- Vom Charme der Friedhöfe
Meist begleitet ein trauriger Anlass das Flanieren über einen Friedhof. Dabei sind es gerade die Ruhe und Zeitlosigkeit, die der letzten Ruhestätte ihren Charme verleihen. Form und Norm wirken gar spießig. Über einen Friedhofsspaziergang schreibt: Der Flaneur.
Manchmal flaniere ich über Friedhöfe. Darf man hier von Flanieren sprechen? Das Wort passt nicht recht; jedenfalls kann man in Ruhe den Blick schweifen lassen, seinen Gedanken nachhängen. Ernst Jünger schrieb, dass er in fremden Ländern immer zuerst die Friedhöfe aufsuche, denn der Totenkult sage am meisten über eine Kultur aus. Leicht überzogen. Immerhin lernt man beim Besuch der Toten etwas über die Lebenden.
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