Kristina Schröder (m.) sorgt in grün-woken Kreisen für Empörung / dpa

Antisemitismusvorwürfe und mehr - Grün-woke Schnappatmung

Anlässlich einer Konferenz in Berlin wird mal wieder öffentlichkeitswirksam über Identitätspolitik und Wokeness gestritten. Und über die Veranstaltung selbst. Ein Vorwurf lautet, dass die Teilnehmer antisemitische Verschwörungserzählungen verbreitet hätten. Was ist da dran?

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

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„Dass die CDU auf einer Konferenz zu ‚Wokeness‘ versucht ihr Profil zu finden, kam mir schon grotesk vor. Dass auf dieser Konferenz antisemitische Verschwörungserzählungen Raum finden, ist beschämend!“, empörte sich jüngst Marlene Schönberger, Bundestagsabgeordnete der Grünen, und laut Selbstbeschreibung „im Bundestag zuständig für politische Bildung, Demokratieförderung, Antisemitismusbekämpfung, jüdisches Leben und vieles mehr“. Antisemitische Verschwörungserzählungen und die CDU mittendrin? Klingt nicht schön. Wäre es auch nicht, wenn dem wirklich so wäre. 

Die Grünen-Politikerin bezieht sich auf eine Veranstaltung der Denkfabrik Republik 21 vor gut einer Woche in Berlin. Zu Gast waren verschiedene liberale bis konservative Akteure, die sich in Vorträgen und Diskussionsrunden mit dem Thema Wokeness auseinandersetzten. Darunter Anna Schneider, Chefreporterin der Welt, der Islamkritiker Ahmad Mansour, der Kabarettist Dieter Nuhr, der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Carsten Linnemann, Linda Teuteberg von der FDP sowie die ehemalige Bundesfamilienministerin und Autorin Kristina Schröder (CDU). Einig war man sich in einem zentralen Punkt: Die Identitätspolitik als zentraler Bestandteil des woken Zeitgeistes bedrohe Freiheit und Demokratie. Und weil dem so sei, müsse man ihr etwas entgegensetzen. 

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Günter Johannsen | Mo., 14. November 2022 - 18:27

"Die grün-rote Bundesregierung hat vor wenigen Tagen angekündigt, ... den Verein United4Rescue, der Teil der privaten Seenotrettung im Mittelmeer ist ... , mit zwei Millionen Euro jährlich zu unterstützen ... Vorsitzender des Vereins ist ... Lebensgefährte der Grünen-Politikerin .... Katrin Göring-Eckardt." Zufall? Ich glaube das nicht. Sowas nennt man Vetternwirtschaft! ... und ist kriminell?
Auf jeden Fall ist es widerlich! Die selbsternannte Moral-Elite schämt sich nicht mal dafür!

Lisa Werle | Mo., 14. November 2022 - 18:50

Die ‚Denkfabrik Republik 21‘ ist eine Hoffnung, die ich nach Kräften unterstützen werde.
Endlich machen kluge Leute mal öffentlich den Mund auf gegen den identitären und absurden Wahn der Woken. Dass dies zu Verleumdungen und Diskreditierungen von grün-links-roter Seite führen würde, war zu erwarten und zeigt „Treffer, versenkt“. Weiter so. Es wird höchste Zeit, dass denen, die dieses Land skrupellos für ihre Ideologie ruinieren wollen, die rote Karte gezeigt wird. U.a. auch mit dem Buch „Die Freiheit beginnt beim Ich“ von Anna Schneider, dass ich zu Weihnachten so oft wie möglich verschenken werde. Wie hieß die grüne Dame, die so gerne diffamiert und hetzt? Es reicht, Marlene Schönberger. Halten Sie doch einfach mal den Mund, wenn sie es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen und inhaltlich nicht diskutieren wollen, weil sie keine Argumente haben. Moralisierende Schnappatmung alleine reicht nicht mehr.

Christa Wallau | Mo., 14. November 2022 - 18:51

beweist nur eines: Sie leiden an einer hochgradigen Allergie, also einer Krankheit. Nicht die Menschen um sie herum sind krank bzw. mental geschädigt, sondern sie selbst.

Die Welt ist milliardenfach erfüllt von Stoffen, Umständen und sprachlichen Äußerungen, welche bei Menschen unangenehme bis letale Reaktionen auslösen k ö n n e n, aber durchaus nicht m ü s s e n.
Denn: Wer über ein gesundes, trainiertes Immunsystem verfügt, steckt alle diese Attacken einfach souverän weg!

Wenn aber die krankhaft Überempfindlichen sich als die Normalen und die anderen als grobe Mißgeburten bezeichnen, dann läuft etwas gewaltig schief!
Dies ist leider der Fall bei den sog. "Woken" und ihrem Verhältnis zu denen, die sie kritisieren.
Es wird allerhöchste Zeit, diesem Zustand ein Ende zu bereiten und die ganze gesellschaftliche Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Danke, lieber Herr Krischke, daß Sie sich genau dafür mit Ihren Beiträgen engagiert einsetzen!

