- Vom Strauß-Spektakel zur Randnotiz
Der Politische Aschermittwoch in Passau war einmal ein großes Ereignis. Mittlerweile hat er seinen Reiz verloren. Nicht, weil die Menschen plötzlich weniger Lust auf Zuspitzung hätten, sondern weil Zuspitzung inzwischen Dauerbetrieb ist.
Der Politische Aschermittwoch in Niederbayern war einmal das, was man heute „ein Kommunikationsereignis“ nennen würde – nur eben mit Bierbänken statt Livestream, mit Blasmusik statt Jingle und mit Starkbier statt Hashtag. Draußen Winter, drinnen Wärme und Lautstärke. Ein Ritual, das jedem seine Rolle zuwies: Die Basis wollte Bestätigung, die Redner wollten Stärke, die Gegner dienten als Zielscheiben, die Medien als Verstärker. „Derblecken“ war nicht peinlicher Klamauk, sondern politische Technik: Wer den Gegner öffentlich kleinmachte, machte die eigenen Leute groß. Und wer an diesem Tag die Deutungshoheit eroberte, konnte eine Woche lang von ihr leben.
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In dem Masse wie das einstmals Spezielle an Bedeutung verliert, gewinnt die Plattitüdenwelt.
Umgekehrt verhält es sich zukünftig dann ebenso. Irgendwie Mode; kommt und geht.
Gelassen bleiben und den Überblick behalten.
Tja, wüßte der Franz Josef Strauß, was aus dem wiedervereinten Deutschland unter der Hegemonie einer „politischen West Demokratie
mit Staatwirtschaft und Sozialstaat für alle“ in der die Grünen und die Roten das Sagen haben, mit einer Union die sich nach links „modernisiert“ hat …… er würde sich im Grabe wie ein Kreisel drehen …….und das noch mit einer Oppositionspartei, die nicht rechts der
Union, sondern lediglich „nur“ rechts der Mitte agiert.
Mit bestem Gruß aus der Erfurter Republik
Und der dicke Kohl erst mit „seinem Mädchen“ aus der Uckermark, das war der Fehler seines Lebens für den er einen Preis bezahlt hat, Deutschland aber einen unendlich viel höheren Preis bezahlt!
Ich frage mich bis heute, was er in ihr sah, war es der Opportunismus, wollte er Stimmen gewinnen, weil er eine Frau aus dem Osten förderte? Man wird es wohl nie wissen warum er die Kommunistin (darf man das in Zeiten der „KI“-Sperrung beim Cicero noch sagen??) Merkel in die damals noch konservative CDU aufnahm und sie protegierte…..
Nachwuchskader der in Zukunft zur Führungsriege SED der nationalen Front aufsteigen wird ….. hat er vielleicht gedacht, der Kanzler der Einheit
MfG a d Erfurter Republik
Das hat was, wie sie diesen politischen Aschermittwoch einordnen. Ich schaue inzwischen auch mal kleine Videos auf Youtube und jede Menge alte Sequenzen von Reden eines Strauß oder Helmut Schmidt. Viele Zitate von Brand und anderen alten Sozialdemokraten. Und allein was Martenstein bei seiner Rede für die Demokratie an Aussagen führender Politiker der Vergangenheit von sich gab. Die wären alle bei den Sozis oder der UNION als *Nazis* verschrien. Und ja, der Aschermittwoch hatte den Status eines kulturellen Ausnahmezustandes im konservativen Lager. Da ging noch was, da wurden noch Übertreibungen und besonders provokative Auseinandersetzung sprachlich in fulminanten Reden verpackt dem politischen Gegner präsentiert. Und heute? Maximale Erregung und unbewiesener Behauptungen, Warnungen vor einem braunen Niedergang, ohne Beweise inzwischen täglich aus aller Munde. Die Union hat ihre traditionellen Abrechnungen am Aschermittwoch kulturell entkernt. Eine kulturlose Veranstaltung.
Richtig, die Einzigartigkeit ist weg, weg ist aber auch der Politiker mit Anstand, Format, Benehmen, Bildung, Nationalstolz, Wissen, Niveau. Vermutlich ist auch deswegen die Einzigartigkeit weg. Ähnliches gilt auch für Journalisten und die Mehrheitsgesellschaft. Es ist das Zeitalter des untersten linken Mittelmaßes.
Was ich anders sehe, ist das mit der Aufregung, hier richtet sich der Grad der Aufregung nach der politischen Richtung. Wenn SPD/Grüne/ Linke Aufreger liefern, dann ist das „Grundrauschen“ ganz schnell weg, bei der Union dauert es etwas länger, bei der AfD eine gefühlte Ewigkeit, so lange, bis es auch der Begriffsstutzigste „kapiert“ hat.
Beispiele: Faesers Wahlkampf auf Steuerzahlerkosten oder Merkels Amtsmißbrauch in Sachen Maaßen gegen das Potsdamer Treffen vom 25. November 2023, es gäbe beliebig viele......
Gleiches gilt für die Löschtendenzen in den Asozialmedien etc., links(-extrem) bleibt, rechts-konservativ wird umgehend gelöscht bzw. nicht veröffentlicht.
