Der Spurensucher

In Bernhard Schlinks neuem Roman "Die Heimkehr" macht sich der Erzähler auf die Suche nach dem Trivialautor Vonlanden, dessen Heimkehrerodyssee ihn tief berührt. Die Spur führt zu Hitlers Gauleiter in Schlesien. Cicero stellt exklusiv drei Kapitel dieses virtuosen literarischen Vexierspiels vor.

Hitler hatte Hanke geliebt, so sehr, dass er ihn kurz vor seinem Tod anstelle Himmlers zum Reichsführer SS ernannte. Die Breslauer haben ihm nie verziehen, daß er, der für den Ausbau der Stadt zur Festung, ihre Verteidigung und Zerstörung verantwortlich war und sie bis zum letzten Mann halten wollte, sich am 2.Mai 1945 davonmachte – von einer Startbahn, die die Breslauer unter den größten Opfern hatten bauen müssen und auf der kein Flugzeug gelandet, von der kein Flugzeug gestartet ist außer dem Fieseler Storch, den Hanke versteckt hatte und zum Verlassen der Stadt benutzte. Aber vielleicht hat er sich nicht feige davongemacht, sondern wollte mit Schörner zusammentreffen, den Hitler ebenfalls kurz vor seinem Tod zum neuen Oberbefehlshaber des Heeres ernannt hatte.
Nichts sprach dafür, daß er feige war. 1939 meldete er sich freiwillig, als er es sich als Staatssekretär Goebbels’ in Berlin hätte gutgehen lassen können, davor hatte er sich mit Goebbels angelegt, der seine Frau Magda wegen seiner Liebe zu Lida Baarova schlecht behandelte, und noch davor hatte er seine Stelle als Lehrer wegen seiner Arbeit für die Partei aufs Spiel gesetzt und verloren. Er war organisatorisch geschickt und einfallsreich, entdeckte, als niemand der Partei Versammlungsräume vermieten wollte, die Berliner Tennishallen als Auftrittsorte für Goebbels, organisierte die Kriegsberichterstattung und schrieb selbst. Zugleich bediente er sich aus der Parteikasse, schuf sich in der Festung Breslau ein Reich des Luxus, war stur, anmaßend und rücksichtslos bis zur Grausamkeit. Ja, Gerda Wolf hatte recht. Karl Hanke war wohl das Beste, was der Nationalsozialismus zu bieten hatte.
Als ich Max Hankes Karriere erzählte, schnalzte er denn auch mit der Zunge. Er war durch die langen Telephongespräche neugierig geworden, die ich mit einem befreundeten Historiker über Hanke geführt hatte. „Tapfer ist gut, oder?“
Wir saßen auf dem Balkon und aßen zu Abend. Ich hatte immer gedacht, es müsse schön sein, als Vater einem Kind die Welt zu erklären – vielleicht hätte ich sie als Kind gerne von meinem Vater erklärt bekommen. Ich hatte nicht gewußt, daß Kinder die schwierigen Fragen, die sie stellen, für einfach halten, daher einfache Antworten erwarten und von den angemessenen, komplizierten Antworten enttäuscht sind. Inzwischen wußte ich’s. Ich sah in den Abendhimmel, trank einen Schluck Wein und wappnete mich gegen Max’ Enttäuschung. „Tapferkeit ist gut, wenn es um eine gute Sache geht. Wenn es um eine schlechte geht, ist Tapferkeit…“ Ich zögerte. „Nicht gut“ war mir zu blaß, „schlecht“ zu stark.
„Schlecht?“
„Es ist wie mit dem Fleiß. Wenn du fleißig etwas Gutes machst, ist dein Fleiß gut. Wenn du fleißig eine Grube gräbst, damit der Nachbar hineinfällt und sich weh tut, ist das schlecht. Weil es schlecht ist, daß du die Grube gräbst, ist auch der Fleiß, mit dem du’s tust, nicht gut.“
Max dachte so angestrengt nach, daß sich zwischen seinen Brauen eine Falte bildete. „Wäre der Hanke besser gewesen, wenn er feige gewesen wäre?“
„Tapfer oder feige, fleißig oder faul – bei einer schlechten Sache ist es egal.“ Stimmte das? Waren Feigheit und Faulheit, die eine schlechte Sache sabotierten, nicht Tugenden?
