Iran
Exil-Iraner protestieren in Los Angeles gegen die Mullahs / picture alliance / SIPA | Sahab Zaribaf/MEI

Amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran - Terrorbekämpfung ist kein Streetworking

In seltener Eintracht verurteilen Linke und Rechte den Angriff auf den Iran. Das beliebteste Argument ist das vom Verstoß gegen das Völkerrecht. Das ist realitätsfern und blind gegenüber einer einfachen Erkenntnis: Terrorbekämpfung ist kein Streetworking.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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Das Hufeisen lebt. Ein bisschen jedenfalls. In seltener Eintracht haben sich die Linke genauso wie die AfD gegen die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ausgesprochen. Ebenso wie das BSW, dessen Aushängeschild Sahra Wagenknecht die USA in einem Video „den größten Schurkenstaat der Welt“ nennt, und eine gewisse Annalena Baerbock aus New York, deren Konzept der feministischen Außenpolitik nicht bis zu jenen Frauen im Iran reicht, die unter Kopftücher gezwungen und bisweilen, wie Mahsa Amini damals, sogar totgeschlagen werden, wenn sie ihr Haar lieber offen tragen wollen.

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Wolf | Fr., 6. März 2026 - 07:59

Es ist einfach fatal.
In einer Zeit, wo die Zustimmungswerte der AfD eigentlich durch die Decke gehen müssten, sorgt sie selbst dafür, dass man Wähler verliert. Chrupalla ist ein Moskau-höriges Propagandarohr Putins.
In BW wird man das am Sonntag an den Wahlurnen merken. Es wird lange Gesichter gebe. Solange die AfD Russenkuschler und braune Dumpfbacken nicht stilllegt, wird sie sich selbst zerlegen und automatisch dezimiert werden. Man braucht also gar keine Verbotsverfahren mehr.
Und das nach dem Kölner Urteil zum Pseudo-Gutachten von Faeser. Man fasst es nicht! Dummheit wird nicht belohnt werden und ist schon gar keine Alternative zum real existierenden linksgrünwoken Irrsinn. Außerdem: Es ist auch eine Klatsche für Trump, der durchaus Sympathien für die AfD bekundet hat.

Thomas Veit | Fr., 6. März 2026 - 09:41

Antwort auf von Wolf

könnte man seitens der AfD durchaus auch andere Worte zum Thema Iran erwarten..., so wie Herr Krischke richtig andeutet...🤔

Ob das wirklich 'Anweisungen aus Moskau' sind..., oder nur 'vorauseilender Putin-Gehorsam' oder echte Überzeugung, dass das Mullah-Regime überleben sollte - warum auch immer...? - das bleibt offen.

Aber auf jeden Fall sollte sich die AfD da klarer positionieren, mMn, sonst geht es ihr so wie Sie schreiben...

'erklärter Islamismus' meint: dass sich der Iranische Mullah-Staat selbst offen zum radikalen Islamismus als wünschenswerte Weltordnung bekennt und diese OFFEN MIT VERNICHTUNGSDROHUNGEN gegen Israel sowieso aber auch gegen die USA und den gesamten Westen durchsetzen will.

Ich fürchte, außenpolitisch steht die AfD ziemlich nackt da. Man hat schlicht keine Ahnung, wie es in der Welt zugeht. Die Sympathie für Trump geht vermutlich auch auf eine Fehlinterpretation seiner Rhetorik zurück. Und die Putinnähe, na, ja, irren ist menschlich.
Auf jeden Fall ist es spannend zu beobachten, wie die Partei agiert, wenn die Lage etwas komplexer wird. Es wäre ein leichtes gewesen, sie inhaltlich zu stellen, auch und gerade innenpolitisch. Das ganze Verfassungsschutz -Theater hätte es nicht gebraucht, wäre die Politik, allen voran die CDU, nicht so denkfaul und bequem gewesen.

nicht nur politische Allgemeinplätze zu belegen (Parteiprogramm).

