Bayern Fahne
Bayernflagge / picture alliance / Zoonar | Valerio Rosati

Bayern führt Hymnenpflicht an Schulen ein - Böse Menschen haben keine Lieder

An Bayerns Schulen soll bei Abschlussfeiern die Bayernhymne erklingen. Was heimatlose Progressive befremdet, ist ein Dienst am Freistaat – und darüber hinaus. Mit solchen Vorstößen setzt die Staatsregierung nämlich auch ein Gegenmodell zum geistlosen Akt der Selbstentwurzelung.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“, dichtete einst Johann Gottfried Seume. Und obwohl wir im schönen Bayern viele Lieder haben, werde ich Ihnen, liebe Auswärtige, nicht raten, sich hier niederzulassen. Denn unsere bayerischen Herzen sind weit, um den letzten ernstzunehmenden Bundespräsidenten der Bundesrepublik zu zitieren, unsere Möglichkeiten aber sind begrenzt, Nicht-Bayern in Bayern so zu integrieren, dass kein größeres Unglück geschieht. 

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Michael Klein | Do., 7. Mai 2026 - 07:49

Meine Frau und ich, Saarländer, fahren mehrfach im Jahr nach Altusried. Seit nunmehr 15 Jahren. Und seit einigen Jahren trifft sich die ganze Familie dort. Früher hätte ich jeden für bekloppt erklärt, der zweimal am gleichen Ort Urlaub macht. Natürlich fahren wir auch nach Italien oder Frankreich. Aber das Allgäu steht immer mit ganz oben auf der Liste. Warum wohl!?

... zu dieser Urlaubsortwahl möchte ich Sie ausdrücklich beglückwünschen als gebürtiger Memminger. Man glaubt es kaum, wenn man sich viel mit Politik beschäftigt, aber mancherorts ist die Welt tatsächlich noch ziemlich in Ordnung. 

Beste Grüße

Ben Krischke

an guten, partnerschaftlichen und produktiven Beziehungen zu Bayern auf Augenhöhe interessiert, wir Thüringer..., und ich glaube da auch für die Sachsen mitsprechen zu dürfen, wenn ich den Bekundungen meiner sächsischen Freunde und Bekannten glauben darf...

Deutschland ist südlich der Main-Line eines der besten Gegenden um landschaftlich reizvoll entspannt Motorradreisen zu unternehmen... - natürlich auch bis nach Norditalien und in die sehr schöne Schweiz.

Alleine deshalb würde mich ein 'Einreiseverbot' schwer treffen... /😉 Grüße ebenfalls...

Urban Will | Do., 7. Mai 2026 - 09:16

vergessen werden, dass der Chef der Regierung, die dies nun beschlossen hat, woanders mitmacht bei einer Koalition, die die „Tradition“ der letzten beiden brav mitmacht, bzw. fortführt, dieses Land (auch Teile Bayerns, da hilft diese Hymenen-Show auch nicht viel) kulturell zu – wie soll man es anders sagen – zerstören, indem man sich den Sozen und deren irrsinniger Politik wider besseres Wissen unterworfen hat. Auch Söder schreit permanent nach der Brandmauer, was ja nichts anderes bedeutet.
Dass Sie als Bayer Ihr Bayern mögen, verstehe ich voll und ganz, ich wohnte dort 20 Jahre (aber ein Pfälzer bleibt ein Pfälzer und jetzt wohne ich wieder in den Weinbergen. Auch hier auf dem Land ist das Leben noch so, wie man es kannte:-)).
Dass die Linken nun die Welt voll schreien werden, ist eine Auszeichnung für Söder und – und da sehe ich den eigentlichen Kern der Sache – ein wenig Wahlwerbung und Image-Pflege.
Ob es ihm hilft, wird sich zeigen. Ich wünsche es ihm nicht.

Der bayerische Imperialismus im Gefolge Napoleons und Habsburgs Geopolitik (die auf Bayern Rücksicht nehmen musste) haben schon damals einmal dazu geführt, dass die Pfalz unter die Knute Bayerns gekommen ist. Erst die Zugehörigkeit zur französischen Zone hat die Selbständigkeit wiederhergestellt.

