo, 1. Oktober 2018 - 19:04

.......aber ich bekomme Angst, wenn ich ihn lese. Es scheint, dass die Demokratie in Deutschland schon verloren ist!

In der neuen Printausgabe gibt einen einen sachlichen, sehr lesenswerten aber traurigen Beitrag von Herrn Marguier zum Zustand unserer Demokratie. Einfach mal reinschauen. Ging mir direkt in Hirn und Herz.

Dr. Michael Kubina | Mo, 1. Oktober 2018 - 19:24

trefflicher Kommentar wenn auch das Wesentliche erst am Ende gesagt wird: "dass ein bisheriges wissenschaftliches Establishment Macht und Einfluss verlieren könnte, was sich häufig in der Vergabe finanzieller Mittel und in der Schaffung von Strukturen und Stellen niederschlägt." Nach der Wiedervereinigung hat sich eine Generation von Historikern an den Fresstöpfen der Macht festgesetzt, die sich nicht scheut, sich ziemlich eindeutig parteipolitisch zu positionieren. Vor dem Auftreten der AfD hat das noch zu einer gewissen wissenchaftlichen Pseudodebatte geführt. Jetzt werden die Reihen fest geschlossen, wissen diese Leute doch bestens, wie (leicht) man alte Eliten abserviert. Ich bin selbst Zeithistoriker und will mit diesem Milieu, in dem ich zwei Jahrzehnte gearbeitet habe, nichts mehr zu tun haben. Etwas betrüblich für mein Portemonnaie, aber sehr erquickend für die Seele, nicht mehr zu den Zeit(geist)historikern zu gehören

Fritz Salzmann | Mo, 1. Oktober 2018 - 19:25

Eine realistischere Bezeichnung für diese Veranstaltung wäre etwa: "Tagung linker und regierungstreuer deutscher Historiker".

Johannes Reichhart | Mo, 1. Oktober 2018 - 19:29

und Nachbar (Österreich) nur noch den Kopf schütteln. Weit hast du's gebracht Deutschland. Dieses Land wurde unter Merkel total umgekrempelt (umgemerkelt). Jede kritische Äusserung zu massenhafter Zuwanderung, zu Appeasemant an den politischen Islam (Anschauungsunterricht Erdogan-Besuch) oder der Huldigung eines kritiklosen Multi-Kulti-Wahns wird vom medialen, politischen und nun auch geschichtswissenschaftlichen Establishment gnadenlos als populistisch, rassistisch oder rechtsextrem diffamiert, abgekanzelt und geächtet.

Die selbsternannten Hüter der Demokratie und der Verfassung gebärden sich dabei wie die Inquisition des Mittelalters. Nur dass statt Verbrennen nun öffentliche Beschimpfung und Anprangerung geübt wird.

Frank Auers | Mo, 1. Oktober 2018 - 19:43

Der Artikel bestätigt voll und ganz meinen persönlichen Eindruck von dieser Veranstaltung. Wir können hier erleben, wie versucht wird Geschichtswissenschaft als politisches Machtinstrument aufzubauen, dessen vordringlichste Aufgabe nicht mehr die wissenschaftliche Analyse, sondern das Beschaffen polischer Argumentationsmuster und die Legitimierung selbiger ist. Ironischerweise ein in sich selbst schon spannender Vorgang. Sehr vorschnell wurden hier IMHO Vergleiche zur Weimarer Republik gezogen, in welcher die "demokratischen Institutionen" ebenso in der Kritik gewesen seien. Völlig ausgeblendet werden dann aber die Inhalte dieser Kritik? Ist z. B. die Forderung nach einer Reduktion des ÖRR (wie in Dänemark) pauschal undemokratisch? Man kann den Eindruck gewinnen, hier sollen unerwünschte Standpunkte aus dem öffentlichen Diskus ferngehalten werden.

Peter Heins | Mo, 1. Oktober 2018 - 20:06

Ich habe gerade ähnliche Erfahrungen auf einem psychotherapeutischen Fachkongress gemacht. Das in früheren Jahren fachliche Programm war dieses Jahr politisch durchsetzt mit Themen wie der Pathologie von Trump-Wählern und Rechtspopulisten sowie der Bescheinigung von pathologischem Narzissmus von Antifeministen. Beunruhigend, dass diese Politisierung des Fachlichen auch auf anderen Konferenzen stattfindet.

