Debattenkultur im Netz - Wo der Hass brodelt

Kommentarspalten von Onlinemedien galten einst als Demokratieversprechen. Doch immer mehr Medien schränken ihre Kommentarfunktion ein. Warum? Zu Besuch bei Trollen und jenen, die sie zähmen müssen

Troll
Sehen so Trolle aus? / picture alliance

Autoreninfo

Yves Bellinghausen ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und schreibt für den Cicero.

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Wenn Dr. Holger Noetzeldorf einen Kommentar ins Netz tippt, dann schreibt ihm niemand vor, was sagbar ist und was nicht. Am 7. Februar 2018 kommentierte er auf cicero.de einen Artikel und schrieb darin, er hoffe auf einen Flüchtlingsdeal zwischen Deutschland und Russland und zwar dergestalt, „daß die Millionen von Invasoren in den Weiten des Russischen Raumes untergebracht werden”. Der Kommentar wurde später von der Redaktion gelöscht. Zu menschenverachtend.
 
Offline pflegt Noetzeldorf einen anderen Sound. Ich bin nach Bayern gefahren, um ihn zu besuchen. Er sitzt in der Bar des vornehmen Hotel Königshof, gleich am Münchner Stachus und lächelt freundlich. Wie genau er aussieht, darf an dieser Stelle nicht beschrieben werden, denn Dr. Holger Noetzeldorf legt großen Wert darauf, nicht erkannt zu werden. Nur soviel sei gesagt: Der Mann im Rentenalter hat ein gepflegtes Äußeres und trägt elegante Kleidung, die sicher nicht billig war. Auch sein Name ist in diesem Text geändert worden. 

Nur den Doktortitel, den hat er wirklich und gibt ihn auch in jedem seiner Kommentare an. Promoviert hat Noetzeldorf in einer Sozialwissenschaft, seine Dissertation kann man auf Amazon erwerben. Er hat es sich in einem ockerfarbenen Sessel gemütlich gemacht, die Ellbogen auf den Lehnen abgestützt und referiert: „Weltoffenheit ist ein Begriff, der häufig falsch verstanden wird, wissen Sie? Er kommt aus der philosophischen Anthropologie und bezeichnet ursprünglich die Differenz zwischen Mensch und Tier. Das können Sie bis auf Heidegger und Sartre zurückführen“, sagt Noetzeldorf und lächelt dabei.

Leerer Stuhl
Hier hätte Noetzeldorf fotografiert werden
sollen / Yves Bellinghausen

Kommentarspalten als demokratische Errungenschaft

Dr. Holger Noetzeldorf ist das, was man als Troll bezeichnet. Er kommentiert beinahe jeden Artikel, der auf cicero.de erscheint, viele davon mehrfach. Über tausend Kommentare hat er so schon im vergangenen Jahr veröffentlicht. Viele davon provokant, er überschreitet die Grenzen des Sagbaren, formuliert gerne „bissig”, wie er selbst sagt. Viele Kommentare sind zu bissig: Ein großer Teil muss von Moderatoren gelöscht werden.

In den Nullerjahren, als die Kommentarspalten eingeführt wurden, galten sie noch als demokratische Errungenschaft. Journalisten sollten fortan nicht mehr nur Sender und Leser nicht mehr nur Empfänger sein. In den vergangenen Jahren aber kapitulierten immer mehr Medien vor Kommentatoren, die gehässig schreiben und aus Sicht der Redaktionen keine konstruktiven Debatten führen. Große Redaktionen, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ)  und die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), haben die Leserkommentare deshalb schon weitestgehend abgeschafft. Die Stimmung sei zu gehässig geworden, schreibt die NZZ dazu als Erklärung. Beschimpfungen hätten zugenommen und inhaltliche Debatten würden kaum mehr geführt. Die Journalisten der NZZ hätten die Kommentarspalte ohnehin nicht mehr gelesen.
 
Wer die Menschen sind, die den Hass in die Kommentarspalten spucken, verliert sich in der Anonymität des Internets. Das Wort „Troll“ suggeriert ein verschrumpeltes und verbiestertes Wesen, einen von den sogenannten Abgehängten. Menschen voll von Frust und Hass. Kanadische Wissenschaftler schrieben in einer Studie, Trolle hätten sadistische, psychopathische und machiavellistische Veranlagungen. Und so traf ein Reporter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als er über einen Troll schrieb, jemanden, der die Provokation seinen „Orgasmus” und die Aufregung der Anderen sein „Ejakulat” nennt. Die Zeit stellte einen reuigen Studenten vor, für den das Trollen eine Jugendsünde war, als er nicht wusste, wohin mit seinem Hass.

Aus dem netten Herrn wird der Troll

Dr. Holger Noetzeldorf will kein Troll sein. Die Erklärung, Menschen, die viel und rechts kommentieren seien „Abgehängte“, hält er für paternalistisch. Er selbst scheint kein Abgehängter zu sein. Was genau er beruflich gemacht hat, will er nicht verraten, nur dass er „Menschen zusammengebracht hat“, bevor er in den Ruhestand gegangen ist, sagt er. Genau hier, in der Sitzecke des Hotel Königshof habe er mit vielen wichtigen Leuten gesessen, sagt er.

Auch wie Zeitungs-Redaktionen arbeiten, wisse er sehr genau. Den Skandal um Dieter Wedel etwa habe die Zeit bei „ein paar Flaschen Weißwein“ bewusst lanciert. Auch sonst wähnt Noetzeldorf sich im Besitz privilegierter Informationen. Diesen Sommer würde eine weitere Flüchtlingswelle über die Bundesrepublik „hereinbrechen“, ist er sich sicher. Von der Regierung sei das durchaus erwünscht sagt er, da die deutschstämmige Bevölkerung aussterbe. Dafür, so Noetzeldorf, habe er seinem Land bei der Bundeswehr nicht gedient. Das, was die Regierung betreibe, sei Verrat an den deutschen Männern seiner Generation, sagt er. An den Männern, wohlgemerkt! Denn Frauen hätten damals ja noch nicht gedient. Plötzlich wird aus dem älteren Herrn mit verbindlichem Lächeln der „Troll”.
 
Noetzeldorf bezeichnet sich selbst als konservativ. Man könnte auch sagen: rechts. In einer Studie wertet der IT-Experte Philip Kreiße 18.000 Kommentare auf Facebook aus, die Nutzer bei den großen deutschen Nachrichtenseiten hinterlassen haben. Dabei zeige sich, dass die Nutzer, die besonders viel Hass ins Netz tragen, sich auch besonders häufig als Anhänger der AfD oder der Identitären identifizieren lassen. Warum ist das so? Warum kommen so viele hasserfüllten Kommentare gerade von rechts?

Wer links ist, muss nicht kommentieren

„Weil die Medien so weit links stehen“, sagt Noetzeldorf. Und klar: Kommentatoren, die links seien, müssten dann auch nicht widersprechen, also auch nicht kommentieren, sagt er. Und der raue Ton? „Das ist Ausdruck von Frust”, sagt Noetzeldorf. „Frust über die Ohnmacht, in der linken Medienlandschaft unterzugehen.” Auch die Kommentare, vor denen die SZ und die NZZ eingeknickt sind, kamen zu großen Teilen von rechts.
 
Früher, da hat er auch bei denen kommentiert, sagt er. Für einige Jahre kommentierte Noetzeldorf sogar bei der „ausweislich linken” Zeit Online. Damit hat er aber aufgehört, sagt er. „Bei der Zeit wurden fast alle meine Kommentare zensiert”, sagt er grinsend, „Wahrscheinlich weil die einfach zu feige waren.”

„Das hat nichts mit Zensur zu tun"

500 Kilometer weiter nördlich von Dr. Holger Noetzeldorf sitzt Julia Meyer in einem hellen, verglasten Konferenzraum, mitten in Berlin. Sehr wahrscheinlich hat sie schon einige seiner Kommentare gelesen, denn sie verantwortet das Community-Management von Zeit Online, eine Mannschaft, die sich ausschließlich darum kümmert, die Kommentare der Nutzer zu lesen, freizuschalten, zu löschen und auf Fragen zu antworten.
 
Sind Sie zu feige für Noetzeldorfs Meinungen, Frau Meyer?
 
Meyer rollt kurz mit den Augen, lächelt dann und sagt schließlich: „Nein, wir sind nicht zu feige. Wir haben auf unserer Website schließlich das Hausrecht und sind nicht dazu verpflichtet, alles zu veröffentlichen, was Herr Noetzeldorf schreibt.” Das habe mit Zensur nichts zu tun. „Wenn er will, dann kann er ja alle von uns gelöschten Kommentare auf einem privaten Blog veröffentlichen”, sagt sie.
 
Bei Zeit Online läuft jede Woche eine sechsstellige Zahl an Kommentaren ein und alle wollen gelesen werden von der Redaktion. Mehr als 20 Moderatorinnen und Moderatoren bindet diese Arbeit. Beleidigungen werden gelöscht, genau wie alle Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen und sowieso alles, was gesetzeswidrig ist.

Meyer
Julia Meyer verantwortet das
Community-Team bei Zeit Online
/ Yves Bellinghausen

Die Anonymität

Wie viele Kommentare gelöscht werden, hängt vom Thema des Textes ab. Bei Aufregerthemen – früher war das die Griechenland-Rettung, heute vor allem Flüchtlingsthemen – können es schon wesentlich mehr Kommentare sein, die gelöscht werden.
 
„Und wenn man dann an solchen Tagen acht Stunden lang moderiert, dann kann das schon belastend sein”, sagt sie. Trotzdem will Zeit Online die Kommentarspalte nicht wie die SZ und die NZZ abschaffen. Man wolle den Leser schließlich ernstnehmen, abweichende Meinungen aushalten und zur ernsthaften Debatte anregen. Auch wenn das nicht immer gelinge, wie Meyer zugibt. Die Anonymität des Internets tut ihr Übriges.
 
Noetzeldorf wollte sich aus dieser Anonymität herauswagen und war zunächst damit einverstanden, dass sein Name in diesem Text auftaucht. Einen Tag aber, nachdem er in München über seine Online-Kommentiererei gesprochen hatte, schickte er der Redaktion eine Mail. Er danke für das interessante Gespräch, schreibt er darin, aber „kaum ein Artikel in den Medien erscheint mir positiv” und darum wolle er auch seinen Namen nicht in dem Text wiederfinden und auch sonst solle nichts Persönliches über ihn geschrieben werden. Darüber hinaus werde er die „Cicero-Kommentatoren-Gemeinde verlassen”, kündigt er an.

Alle sollten allen alles sagen

Noetzeldorf zieht sich aus den Kommentarspalten zurück. Eigentlich hätten alle mitmachen sollen, in der neuen Welt der demokratischen Kommentarspalten. Alle hätten allen die Meinung sagen sollen. Daraus ist erstmal nichts geworden. Viele Leser meiden die Kommentarspalten mittlerweile. „Ich glaube nicht, dass die Kommentatoren in jedem Fall repräsentativ für unsere Leser sind”, räumt Meyer ein, „Aber von apokalyptischen Szenarien halte ich überhaupt nichts!” Man müsse nicht dafür sorgen, dass mehr Kommentare gelöscht werden, sondern auch dass sich möglichst viele unterschiedliche Menschen wieder in die Debatte hineintrauen, sagt sie, zum Beispiel indem die Autoren von Artikeln aktiv an der Diskussion teilnehmen. Oder indem die Redaktion konkrete Fragen an die Nutzer stellt 

So machen es ihre Kollegen bei der NZZ. Vor gut einem Jahr haben sie die Kommentarspalte abgeschafft und durch ein „Leserforum“ ersetzt, sagt der Leiter der Social-Media-Redaktion der NZZ, Oliver Fuchs. Die Redaktion der hier ist wesentlich kleiner als die von Zeit Online: Vier Leute arbeiten hier und stellen den Lesern pro Tag eine Handvoll konkrete Fragen. „Was erwarten Sie von der neuen deutschen Regierung?“, heißt es da oder „Was ist das Vermächtnis von Stephan Hawking?“
 
Wer den Unrat gewohnt ist, der sich in den meisten anderen Kommentarspalten ansammelt, dem werden die Kommentare der NZZ-Leser wie eine Kur vorkommen. Geschimpft wird hier kaum, Kommentatoren gehen inhaltlich aufeinander ein, zuweilen verteilen sie sogar Lob oder räumen eigene Irrtümer ein! Ist das hier etwa der Garten Eden der Netzdebatte?

