Raumschiff Enterprise
Auf der Brücke der Enterprise herrscht Multikulturalität und Diversität: Mr. Spock (Leonard Nimoy) und T'Pring (Arlene Martel) / dpa

50 Jahre Raumschiff Enterprise in Deutschland - Beam us up, Scotty! 

Im Sommer 1972 strahlte das ZDF die ersten 26 Folgen der Serie „Raumschiff Enterprise“ aus. Die Serie atmet den liberalen und revolutionären Geist der späten 60er-Jahre. Rückblickend ist man ernüchtert, wie offen und frei man sich damals die Zukunft vorstellte und wie klein und borniert sie dann geworden ist. Irgendwas muss schiefgelaufen sein. 

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Januar erschien von ihm „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ bei zu Klampen.

So erreichen Sie Alexander Grau:

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“ 

Wahrscheinlich gibt es kaum einen Fernsehnutzer der letzten Jahrzehnte, der diese Worte nicht kennt. Gesprochen wurden sie von dem Schauspieler Joachim Cadenbach. Und zu hören waren sie das erste Mal vor 50 Jahren. Vom Mai bis November 1972 strahlte das Zweite Deutsche Fernsehen die ersten 26 Folgen jener Serie aus, zu deren festen Bestandteil dieser Prolog gehört: „Raumschiff Enterprise“. 

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Fritz Elvers | Sa., 9. Juli 2022 - 16:24

tätig war, erkennt schnell, dass Rassismus jeder Art auch nur eine Leidenschaft der Dummen ist. Für die braucht man dann irgendwelche Anti-Diskriminierungsbeauftragte mit einem Budget von 1 Mrd., die wiederum auch nicht die hellste Kerze auf der Torte ist.

Ingo Frank | Sa., 9. Juli 2022 - 17:46

Da wird es viele viele Erklärungen dazu geben. Eine sehe ich in der Spaltung der Gesellschaft.
Diese Spaltung wollten die Parteien links der Mitte überwinden, kehrten aber mit ihrem Tun das Ganze um, und vertieften diese Spaltung. Ein Beispiel die „Weltoffenheit“ die in der Flüchtlingskriese 2015 gipfelte. Im Ergebnis dieser politischen Entscheidung sah der Teil der Bevölkerung der z.B. niedrig bezahlten AV sein Geld verdiente die Ungleichbehandlung. Dem gegenüber standen die, mit Guten bis sehr guten Einkommen die die Willkommenskultur pflegten und bis heute pflegen. Und dieser Unterschied, die die sich teure ökologische Energie leisten kann, steht der immer und immer größer werdenden Gruppe derer gegenüber, die sich das schlicht nicht leisten kann. Und das schlimme ist, das diese Bevölkerungsschicht als ungebildet, pol. Unkorrekt oder einfach als Nazis ausgegrenzt wird.
Und dies vertieft die Spaltung nur als 1 Beispiel immer weiter.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Urban Will | Sa., 9. Juli 2022 - 19:04

antworten kann.
Ich denke, der Liberalismus scheiterte genau an denen, deren „Urväter“, die 68er, als diejenigen gelten, die mit dem Mief der 50er und davor „aufräumten“.
Wobei ich auch die 68 er nicht überbewerten möchte.
Schmidt schleuderte ihnen im BT einst den Begriff „elitäre Arroganz“ entgegen und hatte gewiss nicht unrecht. Für mich lagen dort schon die Wurzeln des heutigen Übels. Linke Überheblichkeit.
Auf jeden Fall ist das, was wir heute sehen, all die im Artikel erwähnte Borniertheit, Intoleranz, dümmliches Moralisieren, das Ausschließen Andersdenkender, zusammengefasst all diese hochgradig kindische und dumme „Cancel Culture“, eine Seuche.
Der links – grüne Mainstream pflegt sie wie ein zartes Pflänzchen und man findet ähnliches sicher auch in rechten Gruppierungen, doch ist nun mal Links–Grün das alles Beherrschende.
Man schaue sich einen Schimanski – Tatort aus den 80ern an und wird auch dort noch eine Welt sehen, die bei aller Kaputtheit doch irgendwie „in Ordnung“ war.

