Frohnmaier Palmer
Markus Frohnmaier und Boris Palmer in Tübingen / picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Thomas Dinges

Boris Palmer diskutiert mit Markus Frohnmaier - In einer Demokratie hat nicht recht, wer am lautesten brüllt

Die Diskussionsveranstaltung zwischen Boris Palmer und AfD-Landeschef Markus Frohnmaier war kein Höhepunkt deutscher Streitkultur. Ein wichtiges Signal geht von ihr trotzdem aus: Demokratie bedeutet Dialog. Daran ändern auch brüllende „Antifaschisten“ nichts.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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Wie es um die Diskursfähigkeit eines Menschen bestellt ist, erkennt man daran, ob er oder sie fähig ist, andere Meinungen auszuhalten und dem politischen Opponenten höflich und respektvoll zu begegnen. Man könnte auch von Demokratiefähigkeit sprechen, weil innerhalb der Demokratie der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ (Habermas) zu gelten hat – und nicht, wer am lautesten brüllt und am respektlosesten auftritt. Politik ist schließlich kein Affenzirkus. Also meistens.

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Urban Will | Sa., 6. September 2025 - 15:48

welchen Zitaten anderer AfD-Mitglieder zu konfrontieren, wertet ihn nicht gerade auf. Er war ein Grüner und Frohnmaier hätte auf gleichem Niveau dagegen halten können. Es sind Grüne gewesen, die schäbige Selfies auf einer „Anit-Rechts“-Demo als Folge eines bestialischen Mordes an einem Kind seitens eines – von Grün noch immer quasi uneingeschränkt gewollten – Migranten machten. Dass die AfD die Zuwanderung von Menschen, die sich integrieren und arbeiten wollen, positiv sieht, sollte mittlerweile bekannt sein.
Und Antisemitismus kommt mittlerweile deutlich stärker von Seiten des linksgrünen und migrantischen Milieus.
Aber nun denn. Palmer hat sich was getraut und – wohl ungewollt, aber dennoch – die linken Brüllaffen vorgeführt als das, was sie sind: undemokraitsche Idioten. Und wohl mehrheitlich Unterstützer der Partei, der er einst auch angehörte.
Über den „Sieger“ dieses Duells braucht man wohl nicht nachzulesen, der stand von Seiten der Mainstream-Presse ja schon vorher fest.

insofern gebührt Palmer die Ehre hier einen ersten (eigentlich stink normalen...) Schritt in die richtige Richtung gegangen zu sein - 'Sieger' hin oder her...

Die unsägliche und undemokratisch-kindliche Ausgrenzungspolitik der Etablierten (Kartell-) Parteien - einschließlich der Union! - SPALTET DAS LAND in einer schwierigen Zeit..., verhärtet die extremen Ränder und ist zudem völlig kontraproduktiv in der Sache... (was mich persönlich tatsächlich weniger stört, letzteres... 😉)

Die Brandmauer MUSS weg! Und wird auch sowieso fallen, früher oder später..., das ist offensichtlich, wer logisch denken kann.

So klang mal ein Schlager in den Sechzigern. Und das war auch der Hauptsinn bei der "Diskussion" zw. Palmer und Frohnmaier. Beiden wollten "Ein Gespräch" in der Offentlichkeit. Palmer glaubte sowas wiedermal und Frohnmaier überhaupt nötig zu haben. Dass dabei linke Chaoten und Idioten die Begleitmusik liefern würden, ist seit Weidels Sommerinterview klar. Freilich, die Linken und die grünen Chaoten sind vorgeführt worden, doch das ist denen egal, die lieben wie die Fliegen den Dreck. Ausgegeben und initiiert von den Zündlern in den Parteizentralen von SPD und den Grünen sowie von den linksgrün infiltrierten Sendeanstalten ARD und ZDF hat sich mittlerweise ein politisches Zerrbild in der Öffentlichkeit breitgemacht, dass Deutschland in der Welt endgültig zum Narren macht. Begreifen das die gutbezahlten Medienaffen nicht? Ist das der Preis?? Substanziell und inhaltlich hat diese Showdiskussion natürlich nichts gebracht. Sollte sie wohl auch nicht. Denn die Hauptsache ist der Effekt...