Das leere Blatt Papier

Tatsächlich hat die NZZ mit der Umstellung auch erheblich an Reichweite ihrer Kommentarfunktion eingebüßt. Drei Viertel weniger Kommentare als vorher würde man heute bekommen, schätzt Fuchs. Zudem löschen die Zürcher strenger Kommentare als andere Medien: „Wir können es uns leisten, aktiver in die Debatte einzugreifen, weil wir uns anders als vorher nur noch in eine Handvoll Debatten gleichzeitig eindenken müssen.“ Vor allem aber würde der Ton sachlicher, wenn die Debatten durch konkrete Fragen vorstrukturiert sind, anstatt „den Leser einfach vor ein leeres Blatt Papier zu setzen.“
 
Dabei war ja gerade dieses leere Blatt Papier das Demokratieversprechen.
 
Noetzeldorf ist das egal. Er liest zwar noch regelmäßig Zeit Online und die NZZ, aber Kommentare schreibt er hier nicht mehr. „Die Kommentare da sind mir zu dumm geworden”, sagt er. Seit Noetzeldorf im Münchner Hotel Königshof gesessen und über seine Kommentare geredet hat, sind ein paar Wochen vergangen. Er hat Wort gehalten: Seit dem Treffen hat er keinen Kommentar mehr auf cicero.de hinterlassen. Ein paar Tage später schickt er nochmals eine Mail. Er wolle seine Empörung jetzt anders artikulieren, schreibt er darin. Was das genau bedeutet, sagt er nicht.

Peter Müller | Mi, 4. April 2018 - 09:36

Wenn ich die wohlfeilen Worte der Zeit-Online-Verantwortlichen höre, muss ich lachen.

Es ist noch nicht lange her, da schrieb ich unter einen Artikel über den "Satiriker" Deniz Yücel einen Kommentar, in dem ich in ganz normalen Worten daran erinnerte, dass dieser von einem deutschen Gericht seinerzeit dafür verurteilt worden war, Sarrazin den Tod gewünscht zu haben.

Der ZON-Artikel wurde über 1500 mal kommentiert und mein Kommentar war der Yücel-kritische mit den meisten Likes.

Das Ende vom Lied: Der Kommentar bleib stehen, aber mein Account wurde komplett gesperrt. Das sagt mir alles über die Zielsetzungen der Moderation bei ZON, was ich wissen muss.

Ich flog aus der Kommentarspalte einer der linken politischen Onlinemedien (entweder SPON oder ZON, es ist länger her), nachdem ich Angela Merkels Rücktritt gefordert hatte. Es war ein Kommentar zur Totalüberwachungs-Affäre nach Snowdens Gang an die Öffentlichkeit und ich hatte geschrieben: "Frau Merkel, Sie wussten davon? Treten Sie zurück! Frau Merkel, Sie wussten nicht davon? Treten Sie zurück!" Der Kommentar wurde kurze Zeit stehen gelassen und dann gelöscht und ich war damals unerfahren genug, dass ich im Forum darüber diskutieren wollte, also wurde mein Account gelöscht und die Mail-Addy für einen neuen Account gesperrt. Ich bin fast sicher, es war ZON, da SPON glaube ich von Anfang an nur freischaltete, was genehm war. So zu tun, als wäre die Zensur allein ein Kampf gegen böse Hetze und nicht klare Meinungsdiktatur, ist für mich vor allem lächerlich.

Joachim Wittenbecher | Mi, 4. April 2018 - 09:40

Der Kommentar in Online-Medien ist die digitale Form des Leserbriefes; gedruckte Leserbriefe enthalten den Klartextnamen und oft den Wohnsitz des Verfassers. Mit ist völlig unklar, aus welchem Grund viele Online-Medien von dieser Regel abweichen und Decknamen zulassen. Wer seinen Namen preisgibt, bürgt mit seinem guten Ruf für den Inhalt des Kommentars. Natürlich - auch im Internet kann mit falschen Klartextnamen gearbeitet werden, aber die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs wird geringer. Zu kritisieren sind leider wieder einmal unsere Sorgenkinder, die Leitmedien: Auf Zeit-Online erscheinen Decknamen, deren Kommentare mit einer schnippischen Bemerkung der Redaktion gestrichen sind - das ganze ist intransparent und erscheint willkürlich; die SZ (Online) hat ihre Kommentarspalten im Regelfall ganz geschlossen, also auch für sachliche Meinungsäußerungen. Kann man unter diesen Umständen Leitmedium bleiben - ich bezweifele das und ahne geistige Erstarrung.

in Zeiten in denen schon kritische Stimmen gegen Merkel reichen, Steine ins Kinderzimmer geworfen zu bekommen und das Auto vor der Tür abgefackelt wird, ist das keine Gute Idee, mit richtigem Namen zu schreiben. Übrigens auch einer der Gründe, warum ich mich politisch nicht engagiere- die Karriere meiner Frau wäre sofort beendet und die Sicherheit meiner Kinder gefährdet.

Mein Gott, Herr Wittenbecher, wo leben Sie denn? Wer, wenn nicht Rentner ohne Anhang, kann es sich leisten, seine WIRKLICHE Meinung zu schreiben und ZUGLEICH noch die RICHTIGE Adresse. Haben Sie die zahlreichen Essenkehrer Und Kindergärtnerinnen vergessen, die das einst mal machten und anschließend der Schwarzen SA zum Fraß vorgeworfen wurden? Unfassbar Ihre Naivität. Sie glauben doch nicht wirklich, wir würden in einer Demokratie leben, noch dazu in einer Meinungsdemokratie?

Bettina Federlein | Mi, 4. April 2018 - 09:46

So einfach geht das also. Menschen, die von ihrem Grundrecht der freien Meinungsäußerung Gebrauch machen, abzukanzeln.
Die Debatte um die Trolle scheint mir scheinheilig. Wie gerne doch bedient man sich ihrer, weil sie Unmengen der begehrten „Clicks“ produzieren, deren genaue Zahl man potentiellen Werbekunden vorlegt, um sie von einer Investition ins eigene Medium zu überzeugen. Oftmals partizipiert auch noch die Printausgabe vom Troll. Durch geziele Fragen vorstrukturierte Debatten mögen ja sachlicher sein, sind aber durchaus ein geeignetes Medium, um unliebsame Meinungen außen vor zu lassen.
Will man dem hier tatsächlich das Wort reden?

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 4. April 2018 - 10:10

ja auch informieren können.
Ich hatte auf die Eweiterung der politischen Öffentlichkeit durch Medien gesetzt.
Ich sehe sie nach wie vor als normale Entwicklung im digitalen Zeitalter.
Davor war ich längere Zeit in kommunaler Parteiarbeit tätig.
Meine Erfahrung ist nicht die, dass ein Parteigremium etwas entwickelt, dem die Mitglieder, wenn sie besonders brav waren, dann zustimmen dürfen.
Herr Bellinghausen lässt in seinem Artikel m.E. etwas aus, das Räsonnement der Staatsbürger.
Dieses ist NICHT von vornherein verdächtig.
Entspricht es nicht der Netiquette, kann man löschen.
Die Medien müssen diese Kommentare nicht zulassen, überhaupt keine.
Ich gebe nur zu bedenken, dass kein kleiner Teil der Wissenschaft eben aus Kommentaren zu Hauptwerken besteht, dass sich aus diesem Strom neue Hauptwerke auch entwickeln.
Die wenigen Kommentare bei Cicero sind mir aufgefallen und wenn man mich fragt, schmälert dies die Freude am Lesen der Artikel.
Vision vom Luftleeren Raum um den Autor?

Das haben Sie sehr gut erkannt. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, das bei vielen Zeitungen die Kommentare das lesenswerteste sind. So geht es mir zumindest auf WON und ZON. Ohne Kommentarspalte würde ich diese Seiten nicht einmal einen Bruchteil so oft besuchen. Ich gebe auch offen zu das ich bei bestimmten Themen maximal den Header lese und dann sofort runter "radl" zu den Kommentaren, weil ich oben schon genau weiß wie es weitergeht. Manchmal langt auch der Name des Autors und man weiß sofort in welche Richtung der Artikel geht. Den klaren Menschenverstand findet man dann mit eine wenig Glück(Moderation) unten in den Kommentaren.

Peter Lieser | Mi, 4. April 2018 - 10:13

Wer in der Jugend nicht links ist, hat kein Herz, wer im Alter immer noch links ist, hat keinen Verstand. Meine umaßgebliche Meinung und hoffe das ich mich noch innerhalb der Toleranzgrenzen bewege.

Zumindest, wenn man den zeitlichen Horizont berücksichtigt (aufgewachsen in den 70-80ern, jetzt mit 40+ im durch-die-Institutionen-marschierten linken Mainstream-Zeitalter). Ob man auch heute noch guten Gewissens "links" sein kann, mag ich aber bei der Beobachtung der Gegendemos zu "Merkel-muss-Weg"-Demo, Frauendemo, "Kandel ist Überall"-Demo oder AfD-Demos eher bezweifeln.

Akira Ozawa | Mi, 4. April 2018 - 10:24

""In den Nullerjahren, als die Kommentarspalten eingeführt wurden, galten sie noch als demokratische Errungenschaft. . . .
In den vergangenen Jahren aber kapitulierten immer mehr Medien vor Kommentatoren, die gehässig schreiben und aus Sicht der Redaktionen keine konstruktiven Debatten führen.
Große Redaktionen, . . . , haben die Leserkommentare deshalb schon weitestgehend abgeschafft.
Die Stimmung sei zu gehässig geworden . . .""

Leserkommentare sind das KLEINE Pendant zu Merkels Originalaussage:
"Volksentscheide auf Bundesebene, da ist MEINE Haltung gefestigt.
Diese möchte ICH unter KEINEN Umständen!"

An den CICERO gewandt:
Machen Sie sich doch nichts vor!
Ihre Artikel werden, wenn überhaupt, mehr nur so überflogen.
Ihr Medium lebt von den Leser-Kommentaren.
Sie sind das eigentliche Salz im kümmerlichen PC-Brei.
Schalten Sie diese ab, schalten Sie auch Ihre Gazette ab.

Wie's richtig geht, können Sie bei "Tichys-Einblick", der FAZ der APO, entlehnen!

Ich kann auch keinen Kommentar in einen luftleeren Raum setzen.
Die Artikel sind entscheidend für mich und deshalb bleibe ich auch im Prinzip bei Cicero, obwohl TE auch ein anderes thematisches Spektrum abdeckt.
Aber TE lässt geschriebene Kommentare zu, nicht nur solche, die man in 1000 Zeichen gepresst hat.
Es macht einfach Spass, so mal etwas herunterzuschreiben und aufzuhören, wenn man mit dem Gedanken zuende gekommen ist.
Und man kann liken.
Das macht fast noch mehr Spass.
Aber noch einmal, Kommentare geben jede Menge Insider"wissen".
Das dies von den Redakteuren nur schwer zu sortieren ist, kann ich verstehen.
Aber dazu brauche ich die Kommentare...

Michael Sander | Mi, 4. April 2018 - 10:28

Oh weh, Herr Bellinghausen, stellen Sie sich so Ihre Kommentatoren vor? Und haben sie sich schon mal überlegt, was das alles über Sie selbst sagt, wenn Sie hier so leichtfertig über Ihre Leser urteilen?
"Trolle", "Unrat", "Hass" - meinen Sie nicht, man sollte mit solchen Leser Verurteilungen etwas vorsichtiger sein?
Ich kenne sowohl das Cicero Forum, als auch das ehemalige NZZ Forum und ich muss sagen, dass beide Blätter viel Grund dazu hätten, Stolz auf Ihre Leser zu sein, denn die überwiegende Zahl der Beiträge ist, bzw. war auf hohem Niveau und der Sache angemessen. Natürlich spitzt man als Kommentator zu, um eine Aussage auf den Punkt zu bringen, denn erstens fehlt häufig die Zeit und zweitens, leider auch beim Cicero, der Platz, um mehr zu differenzieren. Dafür ist ein Kommentar ja auch nur ein Kommentar und wir sind (fest)alle keine gelernten Journalisten. Wobei auch diese nicht immer eine gute Figur abgeben - der "Frust" der Leser hat ja oft auch einen Grund.

Meiner Erfahrung nach ist das fehlende "Differenzieren" der häufigste Grund für das Löschen eines Beitrages, der ansonsten höflich und sachlich verfasst wurde. Das scheint bei vielen Medien allerdings nur für Beiträge rechts der Mitte zu gelten.

So sind z.B. bei ZON Beiträge über den mittleren Bildungsstand der Flüchtlinge meist schneller weg, als man gucken kann. Nicht genug differenziert, weil der Verfasser nicht darauf verwiesen hat, dass vermutlich auch ein Professor dabei war.

'Wutbürger' von linksaußen haben hingegen völlige Narrenfreiheit. Wenn (wie sehr häufig) ausschließlich ad hominem und/oder gegen Strohmänner argumentiert wird ("Sie und Ihre Nazifreunde hassen doch nur alle mit dunkler Hautfarbe"), werden die Beiträge nicht nur nicht gelöscht, sondern Teils aktiv freigeschaltet.

Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum!

kann ich mich nur anschließen. Wenn die Meinungsfreiheit nur noch darin bestehen sollte, in seinen Kommentaren positive Äußerungen zu den politischen Parteien (außer den sog. “Rechten“) und der Politik der Bundesregierung zu äußern, kann man nicht mehr von Demokratie sprechen. Den bundesdeutschen Alt-68ern und den jungen Menschen fehlen die Erfahrungen, die wir in der DDR machen durften. Sie haben daher keine Ahnung, wohin die Reise gehen kann, wenn man den Menschen “das Maul verbietet“.

Ich kann hier Herrn Sander in seinem Beitrag völlig zupflichten.Es geben sich sehr viele Kommentatoren viel Mühe. Es fehlt aber häufig an Zeit (Recherche) und an (wörtlichen) Platz um ausgefeilte Meinungen abgeben zu können.

Gerhard Hellriegel | Mi, 4. April 2018 - 10:30

Ich meine, das Problem liege tiefer. Es gibt eine wohlfeile Moral, die praktisch unangreifbar ist. "pro bonum, contra malum" titelte die "Titanic". Dagegen kann man sich nicht mit Argumenten wehren. Man wird also die Scheinheiligkeit, die Bigotterie, diese Gratis-Frömmlerei anprangern wollen. Und ja, das ist natürlich nicht distanziert rational, zuweilen grob. Das kann dann wieder leicht mit dem Verdikt "Beleidigung" belegt werden. Beispiel: es könnte Redaktionsmitarbeiter geben, die das Wort "Zensur" für ihre Tätigkeit als beleidigend empfinden. Es könnte welche geben, die Meinungsfreiheit für ihresgleichen weit, für Andersdenkende eng auslegen. Noch tiefer lässt die Berufung auf das "Eigentümerrecht" blicken. "Ich bestimme, was hier gesagt werden darf und was nicht." Geht in Ordnung, aber ist dann "Eigentümerpresse", hat dann mit der Instanz "demokratische Presse" nichts zu tun. "Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert", das gilt auch für die "guten Worte".

Christa Wallau | Mi, 4. April 2018 - 10:31

Lieber Herr Bellinghausen,
Moralismus in der Politik halte ich für unangebracht u. schädlich. D e r Mensch und
d i e Welt sind nun mal so, wie sie sind. Da ändert auch eine Fr. Käßmann nichts dran! Moral gehört in erster Linie in die private Verantwortung.
M. E. sind es dauerhaft fehlende Sachlichkeit bzw. mangelnder Realismus in den Politiker-Reden und salbungsvolle Ergüsse selbsternannter Moralhüter in den Medien (z.B. H. Prantl !), die vielen Menschen inzwischen so auf den Geist gehen, daß sie die Beherrschung verlieren u. nur noch Gift und Galle spucken.
Es gilt, in D (und ähnlichen Staaten) etwas sehr Wichtiges zu verteidigen, das von Generationen von Menschen, oft unter Einsatz des Lebens, erkämpft wurde: Freiheit, Wohlstand und westliche Hoch-Kultur. D a s muß absolut im Mittelpunkt des Interesses u. aller Anstrengungen stehen, nicht die Weltverbesserung; denn sie ist eine Chimäre! Wer das nicht erkennt, ist für mich kein ernst zu nehmender Gesprächspartner.
MfG C.W.

<<M. E. sind es dauerhaft fehlende Sachlichkeit bzw. mangelnder Realismus in den Politiker-Reden und salbungsvolle Ergüsse selbsternannter Moralhüter in den Medien (z.B. H. Prantl !), die vielen Menschen inzwischen so auf den Geist gehen, daß sie die Beherrschung verlieren u. nur noch Gift und Galle spucken.>>

Mit diesem Satz haben Sie haben den Nagel auf dem Kopf getroffen.

Michael Sander | Mi, 4. April 2018 - 10:31

Sollte der Cicero nun den Weg der NZZ hin zum paternistisch betreuten Forum gehen, kann ich Ihnen schon mal versichern, dass Sie auf meine Kommentare (und Leserschaft) dann auch verzichten dürfen.

wolfgang spremberg | Mi, 4. April 2018 - 16:57

In reply to by Michael Sander

2 sachliche Kommentare von mir zum Thema Israel wurden "zensiert".
Kein Schimpfwort, keine Hetze es ging nur um die begrenzte Aufnahmefähigkeit einer Gesellschaft, auch von friedlichen Einwanderern. Das ist Journalismus / Zensur nach Gutsherrenart.

Daniel Sunnus | Mi, 4. April 2018 - 10:39

Für Ihre Veröffentlichung meiner Kommentare bin ich Ihnen ebenso dankbar wie für deren gelegentliche Nichtveröffentlichung. Zu den wenigen Moderationen meines Vertrauens gehört die Ihre. Publikationen ohne Kommentarfunktion lese ich nicht mehr.

Ausgesprochen schade finde ich es, wenn Redakteure die Kommentarspalten nicht mehr lesen, obwohl sie moderiert werden. So wie bei der NZZ geschehen. Letztlich spricht daraus Misstrauen gegenüber den eigenen Kollegen von der Moderation.

Das heutige NZZ-Kommentarformat erinnert mich zu sehr an die Aufgabenstellung von Schulaufsätzen. Wenn es jedoch bewirkt, dass die Autoren wieder die dazu gehörenden Leserkommentare lesen, muss es wohl so sein.

Lieber Daniel, Sie schreiben von einem "heutigen NZZ Kommentarformat". Wo bitte hat die NZZ so etwas? Meines Wissens kann man dort keinen einzigen Artikel mehr kommentieren.......

Mirko Pfretzschner | Mi, 4. April 2018 - 10:39

"Dr. Holger Noetzeldorf ist das, was man als Troll bezeichnet. Er kommentiert beinahe jeden Artikel, der auf cicero.de erscheint, viele davon mehrfach. "

Nein, er ist KEIN Troll, nur weil er viele Kommentare schreibt. Ein Troll schreibt absichtlich Blödsinn um andere zu provozieren. Ein Troll äußert nicht SEINE Meinung sondern nur EINE Meinung. Und ein Troll amüsiert sich köstlich, wenn andere auf seinen Unsinn anspringen und versuchen, ihn zu überzeugen.

Ich finde, wer "Zu besuch bei Trollen" ist, der sollte wissen, was das überhaupt ist. Übrigens: Der Rollenspieler auf dem Foto stellt auch keinen Troll dar sondern einen Ork bzw. Urukay.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 4. April 2018 - 17:12

In reply to by Mirko Pfretzschner

So hatte ich das vorher auch verstanden, einer, der herumtrollt, stört oder provoziert, wo er/sie kann.
Wenn Herr Bellinghausen? mit dem Bild in Richtung "Der Herr der Ringe" zielt, hätte ich ohnehin nicht verstanden, wie man sich dann im Hotel mit so einem treffen kann, aber wären dann die Trolle beim gemeinsamen Beratschlagen wie sie den Hobbit und die Zwerge zu Sülze verarbeiten können, nicht besser gewesen?
Ich fehle manchmal, aber wenn ich so sagen darf auf extrem hohem Niveau.
Ich versuche mit dem Niveau auch diejenigen zu stützen, deren Denken angesichts von politischem Chaos und Drucksereien in Zorn abzugleiten droht.
Besonders aber versuche ich damit, meinen himmelweiten Abstand zu elaboriertem "Schwachsinn" zu zeigen.
Worin bestand das Problem dieses sogenannten Trolls noch gleich?
Hätte es nicht gereicht, ihn der Netiquette zu unterziehen?
Brodelt bei ihm der Hass?
Machen wir uns nichts vor, irgendwo wird er schon brodeln, aber beim Cicero?
Begleitete Foren?

Michael Sander | Mi, 4. April 2018 - 18:09

In reply to by Mirko Pfretzschner

Das sehe ich auch so. Wenn man der Definition von Herrn Bellinghausen folgt, ist jemand, der viel kommentiert, bereits ein Troll. Ich kommentiere an manchen Tagen sehr viel und fühle mich durch eine solche Definition beleidigt. Auch ansonsten handelt der Artikel zwar vordergründig von "Trollen", schließt durch die unklare Definition jedoch quasi alle Kommentatoren mit ein. Die NZZ hatte ein sehr niveauvolles und gesittetes Forum, als die Redaktion eines Tages genau wie Herr Bellinghausen argumentierte und die Kommentarfunktion kurz darauf abschaltete. Was seither noch möglich ist, kann man nur als betreutes Denken bezeichnen. Da fühlen sich junge, lebensunerfahrene Redakteure offenbar ermächtigt, über die politische Meinung erwachsener Menschen zu urteilen - gruselig!
Das Einzige, was am früheren NZZ Forum auffiel, war, dass die Kommentatoren oft der im Artikel vertretenen Meinung widersprachen und dies auch mit Fakten untermauerten. Da liegt der Hase m.E. im Pfeffer!

Ullrich Ramps | Mi, 4. April 2018 - 10:45

Ein "Noetzeldorf" (schön erfundener Name, übrigens - könnte man zukünftig synonym für "Troll" nutzen ;-)) einerseits gehört gebremst, ja.
Wenn aber die Presse mit der Zensur und damit einer offenen Diskussionskultur andererseits massive Einschränkungen auferlegt, weil zumeist nur der Tenor eines unlogischen Artikels konterkariert wird, wird's übel.
So ergibt es kaum mehr Sinn, im von mir früher hochgeschätzten Tagesspiegel zu kommentieren, egal, wie demokratisch und unaufgeregt man sich dort äußert. Artikel kritisiert? Gelöscht.
Und nein, nicht rechts, schon gar nicht hetzerisch oder derlei, kein "Nötzeldorf".
In der Berliner Zeitung geht's, und ja, im Focus wird es dann wiederum in die andere Richtung hanebüchen, da würde man sich sogar mehr Kontrolle wünschen (oder man liest das gar nicht mehr, des Troll-Mülls wegen).
Der Zensor hat's nicht leicht, aber manche übertreiben arg (hallo Tagesspiegel ;-)).
Gut, dass es Cicero gibt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 4. April 2018 - 10:48

die Funktion des "Sprechens für alle" bekannt sein?
In der Tat gibt es gute und schlechte Kommentare, Kommentare, die mehr der Linie des Blattes entsprechen oder weniger.
Jedenfalls war es auf standard-online möglich, seine Zustimmung zu anderen Kommentaren auszudrücken, ebenso bei Tichys Einblick.
Das empfinde ich als sehr angenehm.
Zwar stimme ich nie 100%ig mit anderen überein, aber die Kommentare haben dort ein hohes Niveau und sei es nur das der Ironie oder des Spottes. Letzteres besonders bei standard.at.online zu finden.
Ganz besonders traurig aber finde ich, dass Journalisten evtl. gar nicht merken, wie sehr sie aus Kommentaren, füher eher Leserbriefen schöpfen können.
So, das bin ich jetzt, nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, ich bin traurig, schaue nach draussen, von Regen keine Spur.
Wie schön zu wissen, dass ich den Nil nicht lenke...:)
Bissigkeit kann ich mir nun mal nicht restlos abgewöhnen bei ALLEM RESPEKT für den Autor.
Möge der Cicero gedeihen

Heribert Seifert | Mi, 4. April 2018 - 11:18

"Magazin für politische Kultur" nennt sich Cicero. Und hält da streng auf comment, wie gerade zu sehen in einer neuen Geschichte aus der bei den herrschenden Medien so beliebten Serie"Wir zeigen das hässliche Gesicht der Kommentar-Trolle im Internet.
Ein pasr Tage zuvor durfte freilich am selben Platz ein ehemals leitender Mitarbeiter des sog." öff.rechtlichen Rundfunks zur " Gemeinsamen Erklärung" schreiben.
Da scheint wohl die redaktionelle Kontrolle versagt zu haben. Denn solch einr Ansammlung von Niederträchtigkeiten ist selbst in üblen Netzkloaken selten. Hass und Häme pur, infame persönliche Attacken. Was für eine " politische Kultur" dem Schreiber vorschwebt ist vorstellbar.Ed geht mir nicht um legitime Kritik an der Erklärung, sondern nur um den Stil, der nur ekelhaft ist.

..liegt mir auch immer noch schwer im Magen wie Ihnen. Ich bin verwundert, dass CICERO einen so niederträchtigen Beitrag gebracht hat. Dass es hier kontroverse Meinungsbeiträge gibt,ist gut,macht ja die Debatte aus. Noch vor nicht zu langer Zeit gab es einen Artikel von der Bürgerrechtlerin Angelika Narbe, der nüchtern analysierte, in welch infarmer Weise Bürgerrechtler wieder angegriffen werden: "Früher Konterrevolutionäre - heute Psychopathen". Mit Begeisterung haben so viele "Das Leben der Anderen" geschaut. Und Frau Lengsfeld, die das ähnlich echt erlebt hat, wird nun so angegriffen. Auch ihr Mann hat ja wohl vor allem aus Sorge um sie IM gespielt. Und sie hat mal davon gesprochen, dass sie nicht weiss, ob es nicht anders mit ihrer Ehe hätte ausgehen können, wenn alles nicht so unter dem damaligen Druck und in voller Öffentlichkeit abgelaufen wäre...hat die Familie zusammengehalten,...könnte man alles recherchiert haben -passt aber nicht ins ge wünschte Bild der Verbitterten?