Jan Dutschmann | Mo, 1. Oktober 2018 - 20:16

Macht korrumpiert und mit Wegfall der trennenden FDP stand dem absoluten Machtanspruch nichts mehr im Wege - hier kann man nur hoffen dass die Abgewöhnungsphase friedlich verläuft und nicht durchschwingt

Jacqueline Gafner | Mo, 1. Oktober 2018 - 21:28

ob der Qualität dieser Kritik an einer Gilde, deren Verlautbarungen in einer breiteren Öffentlichkeit kaum je hohe Wellen werfen, man aber anscheinend nicht unterschätzen darf, was die wilde Entschlossenheit einiger Alpha-Tiere in ihren Reihen angeht, das politische Zeitgeschehen nicht bloss zu analysieren und zu kommentieren, sondern da mit hochgekrempelten Hemdsärmeln zeitnah aktiv mitzumischen. Und das im Namen der Wissenschaft. Zwar war ich zu keiner Zeit so blauäugig, anzunehmen, dass an Universitäten beschäftigtes akademisches Personal gewissermassen von Berufs wegen aus politischen Neutren bestehe, doch dass die Freiheit und Unabhängigkeit der Wissenschaft sich in dieser Form Bahn bricht, erstaunt denn doch etwas, um es defensiv auszudrücken. Da sägen einige vermeintliche Überflieger mit Furor ausgerechnet an dem Ast, auf dem sie selber sitzen, allfällig vorhandene wissenschaftliche Meriten hin oder her.

Tomas Poth | Mo, 1. Oktober 2018 - 22:04

wie zutreffend und traurig, ja erschreckend.
Angst vor Veränderung, Angst vor Verlust der eigenen Wohlfühlblase.

Klaus Gerster | Mo, 1. Oktober 2018 - 22:06

Wenn man diesen liest, fragt man sich, ob solche Beiträge angesichts der dort beschriebenen Tendenzen, demnächst überhaupt noch veröffentlicht werden dürfen.

Peter Wagner | Di, 2. Oktober 2018 - 00:27

Die Angst vor der AFD hat jetzt selbst Hystoriker zu Hysterikern gemacht!

Jürgen Waldmann | Di, 2. Oktober 2018 - 08:18

Wenn schon ca, 6 Millionen AfD Wähler zu solch großer Angst verleiten , was machen diese guten Menschen , wenn es doppelt so viele werden ? Der Niedergang der alten Eliten liegt nicht an der AfD , sondern an ihrem Versagen , als dieses Land in die Eurokrise und viele nachfolgenden Krisen versagte !

Thorsten Roschè | Di, 2. Oktober 2018 - 08:21

Von welcher Demokratie ist hier die Rede ? Von einer Demokratie die Angst vor Neuwahlen hat ? Aktuell ist dieses Land ein einziges Chaos. Schuld ist Merkel die mit greisenhafter Starrköpfigkeit an ihren Ämtern klebt und den Weg für einen Neuanfang verhindert. Alles wäre besser, als diese Person im Kanzleramt. Am besten man wählt die "Merkel muss weg" Partei, bis auf Weiteres. Zum Beispiel ende des Monats.

Dr. Werner Görlich | Di, 2. Oktober 2018 - 08:50

Sie haben Recht!
Dem ist nichts hinzu zu fügen.

ingrid dietz | Di, 2. Oktober 2018 - 09:14

der Politiker der Altparteien vor der AfD ist einfach grotesk !

Letztendlich bekommen die Altparteien bei den Wahlen genau die Prozentpunkte, die sie verdient haben; nicht mehr und nicht weniger !

