- „Das Märchen von der faulen Schülergeneration“
Bob Blume ist Lehrer, Podcaster und einer der bekanntesten deutschen Bildungsinfluencer. Im Interview spricht er über überforderte Schulen, psychisch belastete Jugendliche und die Frage, warum Lernen für viele seinen Sinn verloren hat.
„Das Interview“ ist die neue Bühne für Gespräche, die über das Tagesgeschehen hinaus Bestand haben. Nachdenklich, klug und intim widmet sich das Format den großen Fragen unserer Zeit – vom gesellschaftlichen Zeitgeist bis zu den ganz persönlichen Lebenswegen der Gesprächspartner. Zu Gast sind bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Medienwelt, die Einblicke gewähren, die oft verborgen bleiben. Jeden Donnerstag erscheint „Das Interview“ auf Cicero Online.
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Blumes Interview zeigt, dass das Land bzw. das Bildungswesen inzwischen komplett überfordert ist. Nach 11 Jahren rollt nun der Tsunami auf uns zu. Nicht nur die Bildung ist betroffen, sondern einfach alles, was das Land einmal groß gemacht hat. Wir sehen nun immer mehr das Ergebnis eines findig ausgedachten und ideologisch motivierten Zerstörungsprogrammes. Wenn man realistisch denkt, ist das irreversibel, weil schon viel zu weit fortgeschritten. Auch die sinkende Zahl der Lehrer hat damit zu tun. Wer will sich diesem Wahnsinn an den Schulen noch aussetzen? Zudem kommen von den Schulen nicht unbedingt die begabtesten Kandidaten auf die Unis. Seit Jahren haben kompetente Leute immer wieder Reformen angemahnt und vor links-ideologischen Experimenten abgeraten. Nichts ist passiert. Nun sind wir so weit, dass ohne eine großflächige Operation mit dem Skalpell keine Heilung zu erwarten ist. Außerdem fehlt es an Geld. Bei ständiger Einwanderung fressen die Sozialkassen alles auf.
Herr Blume ist leider Teil des Problems und nicht der Lösung.
Pädagogik, wie er sie propagiert hat diese Land genau dahin geführt, wo es jetzt steht.
Aber ok - aus der warmen und gut gepolsterten Perspektive eine Oberstudienrates würde ich mich vielleicht auch in Utopien ergehen, deren Folgen ich dann - im Ruhestand und wohlversorgt - milde belächeln würde.
Das Interview zeigt sehr anschaulich, wie die deutsche Bildungsmisere von innen aussieht.
... Sie machen sich´s ja m.E. recht einfach. WAS an Herrn Blumes Pädagogikbeispielen - in Verbindung mit den Erfahrungen, die er damit bei den Schülern gemacht hat - ist denn Ihres Erachtens "Teil des Problems"? Da würde ich gerne was dazulernen.
Und was für eine Pädagogik schlagen dann SIE vor? Auch das würde ich gerne wissen. Ansonsten kann ich so wie von Ihnen geschrieben mit Ihrer Kritik nix anfangen und finde sie nur reichlich platt, sorry.
Allein dieser Satz: "Dann müssen Universitäten möglicherweise die Konsequenz ziehen und sich überlegen, was das für eine Eingliederung bedeutet, wie man Studierfähigkeit herstellen kann. " Das, was die Schulen leisten sollen, wird jetzt an die Universitäten ausgelagert. Immer schön bequem. So geht das weiter bis ins Arbeitsleben. Man versucht zu motivieren, aber letztendlich muss Leistung bewertet werden. Und nur, weil wir in Deutschland föderale Bildungssysteme mit signifikant unterschiedlichen Leistungspotentialen (Herr Müller und Herr Meier) haben, bedeutet das nicht, dass Zensuren obsolet sind. Vielleicht wäre ein zentrales Bildungssystem und landesweit einheitliche Bildungspläne ein besserer Vorschlag.
Warum „Teil des Problems“?
