Die Ängste der Deutschen - Mehr Fatalismus wagen

Nach der neuen „Angststudie“ fürchten sich die Deutschen mehr vor einer Überforderung des Staates durch Flüchtlinge als vor steigenden Mieten. Schuld daran sind die Politiker. Mit ihren Sicherheitsversprechen überfordern sie sich selbst

09.10.2018, Nordrhein-Westfalen, Bonn: ILLUSTRATION - Eine Mitarbeiterin des Hauses der Geschichte betrachtet ein das Model eines Karnevalswagen mit dem Motiv Flüchtlingswelle. Die Ausstellung «Angst. Eine deutsche Gefühlslage?» im Haus der Geschichte untersucht die berüchtigte «German Angst» und konzentriert sich dabei auf die Themenkomplexe Zuwanderung, Atomkrieg, Umweltzerstörung und Überwachung.
Wenn Angst politisch wird, wird sie zur Gefahr für das politische System / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Alexander Grau

Glaubt man dem Klischee von der „German Angst“, dann ist Angst ein sehr deutsches Phänomen, zumindest ein sehr bundesdeutsches. Gab man sich zu Kaisers Zeiten und erst recht danach hierzulande gerne nassforsch und betont zackig, so ist der Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg vom gestiefelten Pickelhaubenträger zum Angsthasen in Birkenstocks mutiert – könnte man meinen.

Falsch gedacht. Wie die am Donnerstag von der R+V Versicherung vorgestellte Studie „Die Ängste der Deutschen“ zeigt, hat in Deutschland die große Gelassenheit Einzug gehalten. „German Angst“? Fehlanzeige.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen nur 4,90 €
    • danach 8,90 €
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte
    • jederzeit kündbar
    4,90 €
  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    2,90 €
Gisela Fimiani | Sa, 7. September 2019 - 15:40

Beim Bürger scheint die Erkenntnis zu reifen, dass paternalistische Politiker ihren Anspruch mitnichten zu rechtfertigen im Stande sind. Die Sorge, dass unsere politische Kaste durch eine völlig unbedachte und chaotische Zuwanderungspolitik überfordert sei, ist berechtigt. Insofern sollten sich unseren eitlen Utopisten um Realismus bemühen und die Bürger der Landes vor Schaden bewahren. Wir brauchen keinen moralisch anmaßenden, paternalistischen Wohlfahrtsstaat samt dessen bürokratischer, undemokratischer „Westentaschendiktatoren“ , die uns das Recht der freien Selbstbestimmung nehmen. Statt sich hinter allumfassender Fürsorge zu verstecken, hat die Regierung zuvorderst die von ihr geschaffenen Probleme zu lösen und die berechtigten Ängste der Bürger, ihres Souveräns, ernst zu nehmen.

Klaus Peitzmeier | Sa, 7. September 2019 - 16:21

Ich habe nur vor zwei Dingen Angst. Erstens: der Naivität der Politiker, die dreisten Auswüchsen von Parallelgesellschaften, dem nicht Integrierungswillen von Muslimen und dem Aufblühen der Neonazis nicht früh u entschieden genug Einhalt gebietet.
Zweitens: der Gier der Politiker, die gar nicht spüren, daß sie es mit ihrer direkten u indirekten Bereicherung u den sich selbst einräumenden Sonderrechten übertreiben u damit eine Angriffsfläche für sich selbst u die Beseitigung der Demokratie bilden. Das gilt insbesondere für die Bundestags- u ganz besonders die Europaparlamentarier. Wenn das mal jemand plakativ auflistet, was uns dieser Europaapparat kostet u was für ausufernde Sonderzahlungen u -Bedingungen die Parlamentarier sich genehmigen, dann kommt die EU ins Wanken.

Angst, ja ein wenig, eher eher Realismus. Jeder kann mit den Grundrechenarten erklären, dass der Zuzug von 4-5 Mio. Menschen aus analphabetischen Gebieten und unserer Kultur fremden Staaten nicht zu schaffen ist. Die wenigsten lassen sich beruflich eingliedern, die meisten wollen es gar nicht (siehe Statistiken aus DN und Norwegen). Sobald die Wirtschaft abbröckelt, wird es schlimm werden, denn das Geld wird noch knapper.
Was mich mehr umtreibt, ist der schleichende Sozialismus, der nicht nur die Kindergärten, sondern breite Schichten der Bevölkerung erreicht. Die "Nach 68er" versuchen alles ihrer kruden Ideologie zu unterwerfen und prägen Begriffe, die mehr als ausgrenzen. Der Staat finanziert der ehemaligen SED Mitarbeiterin Kahane ein Kita Broschüre mit dem Motto: Eene meene muh, und aus bist Du! Damit sollen Mädchen mit Zopf oder Jungen mit Lederhose ausgegrenzt werden, weil deren Eltern sicher "Rechts" seien.
Die Regierung hofiert Schulschwänzen und anderes, negiert das Volk.