Das fragte sich auch Max. „Aber wenn ich beim Graben faul bin, wird die Grube nicht so tief und tut sich der Nachbar nicht so weh.“ Dann trug ihn das Beispiel davon. „Wie ist das eigentlich – falle ich in die Grube, die ich dem Nachbarn grabe, nicht selbst hinein?“
„Das ist eine andere Geschichte.“ Statt glücklich der Wendung des Gesprächs zu folgen, ließ ich mich zu einem Schlußwort hinreißen. „Der Wert von Tapferkeit, Fleiß, Sparsamkeit und Ordnungssinn hängt jedenfalls davon ab, wofür es ist.“
„Ich weiß noch nicht, wofür ich spare.“
Einen Augenblick lang dachte ich, Max mache sich lustig. Aber seine Stirn zeigte weiter die Falte zwischen den Brauen, und er sah mich ernst an. „Wenn du genug hast, gibst du es eben für was Gutes aus.“
„Wenn ich’s dann aber für was Schlechtes ausgebe?“
Ich merkte, daß ich zwar gesagt hatte, was ich sagen zu sollen meinte, daß ich es aber gar nicht glaubte. Mochte Tapferkeit eine geringere Tugend als Gerechtigkeit, Wahrheits- oder Nächstenliebe sein – eine Tugend war sie allemal, und wenn es Hanke nun schon gab, war er mir tapfer lieber als feige. Ich mochte keine faulen Leute, und ich mochte nicht, wenn Leute mit ihrem Geld nicht zurechtkamen oder wenn sie in ihrem Leben ein Durcheinander anrichteten. Ich war der Sohn meiner Mutter. Ich mochte auch mit Max keine Diskussionen darüber führen, ob der Fleiß, den ich von ihm für die Schule verlangte, oder die Ordnung, die er bei mir zu Hause halten mußte, guten Zwecken diente. Ich hätte auf Max’ erste Frage antworten müssen: Ja, tapfer ist gut, aber tapfer allein langt nicht. Dafür war es zu spät. Ich konnte nur noch sagen: „Für was Schlechtes ausgeben? Das läßt du schön bleiben.“
Es kam ein Anruf meines Historikerfreunds, der herausgefunden hatte, wie Hanke zu Tode gekommen war.
Ob er Schörner nicht erreicht hatte oder sich mit ihm nicht einig geworden war oder es zu spät war, sich noch über irgend etwas einig zu werden – am 4.Mai war er zusammen mit anderen auf der Flucht. Sie übernachteten in Komotau bei einem deutschen Bauern, wurden von dessen tschechischem Knecht an die Partisanen verraten und überfallen, festgenommen und in Gorkau ins Gefängnis gebracht. Dort blieben sie ein paar Wochen, Offiziere und Zivilisten, wobei Hanke wie schon von den Partisanen so auch von den Wachmannschaften nicht erkannt wurde. Schließlich wurden sie mit weiteren Gefangenen nach Seestadtl transportiert.
Es war ein sonniger Frühlingstag. Auf der Straße war lebhafter Verkehr, und so ließen die Wachmannschaften die Gefangenen auf dem parallel zur Straße verlaufenden Bahndamm gehen. Zuerst gingen sie auf den Gleisen, dann, als ein Zug kam, daneben. Kurz bevor der Zug auf ihrer Höhe war, sprang Hanke über die Gleise, andere folgten, und sie rannten den Abhang hinunter auf den Bach, die Büsche und das Wäldchen zu. Aber der Zug war kurz und bald vorbei, und die Wachmannschaften schossen vom Bahndamm hinter den Fliehenden her. Andere Gefangene rannten in die andere Richtung davon, und weitere bewaffnete Tschechen nahmen deren Verfolgung auf. Auf den Gleisen verbluteten zwei, die beim Sprung von der Lokomotive erfaßt worden waren. Der Gefangene, der über das Geschehen berichtet hat, hat es als wildes Rennen, Schießen und Schreien beschrieben. Hanke und zwei andere Fliehende seien getroffen und von den Wachmannschaften erschlagen worden. Die anderen seien entkommen.
