- Raumfahrt erdet
Erstmals seit 1972 sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Doch das öffentliche Echo ist gering: ein Spiegel unserer Zeit. Könnte es daran liegen, dass die Raumfahrt eine narzisstische Gesellschaft daran erinnert, wie klein und bedeutungslos wir sind?
Artemis ist die Göttin der Jagd. Aber nicht nur. Zugleich ist sie die Göttin des Waldes, der Tiere und der Jungfräulichkeit. Und sie ist die Göttin des Mondes. Für den modernen Menschen ist das ein etwas eklektischer Kompetenzbereich. Doch in der Logik mystischer Symbolik fügt sich eines zum anderen. Artemis verkörpert die unberührte, wilde Natur – alles, was außerhalb menschlicher Ordnung liegt. Deshalb ist sie Beschützerin und Zerstörerin zugleich, Hüterin der wilden Tiere und Göttin ihres Todes. Damit symbolisiert sie den Kreislauf des Lebens, des Werdens und Vergehens, des Wachsens, Verschwindens und Wiederkehrens – so wie der Mond.
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Die Gedanken des Artikels finde ich interessant und richtig, aber Dinge haben immer mehrere, auch gegensätzliche Seiten.
Aus dem Bauch würde ich sagen, dass Arendts Gedanken nicht nur zu klein gedacht waren. Ein Symbol wie die Mondlandung hat glaube ich mit dazu beigetragen, dass Teile der Menschen unbewusst das Gefühl entwickelt haben, dass Regierung, Staat, Wirtschaft, Wissenschaft, irgendwer nicht genau definiertes, unendliche Macht haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich daraus eine Strömung mit speist, die zu wenig die Dinge in ihren gegensätzlichen Facetten abwägt, sondern zu sehr unendlich mächtige menschliche Kräfte sieht, die zuviel Böses wollen. Alles Handeln dreht sich dann darum, diese Kräfte zu enttarnen und ihnen auf die Füße zu treten, bzw. bei allen Problemen nur zu denken "Wenn nicht wir, wer dann" und "wir haben es auch verursacht". Dieses "Wir" scheint mir oft diese unendliche Macht, die Mondlandungen konnte.
und es wird Sie evtl. überraschen, dass ich darüber dem Narzissmus direkt etwas abgewinnen kann.
Nach meinem Dafürhalten ist unser blauer Planet nicht unbedeutend sondern im Gegenteil wegweisend.
Der Mond ist hingegen, wie die Sonne, eine Sternengeneration früher.
Es lohnt also, unseren Planeten pfleglich zu behandeln, da stimme ich dann auch mit den Kindern und Jugendlichen überein.
Sehr schön bedacht die Überlegungen von Hannah Arendt.
Dennoch stehen uns mehr und mehr die Weiten des Weltraums offen.
Ich bin also recht angetan von der Mondexpedition und würde mich sehr freuen, wenn die Amis sich stärker Richtung Weltall orientieren würden.
Die Größe, Weite und das Selbstbewußtsein haben sie.
Nur wenn man von einem "statischen" Gott ausgeht, ist allerdings die Erde unwichtig.
Geht man von einem* genealogischen aus, würde ich auf der Erde schauen... und doch auch darüber hinaus.
Wenn das Esoterische ins Spiel gebracht werden darf, so werden wir vielleicht irgendwann Astralkörper werden?
Die Bedeutungslosigkeit des Menschen gerade mit der Raumfahrt begründen zu wollen, dem kann ich nicht folgen, lieber Herr Grau. Ich sehe es genau umgekehrt.
Schließlich ist hier ein wenig Materie - und das ist der Mensch ja auch - zu Erkenntnis und Selbstverliebtheit fähig. Macht das nicht nachdenklich, und was oder wer steckt womöglich dahinter? Wir wissen es nicht, doch wir vermögen zu ahnen.
Das lässt an 1. Mose 1 der Schöpfungsgeschichte denken, wo es - ich verkürze – heißt „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das UNS GLEICH sei, die da herrschen über die ganze Erde. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde. „
Dachten oder ahnten die Menschen nicht schon immer in diese Richtung? Und ist die Existenz eines Gottes von daher nicht viel eher denkbar als seine Nichtexistenz?
Doch egal wie Sie darüber denken mögen! Ihnen allen hier im Cicero wünsche ich ein frohes Osterfest!
war gewiss ein historisches Ereignis. Jetzt, über 50 Jahre später, noch einmal dorthin zu fliegen, ist so aufregend, als würde eine Jacht auf der Route von Kolumbus zu den Bahamas fahren oder jemand auf den Spuren Amundsens zum Südpol stapfen.
