- „Wir leben in einer Zeit kollektiver Denkstörung“
Raphael M. Bonelli, Psychiater, Neurowissenschaftler und Autor aus Wien, untersucht in seinem neuen Buch „Kopflos“ die Denkstörungen moderner Gesellschaften. Im Gespräch erklärt er, warum Ideologien, Denkverbote und fehlende Selbstkritik rationales Denken zunehmend verdrängen.
„Das Interview“ ist die neue Bühne für Gespräche, die über das Tagesgeschehen hinaus Bestand haben. Nachdenklich, klug und intim widmet sich das Format den großen Fragen unserer Zeit – vom gesellschaftlichen Zeitgeist bis zu den ganz persönlichen Lebenswegen der Gesprächspartner. Zu Gast sind bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medienwelt, die Einblicke gewähren, die oft verborgen bleiben. Jeden Donnerstag erscheint „Das Interview“ auf Cicero Online.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Schon zu Ende? Schade! An so was könnte ich mich glatt gewöhnen liebe Frau Kilian.Auch gilt mein Dank Herrn Bonelli, dessen therapeutische Ansätze mir überaus hilfreich erscheinen, und die mit etwas guten Willen und dem Mut zur inneren wie äußeren Befreiung für Jeden erlernbar bzw. umsetzbar sein sollten. Ein Gedanke an das Haar in der Suppe kam mir, obwohl entspannt dennoch. Nämlich der, dass diejenigen, die von dieser Form der Eigentherapie am meisten profitierten oder Bedarf daran hätten, die Lektüre verweigern oder ablehnen, weil sie wie Suchterkrankte ihr Problem leugnen, und von ihren Co-Abhängigen in guter Absicht geschützt werden vor Wahrheit und notwendiger Erkenntnis.
Aber genug "küchenphilosophiert"! Das soll man Experten oder wie es scherzhaft heißt "Das Denken besser den Pferden überlassen;)"
MfG
PS: Sich selbst nicht so ernst und öfter auf die Schippe nehmen, Humor und Lachen würden die Therapie noch ergänzen!
Die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren nimmt stetig ab. Diese Unreife führt dazu, dass die meisten Menschen viel zu früh davon überzeugt sind, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Die daraus resultierenden ungeistigen Ergüsse muss man heutzutage hinnehmen und an sich abtropfen lassen. Genickschmerzen wegen dauerendem Kopfschütteln sind es nicht wert sich zu empören. Ich bin milde geworden.
Es wäre gut, wenn man die Großsprecher, die "die Weisheit mit Löffeln gefressen" zu haben meinen, einfach ignorieren könnte- Leider funktioniert das nicht, weil gerade diese oft an Schlüsselpositionen sitzen, die ihnen die Macht verleihen, ihre kruden Ideen in die Realität umzusetzen und Anderen aufzuzwingen.
können Sie bitte unsere Regierung in Therapie nehmen?
Danke für dieses sehr gutes Interview.
Leider folgen viele Menschen heute lieber dem Kollektiv und laufen dem Mainstream nach.
Man will nicht sehen was ist, sondern das, was man sehen will.
Da ich tief und fest an Gott glaube, ist die Wahrheit, auch wenn sie nicht immer schön sein mag, von großer Bedeutung für mich.
Viel Freude und Lachen und eine Familie, die zusammenhält, erleichtern das Leben ebenfalls.
Bonellis Buch 'Tabu' war Augen und Hirn öffnend. Da sprach einer aus, was man selbst fühlte, aber nicht so klar benennen konnte. Das neue Buch 'Kopflos' ist schon bestellt. Die klaren Schilderungen sind so erfrischend wie eine Oase mit frischem, köstlichen Wasser in der Wüste. Wir leben in einer politischen Wahnwelt. Und brauchen diese Gedanken, um selbst gesund zu bleiben.
teile ich vollkommen. Nur mit dem Unterschied, dass es beim Klang derselben wohl allen Menschen an Bord klar war, dass das Schiff untergehen würde. Das ist bezogen auf heute nicht der Fall. Wenn man beispielsweise den letzten Wahlsonntag betrachtet, dann wäre das, auf die Titanic bezogen, so, dass der größte Teil noch beim Abendessen sitzt, sich zwar ob der Schräglage ziemlich arg an den Tischen festkrallen muss, aber munter wohlgelaunt vom Amerika-Aufenthalt plaudert und Pläne macht
Weiterhin, nun allgemein gesprochen, haben viele erkannt, dass die Endmusik spielt, aber wiederum viele davon machen das, was Herr Bonelli so treffend beschreibt: verdrängen und verleugnen. Die kollektive Denkstörung frisst quasi ihre Kinder, weil diese aufgrund jener erst dann zu kapieren gezwungen werden, wenn es zu spät ist.
