- Cicero Podcast Gesellschaft: „Der Gott, den ich meine, ist die Wahrheit“
Lässt sich die Existenz Gottes argumentativ beweisen? Nein, sagt die Aufklärung. Doch, sagt Sebastian Ostritsch im Cicero-Podcast. Dass der Philosoph von der katholischen Hochschule für Philosophie gecancelt wurde, hatte aber andere Gründe.
Kann man die Existenz Gottes mithilfe der Vernunft beweisen? Also mithilfe von logischen Überlegungen? Nein, kann man nicht, sagte der große Aufklärungsphilosoph Immanuel Kant. Nein, kann man nicht, sagen bis heute auch diejenigen, die sich in ihrer Antwort auf Kant und die Aufklärung berufen. Aber ist das Thema damit wirklich ausdiskutiert? Oder gibt es bei den sogenannten „Gottesbeweisen“ vielleicht doch noch Diskussionsbedarf?
Sebastian Ostritsch, Jahrgang 1983, ist katholischer Philosoph, Publizist und Privatdozent. In seinem neuen Buch „Serpentinen – Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung“ beschäftigt sich Ostritsch, wie der Titel schon sagt, mit den Gottesbeweisen des Thomas von Aquin, der im 13. Jahrhundert lebte – und bis heute als einer der einflussreichsten Theologen der westlichen Zivilisation gilt. Unter anderem, weil er Aristoteles’ Philosophie und die christliche Theologie zusammenführte.
Die fünf Wege des Thomas von Aquin
In Thomas’ einflussreichster Schrift, der „Summa Theologica“, definiert der Theologe „fünf Wege“, wie sich allein mithilfe der Vernunft die Existenz eines Gottes beweisen lässt. Die Grundidee lautet, vereinfacht ausgedrückt, dass alles, was uns umgibt, eine Ursache haben muss. Und diese Ursache sei Gott, argumentiert Thomas.
Über „Gottesbeweise“ im Allgemeinen und Thomas’ Argumente im Konkreten hat Ben Krischke mit Sebastian Ostritsch gesprochen. Und über eine gewisse Aufregung, die es jüngst um seine Person gegeben hat: Nach Protestaufrufen von woken Studenten knickte die katholische Hochschule für Philosophie in München ein – und lud Ostritsch, der einen Vortrag über sein Buch halten sollte, wieder aus. Die Frage drängt sich auf: Ist es jetzt selbst in der Philosophie nicht mehr möglich, Kontroversen auszuhalten?
Das Gespräch wurde am 2. Januar 2026 aufgezeichnet.
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"Die Philosophe" die konträre Meinungen nicht mehr aushält, Herr Krischke . Es sind -mit Verlaub- akademisch tuende Rotznasen, die dank der Feigheit der Leitung inzwischen auch an einer solchen Hochschule der Leitung ihren Willen bekommen. Es ist dasselbe Pack, das z.B. mit der Androhung von Krawall Bodenseeschiffahrtsgesellschaften dazu bringt, Betriebsausflüge von hochanständigen aber der roten Kamarilla weltanschaulich mißliebigen Belegschaften abzusagen. Es sind Triebe vom selben faulen Holz, das Ministerpräsidenten hervorbringt, die ihre eigenen Diktatur-Phantasien auf den politischen Gegner projizieren und sich ihrer Sache inzwischen so sicher sind, daß sie alle Vorsicht vergessen. Zum Glück hoffentlich noch rechtzeitig, um genug Bürgern einen ausreichend gehörigen Schrecken einzujagen.
Hätten Sie die wutbürgerliche Fäkaliensprache aus Ihrem Kommentar genommen, wäre es ein wertvoller Kommentar geworden.
Ich dachte, die Sache wäre schon seit Jahrzehnten auserzählt, nachdem Hume, Kant, Russell, Mackie und andere jede Variante eines "Gottesbeweises" (ob empirisch oder logisch) eindeutig widerlegt und damit Religion auf "Glauben, auch wenn es absurd ist" reduziert haben. Aber nun ja, manches muss man eben immer wieder erneut debattieren, schadet auch nix.
Podcasts haben den prinzipiellen Nachteil, dass sie zeitraubender sind als geschriebene Texte. Und dass sie - wie dieser hier ganz exemplarisch zeigt - alle ähs und ohs und Denkpausen enthalten.
Rein inhaltlich bin ich froh, dass ich mir das hier besprochene Buch nicht gekauft habe.
Es ist längst ausgelutscht, dass der Drang des Menschen, immer und überall nach Ursachen für Wirkungen zu suchen, ein Überlebensinstinkt des Raubtierwesens Mensch und eine Zwanghaftigkeit seines Gehirns ist.
Gott als Schöpfer der Schöpfung zu erfinden und dann das Denkverbot für einen Schöpfer des Schöpfers des Schöpfers usw. zu verhängen führt für die Beantwortung der Frage nach dem Ursprung der Welt überhaupt nicht weiter. Warum soll es klüger sein, die Frage nach der Herkunft Gottes zu verbieten als gleich die Frage nach der Herkunft des Universums?
Kann "Gott" einen Stein schaffen, den sogar ER nicht heben kann?
Sollte man Täuflingen den Weg ins Paradies garantieren, indem man sie tötet?
hat eine fünfbändige Trilogie geschrieben, in der er sich mit der "Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Restes" auseinandersetzt und beschreibt, wie eine uralte Rasse von superintelligenten Bewohnern eines superreichen Planeten, die alle zivilisatorischen Ziele von Frieden, Wohlstand und Gesundheit für Alle erreicht hatte, sich einen Supercomputer baut von solcher Größe, dass er keinen Platz auf dem Planeten fand und ihn als Mond umkreiste. Den nannten sie "Deep Thought". Nach dem Einschalten wusste Deep Thought bereits, wozu er da war und welche Frage er beantworten sollte und erklärte dem verblüfften Publikum, dass er für die Beantwortung dieser Frage zwei Millionen Jahre Rechenzeit benötige. Als er dann den Nachfahren seiner Erbauer endlich antwortete, sagte er "42". Er habe das mehrfach nachgerechnet und sei sicher, dass "42" die richtige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Restes sei.
Im Vorwort des Bandes von Douglas Adams über das Leben, das Universums und den ganzen Restes steht auf Seite 1: "Es gibt eine Theorie, dass im selben Augenblick, in dem irgendjemand im Universum die Antwort findet auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Restes, das gesamte Universum sofort verschwindet und durch etwas anderes, noch viel unbegreiflicheres und bizarreres, ersetzt werden wird."
Auf Seite 2 steht: "Nach einer anderen Theorie ist das bereits geschehen."