Aber die AfD ist ja auch noch jung..., und (hoffentlich) lernfähig... 😉

Zum Beispiel das Verhältnis zu Putin/Russland..., sollte mMn von Respekt und Anerkennung russischer Interessen bei gleichzeitiger Offenheit zur Kooperation auf Augenhöhe (zum beidseitigen Nutzen!) geprägt sein, wenn Washington das zulässt...🤔, vielleicht jetzt.

Aktuell ist mir persönlich die Putin-Arschkriecherei insbesondere einiger 'spezieller AfD-Abgeordneten' deutlich ZU VIEL UNTERWERFUNG..., da können wir auch gleich in Trumps Popo bleiben..., da sparen wir uns 'den Umzug'.

Und das Putin mittlerweile ein ebenso menschenverachtender (KGB-) Diktator ist, ist wohl auch unstrittig. Nichtsdestotrotz gehört Russland zu Europa dazu..., und wird auch nicht 'verschwinden', demnächst. In diesem Sinne..., mMn.

Chris Groll | Fr., 6. März 2026 - 08:13

Sehr geehrter Herr Krischke, stimme Ihrem sehr guten Artikel in fast allen Aussagen zu. Ukraine schließe ich aus.
Die AfD ist nicht gut beraten, wenn sie ihren einzigen Unterstützer in dieser Weise kritisiert. Nur die SPD hat die USA und Israel in gleicher Weise kritisiert. Auch das hätten Sie nennen müssen.

christoph ernst | Fr., 6. März 2026 - 08:53

die USA und Israel tun Europa gerade einen entscheidenden Gefallen, als Nebenprodukt ihres so notwendigen wie überfälligen Schritts, ein todessehnsüchtiges Zwölfer-Schia Regime davon abzuhalten, den Rest der Welt in Brand zu setzen, um ihren 'Mahdi' zurückzuzaubern.
Das mögen die tapferen Appeaser nicht, die nie um die eigene Freiheit haben kämpfen müssen. Also beschwören sie lieber wimmernd die Regelbasiertheit des Umgang mit friedvollen Dschihadusten.

Dirk Nowotsch | Fr., 6. März 2026 - 09:17

... ist die "Mär" vom "Völkerrecht", von "Menschenrechten", der UNO als "Kontrollinstanz" und dem Internationalen Gerichtshof aus erzählt! Innenpolitisch benutzen politische Parteien in Europa die selben Mittel der Unterdrückung, wie die "Autokraten" und "Diktatoren"! Man legt das Grundgesetz und die Verfassungen der Länder so aus, wie ,man es gerade braucht! Für die Menschen kommt nichts als Verarschung dabei heraus! Was bitteschön nutzen diese fadenscheinigen Lippenbekenntnisse, zu den Menschenrechten, wenn Regierungen, legitimiert vom Völkerrecht, morden und foltern dürfen? Wenn der politisch besetzte Gerichtshof im sinne der Diktatoren entscheidet? Wenn die größten Kriegsnationen, deren Kriegsverbrechen und Menschen Rechtsverstöße nie geahndet wurden, das Sagen im Sicherheitsrat haben und den Gerichtshof nicht anerkennen? Politiker sind in Zukunft gut beraten, diese Floskeln stecken zu lassen! Ganz besonders deutsche Politiker, aller Parteien!

'Völkerrecht' und 'Menschenrechten' mal so oder mal so geschwafelt, wie man es halt gerade braucht und offensichtlich werden klare Verstöße dagegen totgeschwiegen oder in 'Befreiung' umgedeutet, wenn's passt. Nicht zuletzt durch diese Beliebigkeit ist das 'Volkerrecht' tot - de facto.

Ob das gut so ist... - kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.

PS: Als 'zahnloser Tiger' == EU per Agentur 'Völkerrecht' einzufordern ohne nur im geringsten fähig und auch letztendlich willens zu sein es ggf. in aller Konsequenz auch durchzusetzen, falls nötig, ist zudem billig..., insbesondere wenn man es noch zusätzlich mit lächerlichen 'feministischen Blüten' verschönert und so nach aussen vertritt, wie in der Vergangenheit geschehen. Letztlich tragen derartige Lächerlichkeiten - Baerbock - zur Demontage des Völkerrechtsbegriffs bei.

