Rhetorik von Angela Merkel - Der verhängnisvollste Satz der Kanzlerin

In seinem neuen Buch beschäftigt sich Alexander Kissler mit 15 politischen Phrasen. Es sind Allgemeinplätze mit hohem moralischen Anspruch bei geringer inhaltlicher Füllung. Zum Beispiel der Satz „Wir schaffen das“ von Angela Merkel. Ein Auszug

in Flüchtling, der kurz zuvor mit einem Zug angekommen ist, läuft am 05.09.2015 auf dem Hauptbahnhof in München (Bayern) über den Bahnsteig und hält dabei ein Foto von Angela Merkel in den Händen.
„Wir schaffen das“: Mit nur einem Satz lockte die Kanzlerin 2015 Zehntausende von Flüchtlingen nach Deutschland/ picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“ und „Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss“.

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Alexander Kissler

Der schlanke Satz „Wir schaffen das“ verlor seine Unschuld und wurde zur Phrase, seit Bundeskanzlerin Angela Merkel die drei Worte am 31. August 2015 in der Berliner Bundespressekonferenz wie folgt aussprach: „Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land, und das Motiv, in dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das! Wir schaffen das, und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.“ Mit „diesen Dingen“ war eine Herausforderung gemeint, die bis heute die Bundesrepublik Deutschland beschäftigt, ohne dass absehbar wäre, ob es damit ein gutes oder ein schlimmes Ende nimmt: die gewaltige Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen, von Flüchtlingen und Asylbewerbern und Wirtschaftsmigranten. Wird dieses Schaffen je geschafft sein?

Schauen wir uns Merkels Satz genauer an. Er hat alles, was ein Satz braucht, Subjekt, Prädikat, Objekt. Die Grammatik stellt uns einen Akteur vor, eine Tätigkeit und ein Tätigkeitsziel. In diesem Fall sind das freilich drei Probleme. Wer ist „wir“? Wodurch will dieses Wir etwas „schaffen“? Was soll „das“ bedeuten? Wenn der Chef oder die Chefin einer Exekutive spricht, gibt es kein heikleres Wort als das unscheinbare „Wir“. Es verfestigt ein Autoritätsgefälle, indem es ein solches negiert. Das große Wir soll die vielen kleinen Ichs da unten umschmelzen – unter der Regentschaft des großen Super-Ichs, das die Verschmelzungsorder ausgibt.

Vom Ansporn zum Fahnenappell

Der Pluralis Majestatis – der König sagt „wir“ und meint „ich“ – blieb nicht in der Monarchie zurück. Er zeigt sich auch unter demokratischen Vorzeichen, wenn die Exekutive das Wort an den Souverän richtet. Aus dieser Struktur gibt es kein Entrinnen. In Angela Merkels integrationspolitischen „Wir“-Appellen schwingt das protestantische Pathos der Pfarrerstochter mit. Immer sitzt im lauthals beschworenen Wir ein Größen-Ich, das wirbt und fordert und Gemeinde machen will. Es setzt in der Rede voraus, was es durch Rede erreichen will: Gemeinsamkeit, Gefolgschaft, Gesinnungstreue. Das Wir, das schaffen soll, setzt ein Ich, das es geschafft hat.

Wenn Angela Merkel in den Folgemonaten nach ihrem ersten Appell, als Flüchtlinge, Migranten, Asylbewerber in unverändert großer Zahl und weitgehend unreguliert die offene Grenze nach Deutschland überquerten und dabei nicht nur Gutes im Schilde führten, auf den heiklen Satz zurückkam, trat dessen Beschwörungscharakter stets deutlicher zutage. Was als Ansporn gedacht war, geriet zum Fahnenappell vor ausgedünnter Kompanie. Aus Muttis munterer Weise wurde ein Klagelied. Die Einladung, sich der regierungsamtlichen Willkommenskultur anzuschließen, entpuppte sich als autoritärer Verzweiflungsruf: Umkehren verboten! Nun konnte nichts mehr „ganz einfach“ gesagt werden. Alles erschien rasch so kompliziert, wie es von Anfang an gewesen war.