"Es wird allerhöchste Zeit, diesem Zustand ein Ende zu bereiten und die ganze gesellschaftliche Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen."
Mehr ist dazu nicht zu sagen, liebe Frau Wallau.
Eine einfältige Minderheit dirigiert und schikaniert die Kluge Mehrheit. Es muss umgekehrt sein ... aber ohne Schikane und Besserwisserei!

Walter Bühler | Mo., 14. November 2022 - 19:34

Frau Göring-Eckardt (KGE) stammt aus der DDR, war lange Zeit mit einem Pfarrer verheiratet und hat intensiv in den Spitzengremien der EKD mitgearbeitet. Auch Herr Gundlach ist Theologe.

Die ev. Kirche hat ja eine große Rolle bei der Wende, bei der "friedlichen Revolution" gespielt. Umso erstaunlicher ist KGO's eifrige Unterstützung militärischer Interventionen, damals beim Kosovo-Krieg (der zu dem bekannten status quo geführt hat) und heute bei der Ukraine.

Sich das eigene Engagement für „United4Rescue" von Institutionen und letztlich vom Steuerzahler bezahlen zu lassen, macht dabei wohl die besondere Wertvorstellung und Moral deutlich, die dahinter steht. Natürlich ist das für „United4Rescue" und deren Funktionäre wesentlich vorteilhafter als individuelle Spenden von KGO und ihrem Lebensgefährten.

So zivil ist also die hochgerühmte "Zivilgesellschaft" gar nicht: es handelt sich meist um getürkte Staatsunternehmen, die nur von jeder demokratischen Kontrolle befreit sind.

Hans Jürgen Wienroth | Mo., 14. November 2022 - 19:48

Die „Konkurrenz“ von Roland Tichy hat im aktuellen Heft „vom Ende der Mehrheitsdemokratie“ geschrieben und da die `Konsensdemokratie der Minderheiten` als Kultur der Alternativlosigkeit beschrieben. Darin wird von einem Dreiklang aus gesteuerter Emotion, angeblicher Vernunft und vorgeblicher Wissenschaftlichkeit berichtet, der den Konsens bestimmt. Da ist keine Diskussion mehr nötig, die Ideologie wird zur unumstößlichen Wissenschaft erklärt und die grünen Ideale sind die neue Bibel vereint mit dem neuen GG.

Urban Will | Mo., 14. November 2022 - 20:06

der entscheidende Satz: Die Hauptaufgabe der Denkfabrik Republik 21 wird sein, Union und FDP aus ihrem gesellschaftspolitischen Tiefschlaf zu wecken.

Na dann werden die aber ziemlich laute Klingeltöne ansetzen müssen. Das ist doch das große Dilemma in diesem Land. Merkel hat alles nach links gerückt und neben der duckmäuserischen CDU ist die ebenso duckmäusereische (man denke nur an die Causa Kemmerich) FDP gleicht mit gerückt und hat sich nun mit den Links – Grünen ins Bett gelegt.
Und jetzt wird frei losgebrüllt, wenn jemand nicht bei diesem woken Bullshit mitmacht. Nazi und Antisemitismus wirken immer, wobei wohl kaum jemand weiß, was diese Begriffe bedeuten. Wir marschieren dank Links – Grün kulturell zurück in Richtung Mittelalter.
Es ist alles nur noch himmelschreiend in Gagaland, aber ich bin froh, dass wenigstens an manchen Stellen noch Menschen aufstehen und dagegen angehen.
Mal schauen, wann „Denkfabrik Republik21“ vom VS als „rechtsradikal“ eingestuft wird.

Gisela Fimiani | Mo., 14. November 2022 - 20:09

Gefühle eignen nicht nur selbsternannter, in das Eigene verliebte sog. Intellektueller und Politiker. Sie eignen auch meinem Hund. Mit dem Denken, vor allem dem Selbst- und Durchdenken, stehen wir vor anderen Herausforderungen und gewissen Anstrengungen. Der Gefühlsabhängige will und kann Mephistos Faulbett, auf dem er sich bequem eingerichtet hat, niemals verlassen. Hypermoralismus und rasende Empörung sind die Zähne und Klauen, die einzig zur Verteidigung zur Verfügung stehen.
Ich hoffe, meinem Hund nicht Unrecht getan zu haben……

Tomas Poth | Mo., 14. November 2022 - 20:59

Es ist gut, daß sich Liberalkonservative stärker bemerkbar machen. Der liberalkonservative Gedanke schließt das Soziale nicht aus!
Es wird dringend Zeit dem totalen, rotgrünen Zeitgeist die Rote Karte auf dem politischen Spielfeld zu zeigen!
Schluß mit Verharmlosung dieser Demokratiefeinde, die für ihre fixen Ideen an der Zerstörung unseres Wohlstandes arbeiten.