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 2. Oktober 2018 - 09:16

den von Ihnen Kritisierten nicht "gleich" und holzen den Theoriewald ab.
Foucault und Bourdieu, Derrida etc, die können Sie nicht kleinschreiben, die dürfen Sie nicht kleinschreiben!
Unabhängig davon wäre es aber nicht das erste Mal, dass Historiker nicht erkennen, wo der Hase langläuft.
Es streiten sich nicht wirklich die mächtigsten Nationalstaaten um die Hegemonie, sondern m.E. die stärksten Privatinteressen gerne mittels der Vehikel, die sie in ihren Dienst stellen können? Mal sind es evtl. die eigenen Staaten, in denen sie gemeldet sind, dann auch gerne andere Staaten oder Rebellen dort oder Zusammenschlüsse von Wirtschaftsinteressen.
Irgendwo las ich von einer Theorie des Homo Deus.
Gehen Sie getrost davon aus, dass schon so Einige in dieser neuen Zeitordnung angetreten sind, begonnen mit Jesus Christus, genau so aber von ihm nicht beabsichtigt.
In diesem Zusammenhang ist die Demokratie wichtig und das Alltagsgespräch von Gott zu Gott.
Der Irrwitz ist die Sonderstellung?:)

Gabriele Bondzio | Di, 2. Oktober 2018 - 09:16

dass man aus der „Komfortzone“ exmittiert wird,..." ...und so stellt man einerseits die gesellschaftlichen Fragen heutzutage als zu komplex dar, als dass gewöhnliche Menschen sie verstehen könnten. Andererseits liegt es auch in der Natur der Sache eine Gefahr besonders zu beschwören, die den Bruch mit den Futtertrögen zur Folge hat. Die militante Linke in Deutschland und ihre Unterstützer sind aber im Moment, eine weit aus größere Gefahr für die Demokratie. Da sie, durch die sichtbare Renaissance der Nationalstaaten, viel mehr um ihre Stellung fürchten muss. Diese Furcht hat in der Geschichte zu totalitär-linken Systemen wie die eines Stalins einen Mao´s, einen Pol Pot, geführt.

Eduard Milke | Di, 2. Oktober 2018 - 09:21

Der Kampf der Ideologien hat längst begonnen. Aber in 10 oder 15 Jahren sind dann eh die meisten 68ér nicht mehr da und dann bleiben nur noch ein paar wenige Gutmenschen übrig. Bis dahin werden die Grünen und die SPD auch noch bei 10% stehen bleiben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 2. Oktober 2018 - 09:38

evtl. so, dass der Gott der Menschen auf den Plan trat, obwohl ich Christus so sehe, dass in ihm Gott Mensch wurde und also der Humanismus das Erbe Christi mit antritt, aber es bedeutet nicht, dass EIN Mensch nun über die anderen "Wurmlinge" herrschen dürfe. Das wäre die Ermächtigung des Menschen zu Gott, landläufig auch als Größenwahn bekannt.
Nehmen wir deshalb die Menschheit ernst und unterhalten wir uns von Gott zu Gott, Amöbe zu Amöbe, je nachdem an welchem Ort des Lebens wir uns befinden.
Es ist gut, wenn man alle Sprachen spricht, je nachdem von wem man angesprochen wird.
Nicht also der Nationalstaat steht vor seiner Restituierung sondern die jeweilige Zusammenkunft von Menschen/Göttern auf der Tagesordnung.
Demokratie ist notwendig, wenn jemand beauftragt wird?
Sonst gibt es nur die Souveräne als Beratende und Beschluss Fassende.
Ich bin nicht bereit, Leben in Sachen Transzendenz bevormunden zu wollen, wenn es sich fortpflanzt, weiter denkt...
Irgendwie spannend

Wolfgang Tröbner | Di, 2. Oktober 2018 - 09:44

Zu DDR-Zeiten waren die Historiker Kampfreserve der Partei, also der SED (jetzt "Die Linke"). Auch da wollten Geisteswissenschaftler an der ideologischen Front mittun. Und opferten dabei die Wissenschaftlichkeit ihres Faches der Ideologie. Und nun das. Kann man angesichts dessen überhaupt noch davon sprechen, dass die Historiker Wissenschaft betreiben? Es zeigt sich, dass diese Zunft aus der Geschichte nichts, aber rein garnichts gelernt hat. Bestürzend und beschämend! In mehrfacher Hinsicht. Und ein weiteres Indiz dafür, wohin die Bundesrepublik insgesamt abdriftet.

Klaus Dittrich | Di, 2. Oktober 2018 - 10:09

„ . . . nach einem Panel unter dem Titel „Gefahr für die Demokratie? Die militante Linke in Deutschland und ihre Unterstützer in der Politik“ vergeblich.“
Dabei haben die ersten R/R/G-Regierungen noch Hoffnungen auf Fortschritt – auch im gesellschaftlichen Diskurs – geweckt.