Susanne antalic | Mi, 4. April 2018 - 11:28

Die, die entscheiden, was Hass ist und was nicht, handeln nach ihre Gesinnung, es ist genau so wenig objektiv, wie die Artikel selbst. Leider wird heute schon Kritikausüben schon als Hass erklärt, Konservative werden als Rechte bezeichnet, alles wie es gerade passt. Trump wird ein Hassprädiger genannt nur weil er einigen "Trollen" nicht passt und die, die das anderes sehen sind Trollen und Rechts. So einfach funktioniert es in den MSM, wer gegen mich ist, ist ein Rechte, nur schwarz und weiss und das entfaltet Gegenreaktionen. Es sind keine Zwischentöne mehr möglich, das sieht man jetzt an der Erklärung 2018, alles REchte und kein Nachdenken, dass es vieleicht stimmen könnte und dass die Unterschreiber sicher keine Rechte sind, sondern Menschen mit gesunden Menschenverstand.

Michael schneider | Mi, 4. April 2018 - 11:29

Hört doch endlich mal mit diesem ausgelutschten Begriff auf. Es ist nicht Hass, wenn ich etwas, ggf. sogar mit deftigen Worten, beschreibe. Es ist schlichte Ablehnung. Ich muss nicht alles gutheißen und schon gar nicht etwas, von dem ich sicher weiß, dass es mir oder Deutschland schaden wird. Ich werde wütend, wenn ich sehen muss, dass unsere Gesetze einfach so mißachtet werden. Ich lehne es daher ab, so weiter zu machen. Da ist kein Hass, das gehört einfach abgestellt. Hass ist in meinen Augen, wenn eine Abgeordnete des Bundestags hinter einem Plakat herläuft, auf dem "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" steht oder wenn diese "Bomber-Harris, do it again" ruft und dabei die Toten dieses Bombenangriffs verunglimpft.

Klaus Decker | Mi, 4. April 2018 - 11:30

Ich lese regelmäßig die Kommentare unter den meist
links-liberal orientierten Artikeln der angeführten Medien. Dass diese Kommentare häufig pointiert eine Gegenposition beziehen, finde ich sehr bereichernd. Sie erhalten dann von den das Gute und Wahre gepachteten sog. Moderatoren dieser Zeitschriften ziemlich schnell das Etikett "rechts"
"menschenverachtend" oder "hasserfüllt". Ich würde der Autorin dieses Artikels raten, die Kommentarfunktion von SPON oder Tagesschau zu "durchforsten". Hass, in welcher Form auch immer,
ist absolut kein Alleinstellungsmerkmal für "rechts"
denkende Menschen. Das Schlimme an der Berichterstattung des linken Mainstreams ist die moralische Attitüde im Besitz des Humanum zu sein. Dadurch wird jede Auseinandersezung auf Augenhöhe von vornherein unmöglich gemacht.

Da haben Sie recht.
"In der Vielfalt der Dinge ist nichts wertvoller als Gerechtigkeit."
Mo Ti.
(etwa 480 v.Chr. - etwa 390 v.Chr.).
Und was "der Autorin dieses Artikels" betrifft, er sollte doch ein Bub sein?
"Der Zorn ist vorübergehend, der Haß dauernd; der Zorn will weh tun; der Haß gilt der Schlechtigkeit; der Zürnende will, daß der andere es spüre, dem Haß liegt daran nichts." so Aristoteles.
Alles Gute.

Roland Muck | Mi, 4. April 2018 - 11:44

Die gröbsten Auswüchse wären deutlich seltener wie ich meine, wäre in den Kommentar-Foren der Echtname verbindlich. Wer zu seiner Meinung nicht mit seinen (guten) Namen einstehen kann, sollte sich eine andere Spielwiese suchen.

Christa Wallau | Mi, 4. April 2018 - 16:48

In reply to by Roland Muck

bin ich absolut Ihrer Meinung.
Jedes Medium sollte den Klarnamen verlangen. Ich habe
damit nie ein Problem gehabt.
Ein Kommentator muß den MUT haben, zu seiner Meinung zu stehen -
komme sie gelegen oder ungelegen.
Aber genau daran fehlt es vielen Deutschen! Deshalb trauen
sie sich z. B. auch nicht die AfD zu wählen, sondern lassen sich
vom Warngeschrei der um ihre Macht fürchtenden Altparteien
ins Bockshorn jagen, selbst dann, wenn sie die Forderungen der AfD
für richtig halten.

Stefan Solk | Mi, 4. April 2018 - 21:04

In reply to by Roland Muck

Heute muss man auch als völlig höflicher und sachlicher Demokrat Angst davor haben, dass wahlweise die Antifa oder Rechtsextreme einem das Auto oder gar die Kniescheibe zertrümmern.
Insofern stimme ich da leider nicht zu. Anonymität ist im Jahr 2018 (leider!) ein Segen.

Brigitte Tielert | Mi, 4. April 2018 - 11:46

Es hat mich traurig gemacht, diesen Beitrag zu lesen. Er verfestigt leider die bestehenden Demarkationslinien: „Hass“ kommt von „rechts“, von rechten „Trollen“, die die Kommentarspalten mit „Unrat“ füllen und so das „Demokratieversprechen“ in eine braune Dreckschleuder verwandeln. Außerdem seien solche Trolle i.d.R. feige, selbst Dr. X, der die Anonymität letztlich doch vorgezogen hat. Grundgefühl: Ekel. Ich zweifele keinen Augenblick daran, dass viel Unflätiges, Aggressives, Spekulierendes geschrieben wird von Leuten, die nicht anders wollen oder können. Ich gestehe jeder Redaktion das Recht zu, Lesermeinungen nicht zu veröffentlichen. Wer aber als auflagenstarkes Medium Anteil an der Diskurshoheit hat, trägt m.E. die demokratische Verpflichtung, dem gesamten Meinungsspektrum eine Stimme zu geben. Warum verwirft der Autor Dr, X‘ens Aussage, der „Hass“ rühre vom Frust her, konservative, gar rechte Positionen nicht im Diskurs vertreten zu sehen - anscheinend mit einem Achselzucken?

Christine Sander | Mi, 4. April 2018 - 18:34

In reply to by Brigitte Tielert

dem gesamten Meinungsspektrum eine Stimme zu geben. - Ganz sicher nicht. Sie haben keine hoheitlichen Funktionen. Sie sind privatwirtschaftliche Unernehmen und bestimmen somit, was in ihren Medien erscheinen darf, kann, soll oder nicht. Niemand ist verpflichtet, ihre Artikel zu lesen oder zu kommentieren. Jeder kann sich zurückziehen oder nicht.

Juristisch gesehen haben Sie unbestreitbar Recht. Faktisch ist es aber doch so, dass sich die Presse als "vierte Gewalt" versteht und durch ihre wirtschaftliche Kraft über Deutungshoheit verfügt. Das ist eindeutig eine politische Qualität, die ja auch genutzt wird. In GG Art. 14 heißt es außerdem "Eigentum verpflichtet". Ich sehe da durchaus einen Zusammenhang. In Bezug auf die ÖRM ist die Sache hingegen jenseits von Gefühl und persönlicher Sicht: Ihre Aufgabe lautet, Bürgern die "Teilhabe an der freien demokratischen Meinungsbildung" (ndr,ARD-Check)zu ermöglichen. Das erfordert die Abbildung des gesamten Meinungspektrums.

Werner Baumschlager | Mi, 4. April 2018 - 11:55

Sondern "Zuschriften, die uns besonders gut gefallen haben". Ähnlich wie die Frau Büscher bei "Hart aber Fair".

Immer mehr gilt anscheinend das Motto: "Andere Meinungen sind ok, solange sie sich nicht zu stark von meiner unterscheiden."

Meinen sie das im Ernst ??? Dann lesen sie mal in Zukunft das Gästebuch, 90% der Kommentare weichen von den "ausgesuchten" Kommentaren von Frau Büscher ab. Bei bestimmten Themen sind es gar 99 % ;-)
Mit der Verfahrensweise vom Cicero bin ich eigentlich sehr zufrieden, manchmal schießt man hat in der ersten Verärgerung über manche Artikel über das Ziel hinaus und wird dann eingebremst. Das ist in Ordnung ! In der Regel wird es aber sehr großzügig geregelt - und dafür kann man sich auch mal bedanken, beim gesamten Team !!!

Petra Horn | Mi, 4. April 2018 - 11:59

Es scheint mir eine interessante Fragestellung zu sein, wieviel Prozent der Leser bei den noch verbliebenen Online-Medien mit Kommentarspalten, ich denke da an Zeit, Spiegel, teilweise FAZ, Focus, Tichy, Achse, Cicero nur den Artikel, nur die Kommentare oder beides lesen.
Mir scheinen die Kommentare ein wichtiger Teil der Attraktivität von Online-Magazinen zu sein.
Ich jedenfalls lese Artikel ohne Kommentare fast gar nicht mehr. Zu einseitig und langweilig!

Heinrich Niklaus | Mi, 4. April 2018 - 12:04

Ich glaube, Journalisten verstecken ihren Unmut über ein kräftiges Contra auf ihre links-grünen Ansichten hinter einer Wall von vorgeschobenen Trollen.

Dass die Medienforschung( z.B. Kepplinger) längst belegt hat, dass der Journalismus links-grün unterwandert ist, scheint man bei der Bewertung von Troll-Aktivitäten nicht berücksichtigen zu wollen.

Die Reaktion in den Kommentarspalten ist eine Reaktion auf die häufig links-grün eigefärbte Berichterstattung der Medien.

Und nun möchte man die nicht so einfach steuerbaren Sozialen Medien gerne wieder zurückdrehen. Facebook soll „zerschlagen“ werden, fordern Grüne. Na denn macht mal.

Konrad Perfeud | Mi, 4. April 2018 - 12:13

Nun ein Problem bei der Bewertung dieser Dinge ist doch wohl, dass diejenigen, deren Arbeit als Journalisten kritisiert wird, diejenigen sind, die festlegen, wer ein "Troll" ist, wer "Hate speech" spircht oder "menschenverachtend" ist. Wie in vergleichbaren Artikeln allerorts fällt es auch dem Autor hier nicht auf, dass es sich dabei um ideologische (Kampf)-Begriffe handelt. Die Beurteilungshoheit scheint des Journalisten liebstes Kind zu sein. Im Kern geht es darum.

Elke Halefeldt | Mi, 4. April 2018 - 12:50

Lyrische Überschrift und, ja, starkes Bild. Dazu die klare Polarisierung: hier der „Troll“ „Dr. Noetzeldorf“ („bezeichnet sich selbst als konservativ. Man könnte auch sagen: rechts“) und da die hehren Kommentarspalten-Moderatoren/Medien, die „Beleidigungenׅ“, „Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen“, und „sowieso alles, was gesetzeswidrig ist“, in großer politischer Unabhängigkeit löschen. Anmerken möchte man dazu, dass auch die Primärquellen manchmal nicht ganz sachlich sind und viele Kommentare je nach Betrachter anders bewertet werden, weshalb auch die Einteilung in „o.k.“ und „zu beanstanden“ subjektiv gefärbt sein kann. Zudem leben Medien ab und zu vielleicht bequemer Weise ganz gern ohne Widerspruch. (?) Aus der verlinkten Studie des „IT-Experte Philip Kreiße“ geht zudem hervor, dass „eine verschwindend kleine Minderheit der Nutzer“ für „Hass-Kommentare“ zuständig ist, 90 + X Prozent der Profile sind also nicht (stärker) zu beanstanden. Das ist doch eigentlich positiv.

Samuel von Wauwereit | Mi, 4. April 2018 - 12:55

Ja ja, Trolle sind immer die anderen. Und konservativ kann man auch rechts nennen, is klar. Meine Meinung dazu ist: Entweder hat man eine Debatte über Meinungsfreiheit oder man hat Meinungsfreiheit!

Werner Wirth | Mi, 4. April 2018 - 12:57

Ja, es gibt "Trolle" - aber es gibt sie von jeder politischen Seite. Der Artikel von Herrn Bellinghausen wählt jedoch nur jenen Herrn Dr. Noetzeldorf als Beispiel, was ich als unnötig unvollständig empfinde.

