Wolfgang Kubicki
Wolfgang Kubickis neues Buch „Aufwind im freien Fall“ / Foto: dpa / Westend

Das politische Buch - Wolfgang Kubickis Kampfansage

„Liberalala“ steht für weichgespülten Wohlfühl-Liberalismus. Wolfgang Kubicki rechnet in „Aufwind im freien Fall“ mit linker Staatsgläubigkeit und der eigenen FDP ab, zieht Bilanz der Ampel und fordert eine schärfere, konfrontative Freiheitsagenda.

Alexander Marguier

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Wer genau den Begriff „Liberalala“ in die Welt gesetzt hat, ist unklar – manche sehen Loriot als Urheber. Gemeint ist jedenfalls eine Art weichgespülter Wohlfühl-Liberalismus, der es möglichst jedem recht machen und niemanden vor den Kopf stoßen will. Dabei sollte allen Freiheitlichen klar sein, dass Liberalismus zunächst einmal eine Zumutung ist, weil er das Individuum in den Vordergrund politischen Handelns stellt: als ein verantwortungsbewusstes, für sich selbst verantwortliches Mitglied der Gesellschaft. Der Staat schafft in diesem Zusammenhang lediglich einen Rahmen, innerhalb dessen sich die einzelnen Bürger maximal entfalten können, ohne dabei den anderen zu schaden. So gesehen ist Liberalismus ein Vernunftprinzip, ähnlich der wesensverwandten Subsidiarität. Aber mit der Vernunft ist es im Parlamentarismus leider oft nicht mehr besonders weit her.

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Urban Will | Do., 5. Februar 2026 - 15:40

hin kommen, nach Verbündeten zu suchen. Niemals wird eine FDP von sich heraus nur mit neuer Kampfansage über die 5% oder gar viel weiter (sonst könnte sie ja eh nichts bewirken) kommen.
Wenn der Zug abgefahren ist,ein Zug, der eh nie arg groß war in diesem Lande,dann ist er erst mal weg.
So gesehen sollte und wird es Kubicki ordentlich beeindruckt haben,dass eine andere Partei auch mit stark wirtschafts- aber auch anderen liberalen Punkten und vor allem in der brutalsten Ochsentour gg den linksgrünwoken Mainstream (was sich d FDP nie traute) zu stärksten Oppostionskraft geschafft hat.
Ich wiederhole mich und werde das immer wieder tun: nur gemeinsam können diese beiden Parteien der Freiheit in diesem Lande wieder Bedeutung verleihen.
Weidel hat bewiesen, dass sie standhalten kann, Kubicki ebenso (wenn auch in geringerm Maße).
Schließt euch zusammen, das nützt beiden und sowohl Ihr als auch eure Wähler sind stark genug, dem elenden, zu erwartenden linken Geheule entgegen zu lächeln.

Gelben dem ÖRR andienen, sprich sich vor dem linksgrünwoken Mainstream in den Dreck werfen, so wie es die Union tat. Und dann hätte Kubickis Buch nicht mal den Gegenwert einer Rolle Klopapier.
Für die FDP gibt es nichts zu „erpressen“, das konnten nur die Grünen. Und zwar ab dem Tag, an dem sie sich der Unions-Klatschhasen und der Brandmauer sicher waren. Nie war eine Partei verachtenswerter als die Union seit Merkel.

Das leider traurige Schicksal der liberal Denkenden in diesem Land: es wird mehrheitich bewohnt von dienlichen Untertanen, deren Wahlverhalten dem Gebaren von Schafen auf der Weide (blöd schauen und fressen und immer der Herde nachlaufen) ähnelt.
Das Aufsteigen der anderen, derzeit einzigen liberalen Partei (natürlich gibt es dort Leute, die nicht liberal denken), war ein Novum. Und es überrascht nicht, dass sie im Osten so stark ist. Dort weiß man Freiheit noch zu schätzen.

