Rauhnacht in Salzburg
Zeit des kosmischen Chaos und der Anarchie: Rauhnacht in Salzburg / picture alliance / Franz Neumayr / picturedesk.com | -

Bündelstag und Rauhnächte - Die große Disruption

Am 27. Dezember bekamen Dienstboten in früheren Zeiten ihr Jahresgehalt – und häufig die Kündigung gleich dazu. Und im Volksaberglauben erreichen die Rauhnächte ihren Höhepunkt. Eine Zeit kosmischer Disruption. Die Symbolik dieser Tage ist seltsam aktuell.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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Der dritte Teil von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist mit dem Hinweis versehen: „Am dritten Weihnachtsfeiertage“. Also heute. Dritter Weihnachtsfeiertag? Gibt es den denn überhaupt? Oder hat Bach falsch gezählt?

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Stefan | Sa., 27. Dezember 2025 - 12:09

Zitat:
"Unsere Gesellschaft ist aus ihrer alten Anstellung entlassen und bricht mit schmalem Salär in die ungewisse Zukunft auf."
Einen guten Neustart verhindern meiner Meinung nach das EU Parlament unter der Führung von Ursula von der Leyen, der Kanzler Friedrich Merz und die Predigten des Herren Steinmeier.
Es wird unter der Leitung dieser drei Personen wahrscheinlich alles was diesen unseren Sozialstaat ausgemacht hat zusammenbrechen, die Zeichen stehen auf Sturm und Cassandra ruft zudem lauter als je zuvor.
Na wenn das nicht nach einem Alarm klingt, dann weiß ich auch keinen Rat mehr, dann muß halt kommen, was kommen muß.
Nur braucht keiner später zu sagen:
"Das war mir nicht so bewusst."

Karl-Heinz Weiß | Sa., 27. Dezember 2025 - 13:16

Für einen Teil der Bundesbürger gab es schon einmal Rauhnächte: nach dem Abklingen der Euphorie des 9.November 1989. Vielleicht haben diese nun einen Startvorteil. Gegen „blühende Landschaften", unkontrollierbare Grenzen und "Energiewende zum Preis einer Kugel Eis" hatten sie frühzeitig Aversionen entwickelt. Rest-Deutschland ließ sich aber jahrelang von einer Politikerin einschläfern, die trotz ihrer DDR-Sozialisation für solche (naheliegenden) Gedanken keinerlei Gespür entwickelte.

Jens Böhme | Sa., 27. Dezember 2025 - 13:56

Die ursprüngliche Weihnachtszeit endete am 2.Februar, zu Mariä Lichtmess.

Armin Latell | Sa., 27. Dezember 2025 - 20:13

'diese Transformation'...Welche Transformation, Herr Grau? Ist sie ein naturgegebenes Ereignis? Nein, sondern von weitgehend unbekannten Mächten, zu deren eigenem Vorteil subtil und auf lange Zeit angelegt, in die Wege geleitet. Der Damm ist nicht brüchig geworden, sondern er wurde sturmreif geschossen. Lange Jahre wurde er nicht repariert, jetzt allerdings hat sich ein starker Architekt der Mauer angenommen und stopft zunächst sukzessive die größten Löcher. Vllt.
kommen wir nach dem Ende der Rauhnächte, wann auch immer das sein wird, wieder, wenigstens mental, in vertraute Zustände zurück. Ich hoffe es, denn sonst bleibt nur noch verrückt zu werden.

Angelika Sehnert | So., 28. Dezember 2025 - 10:29

Artikel wie diese sind so wohltuend! Einfach einen Schritt zurücktreten, den Blick weiten und versuchen, gelassen zu sein. Die menschliche Existenz ist seit jeher Veränderungen, oft genug disruptiver Art, ausgesetzt, sie sind der Motor der Geschichte. Funktionierende, bewegliche Gemeinwesen haben Veränderungen angenommen und sich dadurch weiterentwickelt, dysfunktionale, erstarrte sind untergangen. Das ist die Lehre aus der Geschichte.
Wirklich wahrgenommen werden Ausmaß und Konsequenzen der Veränderung in der deutschen und europäischen Politik jedoch noch nicht. Man versucht es immer noch mit den alten Rezepten, während andere Gesellschaften da draußen in der Welt viel mutiger und entschlossener handeln.
Das Zeitfenster schließt sich, bald sind die Rauhnächte vorbei und die Welt hat sich neu sortiert. Irgendwie wird es auch hier weitergehen, es ist nur die Frage wie. Hoffen wir das Beste!