Grundsätzlich liegt das Problem indessen tiefer als der Autor meint. Die Krise der Kommentarspalten geht zeitlich ungefähr einher mit einer Entwichlung in der deutschen Politik, bei der es einerseits zu immer mehr sehr umstrittenen, aber dennoch sehr selbstherrlich durchgezogenen politischen Projekten kam und da andererseits ein Großteil der Medien nicht mehr willens war, die Regierungspolitik überhaupt ernstlich zu kritisieren (ab etwa 2008).
Die Krise der Kommentarspalten ist insofern ein Symptom für die Krise des Journalismus und den tiefen und sich weiter aufspreizenden geistigen Riss im Lande.

Letztlich geht es in vielen Onlineforen ja auch nur darum, welche politische Richtung sozusagen die geistige Lufthoheit besitzt - und verteidigen kann.

Nicolas Amelith | Mi, 4. April 2018 - 13:04

Dieser Artikel macht in eigentlich für den ÖRR und die MSM typischen Manier den aus dem Ruder gelaufenen Disput nur in einer Ecke fest. Inflation des Hass-Begriffes, Hass in Tateinheit ist aber sehr viel schlimmer, und dieser existiert z.B. bei der Antifa oder bei dem importierten Antisemitismus. Dass ein massiver Verlust an Innerer Sicherheit dann die Wortwahl tangiert, dürfte nicht verwundern.

Brigitte Tielert | Mi, 4. April 2018 - 13:11

Dieses Mal: Wie Troll Dr. X präsentiert wird: ein eleganter älterer Herr mit Doktortitel und freundlichem Lächeln in teurer Kleidung und vornehmem Hotel; einer, der studiert hat, über „Weltoffenheit“dozieren und Heidegger wie Sartre zitieren kann. Kann er sich ein Urteil erlauben? Mitnichten:„Aus dem netten Herrn wird der Troll.“ Ich lese das als Warnung und Botschaft: seine Bildung, sein Wissen sind – wie sein Auftreten – nur Fassade: Er „wähnt(..) sich im Besitz privilegierter Informationen“.Hier schwingt m.E. Verachtung mit,von einem, der es - scheinbar? - besser weiß. Ich muss an Elitz denken (Eine entgangene Chance), der den Versuch, „eine Truppe konservativer Dichter und Denker“ im gesellschaftlichen Diskurs zu etablieren, für gescheitert erklärte,weil die elitäre Gruppe es gestattete,dass sich das gemeine – rechte – Volk sich ihnen anschließt, auch wenn es „nur so von Doktores, Erfindern, Schriftstellern und Ganz- oder Halbakademikern“„wimmelt“. Mit denen zu reden bringt nichts!

Jürgen Althoff | Mi, 4. April 2018 - 18:28

In reply to by Brigitte Tielert

die Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist, dass diese Leute dank ihrer umfassenderen Bildung und besseren Argumentationstechnik in einer ergebnisoffenen Diskussion "obsiegen" könnten.
Das erinnert mich an Loriot: Wir lassen uns unsere Politik auch durch Ihre besseren Argumente nicht kaputt machen.
Ja, das ist auch ein selten erwähnter Aspekt: Die Angst des Meinungsjournalisten vor Argumenten, die seine politischen Glaubensfundamente gefährden könnten.....

Brigitte Tielert | Fr, 6. April 2018 - 11:25

In reply to by Jürgen Althoff

... mit einem breiten Strahle-Smiley antworten!

Karl Kuhn | Mi, 4. April 2018 - 13:35

Zwischen den Leserkommentarzonen der verschiedener Zeitungen gibt es enorme Unterschiede. Das einzige ansatzweise interessante Forum ist bei Zeit Online, denn hier werden eigentlich nur Beleidigungen, allzu platte Pauschalisierungen oder richtiggehende Hetze zensiert. Ansonsten kann dort, wenn in vernünftigem Ton vorgetragen, das gesamte Meinungsspektrum geäußert werden. Und das ist auch der Fall, hier finden echte Diskussionen statt. Es wird auch nicht allzu viel 'zensiert', und das gute dort ist, dass man gelöschte Beiträge mit Begründung sehen kann. Es ist demnach keineswegs so, dass Zeit Online von Hasskommentaten geflutet würde, das ist Quatsch. Die haben sich ihre Leser längst entsprechend erzogen und die 'Noetzelmänner' vergrault (und das ist gut so). Andere Publikationen sind geizig oder feige oder beides, bestes Beispiel die FAZ, die zu kontroversen Themen keine Kommentare zulässt. Welt online ist meinungsmäßig zu einseitig 'rechts', und leider trifft das auch auf Cicero zu.

aber bei Welt-online (übrigens auch bei Focus-online) die oft bis über 90% reichende Anzahl der nicht mit dem Autor einverstandenen Beiträge.

WO ist nicht rechts, sondern hat im Prinzip den allgemeinen Linksschwenk mitgemacht. Was die „Welt“ von den dezidiert linken Portalen unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie noch relativ viele abweichende Artikel zulassen (Broder, Wolffssohn), um ihre vorwiegend konservative bis rechte Leserschaft nicht zu verlieren. Dezidiert linke Artikel werden von diesen Lesern allerdings heftig angegriffen, da kann schon der Eindruck von „rechts“ entstehen, sie werden aber dann auch heftig zensiert.

Den „Cicero“ empfinde ich vor allem vernünftig und analytisch, was allerdings bei der heutigen Politik tatsächlich eine Abweichung nach rechts darstellt. Allerdings gibt es immer wieder einzelne Artikel, die das durchbrechen, wie der von Ernst Elitz. Das halte ich aber für legitim und angemessen und habe auch kein Problem damit. Ich kann mich ja als Leser entsprechend dazu äußern.

Karl Kuhn | Mi, 4. April 2018 - 13:45

Was mir durchaus auffällt, ist die Schreibfreudigkeit eher 'rechter' Kommenatoren. Selbst bei der linken Zeit Online (ZO) bilden sie eine ca. 2/3-Mehrheit. Was den Stil der Auseinandersetzung betrifft, kann ich nicht nachvollziehen, dass der 'Hass' v.a. von der rechten Seite kommen soll, aber das liegt vielleicht daran, dass unliebsame Meinungen rechts der Mitte mittlerweile durchgehend gerne als Hass bezeichnet werden, dann muss man sich damit nicht mehr auseinandersetzen. Bei ZO jedenfalls argumentieren die 'Rechten' in meinen Augen wesentlich höflicher uns sachlicher und werden nicht öfter zensiert als die explizit linken. Letztere hingegen fallen viel stärker durch ad-hominem-Techniken auf ('Rechts'- und Nazi-Vorwürfe in allen Abstufungen als Argumentationsersatz), statt sich inhaltlich den Argumenten der Gegenseite zu stellen. Dies können die 'Rechten' bei ZO deutlich besser, aber bei verkorksten Politiken wie der 'Flüchtlingspolitik' ist das auch nicht wirklich schwer.

Hans-Hasso Stamer | Mi, 4. April 2018 - 14:44

Ich sehe das ein wenig anders mit der Menschenverachtung: der genannte Kommentar war sarkastisch. Die Verfrachtung nach Russland ist genauso wenig ernst gemeint wie das Schießen Auf den Mond, das ja auch niemand ernst meint.

Auch ich habe jede Menge negative Erfahrungen mit der Moderationsunkultur der großen Online-Portale. Die Praxis sieht oft so aus, dass nicht nur Hasskommentare zensiert werden (was ja legitim wäre), sondern alles, was der Tendenz des Onlinemediums direkt widerspricht.

Ich habe jetzt die Konsequenzen gezogen und blogge selber. Und ich habe noch nie jemanden beschimpft oder menschenverachtende Äußerungen gegenüber einer Gruppe geäußert, aber sehr oft ironisch, sarkastisch oder einfach auch nur außerhalb des zugelassenen Meinungskorridors gepostet. Meine Veröffentlichungsquote liegt dennoch bei SPON nur bei 50%, bei der Welt bei 60% und beim „Cicero“ bei immerhin bei 85%. Auch jetzt bin ich zuversichtlich, dass dieser Kommentar veröffentlicht wird.

Bernhard K. Kopp | Mi, 4. April 2018 - 15:18

Cicero hat das mit Klarnamen, Wohnort, und hinterlegter e-mail-Adresse besser adressiert als viele andere. Vielleicht würde sich die Kommentarfunktion auch für eine kleine Bezahlschranke eignen. Die Moderation kostet Zeit und Geld. Ein spontaner Gedanke wäre, für € 3-5 ein Konto einzurichten, und dann für jeden Kommentar 50 Cents zu bezahlen. Ich würde in ähnlicher Grössenordnung mitmachen.

dürfen bei den unter Cicero-Fans vermutlich nicht sehr populären Medien "Junge Freiheit" und "eigentümlich frei" ebenso wie bei der Schweizer "Weltwoche" nur Abonnenten Forumsbeiträge posten. Geht auch.

Thomas Baader | Mi, 4. April 2018 - 15:19

... ist allerdings auch das häufig auftretende Messen mit zweierlei Maß. Ich bin völlig damit einverstanden, dass Kommentare gelöscht werden, wenn Beleidigungen und Drohungen enthalten sind. Manche Medien aber machen ihre Löschpolitik davon abhängig, wem solches Verhalten gilt. Ich selbst war vor einigen Jahren (2014) Zeuge: Unter einem ZEIT-Artikel, der umstrittene Äußerungen von Nicolaus Fest zum Thema hatte, schrieb ein Leser als Kommentar, er würde jetzt Herrn Fest gerne mal ins Gesicht schlagen. Dieser Leserkommentar erfuhr keine Löschung, sondern statt dessen die Anmerkung "Redaktionsempfehlung"...

Bruno Raab | Mi, 4. April 2018 - 15:34

Danke für die Aufklärung, Kommentare haben nichts mit dem Leser zu tun und Hass kommt von rechts, weil ja alles Gute links ist. Frau Wallau würde mir was sagen, übrigens Ihre Kommentare sind durchweg brilliant, Herr Noetzeldorf ist mir leider nicht geläufig, obwohl ich die Kommentare bei Cicero sehr interessant finde und gerne lese.

Petra Führmann | Mi, 4. April 2018 - 16:00

Ich sehe ein, dass Moderation nötig ist, erscheint mir aber sehr häufig, gerade in der ZEIT, wo mehr gelöscht als veröffentlicht wird, als arrogant, willkürlich und manipulativ, indem eben nur das zugelassen wird, was dort behagt. Das gilt auch für alle anderen Zeitschriften. Mein Eindruck: Wenn man zu wenig umschreibt, also zu deutlich wird, missfällt es.. Sagt wenig später aber eine bekannte Person dasselbe, ist es salonfähig. Nun gut, Hauptsache, es wird gesagt.
Fragt man sich denn nicht, weshalb so viel Wut geäußert wird? Allein durch das Löschen und Bevormunden wird das angeheizt. Und es ist nicht jeder zu professoralem Ton in der Lage... Nein, es liegt nicht nur an den Kommentatoren, sondern auch an den Journalisten und der Moderation. Und: Man weiß ja, wo man liest und ggf. schreibt.

Mario Winterfell | Mi, 4. April 2018 - 16:11

Meiner Ansicht nach wird der Begriff „Hass“ derzeit viel zu inflationär gebraucht. Was genau ist Hass? Ist es Hass, wenn einem die Meinung oppositioneller Charaktere nicht passt? Ist es –insbesondere in der Flüchtlingsdebatte– Hass, wenn jemand darauf hinweist und es kritisiert, dass ein steigender Islamanteil in der Gesellschaft, die Zuwanderung von Millionen Menschen, die in einer zunehmend hochtechnologischen Gesellschaft keinerlei Chancen haben werden, in unsere Sozialsysteme einwandern und das niemals gut gehen kann? Meine These: Die „rechten Trolle“ sind in vielen Fällen normale Menschen, die einen Job haben, die noch eine Zukunft haben wollen und vor allem einfach nur ihre Meinung sagen wollen, ohne von irgendwelchen „Gerechtigkeitskriegern“ denunziert zu werden. Das schließt natürlich nicht aus, dass es auch Trolle gibt, die sich an der Wut und dem Ärger von intellektuell benachteiligten Menschen schlicht ergötzen wollen.

Falk Meißner | Mi, 4. April 2018 - 16:22

Sehr schöner Beitrag, danke dafür. Einen Aspekt, der hier nur kurz angerissen wurde, halte ich für vertiefenswert. Es gibt tatsächlich deutliche Unterschiede in den Kommentarspalten verschiedener Medien. Nach meiner Beobachtung sind es besonders bei lokalen Medien auch immer die gleichen User, die bei jedem noch so entfernt liegenden Beitrag irgendwie auf ihr persönliches Hassthema lenken müssen und manchmal regelrechte Fehden mit anderen Vielschreibern austragen. Es gibt jedoch auch das Gegenteil, z.B. bei krautreporter.de oder in etlichen themengebundenen (nicht journalistischen)Foren, in denen Menschen einfach ganz vernünftig argumentieren, wie sie es am Tisch auch tun würden, vielleicht sogar besser, überlegter. Woran liegt das?