Hoffentlich erlebt das Völkerrecht eine Renaissance! Es ist eigentlich ein wichtiger Baustein, für eine gute Welt! Aber Völkerrecht und Menschenrechte müssen aufeinander abgestimmt werden! Wer Menschenrechte nicht achtet, darf nicht vom Völkerrecht gedeckt und beschützt werden! Auch muss die Definition des Begriffes "Volk" konkretisiert werden! Ist eine Regierung und die Herrschenden Kreise das Volk, oder die große Mehrheit der Menschen eines Landes? Gerade der Iran ist ein lohnendes Objekt, zur Betrachtung! Es gibt dort Schiiten und Sunniten (und andere kleinere Gruppen). Die Schiiten stellen die größte Gruppe in der Bevölkerung. Daher die spannende Frage: "Sind alle Schiiten für die Regierung?". Es könnte also sein, das tatsächlich der größte Teil für die Regierung ist!? Die zweite Frage lautet dann aber: "Dürfen sie deshalb anderer brutal unterdrücken? Das ist für mich der Kern, der Sache! Beste Grüße

Thomas Veit | Fr., 6. März 2026 - 21:28

Antwort auf von Dirk Nowotsch

als anstrebenswertes allgemeines Ziel zu 300% zu! Es wird heute (und auch oft hier...) viel zu oft viel zu schnell 'aufgegeben', bloß weil es im Moment und durch vielleicht eine gewisse 'Überziehung' seitens Linksgrünwoke und einer gewissen allerdings auch von bestimmten Akteuren zielgerichtet geförderten 'Zahnlosigkeit' was die Durchsetzung völkerrechtlicher Standards angeht etwas 'in Verruf geraten' ist, so ist das allgemeine Völkerrecht als Ziel und Richtschnur und auch eine regelbasierte Welt doch letztlich die einzige Chance überhaupt zu überleben..., für die Menschheit strategisch auf diesem immer enger und kleiner werdenden Planeten... - das wird von Kritikern oft übersehen.

Wenn alle! 'hau-drauf Politik' mit militärischer Gewalt bevorzugen und betreiben wird es früher oder später 'knallen' - aber richtig, zwangsläufig... (ist ja im Grunde nur Statistik...) 🤔 Grüße zurück...

PS: der bevorstehende Übergang Chinas zur führenden Weltmacht ist/wird der Lakmustest... ... 😬

Brigitte Miller | Fr., 6. März 2026 - 09:17

grossartiger Text, Herr Krischke.
Gedanken von HenrykM. Broder zum Thema: "Wann hat das Völkerrecht je ein Massaker verhindert?Das Völkerrecht ist eine Überlebens Garantie für Diktaturen, Despoten , Grossverbrecher und Massenmörder. Denen sichert es eine Existenz, weil s i e die Souveränität in ihren Staaten haben." Appollo news, youtube "Es ist riskant"

Thomas Veit | Sa., 7. März 2026 - 09:26

Antwort auf von Brigitte Miller

für das Überleben..., das sollte man/Frau nicht zu gering einschätzen, auch der Henryk M. Broder nicht in seiner (kurzfristigen) TV-Runden-Weisheit...

PS: Ich finde Henryk M. Broder idR ansonsten meist auch 'nicht schlecht', aber hier nicht.

Heidemarie Heim | Fr., 6. März 2026 - 09:48

Ich kann Ihnen gar nicht sagen lieber Herr Krischke,wie dankbar ich Ihnen bin für die "Zerlegung" bzw. all der missbräuchlichen Anwendungsbeispiele bzgl. Völkerrecht!!! Für mich persönlich schon lange ein rotes Tuch in jeder Hinsicht!Denn das muss man sich abgesehen von all den in der UN vertretenen Vertreter mal vorstellen:Da beruft sich Präsident Putin,der die Souveränität seit 4 Jahren mittels Angriffskrieg auch mit Drohnen iranischer Produktion auf die Zivilbevölkerung der Ukraine auf das Völkerrecht!!!Wie Sorry! verblödet muss man sein,um dann noch ins gleiche Horn wie er zu blasen und noch irgendwas von Recht,auf was eigentlich?,zu schwafeln?Schwafeln aus einem TV-Studio heraus oder gratismutig auf der heimischen Couch oder im Parlament sitzend,darin sind wir gesegnet mit der längsten Friedensperiode trotz "Kaltem Krieg" inkl. Wiedervereinigung einfach hervorragend.Und beim Rest im Innern Augen zu und durch!Oder wie Timo oder Sahra meinten:"Mir haben die nix getan." MfG