„Wo ist der Zeithistoriker, der sich dem Thema „Strukturen und Finanzierung der Antifa“ widmet? Was er wäre, ist nach dem Historikertag leicht zu sagen, nämlich arbeitslos. . . .
gelang es schrittweise, den öffentlichen Diskurs auf die Ebene des Klassenkampfes zu drücken. Gegen den Feind, den Andersdenkenden, gegen Rechts ist jedes Mittel erlaubt und gerechtfertigt.“
Beide Sätze erinnern mich an meine DDR-Vergangenheit – im negativen Sinne.

Im schizophrenen Deutschland möchte sich (fast) jeder – Historiker wie Journalisten – der Macht andienen. Und bei einem „Kurswechsel“ werden die Wendehälse sprießen.

Heinrich Niklaus | Di, 2. Oktober 2018 - 10:41

Die Auseinandersetzungen in den Geisteswissenschaften sind ja nicht neu. Erinnert sei an den Historikerstreit von 1986/87. Damals aber ging es um ein konkretes Thema (Singularität des Holocaust).

Heute aber soll die Geschichtswissenschaft offensichtlich dazu benutzt werden, unliebsame Partei-Konkurrenten zu bekämpfen. Das ist ein Anschlag auf die grundgesetzlich verankerte Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre (GG Art 5).

Dies zeigt, wie weit die „Herrschende Klasse“ bei der Durchsetzung ihrer Ideologie zu gehen bereit ist.

Reinhold Schramm | Di, 2. Oktober 2018 - 11:08

Ungeschminkt: Die Ossis, die Extremisten der (neuen) kapitalistischen ''Freiheit'' und ''Demokratie'', deren ''Menschenrecht'', vs. die blöden Wessis.

Die Anziehungskraft der westlichen ''Freiheit'' und ''Demokratie'', des westdeutschen Konsumparadieses, war so gewaltig, das der m/w Ossi mit aller Gewalt sein ostdeutsches Territorium noch rechtzeitig ökonomisch, ökologisch und sozial vernichten wollte. Schon in den Jahren vor der Implosion der DDR gab es kaum noch eine sichtbare Bereitschaft, der großen Mehrheit der m/w Ostdeutschen, mit 'ihrem' Staatseigentum verantwortlich umzugehen. Mann und Frau beschleunigten vorsätzlich den Verfall der ökonomischen Basis Ostdeutschlands.

Des Ganze wurde aus der Wertschöpfung des Wessi bisher mit 1.600 x Milliarden Euro finanziert!

Damit hätte man ganz Afrika aus der Armut heraus sanieren können!

P.S.: Auch ein Thema für HistorikerInnen? (!)

Georg Czerwinski | Di, 2. Oktober 2018 - 11:29

Die Historiker sollten sich einfach auch mal mit dem Hauptgegenwartsproblem beschäftigen. Wie sorgt die Politik für die Zukunft vor?
Die führenden Politiker schaffen es, das Land trotz guter Steuereinnahmen ärmer werden zu lassen. Staatsverschuldung, falsche staatliche Investitionen, ungünstige Einwanderung usw. Wie soll das Land in 10 Jahren aussehen?
Eine gute Bestandaufnahme der Lage in Deutschland ohne Parteipolitik kann man im Buch von Dr. Stelter „Das Märchen vom reichen Land“ lesen.

Holger Stockinger | Di, 2. Oktober 2018 - 12:33

Als Arzt steht der "Krankheitsbegriff" im Zentrum seines Denkens und Handelns. Sollte er nicht unpolitisch sein, sondern ein wenig "historisch gebildet", wüßte er, daß "Politisch Andersdenkende" in allen totalitären Systemen (ein Beispiel, nämlich die Psychiatrie in der Sowjetunion für "Dissidenten" soll an dieser Stelle genügen) für "krank" erklärt wurden.