Also aufgepasst!

zugeordnet, doch ist Politik das eine, der Mensch das andere. Ludwig I und seine Frau Therese waren sehr gerne hier, ihr Schloss Ludwigshöhe liegt nicht weit von meinem Haus, ich kann es gut sehen.
Und so wird man es dort in Bayern bedauert haben, dass als Folge des letzten Krieges man das edle Stück Land verloren hat.
Und wieder waren, dieses Mal indirekt, die Franzosen beteiligt, die als „Kriegsgewinnler“, der sie das nie waren, auch ihre „Besatzungszone“ bekamen.
Passte aber insofern besser als wir hier, unweit des Elsaß, eh viel mehr französisch geprägt sind als bayrisch.
Eine dezidierte Hymne haben wir nicht, aber viele Lieder, die uns gut beschreiben.
So etwa das „Palzlied“ von „Die annoyme Giddarischde“. Kann man auch nüchtern mit grölen.
Ob sie denn wiederkommen, die Bayern, und ihre ehemalige Perle zurückholen wollen, weiß ich nicht. Aber die Schoppengläser sind gerichtet und unter den Tisch saufen wir sie allemal. Mit Wein wohlgemerkt. Bei Bier kapitulieren wir.

Es war doch umgekehrt. Nicht die Pfalz kam zu Baiern, sondern Baiern zur Pfalz, und zwar 1777, also vor Napoleon. Karl Theodor, der Kurfürst von der Pfalz, erbte die bairischen Lande der Wittelsbacher, als die dortige Linie des Herrscherhauses ausstarb. Und er nahm 1778 auch gleich seinen Mannheimer Hof mit der berühmten Hofkapelle nach München und brachte die Kultur nach Baiern. Wolfgang Amadé Mozart, der sich in den Jahren 1777 und 1778 in Mannheim aufhielt, war von der Mannheimer Hofkapelle tief beeindruckt: „Die Mannheimer sind lauter Virtuosen und spielen so zusammen, daß es eine Freude ist.“ (In einem Brief vom 4. November 1777 aus Mannheim an seinen Vater in Salzburg: https://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=927)

"Hymnen-Show" ist die richtige Bezeichnung. Der bayerische Wendehals Markus Söder war 2011 einer der glühendsten Atomausstieg-Befürworter, und seine Wendemanöver auf nahezu allen Politikfeldern sind legendär. Würde es seinen Berliner Ambitionen nützen, würde er wahrscheinlich sogar herausstellen, dass die Nürnberger Burg der Stammsitz des preußischen Zweigs der Hohenzollern ist.

Kurz nach unserer Heirat 1979 zogen wir berufsbedingt sozusagen von der rheinlandpfälzischen Provinz direkt nach München! Und GsD guckte ich als Kind immer gern den Komödienstadl und konnte so jeden 2.Satz der geduldigen Erklärung eines gar nicht grantligen Urmünchners verstehen, welcher mich hilflos in einer U-Bahnstation auflas u. dessen System er mich lehrte;). Die nächste Sprachschule fand in der von mir erstmals angesteuerten Bäckerei statt, wo die Verkäuferin mich dahingehend berichtigte, dass sie keine "Brötchen" verkaufe, sondern nur "Semmeln"! Worauf ich trotzig wie ich war ab diesem Zeitpunkt nur noch Pälzer Dialekt anwendete, was zu meiner Verwunderung zu einer sofortigen höheren Akzeptanz führte weil wie ich damals nicht wusste "die Pfalz ja mal o. immer noch in den Köpfen? zu Bayern gehöre". Und zur Not gab`s ja auch noch Hände und Füße zur Verständigung! Jahre später das gleiche Spiel,als wir in Stuttgart lebten,wenngleich die Schwaben noch etwas spezieller sind;)! MfG

habe ich nie versucht, es hätte zu gekünstelt geklungen. Auch wenn er mir gefällt, so blieb ich doch beim pfälzischen. Der gefällt mir noch besser. Und den kann ich seit ich reden kann.

Sie haben doch nicht wirklich „Brötchen“ bestellt? Also bei uns heißt das „Weck“.
Liebe Grüße aus der Pfalz.