Ein Zitat von Fr. Buyx, mit einer von mir <eingefügten Änderung, gegen RotGrün>:
"Gibt es eine moralische Pflicht, sich <gegen RotGrün> impfen zu lassen? Ja! ;-)

Fritz Elvers | Mo., 14. November 2022 - 23:43

Man könnte z.B. über Cancel Culture nachdenken, oder auch über die Abstammung des Menschen oder ....

Soweit ich weiß, haben nächstes Jahr nur noch halb soviel Gas, dafür aber doppelt so teuer. Konferenzsäle können dann nicht mehr beheizt oder klimatisiert werden. Sowohl die Woken, als auch die Nicht-Woken müssen dann auf dtickige Turnhallen ausweichen, um über das Nichts zu debattieren. Niemand würde erfahren, ob Kristina Schröder immer noch emanzipiert ist, oder ob die Anzahl der Geschlechter sich auf etwa 10 eingepenelt hat. Im frühen Mittelalter soll es einen heftigen Streit über die Beschaffenheit der Unterseite der Erdscheibe gegeben haben.

Diese Diskussionen erinnern an das geniale Platon'sche Höhlengleichnis, da oben ist was, aber was? Ok, ich gehöre zu den nonwoken weißen Männern und werde mich jetzt in den Schlaf chanceln.

Ronald Lehmann | Di., 15. November 2022 - 00:02

Anfrage an Sender Jerewan:
Wenn ich Rockefeller oder Rotschild kritisch begutachte, spreche ich dann auch eine semitische Sprache & werde als Rassist gebrandmarkt?

Dirk Weller | Di., 15. November 2022 - 08:41

kann man es nicht sagen.
Ein brillanter perfekter Artikel, dem jeder gebildete und intelligente nur zustimmen kann.
Wer das nicht tut, der gehört eben zu den anderen.
Besonders skurril ist die Tatsache, dass "woke-Menschen" von "Vielfalt" und "Diversität" faseln, aber jeden andersdenkenden pauschal canceln wollen.
Die "woken" möchten also nur äusserliche "Vielfalt" und "Diversität", im Denken möchten die "woken" "Einfältigkeit" und Konformität.

So spalten diese woken Gestalten die Gesellschaft in GUT und BÖSE.

Und wie wohl die weitaus meisten Mitbürger kenne ich diese "woke-Menschen" nur aus den Medien.
Mir ist bisher weder in der Arbeit, noch im Bekannten- oder Freundes-Kreis noch sonstwo eine entsprechende "woke" Person begegnet.
Wahrscheinlich liegt es daran, dass die entsprechenden Menschen, welchen zu meinem Bekannten- und Freundes-Kreis gehören, keine schwurbelnden "Geistes-Wissenschaftler" sind, sondern Ingenieure (wie ich), Mathematiker oder schlicht arbeitende Menschen.

Gabriele Bondzio | Di., 15. November 2022 - 08:44

"Wachsam zu sein" kommt mir in der Politik (zwischen Partei`n) eher vor, wie ein gegenseitiges Belauern.
Damit man sich gegenseitig, bei passend oder unpassender Gelegenheit eine reinwürgen kann.
Um die (potenziellen) Wähler auf seine Seite zu ziehen.

Mit dem "woken Zeitgeist"...ich würde es eher als lostreten, von oft simplen Empörungswellen bezeichnen, die von wichtigeren Vorgängen in Politik ablenken sollen.
Wird z.B. berichtet, dass die Ampel in 3 Wochen das schon einmal gescheiterte CETA (mit Kanada) im Bundestag ratifizieren will?

Können Massen in diesen sozialen Medien (ob die was mit sozial am Hut haben?) rund um die Uhr beschäftigt werden.

Sie stellen, werter Herr Krischke, ja noch sehr verhalten in den Raum, dass es eine ungesunde Nähe von Politik und Medien gäbe.

Diese Nähe kann frau aber Tag für Tag in den Etablierten besichtigen. Sie ist mit wenigen Ausnahmen kompakt verfestigt.
Was auch darann liegt, das diese sich in wenigen Händen befindet.
Danke Herr Krischke.

Helmut Bachmann | Di., 15. November 2022 - 08:45

Nimm keine bewusst geplante Schweinerei an, wenn Dummheit der Grund sein könnte. Bei den Woken ist es m.E. jedoch eine Mischung.

Gisela Hachenberg | Di., 15. November 2022 - 12:27

Sehr geehrter Herr Krischke, ein toller Artikel. Ich kann gar nichts mehr dazu schreiben, da die Mitforisten alles dazu in meinem Sinne geschrieben haben. Dank Ihnen und dem Cicero für tolle und mutige Beiträge!