Jens Böhme | Sa., 9. Juli 2022 - 19:16

Ja, naiv war die Enterprise-Welt gestrickt. So hatte die Enterprise-Besatzung immer die zivilisatorische Menschlickeit im Gepäck, wenn es auf fremde Lebewesen stiess und denen, wenn es anwendbar, die irdische Gesetzgebung um die Ohren haute. Erst unter der Nachfolgerserie mit Captain Picard wurde die Einmischung in etwas jüngere Zivilisationen und deren Gesetzgebung untersagt. Der Kuss zwischen Kirk und Uhura war in der Enterprise-Folge nicht freiwillig, sondern wurde von einem "bösen" Außerirdischen zur Belustigung per Willensbrechung bei beiden erzwungen. Die "Außenaufnahmen" in der Serie waren allerdings cineastisch unterirdisch. Man strengte sich nicht sonderlich an, die Pappkulisse zu kaschieren.

Gabriele Bondzio | So., 10. Juli 2022 - 08:14

"Niemand versucht, die Klingonen zu missionieren oder ihnen irgendwelche universalen Humanoidenrechte aufzuzwingen."...vielleicht liegt gerade hier die liberale Idee, werter Herr Grau.

Die mit der Globalisierung nach und nach geschleift wurde.
Denn mit der Globalisierung kam es zu: "...Ungleichheit, Armut, Privatisierung öffentlicher Güter, die zunehmende Macht Multinationaler Unternehmen, die schwindende Macht von Arbeitnehmerorganisationen, die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Zerstörung der Umwelt sowie die Missachtung der Menschenrechte."

Also von meinem Standpunkt aus gesehen, ging es nicht moralisch in die Höhe.

Helmut Bachmann | So., 10. Juli 2022 - 08:49

Die Entwicklung der Menscheit wurde ja erst durch den ersten Kontakt beschleunigt. 2069 glaub ich, nach dem 3.WK. Und auch da braucht es noch eine ganze Zeit, bis die Entwicklung von der soeben entdeckten GerademalsoebenWarp1- Zivilization zur Führungsnation der interstellaren Föderation gelungen ist. Recht realistisch irgendwie. Und wir sehen auch in der Entwicklung danach, dass die Menschheit vor Rückfällen nicht gefeit ist. Man erinnere sich nur an die kurzzeitige Militärdiktatur während der DS9 Zeit. Man „zerstörte das Paradies, welches man glaubte, zu retten“, durch Borniertheit, Regelwut und Misstrauen. Corona lässt grüßen.

Ernst-Günther Konrad | So., 10. Juli 2022 - 10:19

Die Serie begleitete mein Jugend. Viele der Figuren waren irgendwie Vorbilder und je nach persönlicher Präferenz der Techniker Scotty oder der Logiker Spock, Uhura als die "Schöne" und Team und dann natürlich der heldenhafte Kirk, der alles und jeden Verstand und immer wieder auf seinen Bauch/sein Herz hörend irgendwie die richtigen Entscheidungen traf. Es war eben eine Zeit, da denkt man gerne zurück. Die Welt war trotz der politischen Verhältnisse - die interessierten uns Jugendliche aber nicht- für uns noch in Ordnung. Warum? Es gab Vorbilder in dieser Zeit, sowohl in der Politik, sowohl im Fernsehen als auch eben Kultfiguren, denen man gerne nacheifert. Ja, die Sendung hatte im Nachhinein mit heutigen Wissen liberale und menschliche Züge, gerne auf andere Außerirdische übertragen angewendet und nich selten gescheitert, weil die ebenso waren wie sie sind. Wann ging der Liberalismus verloren? Sicher auch durch die 1968 er, aber nicht nur. Heute fehlen einfach Vorbilder. Schade.

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