Martin Müller | Fr., 6. März 2026 - 09:48

Lieber Herr Krischke,

Ihre Artikel sind für mich immer ein besonderes highlight im Cicero, auch dieser. Vielen Dank! Die Welt wäre sicherlich eine bessere, ohne das brutale Mullahregime, welches auch ganz klar die Existenz Israels auslöschen will. Ich ahne allerdings, dass wir nicht das vollständige Bild des Krieges gezeigt bekommen, die Motivation zumindest der USA ist sicherlich keine humanitäre. Die von Israel auch nicht, aber da geht es um die Existenz in Nachbarschaft einer zukünftigen Atommacht Iran. Auch bin ich pessimistisch, was den Ausgang des Bombenkriegs betrifft, viele der genannten Argumente habe ich bereits genauso beim Afghanistan, Irak, Libyenkrieg gehört, wo am Ende ein Unterdrückerregime vom anderen abgelöst wurde. Wenn man also nicht euphorisch in diesen neuen Krieg einstimmen mag, ist man auch nicht automatisch Israel oder USA kritisch. Ich kann nichts Ihrem Artikel entgegensetzen, teile aber nicht ihren Optimismus über die Folgen.

Die Pessimisten führen immer die gescheiterten Kriege in diesen Ländern an. Im Iran haben wir eine ganz andere Ausgangssituation. Erstens: Iraner sind keine Araber. Zweitens: der Iran existierte schon als staatliches Gebilde, wenn man sehr großzügig ist, schon seit 2500 Jahren, als erstes Weltreich vom Indus bis zum Mittelmeer. Diese Tradition ist bei gebildeten Persern/ Iranern durchaus lebendig. Während die genannten Problemfälle Produkte der Welt - bzw. Kolonialmächte waren und nie eine gewachsene Staatlichkeit hatten und hervorgebracht haben. Es sind und waren lose Zusammenschlüsse von konkurrierenden Stämmen und Clans, was durch unterschiedliche religiöse Richtungen noch mal komplizierter wird.
Man kann nur hoffen, dass es für die Menschen im Iran gut ausgeht, allerdings haben sich die Mullahs und die Revolutionsgarden auch die Wirtschaft vollkommen untertan gemacht. Es wird schwer.

Ralf Straube | Fr., 6. März 2026 - 10:32

Aber auch kein Spiel eines verrückt gewordenen Cowboys! Eine Frechheit, die Regeln, unter denen Völker zusammenleben sollen, als "Streetworking" zu bezeichnen.
Es gibt gute Gründe, warum man die Mechanismen (UN-Charta) nach dem 2. Weltkrieg hat versucht, zu etablieren. Um kriegerische Auseinandersetzungen zu legalisieren, gibt's den Sicherheitsrat. Und nicht paar einzelne Cowboy-Hirne, die sich anschicken, ohne Rücksicht auf gegenwärtige und zukünftige Verluste eine Ordnung neu zu definieren.
Aber das ist genauso wie das eherne Gesetz, keine Waffen in Kriegs- oder Krisengebiete zu liefern: Sobald "höhere" Interessen im Spiel sind, wird drauf gesch*.
Und was ist das Ergebnis? 4 Jahre Krieg. Und es ist noch nicht mal Halbzeit in der Ukraine.
Was ist denn eigentlich aus dem arabischen Frühling eigentlich geworden? Genauso ein heuchlerisches "Projekt", was im Desaster geendet ist. Und im Iran wirds besser? Das wär das erste Mal, dass ein amerikanischer Überfall positiv ausging.