Wenn es den verbliebenen Kämpfern in der FDP noch ernst ist mit den freiheitlichen Ideen, dann muß sie sich als kleiner "Haufen" eine Partner-Partei suchen, die ähnlich freiheitlich und bürgernah eingestellt ist wie sie.
Dies kann im heutigen Deutschland m. E. nur die AfD sein. welche sich gleich scharf von jeglichen sozialistischen und grünen Spinnereien abgrenzt wie die FDP. Auch der Patriotismus gehörte einst zur Kernsubstanz der Partei eines Theodor Heuss und Erich Mende.
Beide Parteien könnten sich prima ergänzen, vor allem auch in einem wirtschaftlichen Liberalismus unter der Prämisse: "Deutschland zuerst!"
Ich bin davon überzeugt, daß die AfD sehr viele Stimmen von ehemaligen CDU-Wählern bekäme, wenn sie vorher erklärte. mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Merz hat ja sehr viele von ihnen total enttäuscht.

Leider befürchte ich jedoch: Dazu wird es nicht kommen!

Sebastian Habel | Do., 5. Februar 2026 - 16:18

Ich habe das Buch auch gelesen und Herr Kubicki hat Recht. Nur leider hat die FDP mit ihrer "radikalen Mitte" so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Es werden selbstverständliche Dinge gefordert wie Steuersenkungen, mehr Startupkultur, Meinungsfreiheit (während Frau StraZi auf der Bühne steht...), es erscheint alles so floskelhaft.

Es wurde nicht, wie von Sven Gerst in einem Essay angeregt, einmal ein Schritt zurück gemacht und grundlegende Änderungen gefordert. Abschaffung CO2-Preis, Überdenken der Klimapolitik, Abschaffung der EU in ihrer aktuellen Form, Bargeld ins GG, vielleicht sogar 2A? Fehlanzeige!
Frau Büttner ist glaubwürdig und motiviert, aber Katha Adler, Frank Schäffler oder auch Rainer Zitelmann und Paul Bressel spielen gar keine Rolle. Schade!

... das ist zumindest meine Meinung, und zwar, was beide Absätze betrifft. Das leicht eingängige Wischiwaschi, das Sie im ersten Absatz beschreiben, ist so langweilig wie floskelhaft, ich mag dieses - pardon: Gesülze allenthalben nicht mehr hören oder lesen.
Ihre Forderungsvorschläge gingen für mich dagegen in eine nachdenkenswerte Richtung. Und was Prozentpunkte anbelangt: erinnert sich noch wer, wie mausetot die FDP 9 Monate vor der "Ampelwahl" war? Sogar von ansonsten recht FDP-kritischen Kabarettisten ist sie bemitleidet worden.
Und plötzlich war "die FDP" ab Januar 2021 wieder in ALLEN Talg!shows vertreten, Lindner konnte im Chor der anderen schwadronieren und die Umfragewerte stiegen erstaunlich.
"Die Eliten" hierzulande brauchen und brauchten die FDP immer wieder als "Zünglein an der Waage", wenn´s ihnen "zu links" wurde, und das war auch einzig ihre Hauptaufgabe in der Ampel, unabhängig davon, dass ich "die Ampel" nicht mochte. Aber SO eine "liberale Politik" brauch ich NICHT.

Ihr erster Absatz..., alles andere ist auch richtig...👍

Kubicki schreibt so ein bisschen 'aus einer wohlfeilen Situation heraus'..., will selbst nicht mehr werden in dieser Partei und kann jetzt! 'aus dem Off' seinen Senf dazu geben... - könnte das sein?

In der unsäglichen Ampelzeit hätte es genug Möglichkeiten und Anlässe - auch für Kubicki persönlich... - gegeben dieselbe Kritik zu üben wie jetzt in seinem Buch..., aber natürlich mit eventuell deutlicheren Konsequenzen... ... 🤔

Und genau so drückt sich die 'neue FDP' der radikalen Mitte heute wieder um die erforderlichen Wahrheiten und die damit einhergehenden möglichen Konsequenzen - wie Sie richtig schreiben... (zweiter Absatz)