Christa Wallau | Sa., 6. September 2025 - 16:05

in Deutschland nicht erst ihr Spiel, seit es die AfD gibt. Sie durften sich bereits über viele Jahrzehnte weitgehend straflos austoben auf unseren Straßen u. Plätzen. Niemand hat ihnen wirklich Einhalt geboten, wenn sie Gewalt gegen Sachen u. auch Menschen ausübten.
"Links" hatte Narrenfreiheit!
Daß ausgerechnet diese Leute in unserem Land die Demokratie verteidigen, kann doch kein vernünftiger Mensch ernsthaft glauben.
Nein, es geht um nackte Gewalt, die da ausgeübt wird, um jeden politischen Gegner fertig zu machen. Dies erinnert an die SA im "Dritten Reich", die allerdings disziplinierter auftrat als die Antifa bei ihren Gewaltaktionen.

Palmer hat jetzt wenigstens einmal das Tabu gebrochen, daß man mit einem AfD-ler auf keinen Fall reden d a r f - immerhin ein kleiner Fortschritt, der einen Funken an Zuversicht entzündet.
Wollen wir also hoffen, daß in absehbarer Zeit die AfD solche Zuwächse an Stimmen zu verzeichnen hat, daß an ihrer (Mit-)Regierung kein Weg mehr vorbei führt.

Stefan | Sa., 6. September 2025 - 16:12

Palmers direkter Faktencheck wirkte zumindest auf mich lächerlich.
Brüller von den unbelehrbaren der Antifa und ein Moderator der sich weltmännisch gab und wirkte, als ob er das Rededuell per Klingglöckchen steuern könne.
Es war ein Versuch zum Konsens, wo eine Vielzahl von Palmers Aussagen offensichtlich von Frohnmeier widerlegt wurden.
Auch ohne Tablet war Frohnmeier argumentativ klar vorne.
Das wichtige wurde gesagt und Palmers Strategie des verbalen stellens des AfD Mannes Frohnmeier verlief für ihn meines Erachtens nicht sehr erfolgreich.
Die Störer des ganzen Unterfangens haben außerdem einmal mehr gezeigt, daß ihnen nichts daran liegt den Frieden zu bewahren.
Das Gegenteil ist der Fall und wie der Moderator zu Anfang bemerkte, die Weimarer Republik ging mit Saalschlachten und Morden zwischen links und rechts zuende.
Lange wird's dazu nicht mehr brauchen, denn die Antifa legts offenbar genau darauf an.
Dann haben wir sie wieder, die alten Verhältnisse der Weimarer Republik.

deren Ende wird in der letzten Zeit, also eigentlich schon länger, spätestens seit dem Einzug der AfD 2021 in den Bundestag, über alle Maßen und oft auch zu pauschal einseitig bemüht um ein dunkles Monster an die Wand zu malen (heutzutag: projizieren), letztendlich um den potentiellen AfD-Wähler:innen ANGST 😱 vor dieser Partei einzujagen... ... - je mehr um so besser.

Wer sich mit den gesamtgesellschaftlichen und auch den historischen Umständen und Vorgängen in der Weimarer Republik etwas tiefer befasst wird feststellen (müssen), dass die Umstände heute doch andere sind. Sogar hidtorische ÖRR-Dokus kommen zu diesem Schluss.

Aber 'die Angst vor der Weimarer Republick' ist halt für gewisse Kreise seeehr nützlich - um die AfD 'totschlag-zu-diffamieren' - eindeutig.

Grüße aus Weimar... 😉

PS: Was allerdings eine deutliche Parallele zur Weimarer Republik ist, ist der rasch voranschreitende VERTRAUENSVERLUST der breiten Masse in die Regierungsparteien - und zwar in ALLE! Tja... ...

Markus Michaelis | Sa., 6. September 2025 - 16:23

Brüllen ist nicht der Punkt, es ist die Werteorientierung. Sieht man die AfD universelle Werte verletzen (identisch mit GG?), kann man auch mal Brüllen. Nur wenn man fragt, was denn die Verletzungen seien, wird von einer ethnisch-kulturellen Ausrichtung der AfD erzählt. Da kann man politisch sehr dagegen sein, gerne, aber wenn das der Grund sein soll zu Brüllen, ist nicht das Brüllen das Problem, sondern das Verständnis unserer Gesellschaft, des GG, der Werte. Aber damit bin ich wohl eine winzige Minderheit.