G. Fischer | Fr., 6. März 2026 - 11:44

Der Iran war nie Teil der Arabischen Liga, die Israel nach der Gründung angegriffen hat. Der Iran der 1953 einen Regimewechsel durch USA/CIA mit dem Sturz des gewählten Premierministers und der Installation des Schah Mohammad Reza Pahlavi hinnehmen musste und in deren Folge in den 70iger Jahren muslimische Kräfte zur Macht kamen. Ähnliche Muster gibt es in anderen Ländern. Wenn Frau Weidel sich Sorgen macht um eine erneute Destabilisierung des Nahen Ostens von außen, kann ich das nur befürworten. Keiner weiß, was kommt. Es gibt keinen Plan, aber erst mal wird gebombt und befreit. Glaubt hier wirklich einer, es geht um Menschenrechte, um Atomprogramme oder Terrorismus? Oder dass irgendwelche höheren Regeln außer denen der Macht gelten?

Klaus Funke | Fr., 6. März 2026 - 12:09

Antwort auf von G. Fischer

Der Cowboystaat zieht immer zuerst den Revolver und schießt. Außenpolitik auf Sicht. So auch diesmal. Das Ergebnis ist in Afghanistan, im Irak, In Syrien, in Libyen, in Venezuela überall dort zu besichtigen, wo die USA angeblich die Freiheit verteidigt haben. Überall Chaos und Unordnung, damit man im Trüben fischen kann. Ich gebe zu, ich hatte auf Trump gesetzt und ihm geglaubt, dass er auf Frieden etc. setzt. Alles Quatsch. Pustekuchen. Die Falken haben sich durchgesetzt. Trump ist keinen Dreck besser als seine Vorgänger. Und warum auch? Irgendwann werden die USA mit einem großen Knall untergehen. Gewiss, das dauert noch, aber es wird passieren. Schade um die AfD. Die haben sich nun auch geirrt, indem sie auf Trump setzten. Der Fritze hat ihnen in Washington die Show gestohlen. Trump liebt nun mal nur die, welche ihn uneingeschränkt bejubeln. Also werden die Wahlergebnisse für die AfD nicht so toll ausfallen. Es wird keine Machtübernahme geben. Nirgends. Die Dummen sind wieder wir.

Mit dem Coup in Venezuela und jetzt im Iran verfolgt Trump, bzw. das Pentagon, das wohl die Strategieplanung zu verantworten hat, sehr wohl einen Plan: die USA wollen die Energieexporte kontrollieren. Man trifft indirekt China, das bislang unter Weltmarktpreis von diesen Ländern gekauft hat. Trump begreift, im Gegensatz zu westlichen Politikern, China als Systemrivalen, den es einzudämmen gilt.Übrigens: die USA werden nicht untergehen, im Gegenteil. Europa schon eher. Denn hier macht man immer noch Streetworking, während die USA Macht- und Geopolitik betreiben. Und zwar auf Basis der westlichen Werte, die, wie Herr Krischke sicher auch meint, immerzu beschworen,aber nicht mit Taten unterlegt werden.

Was haben wir davon?? Indem ich sagte, die USA hätten keinen Plan, wollte ich ausdrücken, dass es so rüberkommt und die Folgen für die betreffenden Länder fatal sind. Die USA denken immer an sich selbst zuerst, im Gegensatz zu vielen europäischen Politikern. Aber die Folgen werden auch für uns äußerst fatal sein. Wir haben uns in eine folgenreiche absolute Abhängigkeit begeben, von der russischen in die us-amerikanische. Ob uns das gut tut, bezweifle ich. Unsere Kinder und Enkel werden es bezahlen müssen. Deutschland steigt weiter ab. In ein paar Jahren sind wir im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr wert. Schrott! Abfall. Und die USA schert es einen Dreck. Trump wird sich noch mit Putin einigen wegen der sibirischen Rohstoffe. Wenn das gelingt, ist China erledigt und wir sowieso. Keine Zukunft, nirgends. Das ist es, was man betrauern muss. Das ist das Ergebnis unserer Treue zu Amerika. Und die eigentliche Ursache ist die Dummheit und Deutschverachtung unserer Politiker. QED