Ein MdB erhält jährlich 124.000 plus 54.000 "Aufwandsentschädigung, plus ca. 240.000 für Mitarbeiter, plus 6000 Bahn Card, plus ca. 10.000 Flugreisen, 20.000 für Kranken - und Altersversorgung, plus 12.000 für Büromaterial und einiges mehr, wie die Fahrbereitschaft und freie Taxifahrten im Umkreis von 200 km um Berlin.
In Summa also € 460.000 x 710 MdB ca. 325 Mio. Rechnen wir die Länderparlamente mal mit 200 Mio dazu, nochmal 200 x 17 macht 3,4 Mrd. Zusammen 3,7 Mrd.
Dazu die horrenden Summen für Abgeordnete die Fraktionsvorsitz, Aussschußvorsitz etc. inne haben. Dazu die enormen Kosten der Bundes- und Landtagsverwaltungen, des Wissenschaftlichen Dienst, der Fraktionskosten, die Reisekosten der Abgeordneten, die üppig bestückten Parteistiftungen sowie unzählige NGO, Bundesagenturen, Bundes- und Landesbeauftragte etc etc etc.
Hans-Herbert von Arnim hat alles aufgelistet.
Ich meine, man kann hier schnell bei 10- 15 Mrd. landen, die überbesetzten ca. 350 Ministerien noch dazu.

Klaus Peitzmeier | Di, 10. September 2019 - 13:36

In reply to by Hubert Sieweke

Toll, danke!! Gibt es das auch für die EU-Parlamentarier?

Meine Befürchtungen sind "die Ausuferung der Parallelgesellschaften, dem nicht Integrierungswillen von Muslimen, dem Aufblühen der Neonazis", vor allem aber der noch nicht wirklich erkannte explodierende Linksfaschismus, der unsere gesamte Gesellschaft inzwischen im Würgegriff hat! Die Meinungsfreiheit im Absturz: Wahrheiten können wie zu DDR-Zeiten - nur noch unter vorgehaltener hand geäußert werden, ansonsten Nazikeule! Die Grün-Linke Einheitsfront zeigt mit Fleiß nach rechts und diffamiert alles was schon mitte-rechts ist als Rassisten, Rechtspopulisten und Nazis, um von ihren linksradikalen Zielen abzulenken. Das ist
unsere gegenwärtige Realität, die mich erschreckt! Wir müssen endlich aufwachen und genauer hinschauen, sonst blüht uns dass, wovor schon Kurt Tucholsky bezogen auf Hitler warnte: "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!"

Günter Johannsen | Fr, 13. September 2019 - 12:02

In reply to by Günter Johannsen

ist das schon: immer wenn eine Krise das Land erschüttert, ist eine linke "Jugendbewegung" zur Hand. Ob es der Hype um Greta ist, oder "die Bewegung gegen rechts" oder "ONE Youth Ambassadors" oder "Sea-Watch": alle haben eine PR-Maschine (Stiftung?)hinter sich … gesteuert von einer grün-linken Zwangs-Weltbeglückungs-Elite.
Man muss einfach den Eindruck bekommen, dass die ÖR-Medien ihre Nachrichten-Hoheit schon so ausgeweitet haben, dass Verhältnisse von DDR vor 1989 erreicht wurden. Noch wird keiner weggesperrt für seine eigene (andere) Meinung, aber die Nazi-Keule (Rufmord) wirkt eigentlich noch effektiver … ! Ist das noch Demokratie??? Wo ist die Meinungsfreiheit geblieben??? Wenn man bestimmte Wahrheiten (Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik) nur noch unter vorgehaltener Hand aussprechen kann, hat sich doch schon wieder Gesinnungsterror breitgemacht, oder?

Günter Johannsen | Sa, 14. September 2019 - 12:04

In reply to by Günter Johannsen

Mit welcher journalistischer Selbstverleugnung diese Öffentlich Rechtlichen Nachrichten verschweigen oder kaschieren, die eigentlich der Bevölkerung bereit gestellt werden müssten bzw. dazu geeignet wären, den Zuschauer in Erregung zu versetzen (Schwertmord des mutmaßlich psychisch Kranken Issa M. in Stuttgard/Mann stößt in Frankfurt eine Frau und ihren Sohn auf Bahngleise - "Diese Fälle sind extreme Raritäten“, sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie) zeigt den Grad des Verfalls unserer Demokratie!

