Vom Schutz der Schwachen zur symbolischen Ressource: über die Karriere des Opferbegriffs
Vom Schutz der Schwachen zur symbolischen Ressource: über die Karriere des Opferbegriffs / Foto: dpa

Das politische Buch - Konrad Paul Liessmann liest „Opfer“

Vom Schutz der Schwachen zur begehrten Zuschreibung: Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter zeichnet in „Opfer" die erstaunliche Karriere des Opferbegriffs nach – und zeigt, wie aus Verletzlichkeit ein Selbstbild und eine strategische Ressource wurde.

Autoreninfo

Konrad Paul Liessmann lehrt Philoso­phie an der Uni Wien und schrieb mit Michael Köhlmeier „Der werfe den ersten Stein. Mythologisch-philosophische Verdammungen“.

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Der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes, die ihren Ex-Mann der „virtuellen Vergewaltigung“ beschuldigte, da er manipulierte pornografische Bilder von ihr im Internet verbreitet haben soll, erregte großes Aufsehen. Es gab Demonstrationen, Gesetzeslücken wurden erkannt, schärfere Strafbestimmungen gefordert. Viel weniger Aufsehen erregte die fast zeitgleich bekannt gewordene Vergewaltigung eines Mädchens in einem Berliner Jugendzentrum. Diese wurde nicht angezeigt, um die migrantischen Täter nicht noch zusätzlich zu „stigmatisieren“.

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