- Konrad Paul Liessmann liest „Opfer“
Vom Schutz der Schwachen zur begehrten Zuschreibung: Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter zeichnet in „Opfer" die erstaunliche Karriere des Opferbegriffs nach – und zeigt, wie aus Verletzlichkeit ein Selbstbild und eine strategische Ressource wurde.
Der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes, die ihren Ex-Mann der „virtuellen Vergewaltigung“ beschuldigte, da er manipulierte pornografische Bilder von ihr im Internet verbreitet haben soll, erregte großes Aufsehen. Es gab Demonstrationen, Gesetzeslücken wurden erkannt, schärfere Strafbestimmungen gefordert. Viel weniger Aufsehen erregte die fast zeitgleich bekannt gewordene Vergewaltigung eines Mädchens in einem Berliner Jugendzentrum. Diese wurde nicht angezeigt, um die migrantischen Täter nicht noch zusätzlich zu „stigmatisieren“.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