Martin Lederer | Mi, 4. April 2018 - 16:36

Wenn es keine Staatsknete geben würde (die es für viele Qualitätsmedien aber leider gibt, und die deshalb den Markt komplett verzehren), würde sich das sowieso regeln:
Wenn die Leute das nicht mehr bezahlen oder lesen, hat es sich.
Ich glaube, die Zukunft der Medien liegt entweder in der Staatsknete und eine Entwicklung zu "staatstragenden Organisationen" (wie z.B. die Kirchen) oder sie werden zu PR-Agenturen mutieren. Sie werden von "Inhaltsanbietern" dafür bezahlt, dass sie gewünschte Inhalte möglichst breit und gut aufgemacht unters Volk bringen

Martin Lederer | Mi, 4. April 2018 - 16:43

Was es braucht, sind große konservative (meinetwegen "rechte") Massenmedien. Wenn die linke Dominanz gebrochen ist, ist die Ohnmacht geringer.

gibt es da noch nicht, aber bereits eine gute Wochenzeitung, die ich Ihnen und allen
empfehlen kann: die "Junge Freiheit". Deren Redaktion freut sich über jeden
zusätzlichen Leser.
Außerdem erscheint seit kurzer Zeit neben dem CICERO das Monats-Magazin CATO,
welches Artikel von konservativen Journalisten und Denkern veröffentlicht.

Die "Massenmedien" sind fest in den Händen weniger Menschen (z.B. Frau Springer), die den Mainstream vertreten. Am schlimmsten wirkt sich jedoch die
Einseitigkeit beim Fernsehen aus. Dort ist die Regierungshörigkeit täglich
mit Händen zu greifen. Und wenn einmal nicht, dann kommt die Kritik n u r
von Links-Grün.

Bernd Windisch | Mi, 4. April 2018 - 16:57

Ausgerechnet die linkslastige SZ und den boulevardesken Internetauftritt der Zeit als Qualitätsindikator für Leserbriefe herzunehmen ist völlig absurd. Das Die SZ die Meinung ihrer Leserschaft nicht interessiert, verwundert mich nicht, hat aber rein gar nichts mit Trollen oderähnlichem zu tun sondern ist einem extrem einseitig festgelegten Weltbild geschuldet. Eigentlich könnten diese Blätter froh sein, dass jemand Zeit und Energie verschwendet um für die Kommentierung dieses "Blasen - Journalismus" überhaupt noch in die Tasten zu hauen.

Per L. Johansson | Mi, 4. April 2018 - 17:14

ZITAT: „Ich glaube nicht, dass die Kommentatoren in jedem Fall repräsentativ für unsere Leser sind“

Das ist sicher korrekt. Aber die Ansichten der deutschen Journalistenschaft sind es auch nicht.
Es gibt Studien, die sagen, daß deutlich mehr als die Hälfte von ihnen „Rot-Grün“ zugeneigt ist.
Siehe z.B.
https://www.nzz.ch/articleEFTCM-1.76163

Vereinfacht. Bei der letzten Bundestagswahl bekam die AfD 12,6 % der Stimmen.
Niemand wird aber behaupten, 12,6 % der veröffentlichten Artikel wären auf AfD-Linie.
Im Gegenteil, in der von den Leitmedien erschaffenen „Öffentlichkeit“ sind die Positionen der rechten Hälfte des politischen Spektrums unterrepräsentiert, und werden, wenn überhaupt, meist abwertend erwähnt.
Folglich ist das Bedürfnis groß, alternative Sichtweisen zumindest als Kommentar beizusteuern. Nach dem Motto, besser als nichts.
Viel besser wäre, 12,6 % der Autoren bei SPON, Zeit und Süddeutscher wären AfD-nah.
Dann hätte man auch Futter für "linke Trolle" ;-)

Gerd Steimer | Mi, 4. April 2018 - 17:35

Meine Erfahrung:
Die linke Frankfurter Rundschau löscht jeden Kommentar der substantiell und höflich ist, aber nicht in ihre politische Richtung passt., ebenso die TAZ.

Die FAZ ist etwas gemäßigter, aber im Prinzip gleich, was nicht dem journalistische Mainstream entspricht, wird gelöscht.
Alle meine gelöschten Kommentare waren höflich, niemals beleidigend noch rassistisch oder sonstwas.

Ich kann das Gejammer der ach so aufrechten Journalisten nicht mehr hören.

Einzig bei Cicero und The Europeen habe ich noch keine Löschung erlebt. Obwohl oft inhaltlich gleicher Text zum gleichen Thema.

Gerd Mäkel | Mi, 4. April 2018 - 17:48

Mit Verlaub, wer bestimmt, welcher Kommentator ein Troll ist? Der FAZ-Zensor? Die Prantl-Prawda? Zensurminister aD Maas? Ein Gericht? islamlastiges Lösch-Orgien-Facbook? Frau Merkel? Friede Springer? Die in diesem Lande im Netz faktisch nicht mehr vorhandene Meinungsfreiheit? Maasens Schergen von der Antifa? Oder wer? Das beleuchtet dieser Artikel leider nicht in ausreichendem Maße. Aber das mag Ansichtssache sein. Schön jedenfalls, dass man hier mal darüber diskutieren durfte, wenn Sie meinen Kommentar bringen, was ja noch nicht ausgemachte Sache ist. Soll so Internet der Zukunft funktionieren, oder wollen wir hier in D ein MDN, also ein Merkel-Devotes Netz? Mainstriem-Medien wie der Focus, FAZ, Welt oder die Alpen-Prawda lassen Schlimmes befürchten. Cicero und Tichy sind Leuchttürme in dieser Medien-Landschaft. Danke dafür.

Bernhard Jasper | Mi, 4. April 2018 - 17:49

In den digitalen Müllmaschinen wird gehasst und nicht kritisiert, denn auch als Kritiker braucht man Wissen.

Mathias Trostdorf | Fr, 6. April 2018 - 15:35

In reply to by Bernhard Jasper

Oft wird in den Kommentarsspalten besser informiert als im Artikel, der bewußt Dinge verschweigt. Kommentatoren tragen Informationen aus anderen Medien zusammen, die dann das komplexere Bild ergeben, das der ursprüngliche Artikel aus zumeist politkorrekten Gründen nicht vermitteln wollte. Ich habe schon oft sehr wissenswerte und fundierte, oft auch sehr unterhaltsame und sprachlich gute Kommentare gelesen, die oft spannender sind als der Ausgangsartikel, so daß ich Ihre Meinung nicht teilen kann.

Fritz - Ulrich Hein | Mi, 4. April 2018 - 17:54

Als Leser vieler Online-Ausgaben kommentiere ich sehr viel opponierend zu den Artikeln, die meistens erzieherisch und gutmenschlich daherkommen. Da ich weiß, dass viele meiner Beiträge nicht zugelassen werden, kopiere ich sie, kopiere mir auch den Link des Artikels und teile ihn in 9 Netzwerken. So gehen auch andere auf die Seite und kommentieren konträr. Und natürlich finden die Online-Magazine dann auch auf Google einen Verweis zu ihren Seiten. Dann dürfen die "Moderatoren" dumm schauen, dass meine Meinung doch den Weg in die Freiheit des Internets gefunden hat.

Armin Reichert | Mi, 4. April 2018 - 18:24

Aus langjähriger persönlicher Erfahrung mit der unsäglichen Zensur in den Kommentarbereichen kann ich nur noch abgrundtiefe Verachtung für Mainstream-Journalisten empfinden. Und den lasse ich sie in meinen Kommentaren auch regelmäßig spüren. Das hat mit "Hass" überhaupt nichts zu tun.

Johan Odeson | Mi, 4. April 2018 - 18:52

Nun, ich denke das ist die natürliche Gegenwehr gegen massiv links-lastige Medien mit ihren allzu durchsichtigen Versuchen der Manipulation durch weglassen, vernebeln, uminterpretieren oder konnotieren. Dem versuchen halt manche über die Kommentarspalten entgegen zu wirken. Das es dabei manchmal sehr offen und hart zugeht, sollte ein Demokratie aushalten. Dabei sind die Leser nicht immer diejenigen welche. Oft sind es die Redakteure selbst die Hass und Hetze verbreiten. Oder würde ein Statement wie in der TAZ vom 21.März: "Nazis sind keine missverstandenen „Populisten“ oder gar Linke, die es zu bekehren gälte. Die wollen das genau so – rechtsextrem sein. Man muss sie deshalb sozial ächten. Bis sie sich nicht mehr trauen, auch nur zum Bäcker zu gehen." als Lesermeinung veröffentlicht werden, wenn rechts und links vertauscht würden ? Außerdem, wie drücken sich normale Menschen ohne journalistische Ausbildung oder Germanistikstudium aus, meistens sehr direkt und pointiert.

Frederik Weiss | Mi, 4. April 2018 - 19:16

Das früher als "Demokratiesäule" der Zukunft prohezeite Netz ist zum "Abkotzmedium" (sorry für den Ausdruck) für viele aus dem Dunkel der Anonymität schreibende Leute geworden, die unter keinen Umständen weder bereit sind, andere Meinungen vollständig zu lesen, noch zu begreifen und -wenn auch mit Zähneknirschen- zu akzeptieren. Überschrift gelesen - und schon wird "losgebrettert". Wer's braucht.

Mathias Trostdorf | Mi, 4. April 2018 - 19:36

Ich habe es bei Welt online häufig erlebt, daß Kommentatoren den Journalisten insbesondere bei "Erziehungsartikeln" den Spiegel vorhalten und mit Fakten aufwarten, die anderswo bereits zu lesen waren. Das gefällt den Artikelverfassern natürlich nicht. Ich kann mir gut vorstellen, daß Journalisten diese Kommentatoren irgendwann hassen und deshalb auch ihre Macht ausspielen, die Kommentare zu zensieren, die ihnen nicht passen. Natürlich hat es sich in vielen Kommentarsspalten zum Hobby entwickelt, besonders politkorrekte Artikel lächerlich zu machen. Und wer mit einem ganz normalen entlarvenden Kommentar nicht durchkam, wurde unter Umständen auch schärfer im Ton. Man kann das Verhältnis zwischen vielen Journalisten und Kommentatoren durchaus als zerüttet beschreiben.
Und bevor ichs vergesse: Es gibt auch linke Trolle, die gern mal noch antworten dürfen, wenn die Kommentarsspalten bereits geschlossen sind. Damit das "gute das letzte Wort hat.

Mathias Trostdorf | Mi, 4. April 2018 - 19:51

Ein typisches gutes/schlechtes Beispiel war in den letzten Tagen beim Thema Antisemitismus zu erleben. Zunächst wurden Artikel ganz allgemein gehalten, obwohl jedem zwischen den Zeilen klar wurde, daß es um muslimischen Antisemitismus ging. Entsprechende Kommentare, meisten belegt mit Hinweisen auf entsprechende andere Artikel, wurden nur sehr zögerlich veröffentlicht oder auch wieder gelöscht. Am dritten Tag erschienen dann endlich Artikel, die sich auf muslimischen Antisemitismus bezogen und in denen nichts anderes stand als in den Kommentaren von Tag eins und zwei.
Natürlich fühlen sich Kommentatoren ("Bitte diskutieren Sie mit!") dann verscheißert.
Sicher gibt es Kommentatoren, die Grenzen überschreiten. Aber nur deshalb nicht veröffentlicht zu werden, weil man die Schwächen der Argumentation des Artikels aufdeckt oder politisch gegenteilig argumentiert, ist doch klein. Ich denke, es schmerzt Journalisten sehr, daß ihnen vielfach die Meinungshoheit entgleitet.

Guido Schilling | Mi, 4. April 2018 - 19:54

sind nur ein Ventil um Druck aus dem System zu nehmen. Der Kommentator äußert seine Meinung, fühlt sich besser und geht dann beruhigt seinem Tagewerk nach. Die wirklichen Adressaten der (oftmals sinnvollen) Meinungen und Empfehlungen lesen diese Kommentare sowieso nicht. Damit sind die Kommentarspalten ziemlich sinnlos.

Sven Bergmann | Mi, 4. April 2018 - 20:04

Ja, es gibt genug Haß und Verschwörungsdenke da draussen.

Aber seltsamerweise überspringt der Autor die übelste aller Beleidigungen, die es in solchen Debatten gibt: die Nazikeule.

Findet einfach nicht statt.
Wow.
Dabei handelt es sich um den schlimmsten Polararisierer schlechthin.

Aber das passiert offenbar, wenn man sich zu lange mit der ZEIT online beschäftigt.

