Teilnehmer des Nato-Russland-Rates
Nato-­Russland-Rat in Berlin 2011: Bereitschaft zum Dialog und Ziel, Russland nicht zu demütigen / dpa

Armin Laschet liest... - Das politische Buch

In seinem Buch „Verstellter Blick“ plädiert der Journalist und Ukraine-Experte Thomas Urban für mehr Osteuropa-Forschung an deutschen Universitäten. Armin Laschet hat das Buch für Cicero gelesen und teilt seine Meinung. Wie Urban hält auch er es für falsch, die gesamte Ost- und Russlandpolitik der letzten 30 Jahre pauschal als verfehlt anzusehen.

Autoreninfo

Armin Laschet ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Er war NRW-Ministerpräsident und CDU-Parteivorsitzender.

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Als Johannes Paul II. 1980 die Freiheitsbewegung Solidarnosc unterstützte, forderte Spiegel-­Herausgeber Rudolf Augstein, der Papst solle „lieber der Fassade des Marienkults“ anhängen, als eine „friedensbedrohende Politik“ zu betreiben. Arroganz und Überheblichkeit gegenüber Freiheitsbewegungen im Osten Europas stehen auch bei dem sich selbst als Leuchtturm des Journalismus empfindenden Magazin im umgekehrten Verhältnis zur heutigen Kampfrhetorik. 

Thomas Urban legt mit „Verstellter Blick“ in einem 190-seitigen Essay in Sachlichkeit und Präzision das Denken deutscher Eliten offen. Der berufliche Weg Thomas Urbans, Sohn schlesischer Eltern, führte ihn als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung insbesondere nach Moskau, Kiew und Warschau, in dessen Nähe er heute lebt. Dort lernte er Land, Leute und Politik genauestens kennen. Mit seinen familiären und beruflichen Erfahrungen zeigt Urban auf, welchen Einfluss die deutsche Politik auf die Entwicklung Osteuropas im Laufe der Zeit genommen hat. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund schadet es dem Inhalt des Buches nicht, dass es kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gedruckt wurde. 

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Ernst-Günther Konrad | Fr, 3. Juni 2022 - 17:31

hat schon immer begrenzt funktioniert. Die Blindheit gerade der Deutschen und Europäer, sich selbst dabei so unabhängig wie möglich zu halten, und zwar nicht nur von Russland bezüglich Öl und Gas, sondern auch von den USA, bezüglich eigener wehrhafter militärischer Stärke wurde leider völlig aus dem Blick verloren. Nein, damals konnte niemand ahnen, dass ein Putin als Präsident in die Ukraine einmarschieren wird. Die Altvorderen wussten aber über die Fragilität der russ. Interessen und haben schnell sich den geopolitischen Interessen der USA ausgeliefert und heute sitzt man zwischen zwei Stühlen und selbst was? Richtig. Weder eine eigene gestärkte außenpolitische Haltung, noch einige wehrhafte EU und eine militärische Abhängigkeit die uns und die EU zum Spielball gemacht haben. Nicht alles was die Osteuropäer an Warnungen gegenüber Russland ausgesprochen haben war falsch. Doch man wollte es nicht hören. Man saß 70 Jahre nach dem Kriegsende im Wolkenkuckucksheim und rauchte Merkel THC.

Ronald Lehmann | Sa, 4. Juni 2022 - 10:15

In reply to by Ernst-Günther Konrad

Ich weiß nicht, wie es früher war. Aber fmp. war die Aufklärung ein Energie-Katalysator über die christlichen Anschauungen, die (inhaltlich richtig) eben durch die Zeit & vor allem der Institution Kirche & ihrer Vertreter immer mehr verkrusteten.

Endlich Fragen stellen können & endlich OFFEN zu diskutieren/ debattieren über Gott & die Welt, ohne dass irgend ein Damoklesschwert über einer Meinung hing, dass war das höhere Level.

Und dieses Level des freien Denkens & Fragen wird heutzutage wieder weltweit durch die Verantwortlichen der Macht immer mehr beschnitten, gedengelt, inhaltlich verformt.

bzw.
das alles getan wird, dass die neue Generation Gehirngewaschen, unter Drogen gestellt wird, damit keine Fragen (oder das hinterfragen) gestellt werden.

Und ja Herr Konrad,
wer miteinander redet & miteinander Handel treibt, der schlägt sich nicht, sondern stößt höchstens auf ein Gläschen miteinander an

nach dem Spruch
Jedem tierchen sein pläsierchen.
Achtung-Respekt-Demut-zuhören🙉🙏

Rebeca Bok | Sa, 4. Juni 2022 - 08:28

Und, bitte, sei (off-topic) die Sympathiebekundung noch erlaubt:

Eine 'Deutschland'-Koalition mit Armin Laschet z.B. als Außenminister hätte dem Land sehr gut getan. - Nicht nur dem Land, sondern einem um 'Abraham Accords' erweiterten Europa insgesamt. Auch in SH und NRW könnten die "Wahlgewinner" über eine gewollte Zukunft nochmal schlafen.

WD Hohe | Sa, 4. Juni 2022 - 17:39

Nach seiner "überzeugenden" Kanzler- und CDU Attacke nun als Lektor pol. Literatur.
Schamgipfel nicht absehbar
Höher geht`s nun wirklich nicht.