Unter ihnen Volker Vonlanden? War er mit Hanke aus Breslau ausgeflogen, von den Partisanen gefangengenommen worden, über die Gleise gesprungen und den Abhang hinuntergerannt?
Jedenfalls hatte ich den Autor meiner Heimkehrgeschichte. 1940/1941 hatte er in der Stadt, in der ich lebte, studiert, bei Familie Lampe in der Kleinmeyerstr. 38 in Untermiete gewohnt und vergeblich versucht, mit Beate Lampe anzubandeln. Im Winter 1941/1942 war er unter Hankes Fittiche geraten, durch ihn als Kriegsberichterstatter eingesetzt oder gefördert worden. Im Sommer 1942 hatte er Beate noch einmal getroffen, diesmal erfolgreich. Es sprach alles dafür, daß er während der letzten Wochen oder Monate Hankes in dessen Nähe war. Es sprach auch viel dafür, daß er nach dem Krieg noch einmal in der Kleinmeyerstr. 38 war. Den Roman hatte er irgendwann zwischen diesem Besuch und der Mitte der 50er Jahre geschrieben, als meine Groß-eltern mir die Druckvorlagen gaben.
Ich hatte ihn gemocht. Weil er die Odyssee gemocht und mit ihr gespielt hatte. Weil die Lektüre seines Romans meine erste und keine schlechte Begegnung mit trivialer Kultur war. Weil das offene Ende, das freilich nicht sein Ende war, meine Phantasie Purzelbäume hatte schlagen lassen. Weil man sich gar nicht so lange mit jemandem beschäftigen kann, ohne ihn zu mögen.
Oder zu hassen. Auch wenn ich soweit nicht war – das Spielerische, das mir in seinem Roman gefallen hatte, gefiel mir in seinen Briefen und in seinen Artikeln nicht mehr. Mit derselben Leichtigkeit, mit der er aus dem Hades einen Traum, aus dem Meer eine Wüste und aus der schöngelockten Kalypso die vollbusige Kalinka gemacht hatte, hatte er Rücksichtslosigkeit in ein ethisches Prinzip, das Aushungern Leningrads in einen Akt der Ritterlichkeit und die Verführung Beates in einen Tribut an die Gerechtigkeit verkehrt.
Wollte ich mich noch weiter mit ihm beschäftigen? Immer noch wollte ich wissen, wie der Roman endete. So viele Heimkehrgeschichten ich gelesen, so viele ich mir ausgedacht hatte, so viele Fortsetzungen der Begegnungen in der Kleinmeyerstr. 38 ich mir vorstellen konnte – ich wollte wissen, wie die Begegnung vom Autor zu Ende erzählt worden war. Vielleicht war es eine Heimkehr, die noch nie erzählt, noch nie geschrieben, noch nie gedacht worden war. Vielleicht war es die Heimkehr schlechthin.
Im Sommer 1989 ging meine Mutter in Rente, und ich schenkte ihr aus diesem Anlaß eine Woche im Tessin. Sie hatte mir als Kind von einer Reise dorthin erzählt, von der langsamen, leisen Bergbahn, die von Locarno zur Wallfahrtskirche hochfährt, vom Platz vor der Wallfahrtskirche mit dem Blick auf die Stadt und den blauen See, von den Tischen und Stühlen am Ufer in Ascona, zu denen von den Hotels Klaviermusik hinausklingt, von der Fahrt mit dem Schiff zu Inseln mit verwunschenen Gärten und von unwegsamen Tälern, in denen die letzten Wölfe heulen. Als ich ihr das Geschenk antrug, wäre ich nicht erstaunt gewesen, wenn sie abgelehnt hätte. Aber sie nahm an.