Ich habe an mir selbst eine Verhärtung in der Schreibe und Haltung erlebt. Es ist eine tiefe Verbitterung darüber, wegen Nichtigkeiten diese Art der Feindschaft erklärt zu bekommen, oft gepaart mit der Frage, was die moralischen Scharfrichter mit meiner Reputation machen würden, wenn sie es in meinem echten Leben nur könnten.

Nicht so wichtig vielleicht, es geht dem Autor ja primär um die „Rechten“.

Helmut Bachmann | Mi, 4. April 2018 - 20:37

Psychologen könnten zum Thema einiges sagen. Das Problem scheint mir nicht der angebliche und der tatsächliche "Hass" zu sein. Es handelt sich vielmehr um komplexe Kommunikation zwischen den Moderatoren und den Lesern. Die letzteren müssen viel Dummes in Artikeln lesen, zumindest aus eigener Sicht. Die Möglichkeit sich mal schnell zu äußern, verleitet dazu offen zu "sprechen". Je offener ein Gespräch, desto mehr treten auch"unangenehme" Emotionen hervor. Nun trifft dies auf Redaktionen, die von zwei Motivationen angetrieben werden. Zum einen, die Webseite juristisch zu schützen, zum anderen und dies haben gerade auf ZON schon Viele erlebt: politisch Unliebsames zu unterdrücken. Der "Hass" der anderen ist dabei immer sehr bös, der der eigenen Peergroup nur legitime Verteidigung. Bei Cicero schätze ich, dass die zweite Motivation verschwindend gering ausfällt. Den anderen verächtlich zu machen, als arroganten Troll, der nur Dummes von sich gibt zu beschreiben ist einfach kein guter Stil.

Sabine Schönfeld | Mi, 4. April 2018 - 20:48

Was ich absolut unsäglich finde, ist dass von großen Teilen von Politik und Medien regelmäßig so getan wird, als ob "Hass" einfach in den Menschen selbst ohne Einwirkung der Umwelt entstehen würde. Man unterstellt das gerne Menschen mit anderen Ansichten, stellt sie als rechtsextrem und menschlich unterentwickelt dar. Und stellt sich dem selbst als leuchtendes Beispiel eines weltoffenen Übermenschen gegenüber, der solch niedere Instinkte gar nicht kennt, quasi als Mensch der Zukunft gegenüber dem ewigen Höhlenmenschen. Wenn man jedoch einmal die Frage stellt, woher der "Hass" der Menschen kommt, findet man sehr schnell nachvollziehbare Ursachen. Hass stieg beispielsweise in mir auf, jedes Mal, wenn ich über die Ereignisse von Köln 2015 Silvester las - Hass auf alle, die verantwortlich sind. Und jedes Mal, wenn ich von einschlägigen Verbrechen, Vergewaltigungen und Morden lese. Und auf Seiten der Linken gibt es auch Hass genug - die Antifa und z.T. menschenverachtende Texte in der TAZ.

Armin Latell | Mi, 4. April 2018 - 20:59

Er überschreitet die Grenzen des Sagbaren. Für mich stellt sich die Frage, wer genau diese definiert und festlegt. Ich werde auf Welt online komplett gesperrt mit lächerlichen 0815 Begründungen, die im Prinzip auf 75% aller Kommentare zutreffen. Reine Willkür. Die beschriebenen Beispiele von Noetzeldorf sind m.E. total harmlos. Schon lange widerlegt sind die platten Theorien, dass besonders AfD Anhänger diejenigen sind, die die meisten Hasskommentare schreiben. Wo sind die repräsentativen Studien dazu? Der Autor bedient hier noch immer das Klischee. Aber wer schon einmal auf indymedia gelesen hat, der weiß, wie wirklicher Hass aussieht, wenn unter dem Deckmantel von Satire oder Kunst Hass, richterlich genehmigt, Beleidigung oder Fake von den Medien veröffentlich wird. In diesem Fall darf Meinung frei und unzensiert geäußert werden. Nein, ich hasse ihn definitiv nicht, aber vom Autor dieses Artikels erwarte ich genau diesen. Bin ich jetzt ein Troll? Zensur?

Manfred Steffan | Mi, 4. April 2018 - 21:02

Beim Cicero bekomme ich fast alle Kommentare durch (aber eben einige wenige doch nicht). Bei der Zeit bekam nach ich nach einigen Löschungen, wohl aufgrund von Lesermeldungen, praktisch keinen Kommentar mehr durch, und jetzt pötzlich werden seit einiger Zeit dort meine Kommentare in Echtzeit veröffentlich, ohne jede Kontrolle. Dafür kontolliert die Welt jeden Kommentar, lässt die meisten durch, manche nicht. Meine Ansichten habe ich nicht geändert, war und bin ein Verfechter unsere freiheitlich demokratischen Grundordnung, und zwar so, wie man sie in jedem Grundgesetzkommentar nachlesen kann, nicht in irgendwelchen zeitgeistigen Interpretationen. Darüber hinaus ist für mich nicht erst die Strafbarkeitschwelle das Limit, sondern ich lege Wert auf zivile Umgangsformen (nicht automtisch "Nettigkeit"). Was also sind die Kriterien? Oder anders herum, wie ist "Hate Speech" definiert? Ich kann mir nur einen Reim dahingehend darauf machen, dass das die inhaltlich unerwünschte Meinung ist.

martin kleber | Mi, 4. April 2018 - 22:20

.....gibt es keine Merkel-Trolle?Oder Maaß-Trolle,oder wie? Wenn Autokraten auf der einen Seite,dann Phrasengießkannen auf der anderen(der richtigen?) Seite.Langzeitchefin mit lediglich wechselnden Mitarbeitern.Sehr demokratisch.Und so ein toller Politikstil.Muß man gegen solch einen Unfug,wie ihn deutsche Politik VERKÖRPERT,eigentlich "trollen"? Man glaubt es nicht.Darüber nachzudenken,sich ernsthaft gar nicht lohnt.Man trollt sich und wendet sich mit Grausen.

Stefan Schlegel | Mi, 4. April 2018 - 22:22

Es hat schon seinen Grund, weshalb der Ton rauher wird!!! Den Leuten stinkt sehr vieles ganz gewaltig und sie spüren, dass sehr vieles in die falsche Richtung läuft. Sie merken auch, dass sie ihre Sorgen mitteilen dürfen, ernten auch Verständnis bei unseren politischen Verantwortlichen, aber das war es auch schon. Die Leute werden zunehmend wütender und das schlägt sich auch in ihrer Wortwahl nieder. Jetzt kann man die Kommentarspalten einschränken und das Ergebnis wird sein, dass sie noch frustierter sind und gar nicht mehr schreiben. Mir persönlich geht es ebenso, ich habe genug gelesen, bin in meiner Meinung gefestigt und habe seit der letzten Bundestagswahl kaum noch politische Sendungen gesehen, obwohl mich Politik brennend interessiert. Ich habe auf das Gelabber einfach keinen Bock mehr.

weshalb ich die Artikel nicht wirklich brauche, eher schätze, die Kommentare aber neugierig als Meinungsäusserung bedenke.
Eigentlich schloss es sich für mich nahtlos an, als ich mit aktiver Parteipolitik aufhörte.
Übrigens auch, weil ich mich so über andere Ansichten zu einem Thema gut informieren konnte.
Und nicht zuletzt, weil ich eine gewisse Verantwortung sah, mich an Meinungsbildungsprozessen zu beteiligen.
Wenn ich dessen durch die Schliessung von Kommentarfunktionen enthoben bin, habe ich keine Probleme damit.
Ich gehe schon davon aus, dass mündige Menschen in unseren Breiten relativ häufig sind.
Und wenn ich so zurückblicke, habe ich glaube ich auch schon vieles gesagt.
Von meiner Seite aus sah ich es als Verantwortung.
Aber darum zu betteln, will mir nicht in den Sinn kommen.
Freundlichst

Joost Verveen | Mi, 4. April 2018 - 23:31

Wenn jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, daß die BReg etwa zwei Millionen Muslime (vorwiegend Männer), ohne Pass/Identität ins Land holt und hier ernsthaft ansiedelt, mit Vollversorgung, Haus usw, dann wäre das als Troll-Posting gelöscht worden.

Jürgen Wilhelm | Do, 5. April 2018 - 08:43

Zum einen sind Kommentarspalten eine "Spielwiese" für nur einen geringen Teil der Leserschaft. Die wenigsten Leser eines Artikels überfliegen sie auch nur. Die wenigsten "Überflieger" kommentieren selber. Wie repräsentativ in diesem Zusammenhang Kommentare (oder 'likes' darauf sind), sollte jedem klar sein.
Zum anderen ist das Design der Kommentarspalten für echte Diskussionen meist ungeeignet. Endlose "Spaghetti"-'threads' ohne sichtbaren Bezug von Kommentaren aufeinander, Belohnungssysteme ('likes'), die v.a. kontroverse Meinungsäußerungen mit viel Resonanz versehen - das zieht natürlich Menschen mit viel Sendungs- und weniger Empfangsbewusstsein und extremen Meinungen an.
Letztendlich wirkt hier ein Mechanismus, den die 'online'-Zeitungen gerne auch selber für sich nutzen: Kommentare als journalistische Form sind billig und schnell "geschossen" und erzeugen besonders bei hoher Kontroversität viel Resonanz, die dann Werbekunden verkauft werden kann.

Edith Lackner | Do, 5. April 2018 - 09:14

Interessant zu lesen, wie der Cicero seine Leser so sieht. Einen völlig harmlosen, maximal schrulligen Pensionär so vorzuführen - Respekt! Und erst das Foto ... Vielleicht eine Nuance zu pointiert, zu ekelig, aber sowas von mutig. Es hat mich nicht wirklich überrascht. Dennoch, es so schwarz auf weiß zu lesen, was sich schon längst beim Cicero abzeichnet, doch verblüffend. Aber es ist immer gut zu wissen, woran man ist.

Karsten Paulsen | Do, 5. April 2018 - 09:14

Gerade die Zeit Online Moderation ist ein gute Beispiel über öffentliche Meinungsmanipulation. Ich beabachte die Leserkommentar seit Jahren und haben mit mehreren Accounts versucht die Grenze des schreibbaren zu erforschen. Zu Beginn meiner Aktivitäten wichen eine klare Überzahl der Leserkommentare von den Leitartikeln der Zeit entschieden ab. Immer wieder wurde durch die Leserschaft die mangelnde journalistische Sorgfaltspflicht und ein Meinungsjournalismus kritisiert, Stichwort betreutes Lesen. Im Laufe der Jahre hat die Zeit durch Sperrung und Löschung ihr Leserkommentar-Biotop zu einem handzahmen Grüppchen von überwiegenden Claqueuren verwandelt.

Ruth Teibold-Wagner | Do, 5. April 2018 - 09:18

Online-Medien sind keine Monopole, die wie die früheren Journalisten eine "gate-keeper"-Funktion für sich exklusiv beanspruchen können.

Das Internet ermöglicht die Demokratisierung von Information: JEDER kann schreiben, nicht nur lesen. JEDER kann aktiv sein, ist nicht mehr nur wie früher zur inferioren Passivität des "Fressens" von Nachrichten verurteilt.

Das ist der eigentliche Witz eines online-Mediums - Dass nicht nur passiv gelesen, sondern auch aktiv geschrieben werden kann.

Wenn ein online-Medium diese Möglichkeit abriegelt, wenn es versucht, das überholte Meinungs-Monopol zurückzuholen, hat es denn Sinn und Zweck des Internets nicht verstanden. Ein online-Medium ohne freie Kommentarfunktion führt sich selbst ad absurdum.

Ohne Kommentar-Funktion ist ein online-Medium sinn- und zwecklos.

Die Demokratisierung ist der Sinn des Internets.
Zensur und Demokratie sind unvereinbar.

Ein Online-Medium, das zensiert, ist sinnlos, weil es undemokratisch ist.

Peter Kaiser | Do, 5. April 2018 - 09:31

Was ist nur mit dem "Cicero" los.
Erst den eigenartigen Artikel von ERNST ELITZ am 3. April 2018 über die „Gemeinsame Erklärung 2018“ von Vera Lengsfeld und heute diese Kolumne.
Da mein Kommentar zum o.g. Artikel nicht veröffentlicht wurde, frage ich heut noch einmal, ob der "Cicero" nun auch das Fähnlein nach dem Wind dreht.
Eine unabhängige Berichterstattung sieht anders aus.

Brigitte Tielert | Do, 5. April 2018 - 09:48

Der Artikel lässt mich immer noch nicht los. Der sarkastische Wunsch von Dr. X, es möge doch einen "Flüchtlingsdeal zwischen Deutschland und Russland (geben)” zwecks Unterbringung der "Millionen von Invasoren in den Weiten des Russischen Raumes" wird also als "menschenverachtend" eingestuft. Gleichzeitig hält der Autor es für völlig in Ordnung, Dr. X und seinesgleichen als "Troll" zu bezeichnen, denen Eigenschaften zugeordnet werden wie: verschrumpelt, verbiestert, "Wesen" (d.h. kein Mensch), abgehängte, "voll von Frust und Hass",sadistisch, psychopathisch, machiavellistisch. Sie schrieben gehässig und spuckten ihren Hass ins Netz. Hm. Ich würde mich nicht trauen, in einem Kommentar eine solche Liste von negativen Pauschalurteilen loszulassen.