Mich würde die Einstellung zum GG von allen interessieren: ist das GG identisch mit universellen Werten (welche Bedeutung hat der Institutionenteil)? Wenn ja, dürfen andere da mitreden? Wenn man es so auffasst, haben Menschen dem GG dann einfach zu folgen? Punkt. Man darf das nur gut finden, der Mensch ist nur ausführend dazu? Wenn man es nicht so sieht, was sind dann die Grundlagen unserer universellen Gesellschaft? Wer darf darüber reden, welche Themen dürfen angesprochen werden?

G. Fischer | Sa., 6. September 2025 - 16:47

Wenn man eine Diskussionsrunde mit der AfD zu aktuellen Themen organisiert, um dort den Kandidaten auf Grund von Äußerungen anderer einzelner AfD-Mitglieder erstmal in der berühmt berüchtigten rechten Ecke festzunageln, ist die Diskussionsrunde von vornherein sinnlos. Das wäre so, als ob ich jedes FDP-Mitglied mit den Äußerungen von Frau Strack-Zimmermann konfrontiere und von ihm dazu eine Rechtfertigung verlange.
Einfach die Mitarbeit der gewählten AfD-Vertreter in den Verwaltungen, Landes- bzw. Bundesregierungen ohne Einschränkung zulassen, mehr soll braucht es in der Demokratie nicht. Die Wähler sind in der Lage, die Arbeitsergebnisse zu bewerten.

Christoph Kuhlmann | Sa., 6. September 2025 - 16:54

Mit dumpfem Rassismus ist genauso wenig zu spaßen, wie mit Zensur und Rufmord. Ich sehe da in der moralischen Bewertung keinen Unterschied. Es sind in jedem Fall schwere Vorwürfe, die belegt werden müssen.

Stefan | Sa., 6. September 2025 - 17:13

Zusammenfassend geht es den Antifa-Störern nicht um Inhalte, sondern um die Verhinderung jeglicher Annäherung, die die AfD salonfähig machen könnte. Das Ereignis hat bundesweit polarisiert und zeigt, wie tief die Gräben in der deutschen Politik sind.
Trotzdem wird meines Erachtens die AfD dadurch gestärkt, je mehr Krawall die Antifa veranstaltet.

Klaus Funke | Sa., 6. September 2025 - 17:45

Aber wer verdammt hört noch zu?? Das ist doch die Frage. Und leider brüllen die Linksgrünen und Ihre Anhänger derzeit am lautesten, sie brüllen laut, weil sie am wenigstens zu sagen haben. Und die linksgrün parteigesteuerten Medien schalten dazu ihre Verstärker ein. Siehe das Sommerinterview von Frau Weidel in Berlin. Das war das lautstärkste Beispiel für den derzeitigen Ungeist. Es wird einem kotzübel in dieser heruntergekommenen Republik. Doch wer fühlt sich hier in dieser Saupfütze am wohlsten?? Na wer?? Bitte in die Kommentare schreiben...

Ih | Sa., 6. September 2025 - 17:46

Mich interessiert, ob und mit wieviel Steuergeldern die Störaktionen organisiert waren. Wäre doch einen Folgeartikel wert, oder nicht?

Thomas Veit | Sa., 6. September 2025 - 20:04

jeden Tag ein kleines Stück mehr... ... - und das MUSS sie ja auch, denn sonst ist/wäre die Demokratie in diesem Lande wirklich 'am Popo'. Es gibt im Grunde so-wie-so keine Alternative zum Abriss - ausser der Alternative natürlich, blau.

Wie die Akteur:innen von "unsere Demokratie" wirklich glauben können, dass sie mit einem starren dummen politischen Bauwerk auf Dauer 'gewinnen' könnten, wenn der Souverän es nicht will, das bleibt mir ein wahrhaftes Rätsel..., seit der Ampel - der Realität gewordenen Realitätsverweigerung...

Ich meine: 25% AfD im ZDF-Politbarometer..., dazu Slomkas verkniffenes Gesicht, man/Zuschauer spürt geradezu wie sie leidet... (cry me a river!), als sie diese Zahl verkünden muss... - kommt da keine mal auf den Gedanken, sie habe eventuell vielleicht möglicherweise auch einen gewissen Anteil daran haben... ...?? 🤔 Was ja wohl offensichtlich ist, wer überhaupt irgendwie denken kann..., und da rede ich nicht von 'KLAR Denken ', das wäre noch ganz was anderes...!?

Thomas Veit | Sa., 6. September 2025 - 20:15

und der Antifa, beide mittlerweile im festen ideologischen Schulterschluss gegen eine demokratisch gewählte Partei, die ihnen nicht passt, deren Verfassungsgfeindlichkeit sie aber de facto nicht im Stande sind glaubhaft nachzuweisen..., das macht mir wirklich Angst.