Nun ja, sie huldigen hier die europäische Politiker, die angeblich nicht wie die Amis nur an sich denken, aber anschließend konstatieren Sie, dass diese Länder sich zum großen Teil in Abhängigkeiten von totalitären Staaten begeben haben.
Tja, an wesen Wohl haben haben sie dabei gedacht, an das eigene, oder etwa an das Wohl dieser Regime?
Es war schon immer so, wer sich abhängig macht, der ist unfrei, und fürchtet eine Veränderung in seinen angetrauten Gefielden.
Diesmal geht es um Wichtigeres, als um Sie und mich etc., die in immer noch in sicheren wohlhabenden Deutschland wohnen.
Solidarität mit Israel ja, aber bitte nur wenn sich für mich nichts ändert, nein, dass ist scheinheilig!!!

Warum soll ich mich opfern? Opfert sich jemand für mich? Eine seltsame Logik. Ich muss an mich, an meine Familie, an meine Kinder und Enkel denken und für sie da sein, ein Leben lang. Dafür leben wir Menschen. Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm, sagte einst Bert Brecht in der Dreigroschenoper. Was Sie da fordern oder vorschlagen, liebe Frau Lubig, ist uralte SPD-Denke. Es ist doch impotente Humanitätsfaselei: Es gibt Wichtigeres als das Wohl meiner Familie und das von mir? Ja, was denn? Wie viel Erde braucht der Mensch? fragte einst Leo Tolstoi. So viel, wie man für ein Grab braucht, ist sein Fazit. Nein, Ihre Vorschläge sind mir zu abstrakt. Wir leben hier und jetzt. Und ich sehe nicht ein, dass ich für jemanden da sein sollte, der meine Existenz nicht mal zur Kenntnis nimmt. Und der ewige Schuldkult, den man Deutschl. wegen der Nazizeit aufzwingt, berührt mich nicht. Ich bin selber Jude und habe die halbe Familie verloren. Trotzdem ist mir das jetzige Israel völlig fremd. QED

Angelika Sehnert | Fr., 6. März 2026 - 12:02

Auch in der Antike gab es schon ein Völkerrecht. Gesandtschaften gegnerischer Parteien waren sakrosankt. Das hat den immer noch verehrten G. Julius Caesar im Jahr 55.v. Chr. nicht davon abgehalten, eine Gesandtschaft zweier germanischer Stämme festzuhalten und deren Heer, während dies noch auf die Rückkehr der Gesandten wartete, anzugreifen und zu vernichten, zusammen mit der ganzen Zivilbevölkerung. Dank seiner Skrupellosigkeit ist es Caesar gelungen, dieses in Rom als ungeheuerlich eingestufte Vorgehen ins für ihn Positive zu drehen(b.g,4,13,1-6).
Die Sehnsucht nach dem Weltenbrand in der Mitte des letzten Jahrhunderts nie wieder so etwas erleben zu müssen war verständlich. Aber so funktioniert es nun mal nicht, denn es wird immer Schurken geben, die ihre Interessen, die meist nicht einmal die ihrer Völker sind, brutal durchsetzen. Das ist leider eine conditio humana. Ein realistischer Blick auf Geopolitik wäre hilfreich.Dann liesse sich vielleicht auch manche Eskalation verhindern.

Gisela Hachenberg | Fr., 6. März 2026 - 13:50

Wie auch andere hier im Forum schreiben, bin ich Ihnen sehr dankbar für diesen, wie immer unaufgeregten, sachlichen Kommentar, lieber Herr Krischke. Ich unterstütze Ihre Thesen von gewissem „Antiamerikanismus“ und „Israelkritik“ in diesem Land, dessen Bewohner nach Regeln leben (zwar nur, wenn es passt)! Ich frage mich immer wieder, warum so viele Deutsche die Amerikaner nicht mögen. Das liegt ja nicht nur am „erratischen“ Trump. Den „lieben“ Obama mochten wiederum einige. Es ist, wie es ist. Die letzte Passage im Kommentar sehe ich auch wie Sie: „Diejenigen, die vom Völkerrecht reden, werden diese Ketten nicht sprengen können. Aber vielleicht Donald Trump und Netanjahu mit Ihren Raketen.“ Das wird einigen, auch im Forum, nicht schmecken. Aber so darf jeder seine Meinung haben! Wie immer ein toller Artikel von Ihnen, lieber Herr Krischke. Ich unterschreibe jede Zeile! 👍