Das Verhältnis zwischen alleinerziehenden Müttern und ihren Einzelsöhnen hat immer etwas vom Verhältnis zwischen Ehegatten. Es ist darum nicht glücklich; es kann genauso lieblos, quengelnd, aggressiv und genauso ein Machtkampf wie eine Ehe sein. Wie bei ihr und anders als sonst im Verhältnis zwischen Mutter und Sohn gibt es keinen Dritten, keinen Vater und keine Geschwister, die einen Teil der Spannung ableiten könnten, die in einer so intimen Beziehung unvermeidlich entsteht. Entspannt wird das Verhältnis erst, wenn der Sohn die Mutter verläßt, und oft genug ist das entspannte ein Nichtverhältnis, wie zwischen den meisten Ehegatten nach der Scheidung. Es kann aber auch ein entspanntes, vertrautes, lebendiges Verhältnis werden, und nach Jahren, in denen ich mich mit meiner Mutter zwar in gewohnten Bahnen bewegt und nur selten schwergetan, aber auch immer ein bißchen gelangweilt hatte, kam mir die Woche im Tessin wie eine Verheißung vor, wie unser Verhältnis auch sein könnte. Wir hatten nicht nur Spaß an dem, was wir machten und sahen; Mutter ließ sich auf die Reise so freudig ein, daß ich manchmal meinte, Abweisung und Verachtung seien aus ihrem Gesicht verschwunden. Wir redeten über ihre Pläne für die Jahre der Rente und meinen Traum eines eigenen Verlags – sie voller Interesse an meinen Anregungen und ich an ihren. Ich war verblüfft, wie klar und klug sie aus der Erfahrung ihres Berufslebens die Chancen und Probleme der Verwirklichung meines Traums sah.
Weil es so gut lief, fragte ich sie an einem Abend am Ufer in Ascona: „Du hast mir noch nie erzählt, wie du durch den Krieg gekommen bist – wie wär’s?“
Sie wich aus. „Was soll es groß zu erzählen geben?“
„Du kommst aus Schlesien, hast Breslau und Gauleiter Karl Hanke gekannt, die Verteidigung gegen die Russen, die Eroberung und die Vertreibung erlebt – ich wüßte gerne, wie das war.“
„Warum?“
Ich berichtete vom Fortgang meiner Suche von Karls Geschichte. „Er hat mich in deine Gegend geführt.“
„Meine Gegend? Ich komme aus Oberschlesien. Breslau und Karl Hanke sind Niederschlesien.“
„Siehst du ein, daß du mir mehr erzählen mußt? Ich kann nicht einmal Ober- und Niederschlesien unterscheiden.“
Sie lachte. „Siehst du ein, daß ich dir nicht mehr erzählen muß? Der Unterschied zwischen Ober- und Niederschlesien ist so ziemlich das Unwichtigste, das es gibt.“ Sie wartete, als hoffe sie, ich werde auch lachen und damit sei es gut. Dann zuckte sie die Schultern, als ergebe sie sich darein, mehr sagen zu müssen. „Wir sind im Herbst 1944 von Neurade nach Breslau gezogen, wo Vater eine Aufgabe bei den Stadtwerken übernehmen sollte, die er früher erfüllt hatte und für die der Zuständige ausgefallen war, frag mich nicht, was für eine. Vater war Ingenieur, damals schon pensioniert, aber für die Stadtwerke noch mal aktiviert. Als Breslau zur Festung erklärt wurde, durfte er trotzdem mit Mutter raus. Auf der Flucht wurden sie dann von den Schüssen der Tiefflieger getroffen.“
„Und du?“
„Ich?“ Sie sah mich an, als verstünde sie nicht, wie ich auf die Frage kam. „Ich habe… Ich bin in Breslau geblieben, bis der Krieg vorbei war, und dann gleich hierhergekommen.“
„Du hast die Festungszeit von Anfang bis Ende miterlebt? Wie war das? Hast du Hanke erlebt? Hast du seine Leute kennengelernt? Warst du in seinem Bunker? Hast du…“
Sie lachte und winkte ab. „Nicht so viele Fragen auf einmal!“ Aber sie machte keine Anstalten, auch nur eine meiner Fragen zu beantworten. Wir saßen und sahen auf den See. Es gab keine Klavierspieler mehr in den Hotels. Aber auf einem Ruderboot sangen junge Leute italienische Schlager, und es klang zu uns zuerst leise, dann lauter, vermischt mit Lachen und Rufen, und schließlich wieder fern und leise.