Um "aus der Geschichte zu lernen" wären diesem "Historiker-Tag" wie auch "Psychotherapeuten-Tagungen" zwei Filme im Vorspann zu empfehlen gewesen: Orwells 1984 oder Fahrenheit 451 ...
Die Totalisierung als Herrschaft über das "öffentliche Denken" mit Zwangsgebührenabgabe für "Öffentliche Sender" ist ja nicht die einzige Maßnahme mit Bezug auf die DDR, Merkels Mutter-Vaterland ...

wolfgang spremberg | Di, 2. Oktober 2018 - 13:44

Historiker könnten sich einfach mal mit der Historie beschäftigen oder, noch einfacher, sich in der aktuellen Welt umsehen. Wohin man blickt . religiöse und ethnische Konflikte mit zum Teil hunderttausenden von Toten. Was fällt den "Historikern" dazu ein ? Wir versuchen es auch noch mal und wer das nicht will ist ein menschenverachtender Rassist. Merken die das nicht ? Sind die so ahnungslos ? Oder wissen die das und sind tatsächlich so moralisch verkommen, dass sie sich für ein bisschen Komfort kaufen lassen ? Von unseren Vorfahren, im Drittenreich haben wir mehr erwartet. Viel mehr.

Ruth Teibold-Wagner | Di, 2. Oktober 2018 - 14:02

Die selbsternannte "Elite" in den Geistes"wissenschaften" und im Kulturbetrieb wird zu fast 100 Prozent mit öffentlichen Geldern alimentiert.

10.000e leben davon: Professoren, Künstler, Stadttheater-Intendanten u.a. Die Damen und Herren Historiker gehören auch dazu.

Die Politiker, die über die Verteilung der Milliarden entscheiden, sind links-rot-grün oder dem links-rot-grünen Geist ängstlich angepasste Christdemokraten.
Sie geben das Geld "ihren" Leuten, dafür werden sie von denen ideologisch im Diskurs unterstützt.
Diskurshoheit und Geld gehören zusammen, bedingen sich gegenseitig.

Durch den Aufstieg der AfD besteht nun die Gefahr des Verlustes der Diskurshoheit und der Gelder. Panik macht sich breit. Denn es geht um persönlichen Nutzen in Form von Geld und ideologischem Machtgefühl.

Es geht um Macht (Diskurshoheit), ideologische Hegemonie, Geld. Das ist Krieg und der Feind ist jeder, der anders denkt als sie selbst.

Tolle Demokraten sind das.

Armin Latell | Di, 2. Oktober 2018 - 14:38

Habe von dem Historikertag zwar nichts gehört, Ihr Artikel darüber liest sich aber wie über eine Studie der Bertelsmann- oder Amadeu Antonio Stiftung. Das Ausblenden jeglichen reichlich vorhandenen Links-Radikalismus‘ liegt doch ganz im Trend. Kann es den überhaupt geben, wo doch ein BP öffentlich Werbung für Vertreter dieser Spezies macht, wo eine Bundesregierung als Kriterium für die teilweise Verächtlichmachung ihrer Bürger linksradikale Gruppen als glaubhafte Informationsquellen adelt? Da glauben wohl Historiker, aus Opportunismus oder purer ideologischer Verkommenheit, sich den (noch) Mächtigen andienen zu dürfen. Die gesellschaftlichen und politischen Zustände nähern sich immer offensichtlicher denen der ausgemusterten DDR. Bei dieser egierungsbesetzung nicht verwunderlich. Ein sehr treffender, guter Artikel.

Robert Müller | Di, 2. Oktober 2018 - 15:40

Ich halte nichts davon die Motive von Personen aufzudecken, wie der Autor das u.a. im letzten Kapitel gemacht hat, weil das immer nur spekulativ sein kann. Selbst aus der Selbstauskunft einzelner Personen, lassen sich keine Motive für eine Gruppe entnehmen. Ein anderer Punkt ist, dass "man" sich mit Scham erinnern wird. Ein Teil der Bevölkerung und sicher ein großer Teil der Elite wird sich ganz sicher nicht für diesen Historikertag schämen, sondern die Resolution begrüßen. Gerade das ist ja die Spaltung der Gesellschaft. Mich würde übrigens interessieren, ob diese Spaltung auch strukturelle Gründe hat, die Aktivisten dort also nur Ausführende sind. Ich erinnere an den Gegensatz: Kapitalist - Arbeiter. Da war der einzelne Kapitalist nicht unbedingt "böse", sondern nicht selten selbst ein "Gezwungener". Na ja, vielleicht werden das einmal Zeithistoriker erforschen. ;)

