Rigaer Straße
Transparent an einem Haus in der Berliner Rigaer Straße im Jahr 2016 / picture alliance / Paul Zinken/dpa | Paul Zinken

Spießertum der Anarchie - Vom wilden Osten ist nichts geblieben

Hausbesetzungen und Straßenkampf im Namen des Antikapitalismus gehören zum Berliner Mythos. Doch was bleibt davon heute übrig – jenseits nostalgischer Projektionen und linksalternativer Sozialromantik? Ein kleiner Streifzug von Kreuzberg nach Friedrichshain.

Pietzcker

Autoreninfo

Dr. phil. Dominik Pietzcker studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br., Dublin und Wien. Bis 2011 in leitender Funktion in der Kommunikationsbranche, u.a. für die Vereinten Nationen, die Europäische Kommission und diverse Bundesministerien. 2012 Professur für Kommunikation an der Macromedia University of Applied Sciences, Hamburg. Seit März 2026 Magnolia Professur an der Shanghai International Studies University. Zahlreiche Veröffentlichungen zu interkulturellen und wirtschaftssoziologischen Themen. 

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Wenige Straßen in Berlin sind so prominent wie die Rigaer Straße in Friedrichshain. Die Kurfürstenstraße etwa, früher berüchtigt für ihren von minderjährigen Prostituierten bevölkerten Straßenstrich. Die Hasenheide, allseits beliebt bei Verkäufern und Abnehmern harter Drogen. Oder die Schlangenbader Straße in Wilmersdorf mit ihren brutalistisch-seelenlosen Riegelbauten, in denen sich heute die Senioren stapeln. Jetzt also die Rigaer Straße, Terra Firma der autonomen Szene (oder vielmehr ihrer Atavismen), Herzkammer der Antifa, militanter Feministinnen, Anarcho-Bürgergeldempfänger und anderer Höchstleistungsträger der deutschen Bundeshauptstadt.

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Ernst-Günther Konrad | So., 18. Januar 2026 - 14:21

Die zerstören sich inzwischen selber, diese linken Idioten. Zwar wird nicht umfangreich berichtet, aber gestern in Leipzig, Antifanten treffen aufeinander. Die einen pro Palästina, die anderen pro Israel. Es soll ordentlich zur Sache gegangen sein. Nur zu lesen ist darüber nichts. Vielleicht morgen bei Euch Cicero. Ich sage mal, beide ANTIFANTENLAGER einkreisen, aufpassen dass kein unbeteiligter zwischen die Fronten gerät und die sich dann ordentlich kloppen lassen. Polizei nur zur Regelung des Verkehrs und Schutz von Privateigentum. Ansonsten sollen die sich doch gegenseitig verkloppen. Die linken Spinner beginnen immer mehr sich gegenseitig zu bekämpfen. Gut so.

Axel Gerold | So., 18. Januar 2026 - 22:49

. . . ist wichtig, wenn es um Glaubwürdigkeit eines Autors geht. Da ich ein gutes Jahrzehnt meines Lebens in diesem „Kiez“ verbracht habe, musste ich für „2 S-Bahnstatonen von der Oberbaumbrücke zur Rigaer Straße“ und „die Rigaer Straße ist eine Querstraße der Frankfurter Allee“ Maps nicht bemühen. Es mag stimmen, was Sie da über Teile des Milieus schreiben. Aber waren Sie tatsächlich vor Ort?