Man muss es hinnehmen und hoffen, dass Bonellis Prognose zutrifft, in seiner Nische bleiben, leben und weiterkämpfen. Und ja, Liebe Frau Heim, den Humor nicht verlieren.
Im sehr lesenswerten Interview wird die "westliche " Geisteshaltung sehr genau beschrieben. Nur: die betrifft lediglich rund 1 Milliarde Menschen. Die "restlichen" Milliarden schütteln weit überwiegend darüber den Kopf.
"Über sich hinausdenken" im Sinne von Victor E. Frankl bedeutet Verantwortung für Familie/Gemeinschaft, für die nachfolgende Generation zu übernehmen. Und dabei sind uns diese "restlichen Milliarden " weit voraus.
interessanten Einsichten.
Nur kleine Randbemerkungen.
Die Urteilskraft liegt meiner Erinnerung nach bei Kant im Bereich des Verstandes, der aber über sich hinausweist auf die Vernunft, die sich als theoretische(Ideen) und praktische(Ethik /Moral) ausweist?
Die Sophia, entnehme ich einem Link bei Qwant gibt es schon im AT?
Sie bildet dort sozusagen die "mütterliche" Seite Gottes?
Für den Fall, dass sich Frau Merkels Anrufung darauf bezieht, könnte es immerhin sein, dass diese Ableitung in unserem Kulturkreis nicht so bekannt ist?
Nichts spricht dagegen, sie bekannter zu machen und gerne durch Frau Merkel selbst.
Ich würde auf Nietzsches Weisheitslehre zurückgreifen wollen, der evtl. das Leben als heilige Sophia begreift, vor allem den "generativen" Aspekt betont, allerdings die Weisheit eher nach der Athene ausrichtet und doch schon über diese hinausgehend als Göttin, die dem Leben eingeboren ist.
Darin die Immanenz der Transzendenz et vice versa verbürgt und Ewigkeit.
Nur überlegt...?
Philosophie hinaus in Richtung "Theelogie", wie ich schon mal schreibe.
Ich heisse nun mal nicht Dorothea und lege Wert darauf.
In dem Zusammenhang wäre es nun wirklich spannend, auf die Sopia im Alten Testament zu rekurrieren.
Ich habe das nicht selbst recherchiert, sondern einem eher "esoterisch angehauchten" Text entnommen als Link bei Qwant.
Das Weibliche könnte gewissermassen immer schon dagewesen sein, in allen Religionen und spirituellen Richtungen?
Ich tippe auch auf Yin und Yang in der chinesischen Philosophie.
Es wird Zeit, die Schätze zu heben.
In dem Zusammenhang frage ich wieder nach der evtl. Gefährtin Christi, nach Maria Magdalena.
Christus wurde gekreuzigt, gibt es dennoch Nachkommen?
Unabhängig davon sieht man an Christus und vielen mehr, dass Ideen ein langes Leben haben und immer wieder aufgegriffen werden, "ideelles Generativ".
So Heidegger in "Identität und Differenz" als Andeutung von deren "Generativität" als Identität der Differenz und Differenz der Identität?
Im Zuge der Quantenphysik und der Dimensionen des Lebendigen, würde ich nicht so sehr auf die mit dem Auge sichtbare Reproduktion des Lebens gehen, bzw. in einem größeren Zusammenhang darauf schauen.
Dann sind auch Ähnlichkeiten interessant und vor allem lässt sich m.E. daraus keine hermetisch abgeschlossene Menschen/Lebensgruppe ableiten.
Moderne "Märchen", wie z.B. auch die Zeichentrickserie "In einem Land vor unserer Zeit" oder aber ein Satz aus Jurassic Park verdeutlichen dies, "Das Leben findet seinen Weg".
Öffnen sich da nicht gewaltige Räume für das Denken, vor allem aber für das Leben?
Ich hatte in Bezug auf die Migration von allseits akzeptiertem Procedere gesprochen und ganz vergessen, dass ein solches, federführend von Frau Merkel doch wohl bei der UNO unterzeichnet wurde?
Da die SPD ebenfalls daran beteiligt war, hoffe ich, dass es sich um eine lebendige Vereinbarung handelt und spreche mich gegen jede Form von Rigidität oder Einseitigkeiten aus.
Gut Ding will Weile haben..