Weil die Einen,die Nachkriegsgeneration im Westen z.B. die Amis als Besatzer und Hauptanklaeger bei den Nürnberger Prozessen ansahen oder bis heute sehen.Darauf folgende Generationen,allen voran die 68er sowieso genau alles anders machen wollten als ihre Eltern oder Opa&Oma die alten Nazis;).Die Alliierten sich die Beute/Deutschland teilten in West und Ost und gleich danach einen von ihnen dominierten Kalten Krieg über alle Köpfe hinweg veranstalteten und die Kontrolle ausübten?Oder speziell das schon immer mehr links tickende Westberlin sich an so Dinge wie Rosinenbomber lieber nicht erinnert werden möchte wenn es darum geht sein antiamerikanisches Weltbild zu pflegen?Und überlegen Sie mal,wie viele in der ehemaligen SU geprägte Mitbewohner und deren Nachfahren unser Land
bevölkern.Meine beste Freundin gehört dazu.Und ich kann Ihnen versichern,dass dies trotz ehrlicher
Anpassungsbemuehungen ein Unterschied zeitweise wie Tag u.Nacht macht. MfG

Lisa Werle | Fr., 6. März 2026 - 14:41

Hinter dem Wieselwort ‚Völkerrecht‘ versammeln sich globale Diktatoren sehr gerne. Besagt dieses UN-Recht doch nichts anderes, als dass wir zuschauen, aber nicht eingreifen sollen, wenn in einem Staat die Opposition drangsaliert und verboten wird, wenn Wahlen zur Farce werden und wenn Andersdenkende und vor allem Frauen und Mädchen verachtet, verletzt, vergewaltigt, geschändet und ermordet werden. Offenbar ist dieses sog. Völker-'Recht‘ nur dazu da, die eigene Feigheit unter einer Nichteinmischungs-Regel zu verstecken und zuzuschauen, wie Menschen von der eigenen Regierung unterdrückt und drangsaliert werden. Genau DAS und das wohlfeile Expertengeschwätz drumherum halte ich für äußerst bedenklich.
Und für noch bedenklicher halte ich es, wenn hier z.B. in Sachsen-Anhalt ‚Gesetze und Regeln‘ installiert werden, die Wahlen in unserem Land zur Farce machen und nur dem eigenen Machterhalt dienen. Mit Demokratie und 'Rechtsstaat' haben solche 'Regeln' jedenfalls nichts mehr zu tun.

Genau mein Humor geehrte Frau Werle!Klingt so viel niedlicher als andere Narrative,die von interessierter Seite in die Welt oder Gehörgänge von Wählern/innen hinaus posaunt werden.Und scheinbar doch nicht verhindern können,dass Menschen wie Sie und viele andere hier im Forum sowie außerhalb ihren gesunden Verstand,Empathie oder Gerechtigkeitssinn für misslichere Zustände in anderen Staaten oder wie Sie bemerken im eigenen Land stattfindende Versuche einer Entdemokratisierung einschalten,um dem zu begegnen.Oder wie in meinem persönlichen Fall eine zum Paria gemachte Partei mit allem demokratischen Gebot zu verteidigen,obwohl ich diese aus ebenfalls persönlichen Gründen nicht mehr wählen kann.Und von allen Seiten dafür Kritik ernte oder gleich als rechte Bazille oder wahlweise Verräterin gelte bei so manchem Mitbürger;).Doch wie heißt es so schön?Wer die Hitze des Gefechts nicht aushält sollte Teufels Küche meiden.MfG

Jens Böhme | Fr., 6. März 2026 - 16:31

Links-/Rechtsextremisten und Islam eint eines: Abschaffung von Freiheit und Demokratie. Das ist kein Hufeisenphänomen.