„Das Schlimmste war die Rollbahn. Das Heben und Schleppen und Schieben, das Rumkommandiert- und Angebrüllt- und Beschimpftwerden. Nie werde ich das brummende, sägende, knatternde, sirrende Geräusch der Flugzeuge und Maschinengewehre vergessen. Die Schüsse klatschten in den Stein, und wir mußten rennen, um in einen Hauseingang zu kommen, aber die Häuser wurden gesprengt, damit die Rollbahn die nötige Breite bekam, und der Weg zu den Hauseingängen wurde immer länger. Wenn wir rannten, machten die Flugzeuge Jagd auf uns, und für uns Junge ging’s, aber für die Alten… Eines Abends kam ich nach Hause, und das halbe Haus stand nicht mehr. Von weitem sah ich die Gardinen im Wind flattern, rote Rosen auf gelbem Grund, und wunderte mich und dachte: Warum sehen die aus wie meine? In der Nacht darauf gab es einen Angriff mit Brandbomben, und am nächsten Morgen waren die Gardinen verbrannt und mit ihnen alles, was in der Wohnung gewesen war. Ich stand vor dem Haus, und durch die Fensterhöhlen sah ich den blauen Himmel.“
Mutter wandte sich mir zu und sah mich an. „Oder willst du hören, wie unsere Soldaten unsere Wohnungen aufbrachen und nach Wertgegenständen suchten? Oder wie sie im Keller mit Huren Feste feierten? Oder wie eine Bombe das Postamt traf und eine Frau so zerfetzte, hier der Kopf, da ein Bein, dort die Eingeweide, daß man ihre Teile in eine kleine Kiste schichten konnte? Oder wie eine Bombe einen einspännigen Wagen traf, das Pferd tötete und den Soldaten über die Straße in einen Garten vor ein Haus schleuderte? Als er, verwundert über seine Rettung, sich aufrichtete und mich anlächelte, stürzte das Haus zusammen und begrub ihn unter sich. Oder willst du von den Fremdarbeitern hören, den ärmsten der Armen, und völlig verloren, wenn sie verwundet waren?“
Sie hatte immer schneller und immer lauter geredet, und am Nachbartisch drehten sich die Gäste nach uns um. Sie wandte sich von mir ab und sah wieder auf den See. „Trotzdem kam der Frühling. Als ich an meinem Geburtstag aufwachte, war es still, und ich hörte die Amsel singen, und im Garten blühten die Schneeglöckchen und begann der Flieder zu knospen. Es war ein schöner Morgen, obwohl ich überall Ruinen und Trümmer sah. Und der Regen war schön. In der Karwoche regnete es nach langer Zeit erstmals wieder. Es begann nachts, ich schlief in einem zum Garten offenen Keller und wachte vom Rauschen des Regens auf. Ich lag und hörte und mochte nicht wieder einschlafen, weil’s so schön war. Ein milder, sanfter Frühlingsregen, zu dem ich den nassen Staub roch.“ Nach einer Weile zuckte sie die Schultern. „So war’s.“
„Danke. War’s das nur für heute, oder soll’s das für immer gewesen sein?“
Sie sah mich erleichtert und ein bißchen kokett an. „Für immer? Wie soll ich wissen, ob’s für immer ist?“

Bernhard Schlink, „Die Heimkehr“ erscheint im März im Diogenes Verlag

Maike Sommer | Do, 26. Januar 2017 - 20:13

Wir sind davon überzeugt, dass Karl Hanke bis zu seinem Selbstmord auf dem Hof meines Onkels in Ostfriesland gelebt hat. Ich kann Ihnen ein Foto aus den 50iger Jahren schicken. Ich weiss allerdings nicht, ob das heute noch von Interesse ist.

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