Das Größen-Ich 

Am 31. August 2015 gab sich die Leiterin der Bundesregierung noch den Träumen der anderen hin. Die Menschen, die auf ihrem Weg durch die Europäische Union bis nach Deutschland gelangt waren, waren für Merkel Pioniere: „Wenn so viele Menschen so viel auf sich nehmen, um ihren Traum von einem Leben in Deutschland zu erfüllen, dann stellt uns das nun wirklich nicht das schlechteste Zeugnis aus.“ Dankbar, heißt das, habe Deutschland für die Chance zu sein, Männer (vor allem Männer) aus Syrien, Afghanistan, Eritrea beherbergen zu dürfen. Sie sind die Zensoren. Sie bewerten Deutschland.

Der Perspektivenwechsel vom Nationalen zum Globalen, vom deutschen Blick zum Blick auf Deutschland, von der Selbst- zur Fremdwahrnehmung ist typisch für die Kanzlerin und führte, ebenfalls am 31. August 2015, zur Einsicht: „Die Welt sieht Deutschland als ein Land der Hoffnung und der Chancen, und das war nun wirklich nicht immer so.“ Dieser Satz enthält das Fundamentalgesetz einer Ich-Erhöhung, die sich als Wir-Appell drapiert. Am Anfang aller Betrachtung, als grammatikalisches Subjekt und richtende Instanz, steht „die Welt“. Dort wird – zumindest moralisch – entschieden, was Deutschland gut zu Gesicht steht; in ihrem Namen spricht das Ich. Es vertritt „die Welt“. Zugleich repräsentiert das Größen-Ich die Historie, es hat, wie es früher hieß, das Mandat der Geschichte. Das redende Ich weiß, was „die Welt“ will und was die deutsche Geschichte fordert, vornehmlich jene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, „...und das war nun wirklich nicht immer so“. Angela Merkel forciert die Willkommenskultur, damit die Welt die Deutschen von ihrer Geschichte freispricht.

Von der Welt hinab in die Provinz

Die Kanzlerin gab am 29. Februar 2016 bei „Anne Will“ bekannt, „was mich leitet“ und was „nachhaltig richtig für Deutschland“ ist. Die deutsche Bundeskanzlerin will „Europa zusammenhalten und auch Humanität zeigen“ und verhindern, dass Europa in der Migrationsfrage „darüber kaputtginge“. Denn „wer auf Deutschland guckt, muss nach Europa gucken und muss über die Grenzen Europas hinausgucken.“ Von der Welt über Europa hinab in die deutsche Provinz führt Merkels Verantwortungsweg. Präzedenzlos ist der Fall, dass ein Oberhaupt der Bundesregierung seine „verdammte Pflicht und Schuldigkeit“ jenseits der Staatsgrenzen findet und „alles dafür (…) tun“ will, „dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet.“ Bekanntlich kam es dazu nicht. Die „Lösung des Problems“, die Merkel im Februar 2016 für die Zeit „in ein, zwei Jahren“ in Aussicht stellte, eine Lösung, „für die wir uns (…) nicht schämen müssen“, gibt es bis heute nicht. Die Unterschiede in der EU auf dem Feld der Migrationspolitik sind gewachsen. Die Kanzlerin desintegriert.

Droht damit eine neue deutsche Scham? So müsste man Merkels Aussagen deuten, sieht sie doch in der europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage die einzige Möglichkeit, der deutschen Verantwortung gerecht zu werden. Von der „verdammten Pflicht und Schuldigkeit“ der Kanzlerin blieb mangels Erfolg nur jenes solipsistische Glasperlenspiel, das sie im Februar 2016 selbst andeutete: „Ich denke hin und her, und ich hab’ wahrscheinlich über überhaupt noch nix so viel nachgedacht wie über diese Frage.“

 

Widerworte Alexander Kissler, „Widerworte – Warum mit Phrasen Schluss sein muss“, erschienen im Gütersloher Verlagshaus, 18 Euro  

 

 

 

 

Gisela Fimiani | Di, 26. Februar 2019 - 12:50

Scheitert die deutsche „Intelligezija“ (aus Feigheit und Opportunismus) erneut? Der „Kampf gegen Rechts“ dient dazu, die „Weltrgierung“ zu befördern und die Freiheit des Individuums endgültig im Orkus entsorgen zu können. Die sog.Eliten stellen sich einer intellektuell eher schlichten Kanzlerien nicht entgegen. Dies spricht Bände über deutsche Demokraten, zumal es, noch, des Mutes einer „weißen Rose“ beispielsweise, nicht bedarf. Ein „frühes“ Scheitern mit tragischen zukünftigen Folgen.
Auf das Buch bin ich sehr gespannt.