Herr Blume beschreibt reale strukturelle Defizite, aber seine konkrete Pädagogik trägt aus meiner Sicht zur Entwertung von Leistung bei. Wenn „nach 15 Beiträgen alle eine Eins“ haben, verliert die Note ihren Symbolcharakter als Auszeichnung besonderer Leistung und wird zum bloßen Teilnahmebonus. In einem System, in dem Noten Zugangs- und Auswahlfunktion haben, ist das nicht harmlos. Zugleich verschiebt er Verantwortung fast ausschließlich auf Strukturen, während die Mitverantwortung von Schülern, Eltern und Lehrern für sinkende Anforderungen kaum vorkommt.
Welche Pädagogik schlage ich vor?
Eine Pädagogik der „Strenge und Wärme“: hohe, ehrliche Leistungsanforderungen, klare Konsequenzen und verlässliche Noten, verbunden mit persönlicher Zuwendung. Keine Wellness-Schule, sondern ein Ort, an dem man auch das Aushalten von Pflicht, Frustration und Scheitern lernt.
Die Wahrheit ist, dass viele Eltern heute selbst schon nicht begriffen haben, was echte Bildung eigentlich ist, und Bildung als eine Art Berufsausbildung ansehen. Auch Politiker haben seit Mitte der 1990er angefangen, bei Bildung immer an Berufsausbildung zu denken.
Dahinter steckt die "Cleverness" der klüglichen Menschen, von denen wir heute so viele haben, und die mit unseren Politikern genau die Politiker bekommen haben, die sie verdient haben.
Bildung ist umfassende Allgemeinbildung, ist Menschenbildung. Dazu gehören vor allem Latein, Literatur und Kunst dazu. Nicht nur Mathe und Computer.
Und was diese "cleveren" Leute auch nicht begriffen haben: Dass höhere Bildung nicht automatisch "links" ist. Denn so denken heute viele. Deshalb auch der Gedanke "College is a scam".
Dass echte Bildung in Wahrheit eher "rechts" ist, begreifen diese Leute nicht. Darunter sind viele glückliche AfD-Wähler, die nicht sehen, was an Höcke ein Problem sein könnte.
Clever ist nicht klug.
schon immer Mathematik Crashkurse an Universitäten, um die Lücke zwischen dem Wissen, welches Studienanfänger aus der Schule mitbringen und dem Wissen, was zu BEGINN eines MINT Studiums benötigt wird, zu “füllen”. Was der zitierte Professor meint ist, dass die immer größer werdende Lücke mittlerweile nicht mehr mit vertretbarem Aufwand gefüllt werden kann, bei einem wachsenden Teil der Studienanfänger. Viele Professorenkollegen kennen aus eigener Erfahrung im Grundstudium diesen Sachverhalt. Dass den Herrn “Influencer” das “wahnsinnig” macht, kann nur sachfremde Gründe haben.
Jeder Bildungspolitiker stützt sich auf Wissenschaftler aus den EW.
Daher hängt das konkrete Elend an den deutschen Schulen in erster Linie von der realen Qualität und Kompetenz der deutschen EW ab.
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Der "Bildungsinfluencer" Blume gehört zur großen Gruppe der Geistes- und Sozialwissenschaftler, die sich in den EW tummeln.
Ist er aber allein deshalb auch tatsächlich für die EW geeignet?
Kann er über reale Kinder und ihre Erziehung besser als andere reden, wenn er sie nur aus der Schule kennt (und nicht aus dem Erziehungsalltag der eigenen Familie)?
Große Medienaffinität und wohlfeile Rhetorik ersetzen nicht die eigene Erfahrung.
Die Aufführung von Romeo und Julia mit Achtklässlern war für Schüler zweifellos eine gute und tolle Einzelerfahrung - aber können ihre fachlichen Probleme im späteren Berufsleben dadurch gelöst werden?
Für Blume scheint überhaupt die Ausbildung für reale Berufe, für die Technik sowie für die Mathematik und die anderen MINT-Fächer völlig fremd zu sein.