IngoFrank | Do., 5. Februar 2026 - 16:34

können, spätestens nach den ersten verlorenen LT Wahlen, hätten die FDP Oberen die Reißleine ziehen müssen.
Auch Herr Kubicki hätte seine Stimme erheben können. Tat er aber nicht ….
Hinterher ist man immer schlauer. Aber wohl jeder der sich halbwegs mit deutscher Innenpolitik beschäftigte, konnte erahnen, das was da zusammen regierte, einfach nicht zusammen passt. Und die Union setzt nahtlos an den Fehlern der FDP an, und wird in Zukunft die gleichen schmerzhaften Erfahrungen machen (müssen) und den „C- Parteien“ in Frankreich & Italien möglicherweise folgen.
Das ändert auch kein Buch zum Sachverhalt ……
Die derzeitige Merz- Regierung wird hoffentlich die letzte „Linke“ Regierung für eine lange politische Ära sein.
mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Sabine Lehmann | Do., 5. Februar 2026 - 16:37

Ich mag Herrn Kubicki, das ist kein Geheimnis. Ich schätze ihn sehr als Politiker, aber nicht weniger als Mensch. Obwohl ich ihn nicht persönlich kenne, meine ich doch meiner Menschenkenntnis trauen zu können, die mich selten getäuscht hat.
Ich habe schon mehrere seiner Bücher gelesen und war jedes Mal begeistert. So werde ich mir auch dieses Buch von ihm kaufen und freue mich schon auf die Lektüre. Für mich steht fest, hätte die FDP mehr "Kubicki" gewagt, wäre sie nicht so kolossal abgeschmiert. Aber die politische Stahlbürste ist ein antiquiertes Relikt längst vergangener Jahrzehnte, wie es aussieht, kommt sie auch nicht zurück. Was bleibt, sind konturlose Gestalten, die Phrasen dreschen, die körperlich wehtun u. Entscheidungen treffen, für die man früher vielleicht "eingewiesen" worden wäre;-)
Dieser konturlose Einheitsbrei aus politischer Correctness & unterwürfiger Anbiederung an woke, linke Ideologien wird uns noch ins Grab bringen. Apropos, in Berlin wurde Salz wieder verboten!!

Karl-Heinz Weiß | Do., 5. Februar 2026 - 21:19

Antwort auf von Sabine Lehmann

@Sabine Lehmann, ich teile Ihren Eindruck. Aber: warum konnte Christian Lindner diese Partei jahrelang mit seiner One-Man-Show kapern ? Das ist mit Liberalismus unvereinbar. Und dann noch drei Ego-Shooter in einer Koalition. Zeitenwende, aber in einer denkbar schlechten Konstellation.

Sabine Lehmann | Fr., 6. Februar 2026 - 00:10

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich habe keine Ahnung, lieber Herr Weiß. Wäre ich Jesus würde mir Gras aus der Tasche wachsen, ich wüsste warum Merkel 20 Jahre lang Kanzlerin war, wieso wir nur noch von Bekloppten & Bescheuerten reglementiert werden, und wieso die Scheibe Toast immer mit der Marmeladenseite nach unten auf dem Küchenboden landet;-);-)
Aber mal im Ernst: Die meisten Personalentscheidungen bei Parteien kann doch eh kein Mensch nachvollziehen. Die Gurkentruppen jedenfalls, die in den vergangenen Jahrzehnten in die erste Reihe gestellt wurden, waren für mich so, als hätte man aus dem Lagerraum eines im Insolvenzverfahren stehenden Kaufladens die unverkäufliche B-Ware mit starken Gebrauchsspuren wieder ausgegraben, mit Photoshop etwas ungelenk "aufgehübscht" u. versucht, sie an eine Horde Dumpfbacken zu verhökern, was dann schlussendlich auch noch geklappt hat. Da lobe ich mir die charmanten Italiener, die haben jetzt in der ersten Reihe wenigstens jemanden, die man für gut überall mit hinnehmen kann;-)