Ernst-Günther Konrad | Di, 26. Februar 2019 - 12:56

......verhindern, dass Europa in der Migrationsfrage „darüber kaputtginge“. Und genau auf diesem Weg ist Europa. Es ist auf dem Weg kaputt zu gehen, weil eine Geldkanzlerin, die mit den Milliarden ihres Volkes bislang jedes Problem bezahlt hat, in der Migrationsfrage aber versagt hat. Ihr Realitätsverlust ist inzwischen so groß, dass sie noch immer nicht versteht, dass einige Staaten in Europa diese Art der Migartion nicht wollen. Italien, Griechenland und Ungarn ließen sich nicht mehr kaufen, so wie die Türkei. Merkels Über-Ich hat sich verselbstständigt, in dem die "mächtigste Frau" der Welt glaubte, ihr Wort und ihre Entscheidung sei europaverbindliches Gesetz.
Wer soweit vom eigenen Volk entfernt ist, wie die deutschen Politiker, die Ja-Sager und Klatschhasen im Bundestag auch noch alles hinnehmen, braucht sich nicht zu wundern, dass selbst migrationsfreundliche Deutsche inzwischen nicht mehr ein weiter so wollen. Drei Worte haben ein Volk gespalten, alle merken es nur nicht AM.

dass sie noch immer nicht versteht,
Was heißt hier verstehen, es hat sie schlicht nicht interessiert und tut es bis heute nicht, da sie einer anderen Agenda folgt, gemeinsam mit ihrem Freund und Ischias Bekämpfer Juncker. Mögen sie beide im Orkus versinken.

Ja,Herr Ernst-Günter Konrad, Frau Merkel verteilt deutsches Steuergeld in aller Welt als ob es ihr eigenes wäre. Ein Straftatbestand: "Veruntreuung von Steuergeldern in Billionenhöhe im Amt"! Sie müsste dafür gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Auch eine Bundeskanzlerin steht nicht über dem
Gesetz! Ganz traurig das Verhalten der Medien, die das gesetzwidrige Tun der Kanzlerin aufgreifen müssten. Außer ein paar Bundesverfassungsrichtern a.D.(Papier, DiFabio, Bertrams) hat sich noch niemand getraut das zu thematisieren.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 26. Februar 2019 - 15:24

ich denke auch, dass Merkel das Willkommen evtl. "forcierte" und im Folgenden im Prinzip ihre eigene Vorgehensweise im Nachhinein legitimierte und schlussendlich Migration organisierte.
Migration scheint mir das Ende zu sein, von dem her alles gedacht werden darf, was sie tat.
Die Pläne könnte es lange gegeben haben.
Die Frage ist, von welcher/n Seite/n, war es Konsens Aller, wurde es ausreichend dem Bürger kommuniziert.
Daneben sehr wichtig auch die Frage, war es angemessen, hätte es andere Wege gegeben oder war es alternativlos?
Das waren Fragen, die ich nur sehr schwer, wenn nicht eben nicht beantworten konnte.
Der Cicero war jedenfalls hilfreich, die Situation zu begreifen zu suchen.
Zuletzt überlege ich manchmal, ob es nicht darauf hinausläuft, dass Frau Angela Merkel die falsche politische Person gewesen sein könnte, Vorhaben von der Größenordnung über die Welt gebracht zu haben.
Das könnte möglich gewesen sein, weil es andere nicht taten?
Andere wurden nicht gewählt!

Maria Bohm | Sa, 13. April 2019 - 21:52

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Ich gebe Ihnen recht, die entsprechenden Vorträge dazu wurden bei der UNO gehalten und sind bekannt. Auch über mögliche Folgen (bürgerkriegsähnliche Zustände) und wie damit umzugehen sei, war in Reden Junckers ausgeführt worden.

Christa Wallau | Di, 26. Februar 2019 - 16:22

Mit Phrasen muß Schluß sein? In Deutschland?