Zum Glück gibt es aber dann auch noch Leute wie Palmer, die letztendlich - egal welcher politischen Ausrichtung letztendlich... - noch in der Lage sind Realitäten zu reflektieren..., UND sich den Mund nicht verbieten lassen.

Sonst sähe es wohl ganz mau aus für uns... ...

Jens Böhme | Sa., 6. September 2025 - 23:38

Zu Beginn der DDR-Zeit manifestierte sich die antifaschistische Streitkultur dahingehend, dass man riesige Konterfeis von Lenin, Stalin und Mao zeigte. Damit wurde alles gesagt.

Achim Koester | So., 7. September 2025 - 07:45

obwohl die Mainstreanpresse, inklusive des FOCUS, den Sieg Palmer zugeschrieben haben. Wer aber seinen Diskussionspartner brüllend unterbricht, ist nicht besser als die Antifa-Störer. Die Kriminalstatistik hat er ebenfalls, unbewusst oder eher doch bewusst, falsch zitiert. Aus die Frage nach Kernkraft ist er überhaupt nicht eingegangen. Palmer war zu sehr auf Tübingen fixiert, Frohnmaier dachte in größeren Dimensionen. Den Fragesteller, der Frohnmaier als "AfD-Sau" bezeichnet hat, hätte man überhaupt nicht zulassen dürfen. Bis zu diesem Duell habe ich Palmer sehr geschätzt, aber damit hat er sich abqualifiziert.

Brigitte Miller | So., 7. September 2025 - 10:40

war ich enttäuscht. Er hätte einmal die Grünen "inhaltlich stellen" sollen, was wäre da wohl heraus gekommen?
Aber in diesem Klima ist es natürlich ein Verdienst und mutig, überhaupt an einem solchen Gespräch teilzunehmen.

Dirk Nowotsch | So., 7. September 2025 - 11:01

Es wird diskutiert, geschrien und um die Deutungshoheit gerungen! Demokratisch ist hier schon lange nichts mehr! Jene, die ständig vorgeben die Demokratie zu verteidigen, sind die größten Feinde der Demokratie! Jene haben scheinbar nicht einmal verstanden, was Demokratie ist!? Der Souverän hat nichts mehr zu sagen und zu diskutieren, mit einem voranschreitenden Maul- und Meinungsverbot wurde er auf das heimische Sofa verbannt, dem unsinnigen Treiben der "frei gewählten" zu folgen! Der gesamte Politapparat (ein anderes Wort fällt mir nicht mehr ein) ist völlig von seinem Eid gegenüber dem Souverän enthemmt und verfolgt eigene Ziele, nicht zuletzt auch kommerzielle. Der Souverän hat die Wahl zwischen Pest und Cholera, Mitsprache hat er nicht! Keine Volksentscheide, kein Vetorecht keine Mitsprache! Selbst die letzten demokratischen gewählten Volksvertreter wurden per neuen Wahlgesetz ausgeschlossen! Nicht und abgewählte bevölkern den Bundestag! Der Kampf gegen Rechts ein schlechter Witz!

Ernst-Günther Konrad | So., 7. September 2025 - 14:01

*Viel wichtiger ist das Signal, das von diesem Abend ausgeht: Demokratie bedeutet Dialog.* Genauso ist es Herr Krischke. Inhaltlich hat Herr Frohnmaier gewonnen, weil Palmer dessen Aussagen außer pauschalen Gegenargumenten nicht wirklich was konkretes Dagegen halten konnte. Und weil Herr Frohnmaier bei all den äußeren Umständen das einzige richtige tat. Er blieb ruhig und gelassen und ließ sich, wie auch Boris Palmer nicht darauf ein, durch Emotionen gegenüber dem Publikum unangenehm aufzufallen. Das Palmer damit begann, die üblichen Fremdäußerungen anderer AFDler, Herr Frohnmaier vorzuhalten war erwartbar und eigentlich dumm. Denn ihm könnte man auch einige Sätze anderer ehem. Parteifreunde vorhaltern und weder Frohnmaier noch Palmer sind für die verantwortlich. Damit erreichte Palmer gerade das Gegenteil. Aber gewonnen hat Palmer auch. Er wollte diesen Abend und drohte gar unter Ausschluss der Störer weiter zu diskutieren und er entlarvte die linken angeblichen Demokratiebewahrer.