Heidemarie Heim | Fr., 6. Februar 2026 - 11:07

Antwort auf von Sabine Lehmann

Doch wie immer im Leben, ist man gerade von den Menschen, die einem lieb sind deshalb umso enttäuschter, sollten diese gemeinsame Prinzipien nicht nur schleifen wie Herr Marguiere formuliert, sondern regelrecht verraten und verkaufen. Auch wenn das nun meinerseits zu pathetisch rüberkommen sollte, aber selbst lange Jahre bei dieser Partei mein Votum abgebend trotz einer für mich immer etwas problematischen One-man-show-Attitüde a la Lindner, aufgrund dessen so unerbittlich reagiere. Und dies nicht nur bei der FDP, sondern bei allen Parteien, die solche in einer freiheitlichen Demokratie für mich persönlich völlig inakzeptablen Dinge wie z.B. Denunziationsportale nicht nur wissentlich installierten, wie die FDP mit abnickten sondern bis heute dulden! Dinge also, die nicht nur die Gründer dieser Parteien wie auch deren Nachfolger früherer Jahrzehnte heute wahrscheinlich unablässig in ihren Gräbern rotieren lassen. Ergo, Klappe zu, Affe tot was mich Ex-Liberal-Wahlschaf angeht;)! LG

Markus Michaelis | Do., 5. Februar 2026 - 17:27

Ein "SPD-Ansatz" für Politik ist Solidarität, Gerechtigkeit, Respekt. Das sind gute Werte, aber auch eine Leugnung von Politik, wenn das alles an "politischem" Konzept ist. Alle großen Dinge scheinen dabei für alle Menschen klar und gemeinsam zu sein, man muss es nur gemeinsam umsetzen gegen die Feinde der Gerechtigkeit. Es mag Zeiten geben, wo diese Aspekte zutreffend die dominierenden sind. Aus meiner Sicht leben wir nicht in solchen Zeiten, eher in gegensätzlichen. Unsere Gesellschaften sind heute offen, vielfältig, im Wandel und gesellschaftliche Fragen sind gerade nicht mit "Gerechtigkeit" beantwortet. Das Bekenntnis zu mehr Konfrontation zeigt da erstmal mehr Respekt dafür, dass andere Gruppen die Welt anders sehen - und man wohl politisch zusammen Entscheidungen treffen muss. Wenn da jeder nur von seiner Gerechtigkeit und seiner höheren Mission redet, wird es schwierig - und die Gesellschaft neigt dazu unrealistische Ziele anzugehen.

S. Kaiser | Do., 5. Februar 2026 - 18:42

... und ein Kubicki noch keine liberale Partei. Kubicki scheint ein streitbarer und echter liberaler Geist zu sein, der noch klar denken kann, aber was hilft es angesichts des Komplettversagens seiner Partei. Ich denke schon, dass ihn das schmerzt, sonst würde er nicht, wie er es gerade tut, durch die Lande ziehen, um potenzielle Wähler zu erreichen. Eitelkeit allein kann es nicht sein, denn es hat etwas von einer „Bitte-vergebt-uns“-Tour. Es wird seiner Partei nur nicht weiterhelfen. Zu groß war der Verrat. Die ist jetzt verdient da, wo sie ist.
Wer eine Stunde Zeit mitbringt, kann sich sein Gespräch mit Ulf Porschardt auf dem YT Kanal des Westend Verlages anschauen (Freiheit in der Defensive? | Ulf Poschardt & Wolfgang Kubicki) - gibt es auch als Podcast. Poschardt bringt darin stellvertretend für viele Wähler seine Enttäuschung über das liberale Versagen der FDP in der Ampel zum Ausdruck.

Theodor Lanck | Do., 5. Februar 2026 - 20:21

Der kritische Rückblick und kämpferische Ausblick sei Kubicki gegönnt. Allein, die FDP hat sich zu sehr unmöglich gemacht, als dass da noch etwas zu retten wäre. Ein Neustart des Liberalismus kann wohl nur durch eine Neugründung gelingen.

Viel spannender ist derzeit, wie lange es die CDU aushält, sich permanent zu verbiegen und zu verleugnen, nur um am Zipfel von linken Parteien an der Macht zu bleiben. Die Aushöhlung, die die FDP ereilte, ist dank Merkel ja auch in der CDU weit fortgeschritten und durch Merz nicht gestoppt, sondern beschleunigt worden. Von Meriten aus alter Zeit kann auch eine CDU nicht lange leben.