Andreas Zimmermann | Sa, 7. September 2019 - 17:55

Die Inkompetenz unserer Politiker rührt nicht daher das sie sich für Problemfelder zu ständig halten, von denen sie keine Ahnung haben, sondern der Inkompetenz für die Bereiche in denen sie sehr wohl zuständig sind. Ja, davor kann man Angst haben! Vor dummen Entscheidungen von dummen Leuten die damit das Leben von vielen anderen beeinflussen. Woher kommen diese Leute? Aus Parteien, in denen nicht die Besten und Klügsten vorankommen, sondern zum großen Teil Versager, Betrüger und aalglatte Karrieristen. Und daran wie diese Menschenschlag von Versagern und Selbstbedienern problemlos auf Wirtschaftsposten wechseln kann, sagt viel über die Kompetenz der entsprechenden Unternehmen aus. Ich schätze gut 2/3 von denen haben noch nie wirklich gearbeitet – alle die arbeiten gehen, wissen was ich mit Arbeiten meine. Keiner von denen hat wohl je echte Not erlitten. Entfremdung, Misstrauen… schwache Begriffe für diese Ansammlung von selbstverliebten Egomanen. Ich höre lieber auf, es ist zwecklos!

Christa Wallau | Sa, 7. September 2019 - 22:00

Davon halte ich durchaus etwas, wenn der Staat mir möglichst viel Freiheit zum Handeln und Nicht-Handeln gewährt, das heißt: mich möglichst in Ruhe schalten und walten läßt.
Sobald ich zum Steuerzahlen gezwungen werde, hat der Staat gefälligst seine Pflicht zu erfüllen und mir - vor allem anderen! - innere und äußere Sicherheit zu gewähren. Es ist seine Gegenleistung für meine Abgaben. Ich sehe nicht ein, warum ich staatlichen Stellen irgendeinen Fatalismus auf meine Kosten gestatten sollte.

Ansonsten - soweit ich als freier Gestalter mein Leben lebe - ist eine fatalistische Haltung durchaus nicht schlecht, sondern entspannend.
Da kann ich Ihnen nur recht geben, Herr Grau.
Im Falle des eigenen Scheiterns oder des Eintretens unvorhergesehener, schlimmer Umstände, die erkennbar niemand zu verantworten hat, ist es auf jeden Fall besser, sich seinem Schicksal geduldig und gelassen zu ergeben als sich den Strick zu nehmen oder Amok zu laufen.
Leben ist immer "lebensgefährlich".

Ernst-Günther Konrad | So, 8. September 2019 - 08:38

Herr Grau wieder ein ansprechender Artikel. Ich möchte mit Robert Lembke antworten: " Ja und Nein, 2, 50 DM" ins Schweinderl."
Ja, mehr Fatalismus in den Dingen die von Menschen nicht zu 100 % beeinflussbar sind. Ja, wir können nicht alle und jeden schützen und niemand kann garantieren, dass er nie von einem Idioten überfallen und gemeuchelt wird.
Nein, wir können zumindest die Gefahr reduzieren. Nicht alles und jeden ins Land lassen. Selber bestimmen, wer, wann und wie hinein darf und hier bleiben kann und wer nicht. Zum Schicksal gehört, dass ob Bio-Deutscher oder integrierter Ausländer, immer kranke Geister entstehen können und Kriminelle ihr Handwerk versuchen hier auszuüben. Das kann niemand verhindern. Aber wir können es gezielt reduzieren. Durch kontrollierte Einwanderung, durch konsequentes Handeln als Rechtsstaat mit Bestrafung, Abschiebung, Einweisung in Psychiatrien usw. Nur ist der Staat dabei, sein Schutzmonopol zu verlieren. Das macht Angst bei den Menschen.

Brigitte Simon | So, 8. September 2019 - 14:07

Albert Einstein überzeugt mich wieder mit
seinem Bonmot:

"Bevor ich mich ärgere oder gar Angst
aufkommt, ist mir gleich alles egal".