Ja, schön wär's.

Das ist aber leider nur ein frommer Wunsch, der niemals in Erfüllung gehen wird, so lange das politische Geschäft so betrieben wird wie bei uns und die Mehrheit der Deutschen es goutiert.
Offenbar gieren die Wähler doch nach Phrasen, sonst wäre Merkel nicht immer wieder gewählt worden. Je hohler und eingängiger (kürzer) der Wahlkampfslogan, umso besser!
Zum Beispiel: "Ihr kennt mich!"

Nachdem sie die immer gleichen Phrasen vieler Pfarrer angewidert losgeworden und zu Hunderttausenden aus den Kirchen ausgetreten sind, bilden sich die Deutschen heute ein, daß sie jetzt alle zu eigenständig denkenden, aufgeklärten und kritischen Menschen mutiert wären. Dabei fallen sie reihenweise auf neue Heilslehren herein. Das beste Beispiel dafür sind die Anhänger der Grünen.

Michaela Diederichs | Di, 26. Februar 2019 - 16:39

Für mich hat diese Frau etwas Wahnhaftes. Moralisch in Sphären unterwegs, die weltlichen Menschen verschlossen bleiben, weil sie gesunden Menschenverstand besitzen. Der scheint dieser Frau völlig abhanden gekommen zu sein. War es nicht ein Ägypter, der einem Juncker und der EU die Leviten gelesen hat über Wertvorstellungen und Kulturen? Recht hatte und hat er und den Mut es klar und deutlich zu artikulieren.

Nur Hamanda | Di, 26. Februar 2019 - 18:37

und Deutung für diese Königin des Schwurbelns. Und die Speichelecker in den Parteien und Parlamenten stehen stramm und klatschen sich wund. Aber: Demokratie ist, wenn der Wähler es so will und auch noch bestätigt, dass er es so will - auch wenn die Stimmung trüber wurde und fast zu kippen drohte. Inzwischen zieht die Karawane weiter nach etwas Sandgestöber ohne Folgen - und wir? Wir schaffen das dann eben. Alternativlos, nun sind sie halt da die Pioniere. Achseln hochgezuckt, Mundwinkel runtergezogen. Und tschüßikus.
Wir sind selbst schuld. Religion kennt keine Gnade.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 27. Februar 2019 - 10:23

In reply to by Nur Hamanda

Wenn Sie erlauben, was für ein wohlklingender Name, Nur = Licht?
Womit ich beim Kern meines Anliegens bin.
Ich möchte Ihnen widersprechen, Religion kennt immer Gnade, Versprechen auf Erlösung etc.
Deswegen kann ich Frau Merkel diesem Bereich auch überhaupt nicht zuordnen, auch keinem politischen oder kulturellen.
Das kann sehr wohl auch an mir liegen, deshalb bitte mit Vorbehalt zu lesen.
Was mir ins Auge fällt, ist ein enormes Beharrungsvermögen, sie wird lange Kanzlerin gewesen sein, wobei die überwiegende Zeit mit dem Bemühen ausgefüllt war, sie zu einer Kanzlerin überhaupt zu machen bzw. sie aus dem Amt zu entfernen.
Unsägliche Mühe, wo normalerweise, nennen wir ruhig auch Versagen, aber jedenfalls Ansagen, Versuche, Greifbares stattfand, und warum?
Getippt, weil Frau Merkel immer den einen richtigen Satz sagen wollte, wasserdicht für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, für die "EWIGKEIT".
Die im Cicero monierten "Phrasen" könnten ihr Lebenswerk, ihr Vermächtnis sein.

Ich antworte nicht, sondern frage Sie : welche Religion kennt immer Gnade?
Der Islam?
Ist diese Gnade irgendwie nachvollziehbar? Oder sichtbar?
Ich denke nicht.

Brigitte Miller | Di, 26. Februar 2019 - 18:38

Richtig gut ist diese Exegese, Analyse von Merkels Schwubelsätzen, vielen dank.