Cecilia Mohn | Do, 5. April 2018 - 10:40

Wieso ist es menschenverachtend, Menschen in Massen in den Weiten Russlands unterzubringen? Das ist eher naturverachtend. Sollen die Reste unberührter Natur auch noch vermuellt werden? Ansonsten gebe ich dem Autor dieser Zeilen recht. Die Debattenkultur ist in Deutschland nicht kultiviert. Das betrifft aber nicht nur die kommentarspalten, sondern auch die Artikel selbst. Ich lese inzwischen lieber die Kommentare als die Artikel. Mag sein, dass das daran liegt, dass die Redakteure das schlimmste In den Kommentaren loeschen.

Robert Schmidt | Do, 5. April 2018 - 10:51

Ich bin im Schnitt im Monat so mit 5-10 Kommentaren unterwegs. Eine der erstaunlichsten Entdeckungen, die ich z.B. auf Welt online gemacht habe, ist, dass wirklich mit Fakten und Quellen hinterlegte Posts zu kritischen Themen wie Islam, Migranten, Medien eher weg-"moderiert" werden als kurze emotionale Posts.
Ein Schelm, wer dabei glaubt, dass auch ein gewisses Gefallen dabei ist, die Kommentare etwas unqualifiziert aussehen zu lassen ...

Robert Müller | Do, 5. April 2018 - 11:31

Ich möchte meine Wikipedia-Erfahrung beisteuern, weil ich glaube, sie erhellt das "Troll-Problem". Als ich dort anfing, wollte ich mehrmals wegen diversen Ärgers aufhören. Wenn ich Jahre später daran zurück denke, dann waren das nach heutigen Maßstäben Kleinigkeiten. Ich will damit sagen, Online-Kommunikation ist derart "Neuland", dass sowohl der Empfänger als auch der Aussender sich noch nicht daran angepasst haben. Damit ist das "Troll-Problem" nicht nur eines der Kommentatoren, sondern auch der "Redakteure". Wobei ich nicht glaube, dass echte Redakteure die Kommentare freischalten oder verwerfen, sondern eher Personen, die durchaus nur kurzfristig in diesem Bereich arbeiten und deshalb zart besaitet sind. Jedenfalls scheint mir auch beim Cicero die Variabilität der Moderation hoch zu sein: Was heute nicht geht, geht in zwei Tagen (oder in zwei bis drei Jahren) durchaus. -)) Mit anderen Online-Kommentar-Bereichen habe ich keine Erfahrung.

Bernd Eifländer | Do, 5. April 2018 - 11:46

Die Medien entscheiden was sie an Kommentaren zu lassen und ich entscheide was ich im Zeitschriften-Geschäft kaufe. Sicher keine Zeitschriften die keine Kommentare zu lassen, deshalb habe ich auch keine Abo's mehr. Nach langen IRRWEGEN über Redaktionen ansässig in Hamburg, München, Frankfurt usw. , bin ich hier beim Cicero gelandet und hier bleibe ich auch :-))
Ohne Thomalas, Lombardis, Verona Pooth und Nackedei des Tages.

Gerd Steimer | Do, 5. April 2018 - 11:46

konservative (von Ihnen Rechte genannt) Journalisten haben praktisch Berufsverbot weil die Hauptmedien sie nicht einstellen bzw. nicht schreiben lassen. Der konservative (von mir aus halt rechte) Teil der Bevölkerung findet sich in den Leitmedien nicht mehr vertreten. Kommentare dann als Trolls abzuwatschen ist nicht nur unverschämt, sondern auch dumm.
Ich weiche mitlerweile zur Informationsgewinnung auf ausländische deutschsprachige Medien aus. Lesen Sie doch einmal nur die BAZ - Baseler Zeitung von heute zum Thema Migration und Energiewende.
Unmöglich in den deutschen Leitmedien.
Also Herr Bellinghausen, erst mal an die eigene Nase fassen. Es mag zwar kuschelig sein im linksgrünen Mainstream, mit echtem Journalismus hat das aber wenig zu tun

Ralf Höfle | Do, 5. April 2018 - 12:01

Machen wir uns nichts vor die Kommentare in den Spalten sind dann willkomen wenn sie in die Richtung der Gazetten gehen.
Das dumme an der Geschichte ist die Realität geht nicht immer in die selbe Richtung wie es die Journalie gerne hätte.
Die Leute sehen doch ihr Lebensumfeld und müssen darin klar kommen und das unterscheidet sich erheblich von dem was manche Journalisten schreiben.
Viel zu oft wird von der Presse versucht politische verfahrene Themen gesund zu beten wo es nichts zum gesund beten gibt die Leute sehen und merken das .

Ingo Müller | Do, 5. April 2018 - 12:16

Solche Medien werden von mir ignoriert. Uninterssant, ich will wissen was meine Mitmenschen denken. Den Brei den sich die SZ zusammenrührt, den können sie auch allein auskosten. Wenn man dann ab und an mal die s.g. Journalisten dieser Medien in Talkrunden und Presseclub hört, dann stellt man sehr schnell fest, das sich die Herren und Damen in ihrer eigenen linken Blase herumsuhlen, genau das was sie den s.g. Rechten immer vorwerfen. Das liegt wahrscheinlich auch an der Thematik, wo es nur schwarz oder weiß gibt. Entweder man will bspw. die unbegrenzte dauerhafte sinnfreie Einwanderung und die Abbschaffung des Landes oder man will sie nicht.

Wolfgang Raub | Do, 5. April 2018 - 14:26

Nach den unten stehenden Bedingungen war mein Kommentar vom 4.4. spät abends im Rahmen der formalen Richtlinien. Im übrigen war er faktenbasiert. Er wurde nicht veröffentlicht. Darf ich fragen, warum nicht ?

Romuald Veselic | Do, 5. April 2018 - 16:51

Die "linken" Medien oder Medien "links" bewegen sich in den Regeln ihrer Hauptklientel oder dem Klub den Gleichgesinnten. Sozialistischer Realismus mal anders; wobei grob definiert: Sozi-Realismus beschäftige sich mit typischen Menschen im typischen Biotop.
Ziemlich uniform/phantasielos.

Jeder Aktion folgt Reaktion.

Die muss nicht jedem passen. Es gibt Individuen, die sich nicht vorschreiben lassen, wen sie zu mögen haben oder nicht. Dazu gehöre auch ich.
Wenn ich Dieselautos sympathischer finde als E-Autos, könnte man dies als Hass gegen E-Autos unterstellen/interpretieren...
Na und?

Werner Wirth | Fr, 6. April 2018 - 07:46

ist oft nur die letzte Waffe desjenigen, der argumentativ nicht weiterweiß ...
Auch "Hass" ist - wie so viele ander Wörter - dabei zu einem sinnentleerten Politwort zu werden.

Bernhard Jasper | Fr, 6. April 2018 - 08:52

Sie alle hier sind auch funktionale Masse (im Gegensatz zu konkreten Individuen). Der Skandal um „Facebook“ zeigt das überdeutlich („social media“ ein Euphemismus). Mit „traffic“ wird heute gedealt. Ihre Meinung ist unerheblich.

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-DSGVO in Kraft -eine EU-Datenschutzgrundverordnung.
Damit beschäftigen sich im Moment sicher viele "kleine" online-Plattformen.

Ruth Müller | Fr, 6. April 2018 - 11:46

Kontrolle der Harmonie?

Ich verstehe das System Ihrer Diskurskontrolle nicht - anscheinend nach Tageslaune oder Angst - die Frage vor was oder wem ...

Wenn mein ganz normaler, ohne Anzüglichkeiten geschriebener Kommentar nicht zum Vorschein kommt, haben Sie eine Leserin weniger.

Das wäre schade ...

Mathias Trostdorf | Fr, 6. April 2018 - 15:50

Darf man noch erwähnen, daß die "Zeit" eine so fantastisch gute Meinung von ihrer Kommentarsschaft hat, daß sie sie mal als "Schleppscheisse" bezeichnete?

Bernhard Keim | Fr, 6. April 2018 - 23:27

ich dachte immer es ginge darum eine Debatte mit anderen Lesern zu führen. Aber Meinen kann man halt auch ohne etwas zu wissen und das merkt man vielen Beiträgen auch an. Mit solchen Kommentaren umzugehen ist schwierig, denn wer seine Wahrheit schon gefunden hat, wird sich und er Regel nicht eines Besseren belehren lassen wollen. Er will nicht aufgeklärt werden, denn er wähnt sich bereits wissend. Früher nannte sich das Vorurteil. Heute spricht man von "alternative facts". Und wenn sich nur genug finden, welche sich innerhalb des eigenen geistigen Horizonts verorten lassen, braucht man sich dafür noch nicht einmal mehr zu schämen. Und das Beste: man muss ein derartiges Statement, mag es auch noch so vorurteilsbeladen sein, noch nicht einmal mehr begründen. Es genügt, dass sich genug Mitmenschen finden, welche die eigene Ansicht teilen, mag sie auch noch so irrig sein.

Frank Domnick | Sa, 7. April 2018 - 08:20

Was hatte das Forum von Don Alfonso bei der FAZ, was die übrigen Foren nicht hatte? Wertschätzung, Ergänzungen zum Text, differenzierter Widerspruch und kaum Trolle.
Schade, dass das der Artikel das nicht reflektiert hat.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 7. April 2018 - 10:15

Herr Dr. Noetzeldorf nicht genannt werden möchte in einem Text über ihn.
Voraussetzung dafür wäre aber, dass wir ihn mit Herrn Bellinghausen im Gespräch in diesem Hotel sehen und keinen Ork.
Ein bisschen recht geben möchte ich Herrn Bellinghausen dahingehend, dass die Verwalter der Kommentare vor eigentlich größeren Aufgaben stehen als die Artikelschreiber.
Sie müssen nicht nur wissen, was der Artikel sagt, sondern auch den Hintergrund der Kommentare einschätzen können.
Das stimmt mit der Weltoffenheit bei Heidegger und wenn ich zu jedem Wort das ich schreibe Fußnoten setzte, könnte ich nichts mehr schreiben.
Für zeit-online kann ich nicht mehr sprechen, aber Herrn Wissmann habe ich die schwierige Aufgabe nicht nur zugetraut, ich vertraue der Richtigkeit seiner Entscheidung, ohne dass ich jede verstehe.
Ich kann Herrn Dr. Noetzeldorf nicht einschätzen, aber meine eigene Bissigkeit.
Wir leben in auch schweren Zeiten politischer Öffentlichkeit.
"Freiheit, die ich meine" Index?

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 7. April 2018 - 10:51

ausgewogen geschrieben. Meinen Dank dafür. Manchmal merke ich das auch erst nach mehrmaligem Lesen, wenn sich "der Ärger" über manche Stellen gelegt hat. Ich kann das anderen Lesern nur anempfehlen.
Dennoch geht dieser Artikel evtl. auch in die falsche Richtung.
Ich glaube nicht, dass sich der Cicero jetzt mit aller Macht "verkleinern" muss, sondern wie Herr Wissmann schreibt, Debattenkultur hochhalten muss.
Ich empfehle noch einmal einen "Freundeskreis Cicero", dem ich bei gestaffelten Beiträgen gerne die Ehre geben würde.
`Als Exemplar eines Urukay stehe ich jedenfalls nicht zur Verfügung.´
Wo bitte liebe Redaktion, liebe Mitforisten, wäre das Problem mit diesem meinem Humor, der auch ins Bissige hinüberspielt?
Nachdem ich jetzt bei TE hineinschaute, ist mir aufgefallen, dass in der Leserschaft des Cicero doch sehr viele mindestens ehemalige SPD-Wähler sein könnten.

Walter Rupp | Sa, 7. April 2018 - 18:40

Ich habe mit dem Kommentar zu einem Lutherartikel in der FAZ einen klaren Fall von Zensur erlebt. An der Politik des Religionsstifters habe ich aufgezeigt, wie er den Weg bis hin zu Hitler bahnte. Das ist kein Hirngespinst, sondern historisch belegt und in der Literatur oftmals aufgezeigt. Der Kommentar erhielt auf Anhieb einen große Zustimmung, wurde danach aber wieder gelöscht, offenbar auf die Beschwerde der Obrigkeit hin. Seitdem sichtete offenbar eine Art Politkommisar meine Kommentare. Die meisten wurden nicht mehr zugelassen. So verlor die FAZ, einst ein gutes Blatt, vor allem was das Feuilleton angeht, einen weiteren Leser.