Das ist für mich Fatalismus. Er schottet
mich ab wie ein Panzer. Eine Selbstopti-
mierung kann entstehen.

gabriele bondzio | So, 8. September 2019 - 14:53

Sich universell ergeben, in wirtschaftlich, soziale und gesellschaftliche Fehlentwicklungen der letzten 15-30 Jahre? Eine Schicksalsbejahung praktizieren und vielleicht noch „höhere Mächte“ für diese Entwicklung verantwortlich machen. Gerade Cicero (De fato ) war ja einer der Philosophen, der dem außer natürlichen Charakter des Willens widersprach und die naturgegebene Schicksalsmacht ablehnte.
Wenn 47% Befragte in Politik, die Hauptursache ihrer Sorgen erkennen. Ist das ein durchaus bemerkenswertes und gerechtfertigtes Urteil. Abgesehen davon, dass die Politik gern Ängste bedient, um unbeliebte Maßnahmen durchzusetzen. Bin ich mal irgendwo dem Gedanken begegnet, Stärke ist das Ergebnis der Not, Schwäche ist ein Preis der Sicherheit. Jedoch ist auch richtig, dass das Paradies sich erst dann als Paradies zu erkennen gibt, wenn wir aus ihm vertrieben sind. Auch wenn nicht jedes Problem von Politik lösbar wäre/ist. Ist sie doch gerade immer Gegenstand , der Schaffung neuer Probleme.

gabriele bondzio | So, 8. September 2019 - 14:56

Z.B Gender Mainstreaming, welche gezielt die Axt an die Wurzeln der Gesellschaft legt. In dem man die Menschen in eine weibliche oder männliche Rolle GEZWUNGEN darstellt. Gender zerstört jedoch Familien (Keimzelle der Gesellschaft) noch weiter, schreibt Denken und Handeln vor. Obwohl oder weil, 98 % der deutschen Bevölkerung nach wie vor davon überzeugt sind, dass es mit Mann und Frau zwei Geschlechter gibt. Will man weiter die Gesellschaft zwangsweise einstimmen...auf was? Zerstörung von Lebensbereichen, in dem sich Generationen vorher um Überleben und Charakter bemüht haben. Warum wird die die Zerstörung der Familien, auch von jenen Kräften unterstützt, die sich eigentlich den Schutz der Menschen (z.B.Grüne-Familienzusammenführung Migranten) auf ihre Fahnen geschrieben hatten?

helmut armbruster | Mo, 9. September 2019 - 09:11

falls meine Interpretation richtig ist, dann ist Fatalismus genau das, was wir nicht brauchen.
Je mehr Menschen das Land hat, die von Jugend an willens und fähig sind, ihr eigenes Leben selbst zu gestalten bzw. es besser zu machen als die eigenen Eltern, um so besser für alle.
Der Staat muss dazu nur die Rahmenbedingungen liefern. Der Staat muss nicht Millionen von sozialen Hängematten bereit stellen, er muss vielmehr, diejenigen, die sich anstrengen belohnen. Und nicht - wie es heute geschieht - ihnen durch übertrieben hohe Steuern wieder wegnehmen, was sie sich erarbeitet haben.
Der Staat muss Eigenverantwortung und Selbsthilfe verlangen - und belohnen - nicht eine Versorgungsmentalität fördern.

Wolf-Dieter Hohe | Mo, 9. September 2019 - 10:25

...liegen ziemlich dicht nebeneinander.
Ziemlich dicht an Kapitulation.
Beides fruchtbarer Boden für Willkür.
Dazu die Droge Macht.
Noch vor Sex diiiee Droge die Denken und Tun des Menschen erheblich(st) einschränkt. Kompensiert doch Macht häufig Sex und/oder Beziehungsarmut.
Diesen Gegebenheiten mit Fatalismus begegnen bedeuted "Dem Affen Zucker geben und
sich selbst zu beerdigen. "
Was bitte hat in der Menschheitsgeschichte zu Veränderungen geführt ?
Wenn auch nicht beim Menschen, so doch an den Umständen.
Ganz sicher nicht Fatalismus.

Hans Schäfer | Mo, 9. September 2019 - 17:40

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Mich würde der Fragenkatlog interessieren.
Handelt es sich bei den Befragten um bei R&V Versicherte.

Lisa Werle | Mo, 9. September 2019 - 22:35

Fatalismus wagen - das reicht nicht. Denn das hieße ja, mich kümmert es nicht so sehr, was unsere Politiker so treiben. Tut es aber doch! Und das hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit Ärger. Ich bin doch inzwischen gezwungen, mich möglichst stark abzugrenzen, damit ich mein Leben noch einigermaßen unbelastet führen kann von allen möglichen Verboten, Eingriffen in mein privates Umfeld, Gängelei durch Behörden usw.
Alles, was derzeit schief läuft hier und wovor man Angst haben kann, ist auf unterirdisches politisches Handeln zurückzuführen.,