Doch hab` ich lieber Herr Will! War wohl der damals erste und letzte Versuch meine Provinzialität zu verschleiern in der Weltstadt München😏. Doch wie Sie sagen, man kann und braucht seine Herkunft und Heimat nicht zu verleugnen.Weshalb wir nun nach der letzten Versetzung meines Gatten in der rauen aber liebenswerten Eifel landeten und in Rente gingen. Wo ich beim "herbschde" 5 Käffer weiter für die Unterhaltung der Einheimischen mit ihrem moselfränkischen Sprachwirrwarr untereinander und dem ziemlich dezimierten deutschen Sprachschatz unseres polnischen "Hottenträscher" einen Übersetzer brauchte😂 Was jedoch nach wie vor auf Gegenseitigkeit beruht.Und mein Schwiegervater Nr. 2, ein gebürtiger "Öchener" fragte mich bei jeder Begrüßung "Na Heidi? Was machen Deine "Migge un Schnooge?" wobei er sich bis zuletzt amüsieren und wir gemeinsam lachen konnten weil er es nie richtig hinbekam. MfG

Thorwald Franke | Do., 7. Mai 2026 - 10:48

Die Bayern führen also eine Hymnenpflicht ein. Man könnte das gut finden. Aber gleichzeitig bauen die Bayern eine Regelung ein, die unglaublich linksverklemmt ist: Man darf zwischen der deutschen Nationalhymne und der Europahymne wählen. Das hätte nicht sein dürfen.

Die deutsche Nationalhymne ist die wichtigste Hymne. Das ist der Ort und das Zentrum unserer Demokratie. Nicht die EU. Nicht Bayern.

Was werden die Lehrer an den Schulen jetzt machen? Die werden reihenweise die EU-Hymne wählen, weil jeder, der die deutsche Hymne wählt, sich des Nationalismus verdächtig macht. Wir kennen das Spiel.

Wie könnte man es praktisch besser regeln, um nicht drei Hymnen auf einmal spielen zu müssen? Man könnte je nach Anlass eine andere Hymne / Kombination von Hymnen singen lassen (Zeugnisvergabe, Schuljahrseröffnung, Sommerfest, Schulkonzert, Fördervereinsfeier, ...).

"Freude, schöner Götterfunken/Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken/Himmlische, dein Heiligtum.

Deine Zauber binden wieder/Was die Mode streng geteilt,
Alle Menschen werden Brüder/Wo dein sanfter Flügel weilt.
..."

"Alle Menschen...": Das schließt doch auch die AfD ein!
Wenigstens verstehe ich das so!

Eine Hymne gegen die Brandmauer!

Aber Herr Buehler! Wo steht denn da was von AfD-lern! Es heißt doch ausdrücklich „alle Menschen“, also „Menschen“!

Christa Wallau | Do., 7. Mai 2026 - 11:47

wenn gleichzeitig eine innere Haltung zum Vaterland, die darin besteht, es in seiner Besonderheit zu lieben und verteidigen zu wollen, als "schädlicher Nationalismus" verdammt wird.
Wer nicht damit einverstanden ist, daß sich bei uns die unterschiedlichsten und widersprüchlichsten Kulturen breitmachen und sich weigert, dies als positive "Buntheit " zu bezeichnen, wird auch in vielen Gegenden Bayerns weiterhin als "ewig Gestriger" bzw. "Neo-Nazi" bezeichnet. Von Ländern wie Nordrhein-Westfalen oder Bremen ganz zu schweigen!

Dies muß sich ändern!
In diesem Punkt gebe ich Björn Höcke und Menschen, die ähnlich empathisch für den Erhalt von Deutschlands gewachsener Hochkultur kämpfen (Es gab und gibt sie nämlich genau so wie die 12 Jahre der Nazii-Barbarei!), völlig Recht:
Wir Deutschen haben nicht nur das Recht, sondern die tägliche Pflicht, uns gegen jedes
Verhalten von Immigranten, das uns mißfällt, weil es nicht zu unserer Vorstellung von Zusammenleben paßt, zur Wehr zu setzen.