Norbert Heyer | Di, 26. Februar 2019 - 20:32

Zuerst war es nur eine angeblich begrenzte, humanitäre Aktion, als die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge nach Deutschland migrieren konnten. Aus diesem Schneeball wurde eine gewaltige Lawine, alle Ausreisewilligen wurden durch die „Willkommenskultur“ geradezu magisch angezogen. Ob die Angst vor „schlimmen Bildern“ tatsächlich die Ursache dafür war, dass die deutsche Grenze bis heute für jeden offensteht, sei einmal dahingestellt. Schließlich hat die Kanzlerin selbst von einem Plan gesprochen, den aber anscheinend nur sie selbst kennt. Jetzt sind sie aber zumindest einmal da, ob asylberechtigt oder auch nicht, ob polizeibekannt oder nicht, ob Silvester Köln, Freiburg, Weihnachtsmarkt Berlin, in allen Aktionen und Verhaltensweisen können viele der länger hier Lebenden keine klare Linie unseres Rechtsstaates erkennen und das macht ihnen Angst vor der Zukunft. Diese Menschen würden sich wohler fühlen, wenn unser Staat ihnen die gleiche Aufmerksamkeit wie den Migranten erweisen würde.

Der Plan, der umgesetzt wird, sind m. E. die Global Goals - bei uns implementiert als Agenda 2030 beim BMZ und BMU nachzulesen. Trat im September 2015 in Kraft. Migrations- und Flüchtlingspakt folgten auf den Fuß. Der Plan lautet: kein Mensch ist illegal. So schlicht und stellt die Welt doch auf den Kopf. Einfach alles mal googeln, dann stellen sich die Zusammenhänge von alleine ein.

Ich stimme Ihnen vollends zu. Die Frage, die sich für mich nur stellt ist: War das nur eine "Entzauberung" oder wurde da ein im Stillen ausgeklügelter Plan öffentlich? Traf da die Illussion, die Zauberer gerne bei ihren Betrachtern erzeugen, auf Wirklichkeit? Die "Zauberin" und das will ich immer und immer wieder betoen, sie war nicht allein. Sie hatte Helfer im Geiste und in der Tat. Nur der Wähler kann diese Illussionisten zur Verwantwortung ziehen. Dafür muss sich der Wähler am Wahltag auch den Wecker stellen, aufwachen und konsequent handeln. Schau mer mal. Alles Gute.

Brigitte Simon | Di, 26. Februar 2019 - 20:54

In Anlehnung an die Eidesformel zur Verfassung
hören wir von Bundeskanzlerin Angela Merkel,
alle vier Jahre, den moralisch anspruchsvollsten
Satz, von ihr zur inhaltslosesten Floskel degra-
diert:

"Ich schwöre...Schaden von ihm wenden...
so wahr mir Gott helfe."

zur Zeit wird doch schon vieles zurückgedreht. Die Amerikaner sind ein Volk von Einwanderern und auch dort gibt es mittlerweile ein Problem.
Meiner Meinung nach, ist noch nicht ausgemacht, ob die Folgen positiv oder negativ sind. US-Soziologen haben viel zu diesem Thema geforscht: ein Ankommen in der neuen Gesellschaft gibt in der Regel erst in der vierten Generation.

können Sie doch nicht mit der Zuwanderung nach Deutschland und in die EU vergleichen? Amerika sucht sich seine Einwanderer aus. In Deutschland sind die
Grenzen offen, jeder darf rein der das Wort Asyl aussprechen kann. Raus kommt selten jemand, fast wie in der DDR,weil Grüne, Linke und NGOs das mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Und Ihr Optimismus, dass es Generationen dauert bis die Zuwanderer produktives zum BIP beitragen, ist Wunschdenken. Da die meisten Zuwanderer aus dem islamischen Kulturkreis kommen und nur das Ziel haben unser Sozialsystem auszunutzen, aber Integration abzulehnen,werden die
wohl kaum für unsere Renten arbeiten wollen und können.

Tobias Werner | Di, 26. Februar 2019 - 22:15

Ist ja sicher alles richtig. Nur: "Wir" kannten sie ja, man konnte auch zuvor wiederholt sehen, dass sie gern und rasch und im Alleingang mal was anderes macht, als sie und ihre Partei vorher mehrmals gesagt hatten.
Trotzdem wurde sie und ihre Partei (von absolut besehen aber wohl immer weniger Menschen) immer wieder gewählt. Auch machte sie so meist ja Sachen, die bis dato die Position der (linken) Opposition waren.

