- Ein Mann steht im Meer
Strand. Meeresrauschen. Ruhe. Zwischen Volleyballnetzen, Sandburgen und Muschelsuche wirkt selbst der Urlaub nicht mehr frei von Hektik. Und doch gibt es sie noch: die Herren, die unbewegt am Ufer stehen, den Blick fest aufs Meer gerichtet – zeitlose Beobachter in der Blüte des Lebens.
Wir kennen ihn alle. Er gehört zum wohlvertrauten Figurenbestand jedes Strandurlaubs. Er ist männlich, in reifen bis älteren Jahren und steht ohne sich zu bewegen wie eine Statue im Meer. Ein paar Schritte, nicht weiter, hat er sich vom Strand hinein ins Wasser begeben; die Wellen umspülen seine Knie. Es ist nicht seine Absicht zu schwimmen – er will nur stehen. Gelassen blickt er nach draußen, über den Meeresspiegel hin, zum fernen Horizont. Seine Arme hängen ruhig am Körper herab; oder er stützt sie, ebenso ruhig, in die Hüfte. Er ist nicht mehr der Schlankeste, die Jahre haben an seinem Körper ihre Arbeit verrichtet. Und er trägt eine Badehose, die etwas bieder wirkt, man könnte auch sagen: unvorteilhaft. Eine Ikone des Strandlebens.
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