Markus Michaelis | Do., 7. Mai 2026 - 14:51

Ich würde das anders ausdrücken: progressive Menschen negieren nicht die eigene Kultur, sondern sie setzen sich für eine universelle Menschheit ein, gelebt in einer universellen Gesellschaft, in der jeder seine Kultur leben kann. Gemeinsam steht über allem und allen das gemeinsame Menschsein. Irgendwas in der Art.

Kritische Punkte daran scheinen mir, dass man die anderen 8 Mrd Menschen nicht gefragt hat und auch nicht richtig zuhört, wo sie (wie mir scheint) Dinge oft recht anders sehen als man selber, und dass man diese etwas naive Weltoffenheit zu oft dadurch gewinnt, dass man die eigene Weltsicht für die einzig richtige hält und im Gegenzug alle Andersdenkenden nicht nur zu Fremden sondern zu schlechten Menschen in einem absoluten Sinn erklärt, die alle eigentlich so gar nicht da sein sollten.

Ich werde mit dieser Offenheit nicht so richtig warm. Bayernhymnen darf man gerne singen, andere auch - wenn man es nicht übertreibt.

Es funktioniert eben NICHT mit der universellen Gesellschaft und dem universellen Menschen..., WEIL der Mensch im allgemeinen und auch in Gesellschaftsstrukturen im speziellen eben idR NICHT universalistisch unterwegs ist und handelt, sondern egoistisch und selbstzentriert, auch als Gesellschaft...

Sonst wäre er - der Mensch - evolutionär auch nicht 'bis hierhin' gekommen... ...

Sicher auch mal - diese Begriffe würde ich aber nicht nur als negativ ansehen. Das sind manchmal auch zulässige, auch positive Eigenschaften. Aber klar, in vielen Umständen und Übertreibungen sind sie natürlich negativ. Wichtiger ist mir daher, dass der Mensch einfach nicht so festgelegt ist, dass es die eine universelle Gesellschaft geben könnte oder sollte. Man kann Mensch auf verschiedene Arten sein, sich für verschiedene Richtungen entscheiden, aber nicht alles zusammen. Gesellschaften müssen sich auf Richtungen einigen, was dadurch Substanz gewinnt, dass man gemeinsame Wege gegangen ist. Diese Richtungen sind nicht besser als andere, aber nie mit allen anderen kompatibel. Das halte ich für gut, weil der Mensch eben nicht auf genau eine Form festgelegt ist. Von einer universellen Gesellschaft halte ich prinzipiell nicht so viel.

soistes | Do., 7. Mai 2026 - 15:15

Ihr Humor & wie Sie schreiben, gefallen mir sehr gut.

Ob Ihr Kollege der Don A............ Ihre Kolumnen auch liest? Ist übrigens auch ein sehr netter & kluger Zeitgenosse.

Ja die Beiden haben was gemeinsam. Jeder für sich eine Persönlichkeit. Rainer Meyer ist privat ein kluger & sehr ruhiger Zeitgenosse. Das ist meistens so. Auf Bühne lassen Sie die "S.." raus, aber hinter den Kulissen, im normalen Leben, sehr fleißig & integer.

Ben Krischke gefällt immer wieder hier auf Cicero. Er setzt seine Worte gezielt & humorvoll ein. Wie ein echter Journalist, der es halt drauf hat.

Marco Riccardi | Fr., 8. Mai 2026 - 09:44

Das haben Sie hier wunderbar erkannt: Die Faktoren die uns einigen "Wir mögen unterschiedliche Sexualitäten haben aber wir sind alle Deutsche" zum Beispiel werden heutzutage nicht genug gefördert. Stattdessen stecken wir uns in immer kleinere Schubladen und wundern uns dann warum wir als Gesellschaft so abgrundtief gespalten sind.
Da finde ich es schön dass wir ein wenig zurück in die Richtung "Mia samma mia" gehen und etwas tun um die bayerische Kultur zu fördern.
Lustiger Punkt zu Maibäumen: Da habe ich dieses Jahr das erste Mal mitgemacht und es war sogar echt spaßig! Es bringt die Leute zusammen

Ich hoffe lieber Herr Riccardi,Sie haben sich nicht der kulturellen Aneignung schuldig gemacht😂!!!Sorry!Das könnte ich mir jetzt nicht verkneifen;-).Ihnen und allen hier vertretenen ein schönes Wochenende! LG