Ursula Horvath | Di, 2. Oktober 2018 - 18:18

die Avangard hat klar gestellt, die AFD ist Schuld. Oh Gott, das ist die Elite Deutschlands? Es reicht nicht mal dazu übern Tellerrand zu schauen und zu hinterfragen, weshalb in solch kurzer Zeit sich eine Partei erfolgreich auf dem Politmarkt behaupten konnte? Wenn man kriecherisch, weil gut bezahlt, den einen oder anderen Orden durch Politiker, wegen der großen"Verdienste" an die Brust genagelt bekommt, findet man die Welt wie sie ist, nicht Änderungswürdig? Das erspart ja auch ein tiefgründiges Nachdenken, ob vielleicht doch die so hoch verehrten Politiker hin und wieder einen Fehler gemacht haben! Na ja, in Zwanzig Jahren, werden andere Generationen von Historikern auf dem Elitenmarkt sein, da könnte es durchaus passieren, wie die Geschichte oft gezeigt hat, dass das heutige Denken als Falsch und Feige beurteilt wird!

Wolfram Fischer | Di, 2. Oktober 2018 - 23:41

Und ich dachte immer, Historiker sollten sagen was war, und damit aufzeigen, was wieder sein würde, wenn man nichts daraus lernt. Daß das in diktatorischen Verhältnissen verschiedentlich an Grezen stößt, muss man Ihnen nachsehen - da sind viele linientreu, in allen Sparten. Daß aber Historiker sich in einem freien Land politisch positionieren und auf dem linken Auge blind werden, ist unfassbar!
Daß links zu allen Zeiten immer wieder mörderisch war, wird in dieser Gilde offenbar völlig ausgeblendet - der Feind ist rechts! Dabei sind linke "Volksbeglücker" die größten Massenmörder der Geschicht gewesen!
Zig Millionen Opfer kommunistischer Machthaber:
Sovietunion 20, China 65, Kambodscha 2, Vietnam 1, N.Korea 2, ...
In Summe annähernd wohl 100 Millionen Opfer!
Wann immer Menschen den (linken) Himmel versprechen, wird die Hölle das Ergebnis sein.
Das auszublenden und sich als Wissenschaftler gegen rechts zu positionieren, ist in höchstem Maß desaströs!
Wieder was gelernt...

Dr. Jörg Gerke | Mi, 3. Oktober 2018 - 10:15

Interessant wäre es zu ergründen, welche Historiker durch welche Töpfe finanziert werden und ob diese Töpfe durch politische Parteien kontrolliert werden. Ein Finanzierungssystem der Wissenschaften, aus dem sich die Tagespolitik heraushält und in dem wissenschaftliche Kriterien für die Vergabe relevant sind, hätte vermutlich eine solche Resolution nicht erzeugt.

Willi Mathes | Mi, 3. Oktober 2018 - 10:36

Stimmt Herr Mai !

Historiker - versuchen das Vergangene vorauszusagen !

Lebensweisheit

Freundliche Grüsse

Stefan Esselborn | Mi, 3. Oktober 2018 - 17:27

.. obwohl ich nicht unbedingt mit allen Details einverstanden war. Man kann sicherlich darüber diskutieren (und das haben wir in Münster auch getan), ob der Text nicht in einigen Punkten zu wenig Raum für unterschiedliche politische Standpunkte lässt.
Herr Mai (den man nicht unbedingt für einen großen Krimiautor halten muss) demonstriert in seiner Polemik aber, warum die Resolution dennoch richtig war. An der offenen Diskussion, die er scheinbar fordert, zeigt er selbst nicht das geringste Interesse. Stattdessen werden seltsame Verschwörungstheorien wie die Butlersche "Sprachinquisition" bemüht.
Es gibt übrigens einen einfachen Grund dafür, dass von dt. Linksextremismus zur Zeit so wenig die Rede ist: Er ist seit den 1990ern einfach irrelevant. Da hilft auch der verzweifelte Versuch nicht, ein paar versprengte Chaoten zur Pol Pot und Stalin aufblasen zu wollen. Zum Linksterrorismus in den 1970ern (als dies anders war) gibt es übrigens massenweise Literatur. Zum rechten Pendant nicht.