Wenn so viele Leute all das also begrüßen, sich daran nicht stoßen, ja dann kommt es eben wie es kommen musste.

Warum verhalten und verhielten sich viele Bundesbürger wohl auch so. Ja, weil es ihnen gut geht und ging. Gut geht es ihnen wohl auch wegen dem engen Bündnis zu den USA, wohin wir die Sicherheitsfrage doch allzu stark ausgelagert hatten - lieber zahlen wir, auch für deren Schäden. Der ganze Preis für dieses materielle Gutgehen, ja den sehen wir erst jetzt. So war und ist das im Rahmen der Globalisierung - erst Handy, dann hört man vom NSA etc..

Ja, Herr Werner, Sie haben Merkel richtig charakterisiert!
Dazu paßt eine Aussage ihrer Gesprächteilnehmer:
"Ihre Gesprächspartner wissen nie, was Merkel denkt,
wenn sie etwas zu ihnen sagt"!

Tobias Werner | Di, 26. Februar 2019 - 23:36

Die Unfähigkeit zur Befriedung des Landes, auch zur Einigung von Europa, zeigte und zeigt sich bei Frau Merkel auch darin, dass sie, wie es heißt, in der Sache selbst durchaus auch gespalten war, dass sie dies uns aber nicht bis kaum wissen ließ, stattdessen ihre alternativlosen Thesen uns in oben sezierten -verräterischem- Stil servierte.

Das Volk spaltete sich, auch weil Leute, die nur einwanderungskritisch waren von den allermeisten Medien und auch den Altparteien gleich als ausländerfeindlich und rassistisch abgetan wurden, und dann kam allzu oft auch die Nazi-Keule.
Ja, alle Ausländerfeinde und Neonazis werden einwanderungskritisch sein, viele Einwanderungskritiker sind deshalb aber nicht rassistisch! Das hier nicht auch mal klar und öffentlich so gesagt zu haben, auch das war eine große Schwäche dieser Frau.

Nur: Wer kann denn nun diese Frau stürzen und vieles besser machen!? Auch sie hat einen Sturz durch einen besseren Herausvorderer verdient...!

Es kann doch wohl in der Politik nicht zuerst darum gehen, was ein Politiker "verdient hat"?
Mir geht es um das Land und die genuinen Aufgaben der Politik hier, natürlich mit Blick aufs Ganze.
Auf Kohls Ende musste ich nicht viel geben, es war ein normaler Abgang der politischen Abwahl.
War es das auch innerhalb der CDU?
Da bin ich mir nicht mehr sicher.
Wozu der ganze Aufwand, wenn Kohl politisch lange "erledigt" war, weshalb man ihn dann ja auch "stürzen" konnte?
Mir scheint es der Coup, mit dem Merkel "an die Macht gebracht" werden konnte.
Das ist wahrlich kein Vorbild für mich und irgendwie scheint es mir dann genauso weitergegangen zu sein, Coup auf Coup, die Waage haltend zwischen Erledigung unliebsamer Mitbewerber und den berühmten Volten Merkels.
Ich möchte von dieser Art Politik wegkommen und glaube, dass wir mit dem Stabwechsel an Frau AKK die CDU auf gutem Wege sehen.
Bitte NICHTS auf die meisten Medien geben, über sie liefen evtl. die Coups vornehmlich.
POLITIK

Bernd Eifländer | Mi, 27. Februar 2019 - 09:07

Was allerdings etwas irritiert, ist der Verlag. Wenn über den Verlag googelt, kommt man auf die Verlagsgruppe Radom, Zitat aus über uns : Die Verlagsgruppe Random House geht zurück auf den traditionsreichen C. Bertelsmann Verlag ! Seltsame "Allianzen" bilden sich manchmal ;-)) Muss ich schon mal sagen !

Klaus Dittrich | Mi, 27. Februar 2019 - 10:30

„Wird dieses Schaffen je geschafft sein?“
Stellt sich denn diese Frage, wenn Migration als Problem von den Gutmenschen geleugnet wird? Wo kein Problem ist, da bedarf es keiner Lösung.
Und – Merkel steht (leider) nicht allein; die „Diktatur der Schreihälse“ (vor allem soziale Netzwerke) stehen hinter ihr.

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