Walter Buehler | Fr., 6. März 2026 - 16:48

Seit dem Ende der Eiszeit wurden die menschlichen Gesellschaften fast immer feudalistisch regiert.

Lokale Feudalherren erhielten ihre Legitimation von den regionalen Lehnsherren, diese wiederum von ihrem Lehnsherren usw. bis hin zu einem obersten Herrn, den ich als "Großkönig" bezeichne.

Dieser Großkönig war immer übermenschlich, von der Natur oder von Gott selbst legitimiert, und konnte deshalb seinerseits die unter ihm stehenden Lehnsherren mit Gottes Gnade legitimieren.

"Geschichte" bestand aus den religiös oder mythisch gefärbten Geschichten über die Lehenspyramiden und ihre Großkönige.
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Die Idee der Demokratie ist erst lange Zeit danach entstanden. Das "Volk" taucht in der Politik auf, als es schreiben und lesen konnte.
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Herr Krischke, eine Demokratie ohne Völkerrecht gibt es nicht - nur den Rückfall in den Feudalismus.

Es stimmt: Re-Feudalisierung wird modern, aber ich akzeptiere sie nicht, obwohl ich genau weiß, dass man "Geschmeidigkeit" oft braucht.

Nix für ungut:

lieber Herr Buehler.
Ob uns das Völkerrecht wichtig ist oder nicht - das interessiert weder einen Putin noch einen Trump, einen Emir in den Golfstaaten, einen Xi Jinping oder einen Herrn Modi in Indien.
Wir sind auf der Welt längst im modernen Feudalismus angekommen.
Deshalb wäre es für das wieder-vereinte Deutschland die bessere Option gewesen, sich nicht in eine immer größere EU-Abhängigkeit zu begeben, sondern ein relativ kleiner, neutraler, wirtschaftlich starker, u n a b h ä n g i g e r Staat zu werden (ähnlich der Schweiz), um sich Demokratie und relative Souveränität zu bewahren.
Als zahlender Mitspieler in der verkorksten EU (in der niemals Einigkeit herrschen wird) kann Deutschland im Welt-Monopoly-Spiel der Großmächte nur verlieren.
Längst ist unser Land in den Augen dieser "Großen" nur noch ein Versager.
Weder Putin noch Trump nehmen den deutschen Kanzler, Friedrich Merz,
wirklich ernst - so sehr er sich auch Mühe gibt, den "Staatsmann" zu spielen.

Es ist vorbei...

Hans Süßenguth-Großmann | Sa., 7. März 2026 - 09:53

ich stimme Ihnen nicht zu! Abgesehen davon, dass der "völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf die Ukraine" sowas wie die Liturgie der offiziellen Meinung ist, ist dieser Krieg ebenfalls ein " völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf den Iran". Auch die Durchsetzung von Menschenrechten hat gewisse Grenzen. Wenn wir für Frauenrechte im Iran streiten, da müsste der Einsatz in Afghanistan Priorität haben, im Iran gibt es Studentinnen dort nicht.
Was ich sehe, ist, dass die Trump Administration Pläne zur Weltherrschaft hegt, Israel zur Regionalherrschaft und dieser Krieg ist letztlich ein Spiel über die Bande gegen China. Er ist ein Schritt um dritten Weltkrieg !!!

Dagmar Lubig | Sa., 7. März 2026 - 11:44

Antwort auf von Hans Süßenguth…

und spielt im Völkerecht eigentlich kaum eine Rolle, siehe Wirklichkeit, aber das Existenzrecht von Israel, das müsste per Definition zum Völkerrecht gehören!
Da Israel permanent um seine Existenz fürchten soll, das bereitet den "Völkerrechtlern" keine Sorge, selbst wenn der Iran an eine Atombombe "bastelt", und bereits bei einer Anreicherung von ihm verbotenen 60% angelangt ist?